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Medienbericht: LVMH will offenbar bei Hyrox einsteigen

Keine Sportart wächst so stark wie Hyrox. Das hat auch der französische Luxuskonzern LVMH erkannt, der laut einem Bericht bei dem Hamburger Start-up einsteigen will – und zum Unicorn machen könnte

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Keine Sportart wächst so stark wie Hyrox. Das hat auch der französische Luxuskonzern LVMH erkannt, der laut einem Bericht bei dem Hamburger Start-up einsteigen will – und zum Unicorn machen könnte

Dass acht Kraftübungen und acht Laufkilometer mal eine Milliarde wert sein könnten, hätten Moritz Fürste und Christian Toetzke wohl auch nicht gedacht, als sie Hyrox 2017 gründeten. Inzwischen ist die Fitness-Serie der beiden Hamburger ein globaler Erfolg – Wochenende für Wochenende strömen tausende Teilnehmer in riesige Messehallen auf der gesamten Welt und absolvieren dort sogenannte „Fitnessrennen“. Achtmal Kraft, achtmal laufen, immer im Wechsel.

Der Sport boomt wie kein zweiter. Im vergangenen Jahr erzielt Hyrox nach übereinstimmenden Medienberichten etwa 140 Mio. Euro Umsatz bei einer Gewinnmarge von 20 Prozent auf EBITDA-Basis. Der Umsatz wuchs dabei um 40 Prozent im Vergleich zu 2024 und dürfte 2026 mindestens im gleichen Tempo weiterwachsen – wenn nicht noch stärker, wenn man die Dichte der Rennkalender miteinander vergleicht. In diesem Jahr werden wohl 1,3 Millionen Menschen in 34 Städten teilnehmen – und damit könnte Hyrox bald das erreichen, was Capital bereits im Oktober 2025 prognostizierte: nämlich dass die Hamburger zum nächsten deutschen Unicorn werden, also eine Firma mit einer Bewertung von mehr als 1 Mrd. Euro.

Tatsächlich sieht es so aus, dass es nun schneller passiert als erwartet. Wie Sky News berichtet, soll der französische Luxuskonzern LVMH, beziehungsweise dessen Private-Equity-Arm L Catterton, einen Einstieg bei Hyrox planen. Die Bewertung könnte bei etwa 1 Mrd. Euro liegen – möglicherweise aber auch etwas darunter, wie verschiedene Branchenmedien berichten

Von wem kauft LVMH die Hyrox-Anteile?

Unklar ist, von wem LVMH die Anteile kaufen will und wie hoch die Beteiligung sein soll. Die Schweizer Sportmarketing-Agentur Infront ist seit 2019 an Hyrox beteiligt und seit 2022 Mehrheitsgesellschafter des Start-ups. Am wahrscheinlichsten gilt daher, dass LVMH Anteile von Infront erwirbt. Zum einen, da Infront sein Investment bereits zigfach verdoppelt haben dürfte und ein Verkauf nach sieben Jahren üblich wäre. Zum anderen stand Infront bis Februar offenbar selbst im Verkaufsfenster, da sich dessen chinesische Konzernmutter Wanda schon seit längerer Zeit in finanziellen Schwierigkeiten befindet. Infront wäre als erfolgreiches Unternehmen im Portfolio dabei ein logischer Verkaufskandidat für Wanda gewesen. 

Im Februar einigte sich Infront mit Wanda, dass dem Unternehmen mehr Freiräume gewährt werden sollen. Infront werde als „Stand-alone Unternehmen“ unter dem Dach der Wanda weitergeführt, hieß es in einer Pressemitteilung. Auch die neue Freiheit könnte in die Entscheidung hineinspielen. Infront will sich auf Capital-Anfrage zu „derlei Marktspekulationen grundsätzlich nicht äußern“, bestätigt aber, dass es aktuell Mehrheitsgesellschafter von Hyrox sei.

Hyrox-Gründer Moritz Fürste sagte bereits im Oktober im Interview mit Capital, dass mit Blick auf Wanda die „Investorenstruktur ein aktuelles Thema“ sei. Neues Kapital brauche Hyrox für weiteres Wachstum aber nicht. Laut Fürste ist das Unternehmen „seit Langem profitabel“ und wolle organisch wachsen. Zu den aktuellen Gerüchten rund um LVMH könne er nichts sagen, erklärte Fürste jüngst auf einer Pressekonferenz.

Hyrox passt ins Beuteschema

Für LVMH wäre der Einstieg derweil strategisch konsequent. L Catterton, der Private-Equity-Arm von LVMH-Chef Bernard Arnault, ist spezialisiert auf Konsumenten- und Lifestyle-Marken. Sport spielt hier eine zunehmend wichtige Rolle, da LVMH die verfügbare Zeit jedes Einzelnen als größtes Luxusgut definiert und der allgemeine Trend zu einem gesünderen Leben geht. Entsprechend investierten die Menschen mehr Zeit in Sport. Dazu passen auch frühe Investments in Peloton und den Fußballverein Paris FC – zwei Sportmarken, die den Community-Gedanken in den Mittelpunkt stellen, ähnlich wie Hyrox.

Im Kern geht es L Catterton immer darum, emotionale Marken international größer zu machen. Das verspricht auch Hyrox. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereiten sich monatelang auf die Wettkämpfe vor; teilweise in lizenzierten Hyrox-Fitnessstudios, die eigene Bereiche für die Sportart umgebaut haben. Startplätze sind inzwischen rar. Wer aber ein Ticket erhält, zahlt Preise (mitunter deutlich) über 100 Euro. Auf der Kostenseite steht für Hyrox vor allem die Location. Doch anders als zum Beispiel bei großen Stadtmarathons, die ähnliche Preise aufrufen und ebenfalls boomen, sind hier keine teuren Straßensperrungen nötig. Das erklärt zum Teil die extrem gute Marge im Vergleich zu anderen Sportarten. 

Hinzu kommt, dass die Zielgruppe tendenziell extrovertierter und eitler sowie überproportional stark aktiv auf sozialen Medien ist. Hyrox muss also nicht einmal viel Geld ins Marketing stecken, da die Zielgruppe dies selbst übernimmt. Die riesigen Events in den größten Messehallen der Welt sind genau darauf ausgelegt. Wer hier einen der begehrten Plätze ergattert, ist Teil von etwas Großem. So wie bei LVMH-Produkten, die ebenfalls auf künstliche Verknappung, hohe Preise und hochwertige Produkte setzen.

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