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Der US-Energiekonzern SLB übernimmt den deutschen Kühlspezialisten Kelvion für mehrere Milliarden Dollar. Der Deal zeigt, wie begehrt deutsche Kühltechnik durch den Boom bei KI-Rechenzentren geworden ist
Der US-Energiekonzern SLB übernimmt den Herner Kühlsystem-Spezialisten Kelvion. SLB zahle für das Unternehmen rund 3,4 Milliarden Dollar in bar und übernehme zudem Schulden von rund 700 Mio. Dollar, teilte der US-Finanzinvestor Apollo am Montag mit.
Kelvion befindet sich gegenwärtig im Mehrheitsbesitz von Apollo-Fonds. Der Finanzinvestor Triton hält eine Minderheitsbeteiligung, die ebenfalls an SLB geht. Das Geschäft soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 abgeschlossen werden, sofern die zuständigen Behörden zustimmen.
Mit dem Zukauf will SLB seine Position im Bereich der Infrastruktur für Rechenzentren stärken, die durch den Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) rasant wächst. „Künstliche Intelligenz treibt den bedeutendsten Investitionszyklus für Infrastruktur zu unseren Lebzeiten an“, erklärte SLB-Chef Olivier Le Peuch. Die Übernahme beschleunige das Ziel des Konzerns, der auch in der Ölindustrie engagiert ist, sich als Technologiepartner für die Rechenzentrumsbranche zu etablieren.
Kelvion ist damit bereits der zweite deutsche Spezialist für Kühl- und Lüftungstechnik innerhalb weniger Wochen, der für mehrere Milliarden an einen US-Konzern geht. Mitte August hatten die Eigentümerfamilien des baden-württembergischen Ventilatorenherstellers EBM-Papst den Verkauf an Madison Air angekündigt. Das Unternehmen wurde bei dem Geschäft mit 5,1 Mrd. Euro bewertet. Auch dort spielt das Geschäft mit Rechenzentren eine wichtige Rolle. EBM-Papst hatte diesen Bereich zuletzt stark ausgebaut. Der Käufer Madison Air ist auf Belüftungs-, Filtrations- und Kühlsysteme spezialisiert.
Hinter den Übernahmen steht der enorme Investitionsbedarf für neue Rechenzentren. Leistungsfähige KI-Anwendungen benötigen große Mengen Rechenleistung und damit auch Energie. Die dabei entstehende Wärme muss zuverlässig abgeführt werden. Hersteller von Ventilatoren, Wärmetauschern und anderen Kühlsystemen profitieren deshalb vom Ausbau der KI-Infrastruktur.
Die frühere Gea-Wärmetauscher-Sparte Kelvion war erst 2025 von Apollo übernommen worden und hat sich verstärkt auf Kühlsysteme für Rechenzentren ausgerichtet. Ein Insider hatte damals von einer Bewertung von rund zwei Milliarden Euro gesprochen, einschließlich rund 500 Mio. Euro Schulden.