Rente: Jeder siebte Rentner in Deutschland ist erwerbstätig

Immer mehr Deutsche arbeiten nach Rentenbeginn weiter. Der Anteil der 65- bis 74-jährigen Rentenbezieher mit Job hat leicht zugenommen – und er könnte durch die Aktivrente weiter steigen

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Immer mehr Deutsche arbeiten nach Rentenbeginn weiter. Der Anteil der 65- bis 74-jährigen Rentenbezieher mit Job hat leicht zugenommen – und er könnte durch die Aktivrente weiter steigen

Immer mehr Deutsche arbeiten auch nach Beginn ihres Ruhestandes. Im vergangenen Jahr waren 14 Prozent der 65- bis 74-Jährigen mit Rentenbezug erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. 2024 hatte der Anteil noch bei 13 Prozent gelegen. Männer im Rentenalter (16 Prozent) arbeiteten dabei häufiger als Frauen (elf Prozent).

Die Entwicklung soll durch neue politische Anreize noch gestärkt werden. So hat die Bundesregierung mit der sogenannten Aktivrente begonnen, die starren Altersgrenzen aufzuweichen. Sie ermöglicht es Ruheständlern, nach Erreichen des Rentenalters bis zu 2000 Euro steuerfrei dazuzuverdienen, wenn sie freiwillig weiterarbeiten. Damit will sie auch den Fachkräftemangel bekämpfen.

Mit zunehmendem Alter sinkt die Erwerbsquote deutlich. So arbeitete von den 65- bis 66-jährigen Rentenbeziehern noch knapp ein Fünftel (19 Prozent). Bei den 73- bis 74-Jährigen waren es nur noch acht Prozent. 

40 Prozent der 65- bis 74-Jährigen mit einem Job neben der Altersrente arbeitete weniger als zehn Stunden in der Woche. 25 Prozent gingen ihrem Job zehn bis unter 20 Wochenstunden nach, zwölf Prozent 20 bis unter 30 Stunden und neun Prozent 30 bis unter 40 Stunden.

Die meisten erwerbstätigen Senioren (73 Prozent) arbeiteten als abhängig Beschäftigte, 27 Prozent waren selbstständig. Von den abhängig Beschäftigten waren zwei Drittel (65 Prozent) geringfügig beschäftigt mit maximal 70 Arbeitstagen im Jahr und einem Monatseinkommen von damals höchstens 556 Euro. Die Selbstständigen arbeiteten häufiger länger. 28 Prozent aus dieser Gruppe berichteten, in der Woche mehr als 40 Stunden zu leisten. Bei den abhängig Beschäftigten waren nur acht Prozent.

Vor allem Rentner mit einem höheren Bildungsniveau arbeiteten noch, bei ihnen waren es 18 Prozent. Unter den Rentnern in Altersrente mit mittlerem oder niedrigerem Niveau gingen zwölf beziehungsweise zehn Prozent einer Erwerbstätigkeit nach. In einer anderen Befragung aus dem Jahr 2023 hatten 33 Prozent der arbeitenden Rentner finanzielle Motive für einen Job neben der Rente angegeben. Häufig genannt wurde die Freude an der Arbeit oder der Wunsch, weiterhin sozial integriert zu bleiben.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen basieren auf dem Mikrozensus. Bei dieser jährlichen Stichprobenerhebung werden rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt. Die Ergebnisse werden anschließend auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet und beruhen auf den Selbstauskünften der Befragten.

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