Deutsche Bahn: Verspätete Züge, ehrliche Infos – der DB-Navigator soll besser werden

Mal fünf, mal 30 Minuten Verspätung – und niemand weiß, was stimmt. Jetzt reagiert die Bahn auf die Kritik und plant ein großes Update ihrer Navigator-App mit künstlicher Intelligenz

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Mal fünf, mal 30 Minuten Verspätung – und niemand weiß, was stimmt. Jetzt reagiert die Bahn auf die Kritik und plant ein großes Update ihrer Navigator-App mit künstlicher Intelligenz

Plötzlicher Gleiswechsel und alle rennen los. Die DB App zeigt 5 Minuten Verspätung, die Anzeige am Bahnsteig kommt auf 30 Minuten. Oder umgekehrt. Was stimmt denn jetzt? Im Zug zuckt der Zugbegleiter die Schulter, ob der Anschlusszug wartet, weiß er nicht. Regelmäßige Bahnfahrerinnen und -fahrer kennen solche und ähnliche Geschichten.

Genervt von dem Chaos ist auch der Bundesverkehrsminister: Bei der DB lassen die „Informationen für Reisende bei Verspätungen oder Zugausfällen oft zu wünschen übrig“, sagt Patrick Schnieder und Bahnchefin Evelyn Palla nickt zustimmend. Schnieder zitiert eine Studie des ADAC, wonach die DB App bei einem Drittel aller Verspätungsfälle falsch informiert. Da sei „Luft nach oben“. 

Infos dürfen nicht zu spät kommen, Züge schon 

50 Mio. Euro steckt die Bahn bis Ende 2027 in ein Update ihrer IT-Infrastruktur. Eine DB App mit Echtzeitinformationen, die auch kurzfristige Gleiswechsel anzeigt, besser über Anschlüsse informiert und im Gleichklang mit allen anderen Anzeigen (im Zug, auf der Website, am Bahnsteig) läuft, soll Ende 2026 verfügbar sein. Dafür will die Bahn verstärkt Künstliche Intelligenz nutzten. Geplant sind auch neue Monitore an den Bahnhöfen. 

„Ein Zug kann verspätet sein, aber die Information darüber darf es nicht sein“, so Palla. Nur so „können wir Vertrauen schaffen.“ Künftig sollen wichtige Infos innerhalb von zwei Sekunden im DB Navigator angezeigt werden. Die Verbesserung der Kundeninformation ist Teil der Sofortprogramme des Staatskonzerns, wo es neben besserer und schnellerer Kommunikation auch um mehr Sauberkeit und Sicherheit in den Zügen geht. 

Frag Kiana, ob der Zug kommt

Die DB wird eine KI-Assistenz namens Kiana auf der Internetseite der Bahn sowie im DB Navigator integrieren. Sie informiert Reisende individuell über ihre Fahrten und Anschlüsse und soll später selbstständig Tickets buchen können. In den Verkehrsleitstellen der Bahn unterstützt die KI bei Störungen, Ersatzverkehr zu organisieren, Entscheidungen über Zugumleitungen zu treffen und Informationen darüber schneller in die Kundenkanäle weiterzugeben. Auf den Bahnhöfen sollen QR-Codes den Bahnfahrern helfen, sich vor Ort besser zu orientieren. 

Eines wird es aber künftig nicht geben: Die Bahn wird auf ihrer App zwar Links zu den Ticketsystemen der Konkurrenz wie Flixtrain oder Westbahn anzeigen. Selbst verkaufen wird sie diese nicht. Damit bleibt sie hinter den Plänen der EU-Kommission zurück. Brüssel will ein einheitliches Ticketsystem für ganz Europa etablieren. Bucht ein Fahrgast eine Fahrt mit mehreren Betreibern, soll er dafür nur ein Ticket buchen müssen und nicht mehrere. Perspektivisch sei das wünschenswert, betonte Schnieder auf Nachfrage. Man wolle aber erst mal die konkreten EU-Vorschläge abwarten. Die Endversion aber wäre „ein Plattform, auf der man alles sofort buchen kann“, so Schnieder. 

Die DB muss die Konkurrenz allerdings künftig mit all ihren Daten „neutral“ versorgen. Dafür entwickelt die Infrastrukturtochter der Bahn InfraGo eine weitere App, die ab Dezember jedem Verkehrsunternehmen sämtliche  Echtzeitinformationen zu individuellen Reiseketten zur Verfügung stellen soll. 

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