{"id":10027,"date":"2026-06-17T13:22:36","date_gmt":"2026-06-17T11:22:36","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/hoffnungs-show-statt-friedenspolitik-von-wolfgang-effenberger\/"},"modified":"2026-06-17T13:22:36","modified_gmt":"2026-06-17T11:22:36","slug":"hoffnungs-show-statt-friedenspolitik-von-wolfgang-effenberger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/hoffnungs-show-statt-friedenspolitik-von-wolfgang-effenberger\/","title":{"rendered":"Hoffnungs-Show statt Friedenspolitik | Von Wolfgang Effenberger"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Wolfgang Effenberger<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis N\u00fcrnberg hat zum 11. Juni 2026 unter den Leitmotiven &#8222;Die Kraft der Hoffnung&#8220; und &#8222;Mut zur Zukunft&#8220; zum Jahresempfang 2026 geladen \u2013 zwar mit Bezug auf Krisen unserer Zeit, jedoch ohne konkrete friedenspolitische Positionierungen oder Forderungen. (1) Der Frieden spielte nicht einmal eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>In der Programm\u00fcbersicht erscheinen Musik, Gru\u00dfworte von Regionalbisch\u00f6fin Elisabeth Hann von Weyhern, Innenminister Joachim Herrmann und Oberb\u00fcrgermeister Marcus K\u00f6nig sowie der Festvortrag von Prof. Dr. Heribert Prantl, der ebenfalls den Titel \u201eDie Kraft der Hoffnung. Mut zur Zukunft \u2013 jetzt!\u201c tr\u00e4gt. (2)<\/p>\n<p>In der Dramaturgie der Inszenierung dominiert eine Mischung aus Orgelmusik, geistlichen Liedern (\u201eIrischer Segen\u201c), kurzen Gru\u00dfworten und einem Festvortrag \u2013 klassische Elemente eines repr\u00e4sentativen Empfanges. Diese Struktur erzeugt ein feierliches, harmonisierendes Setting, in dem Kontroverse und Streit bewusst minimiert werden. (3)<\/p>\n<p>Die wiederkehrenden musikalischen St\u00fccke mit emotional starker Bildsprache (\u201egeh aus mein Herz\u201c, Segensw\u00fcnsche, Himmels Metaphorik) verst\u00e4rken eine Atmosph\u00e4re der inneren Beruhigung. Das erleichtert die Identifikation und das Wohlbefinden der G\u00e4ste, erschwert aber die Thematisierung harter Interessenkonflikte, etwa bei Aufr\u00fcstung, Migration oder sozialer Spaltung. (4)<\/p>\n<p>Die zentralen Redebeitr\u00e4ge kommen von der Regionalbisch\u00f6fin, dem Innenminister und dem Oberb\u00fcrgermeister \u2013 von Repr\u00e4sentanten von Kirche und Staat, nicht von Betroffenen aktueller Krisen, Friedensinitiativen oder zivilgesellschaftlichen Konfliktakteuren. Damit entsteht ein Bild: \u201eDie Verantwortlichen sind unter sich, sie geben Zuversicht nach unten\u201c, statt Dialog auf Augenh\u00f6he mit Protest, Kritik oder alternativen Perspektiven. (5)<\/p>\n<p>Gerade der bayerische Innenminister steht f\u00fcr eine sicherheits- und ordnungspolitische Linie, die in der \u00f6ffentlichen Debatte etwa bei Migration, innerer Sicherheit und Polizei\u2011Befugnissen umstritten ist. Wenn er in St. Sebald vor allem christliche Werte, Demokratie und Zusammenhalt lobt, ohne die Schattenseiten der aktuellen Politik zu reflektieren, droht die Kirche zur Kulisse staatlicher Selbstlegitimation zu werden.<\/p>\n<p><strong>Friedenspolitik nur inhaltliche Leerstelle<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>In der offiziellen Ank\u00fcndigung wird \u201eMut zur Zukunft\u201c als Antwort auf \u201eKrisen unserer Zeit\u201c pr\u00e4sentiert, ohne konkret zu benennen, welche friedenspolitischen Konfliktfelder gemeint sind \u2013 etwa Ukrainekrieg, Nahost, Hochr\u00fcstung Europas oder deutsche R\u00fcstungsexporte.<\/p>\n<p>Bereits im landeskirchlichen Jahresnarrativ 2026 tritt \u201eHoffnung\u201c als spirituell\u2011emotionale Ressource auf, w\u00e4hrend Abr\u00fcstung, zivile Konfliktbearbeitung oder eine kritische Analyse der Milit\u00e4r\u2011 und Sicherheitspolitik nur sehr peripher erscheinen.<\/p>\n<p>Damit bleibt das Programm deutlich hinter der eigenen evangelischen Friedensethik zur\u00fcck, die in aktuellen Denkschriften explizit um \u201egerechten Frieden\u201c, Schutzverantwortung und Grenzen milit\u00e4rischer Gewalt ringt. Die Inszenierung in St. Sebald reproduziert eher allgemein\u2011moralische Appelle (\u201eVerantwortung \u00fcbernehmen\u201c, \u201eZukunft gestalten\u201c) als konkrete, strittige friedenspolitische Positionen oder Forderungen.<\/p>\n<p>Wenn Hoffnung vor allem als \u201eGlaube an eine gute Zukunft\u201c psychologisiert wird, ohne systematisch nach den Interessen und Profiteuren zu fragen, die diese Zukunft heute blockieren oder dominieren, wird sie leicht zur harmonisierenden Kompensation diffuser Beunruhigung. Gerade vor einer prominenten Kulisse wie St. Sebald kann das dazu f\u00fchren, dass berechtigte Kritik an staatlicher Sicherheits- und Wirtschaftspolitik salbungsvoll \u00fcbert\u00fcncht wird. (6)<\/p>\n<p>So werden auch kirchliche Jahresempf\u00e4nge dieser Art Teil einer politischen Symbolkultur, in der Institutionen sich gegenseitig ihre Relevanz und Gemeinwohlorientierung best\u00e4tigen. Die Kirche inszeniert sich als Vermittlerin von Hoffnung und Zusammenhalt, die Politik als verantwortungsbewusste Gestalterin \u2013 und beide profitieren von der gegenseitigen Legitimation. (7)<\/p>\n<p>F\u00fcr eine\u00a0konfliktsensible\u00a0Friedensethik w\u00e4re es aber n\u00f6tig, R\u00e4ume zu \u00f6ffnen, in denen Opfer von Kriegen und \u00f6konomischer Gewalt, Friedensbewegungen, Klima\u2011 und Antirassismus\u2011Initiativen sowie kritische Theologen aktiv zu Wort kommen und auch Widerspruch sichtbar wird. Das vorliegende Programm vermittelt hingegen eher den Eindruck, dass der Konflikt vor der Kirchent\u00fcr bleibt, damit drinnen die \u201eHoffnungs\u2011Show\u201c reibungslos funktioniert. (8)\u00a0<\/p>\n<p>In sozialen Medien und kirchlichen Meldungen rund um den Empfang betonen Verantwortliche Hoffnung, Zuversicht und Ermutigung, greifen aber vor allem innere Haltungen (\u201emutig handeln\u201c, \u201enicht jammern\u201c) auf.<\/p>\n<p>Auch im Jahresr\u00fcckblick der Landeskirche dominieren Kampagnen zu Demokratie, Toleranz, Gef\u00fchlen und Beteiligung, w\u00e4hrend milit\u00e4rpolitische Streitfragen \u2013 etwa NATO-Strategien, Waffenexporte oder Wehrdienstmodelle \u2013 h\u00f6chstens am Rand in Form von Gespr\u00e4chsangeboten auftauchen.<\/p>\n<p>In der landeskirchlichen \u00d6ffentlichkeitsarbeit, etwa in Osterbotschaften und Fastenaktionen, wurde Hoffnung 2026 breit als Leitmotiv verwendet und Mut, Zuversicht und innere St\u00e4rke in \u201egef\u00fchlsstarken Zeiten\u201c betont. Die Sprache kreist um Ermutigung (\u201eKraft der Hoffnung\u201c, \u201eMut zur Zukunft\u201c), ohne die politischen Kostentreiber von Angst und Gewalt systematisch anzusprechen. Das Programm integriert prominente staatliche Vertreter wie den bayerischen Innenminister, was die N\u00e4he zur staatstragenden Symbolpolitik verst\u00e4rkt und radikalere friedensethische Positionierungen eher unwahrscheinlich macht.<\/p>\n<p>Im Vordergrund stehen seelsorgliche und emotionale Aspekte (\u201eGef\u00fchl\u201c, \u201eMut\u201c, \u201eZuversicht\u201c), w\u00e4hrend strukturelle Konfliktursachen \u2013 Aufr\u00fcstung, Milit\u00e4rpolitik oder Wirtschaftskriege \u2013 kaum benannt werden.<\/p>\n<p>Dadurch wirkt die Veranstaltung wie eine moralisch-spirituelle Selbstvergewisserung in Krisenzeiten, die konkrete Konfliktlinien bewusst nur streift und friedenspolitische Konsequenzen bewusst ausklammert.<\/p>\n<p>Genau das Gegenteil findet sich in John F. Kennedys \u201eStrategy of Peace\u201c-Rede an der American University am 10. Juni 1963. Er hatte an diesem Tag in Washington eine &#8222;Strategie des Friedens&#8220; entworfen und die reale Gefahr eines atomaren Weltkriegs benannt und an das Leid der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg erinnert. Abschlie\u00dfend rief Kennedy zu einem Teststoppvertrag und konkreten Schritten der R\u00fcstungskontrolle auf.<\/p>\n<p><strong>Kennedys Friedensvision 1963 vs. &#8222;Mut zur Zukunft&#8220;-Rhetorik 2026<\/strong><\/p>\n<p>Kennedy stellte in seiner Grundsatzrede (9) \u2013 oft kurz \u201eAmerican University Peace Speech\u201c genannt (10) \u2013 zur Friedens\u2011 und Entspannungspolitik im Kalten Krieg anl\u00e4sslich der Abschlussfeier (Commencement) der American University in Washington die entscheidende Frage: (11)<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWelche Art von Frieden meine ich und welche Art von Frieden suchen wir? Nicht eine Pax Americana, die der Welt durch amerikanische Kriegswaffen aufgezwungen wird. Nicht den Frieden des Grabes oder die Sicherheit des Sklaven. Ich spreche von echtem Frieden, der Art von Frieden, die das Leben auf der Erde lebenswert macht, der Art, die es Menschen und Nationen erm\u00f6glicht, zu wachsen, zu hoffen und ein besseres Leben f\u00fcr ihre Kinder aufzubauen \u2013 nicht nur Frieden f\u00fcr die Amerikaner, sondern Frieden f\u00fcr alle M\u00e4nner und Frauen, nicht nur Frieden in unserer Zeit, sondern Frieden f\u00fcr alle Zeiten.\u201c<\/em> (12)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Probleme der Welt, so betonte Kennedy damals, seien kein kosmisches Schicksal, sondern die Folge menschlichen Handelns:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eUnsere Probleme sind von Menschen gemacht \u2013 daher k\u00f6nnen sie auch von Menschen gel\u00f6st werden\u2026 Kein Problem des menschlichen Schicksals ist f\u00fcr den Menschen un\u00fcberwindbar. Die Vernunft und der Geist des Menschen haben oft das scheinbar Unl\u00f6sbare gel\u00f6st, und wir glauben, dass sie es wieder tun k\u00f6nnen\u2026 Frieden muss nicht undurchf\u00fchrbar sein, und Krieg muss nicht unvermeidlich sein.\u201c (13)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Kennedy stellte damit die Logik des Kalten Krieges unmittelbar nach der Kuba-Krise offen infrage. Er wertete den Gegner menschlich auf und k\u00fcndigte reale Abr\u00fcstungsschritte an. \u201eMut zur Zukunft\u201c bedeutete f\u00fcr ihn, den milit\u00e4risch-industriellen Konsens zu brechen, statt ihn mit religi\u00f6ser oder patriotischer Sprache zu \u00fcberdecken. (14)\u00a0<\/p>\n<p>Dem gegen\u00fcber lassen sich heutige kirchliche Zukunftsformeln als \u201erisikoarme Hoffnung\u201c beschreiben: Sie appellieren an Gef\u00fchle, vermeiden aber die Benennung derjenigen politischen und \u00f6konomischen Interessen, die Frieden heute blockieren \u2013 etwa neue Wettr\u00fcstungsrunden, nukleare Modernisierungen und Kriegs\u00f6konomien. Die Kirche wirkt so eher wie eine staatstragende Kulisse, die die Verh\u00e4ltnisse begleitet, statt prophetisch in sie einzugreifen. (15)<\/p>\n<p>Der Empfang mit prominenten G\u00e4sten aus Politik und Verwaltung signalisiert N\u00e4he zur Macht, w\u00e4hrend Kennedys Rede gerade aus der Machtlogik des eigenen Landes widersprechenden Wahrheiten bestand. (16)<\/p>\n<p>Wo Kennedy Abr\u00fcstung, Verhandlungen und einseitige Schritte nannte, blieben die kirchlichen Reden meist im Ungef\u00e4hren von \u201eHaltung\u201c, \u201eDialog\u201c und \u201eZuversicht\u201c. (17)\u00a0<\/p>\n<p>Dabei waren doch die Kirchen fr\u00fcher historisch wichtige Friedens-Akteure! Ihre aktuelle Sprache wirkt eher wie die seelische Betreuung der Kriegsordnung als deren Infragestellung. (18)<\/p>\n<p>Die Formel \u201eMut zur Zukunft \u2013 jetzt!\u201c bleibt nur eine leere Beschw\u00f6rung, wenn sie nicht mit klaren Forderungen an Politik und Wirtschaft (Abr\u00fcstung, Asylpolitik, soziale Gerechtigkeit) verbunden wird. (19)<\/p>\n<p>Die N\u00e4he der Daten \u201310. Juni 1963 Kennedys Entwurf einer \u201eStrategie des Friedens\u201c, 11. Juni 2026 evangelisch-lutherischer Jahresempfang \u201eMut zur Zukunft\u201c \u2013 erlaubt eine scharfe Gegen\u00fcberstellung der Begriffe Hoffnung, Mut und Zukunft. (20)<\/p>\n<p>Eine Analyse der kirchlichen Bildsprache (blauer Himmel, Kircht\u00fcrme, wei\u00dfer Streifen wie Kondensstreifen oder Riss im Himmel) und der Losungen wirft die Frage auf: Wird Hoffnung hier zur Beruhigungsfigur, die den Schmerz der Gegenwart \u00fcberdeckt? (21)<\/p>\n<p>Kennedys unbequeme Hoffnung samt Darstellung der zentralen Passagen: Abr\u00fcstungsziel, Teststopp, Anerkennung sowjetischen Leids, Absage an Pax Americana und Betonung gemeinsamer Menschlichkeit. (22) 63 Jahre sp\u00e4ter wird der Begriff Hoffnung mit beruhigender Hintergrundmusik verkleistert:<\/p>\n<p>Die kirchliche Selbstbeschreibung (Hoffnung, Mut, Zukunft) wird konterkariert durch konkrete Zur\u00fcckhaltung bei klaren friedenspolitischen Positionen. Kann die evangelisch-lutherische Kirche mit dieser Zur\u00fcckhaltung dem Evangelium der Feindesliebe gerecht werden? (23)<\/p>\n<p>Christliche Hoffnung ist nur dann glaubw\u00fcrdig, wenn sie \u2013 wie Kennedys Rede \u2013 konkrete Risiken eingeht: Widerspruch gegen Aufr\u00fcstung, Unterst\u00fctzung f\u00fcr Diplomatie, Schutz f\u00fcr Kriegsdienstverweigerer und Deserteure etc. Sonst bleibt \u201eMut zur Zukunft \u2013 jetzt!\u201c eine \u00e4sthetische Tapete \u00fcber einer mutlosen Gegenwart. (24)<\/p>\n<p>Kirchliche Friedensethik und Realpolitik unterscheiden sich vor allem in dem, woran sie sich orientieren: Die eine an Gottesfrieden, Menschenw\u00fcrde und \u201egerechtem Frieden\u201c, die andere an Macht, Interessen und Machbarkeit. (25)<\/p>\n<p><strong>Kirchliche Friedensethik versus Realpolitik\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Evangelische Friedensethik sollte milit\u00e4rische Gewalt ausklammern und auf einen \u201egerechten Frieden\u201c abzielen, der Gewaltpr\u00e4vention, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Anerkennung von Vielfalt verbindet. Auch die Billigung in eng begrenzten Ausnahmef\u00e4llen zur \u201erechtserhaltenden Gewalt\u201c bleibt moralisch problematisch: eine parteifreie Kontrolle des Ausnahmefalls ist kaum m\u00f6glich, da fast immer die Geheimdienste ihre H\u00e4nde im Spiel haben und die wahren Zusammenh\u00e4nge verdecken.<\/p>\n<p>Als Leitbild einer Friedensethik muss gelten: \u201eWer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten\u201c \u2013 St\u00e4rken einer internationaler Rechtsordnung, zivile Konfliktbearbeitung, Abr\u00fcstung und ehrliche Entwicklungspolitik.<\/p>\n<p>Das steht kontr\u00e4r zu einer Realpolitik, die Politik als Interessen\u2011 und Machtsteuerung unter gegebenen Bedingungen versteht. Eine angebliche Umsetzung moralischer Ideale wird nur als Vehikel eigener Interessen ins Spiel gebracht.<\/p>\n<p>Zentrales Kriterium ist der Nutzen f\u00fcr das eigene Staats\u2011 oder Sicherheitsinteresse; moralische Normen spielen eine nachgeordnete oder instrumentelle Rolle. Gewalt, Drohpotential (Abschreckung), Geheimdiplomatie oder R\u00fcstung werden auch dann in Kauf genommen, wenn sie ethisch fragw\u00fcrdig sind, sofern sie zweckm\u00e4\u00dfig erscheinen. (26)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Friedensethik strukturelle Gewalt abbauen will und auf langfristige Abr\u00fcstung hinzielt, rechtfertigt Realpolitik Aufr\u00fcstung als Mittel zur Abschreckung oder Machtprojektion.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Friedensethik legitime Gewaltanwendung strikt an das Recht bindet und multilaterale Verfahren und den Schutz der Schwachen priorisiert, akzeptiert Realpolitik auch umstrittene \u201eKoalitionen der Willigen\u201c (z.B. Nordallianz mit dem Warlord Raschid Dostum 2001) und unilaterale Interventionen, wenn sie den eigenen Interessen n\u00fctzen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Friedensethik Schuld, Grenzen und Bu\u00dfbereitschaft betont, neigt die Realpolitik dazu, menschliches Leid als unvermeidlichen Preis des Sieges zu verbuchen.<\/p>\n<p>Neuere evangelische Friedensdenkschriften w\u00fcrdigen zwar pazifistische Traditionen, erkennen aber staatliche Schutzpflichten an und \u00f6ffnen sich damit begrenzt f\u00fcr sicherheitspolitischen Pragmatismus.<\/p>\n<p>So entsteht eine angeblich \u201erealistische Friedensethik\u201c, die milit\u00e4rische Mittel in engen Grenzen akzeptiert, aber rechtlich einhegt und immer den zivilen, pr\u00e4ventiven Strategien nachordnet.<\/p>\n<p>Kirchliche Friedensethik h\u00e4tte die Aufgabe, die angebliche Logik der nackten Machtpolitik zu demaskieren und alles zu tun, so wahrhaftig wie m\u00f6glich aufzukl\u00e4ren. Hier w\u00e4re der Philosoph Karl Jaspers mit seiner Aussage von 1958 &#8222;Friede in Freiheit durch Wahrheit&#8220; (vereinfacht zusammengefasst) ein wichtiger Wegweiser. Anstatt Mut zur Zukunft m\u00fcsste es hei\u00dfen: Mut zur Wahrheit, denn sie ist das Fundament einer wirklich \u201erealistischen Friedensethik\u201c.<\/p>\n<p><strong>Kernpunkte aus Kennedys Rede<\/strong><\/p>\n<p>Kennedy definierte Frieden ausdr\u00fccklich nicht als \u201ePax Americana\u201c, die anderen mit Waffengewalt aufgezwungen wird, sondern als echten Frieden, der das Leben lebenswert macht und allen V\u00f6lkern Entwicklung erm\u00f6glicht. Er verband dies mit konkreten Schritten: dem einseitigen Aussetzen von Atomtests in der Atmosph\u00e4re, der Ank\u00fcndigung von Verhandlungen \u00fcber ein Teststoppabkommen und dem Ziel vollst\u00e4ndiger nuklearer Abr\u00fcstung. (27) Er warnte, ein Festhalten an nuklearer Konfrontation sei Ausdruck des \u201eBankrotts unserer Politik\u201c oder eines \u201ekollektiven Todeswunsches\u201c f\u00fcr die Welt. (28)<\/p>\n<p>Kennedy schloss seinen Aufruf zum Frieden mit folgenden Worten:\u00a0<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201e[W]ir werden unseren Teil dazu beitragen, eine Welt des Friedens zu schaffen, in der die Schwachen sicher und die Starken gerecht sind. Wir stehen dieser Aufgabe nicht hilflos gegen\u00fcber und haben auch keine Hoffnung auf ihren Erfolg. Zuversichtlich und ohne Furcht arbeiten wir weiter \u2013 nicht auf eine Strategie der Vernichtung hin, sondern auf eine Strategie des Friedens.\u201c (29)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Kennedys Friedensrede von 1963 ist ein Muster radikaler Realpolitik unter nuklearen Vorzeichen, w\u00e4hrend die heutige Kirchen-Diplomatie sich oft mit symbolischer Sprache, Gebetsappellen und \u201eneutraler Vermittlung\u201c begn\u00fcgt \u2013 genau dort fehlt die Substanz. (30)<\/p>\n<p>Kennedy sprach 1963 nach der Kuba\u2011Krise und der atomarer Hochr\u00fcstung \u00fcber \u201edas wichtigste Thema der Erde: den Weltfrieden\u201c und verlangte eine \u201e\u00dcberpr\u00fcfung\u201c der US-Haltung im Kalten Krieg. Seine Rede markiert den Einstieg in eine reale Entspannungsphase und war ausdr\u00fccklich gegen die Logik der eigenen Milit\u00e4r- und Sicherheitsb\u00fcrokratie gerichtet.<\/p>\n<p>Kirchliche Diplomatie heute betont demgegen\u00fcber \u201eDialog mit allen\u201c, \u201edie Kraft des Gebets\u201c und die Rolle als \u201eneutraler Vermittler\u201c, etwa in der Ukraine oder gegen\u00fcber Russland, ohne die verantwortlichen Akteure klar zu benennen oder konkrete politische Zusagen einzufordern. Das ist riskoarme Symbolpolitik: Sie signalisiert moralische Pr\u00e4senz, ohne ernsthaft ins R\u00e4derwerk der Macht zu greifen. (31)\u00a0<\/p>\n<p>Kennedy blieb nicht bei blo\u00dfer Friedensrhetorik stehen, sondern formulierte konkrete, \u00fcberpr\u00fcfbare Schritte: Verhandlungen \u00fcber ein Atomteststoppabkommen, Einrichtung einer direkten Telefonleitung Washington\u2013Moskau, Einstieg in eine Politik der R\u00fcstungskontrolle und das langfristige Ziel allgemeiner und vollst\u00e4ndiger Abr\u00fcstung. Er betonte, dass das Wettr\u00fcsten gebremst, Konfrontationen vermieden und milit\u00e4rische Ausgaben zugunsten von Bildung, Gesundheit und Armutsbek\u00e4mpfung umgeschichtet werden m\u00fcssten. (32)<\/p>\n<p>Diese Rede ist Realpolitik im strengen Sinn: Sie akzeptiert Machtkonstellationen, aber versucht, sie durch konkrete Vereinbarungen und institutionelle Innovationen zu entsch\u00e4rfen \u2013 etwa Hotline, Teststopp, R\u00fcstungskontrolle. Realpolitik bedeutet hier nicht Zynismus, sondern die kontrollierte Reduktion realer Gefahren bei gleichzeitiger Wahrung der eigenen Sicherheitsinteressen. (33)<\/p>\n<p><strong>Heutige Kirchen-Diplomatie: Neutrale B\u00fchne statt politischer Akteur<\/strong><\/p>\n<p>Kirchliche Diplomatie definiert sich heute ausdr\u00fccklich als \u201eneutral\u201c, \u201enicht einmischend\u201c, \u201eh\u00f6rend\u201c und \u201edienend\u201c \u2013 der Vatikan betont, er wolle kein Staat sein, der Interessen durchsetzt, sondern ein \u201esensibler Zuh\u00f6rer\u201c f\u00fcr die Probleme der Menschheit. Diese Selbstbeschreibung klingt bescheiden, entlastet die Kirchen aber auch davon, konkrete politische Ergebnisse verantworten zu m\u00fcssen. (34)<\/p>\n<p>In Konflikten wie der Ukraine betonen Kirchenvertreter, man d\u00fcrfe die \u201eKraft des Gebetes\u201c nicht untersch\u00e4tzen, und hoffen, dass ein einheitliches christliches Zeugnis eine weiche diplomatische Wirkung entfaltet. Doch Gebet ersetzt keine Abr\u00fcstungs\u2011, Wirtschafts- oder Sicherheitsvereinbarungen; es bleibt symbolisch, solange es nicht in \u00fcberpr\u00fcfbare politische Forderungen und Initiativen \u00fcbersetzt wird. (35)<\/p>\n<p>Kennedy benannte den Gegner klar \u2013 die Sowjetunion \u2013 und w\u00fcrdigte zugleich den gewaltigen Blutzoll der sowjetischen Bev\u00f6lkerung im Zweiten Weltkrieg. Er forderte offen, das Freund\u2011Feind\u2011Schema im eigenen Denken zu \u00fcberpr\u00fcfen, Einmischungen in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten zu unterlassen und Konfrontationen zu meiden, in denen der Gegner nur zwischen \u201edem\u00fctigendem R\u00fcckzug oder Atomkrieg\u201c w\u00e4hlen kann. (36)<\/p>\n<p>Kirchliche Diplomatie hingegen vermeidet meist klare Zuschreibungen von Verantwortung \u2013 im Namen der Vermittlerrolle wird sprachlich nivelliert, wer Aggressor, wer Besetzter, wer Kriegsprofiteur ist. So entsteht eine weichgesp\u00fclte Konfliktsemantik, in der \u201ealle Seiten Fehler gemacht haben\u201c, w\u00e4hrend Waffenproduktion, Sanktionen, milit\u00e4rische B\u00fcndnislogiken und \u00f6konomische Interessen aus dem Blick geraten. (37)<\/p>\n<p><strong>Pers\u00f6nliches Risiko 1963 vs. moralische Unverbindlichkeit 2026<\/strong><\/p>\n<p>Kennedys Friedensinitiative erfolgte gegen die innenpolitische Stimmung gro\u00dfer Teile von Milit\u00e4r, Geheimdiensten und Hardlinern, die die Entspannungspolitik als Schw\u00e4che deuteten. Seine Abkehr vom totalen Konfrontationskurs \u2013 auch in der parallelen Berliner Rede mit weiterhin kalter Kriegsrhetorik \u2013 bedeutete ein reales politisches Risiko und war Teil einer Verschiebung, die sp\u00e4ter in \u201eWandel durch Ann\u00e4herung\u201c und Ostvertr\u00e4ge m\u00fcndete. (38)<\/p>\n<p>Kirchenvertreter hingegen zahlen f\u00fcr vage Appelle zu Frieden, Dialog und Gebet kaum einen politischen Preis: Sie bewegen sich sicher in der Komfortzone moralischer Allgemeinpl\u00e4tze, die weder R\u00fcstungskonzerne noch Regierungen wirklich herausfordern. Sobald es konkret w\u00fcrde \u2013 etwa mit Forderungen nach dem Aussetzen von Waffenlieferungen, dem Stopp bestimmter Sanktionen oder der Umwidmung von Milit\u00e4rhaushalten \u2013 w\u00e4re der Konflikt mit Regierungen, Parteien und Medien unvermeidlich; genau dieses Risiko scheuen viele kirchliche Instanzen. (39)<\/p>\n<p>Der amerikanische Pr\u00e4sident ist Teil der Exekutive: Er verf\u00fcgt \u00fcber Budget, Armee, Geheimdienste und Unterschriftsmacht unter Vertr\u00e4ge; seine Rede kann unmittelbar politische Prozesse ausl\u00f6sen \u2013 wie die Moskauer Teststoppverhandlungen und Hotline-Vereinbarungen. Kennedys \u201eStrategy of Peace\u201c verkn\u00fcpfte moralische Argumente direkt mit institutionellen Hebeln und Gesetzesinitiativen; sie war weniger Predigt als Regierungsprogramm. (40)<\/p>\n<p>Kirchliche Diplomatie besitzt keine Armeen und keine Haushaltshoheit; sie ist auf weiche Macht \u2013 Symbolik, moralische Autorit\u00e4t, Vermittlung \u2013 beschr\u00e4nkt. Aber statt diese weiche Macht scharf einzusetzen \u2013 etwa durch offene Kritik, Boykotte, klare Solidarit\u00e4t mit Kriegsdienstverweigerern oder die Androhung des R\u00fcckzugs aus staatlich inszenierten Ritualen \u2013 fungiert sie oft als liturgischer Rahmen f\u00fcr die Realpolitik anderer. Der Effekt: Die Kirche begleitet die Konflikte, statt sie zu st\u00f6ren. (41)<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fehlende Substanz der Kirchen-Diplomatie<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>Substanz w\u00fcrde hei\u00dfen: klare Analyse von Machtverh\u00e4ltnissen und Verantwortlichkeiten, eindeutige Forderungen, \u00fcberpr\u00fcfbare Ziele, Bereitschaft zur Konfrontation mit Regierungen und eigenen Gemeindemitgliedern. Stattdessen dominiert eine vage diplomatische Sprache, die auf \u201eDialog\u201c, \u201eVers\u00f6hnung\u201c und \u201eGebet\u201c setzt, aber kaum sagt, wer was bis wann konkret tun soll, um Waffen schweigen und Menschen leben zu lassen. (42)<\/p>\n<p>Im Unterschied zu Kennedys Rede wird die biblische Friedensethik selten in harte politische Priorit\u00e4ten \u00fcbersetzt: Abr\u00fcstung statt Aufr\u00fcstung, strukturelle Umverteilung statt blo\u00df karitativer Hilfe, Schutz von Whistleblowern und Deserteuren, klare Absage an Wirtschaftskriege. Wo solche Forderungen fehlen, bleibt Kirchen-Diplomatie eine hochgestimmte, aber folgenarme Kulisse \u2013 moralische Hintergrundmusik f\u00fcr die Orchesterproben der Macht. (43)<\/p>\n<p>Wie stark politische Deutung und v\u00f6lkerrechtlicher Rahmen auseinanderdriften, sobald Staaten Gewalt anwenden und sich dabei auf \u201eSelbstverteidigung\u201c berufen, zeigt sich wieder einmal beim Iran-Krieg. Die USA pr\u00e4sentieren ihre Luftschl\u00e4ge als legitime Reaktion auf den Verlust eines Apache\u2011Hubschraubers, obwohl zentrale Fakten \u2013 gezielter Abschuss oder Unfall\/Kollision \u2013 noch ungekl\u00e4rt sind. Gerade weil das Selbstverteidigungsrecht nach der UN\u2011Charta nur als eng begrenzte Ausnahme vom strikten Gewaltverbot gedacht ist, wirkt diese schnelle Berufung auf Artikel 51 eher wie ein politisches Narrativ als wie eine juristisch sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcfte Ausnahme.<\/p>\n<p>US-amerikanischer Pr\u00e4ventiv- bzw. Pr\u00e4emptiv-Politik muss eine bewusst aufkl\u00e4rende Gegenperspektive entgegengesetzt werden: Die US\u2011Milit\u00e4rpr\u00e4senz und die faktische Kontrolle \u00fcber Seewege, bis hin zur Blockade iranischer H\u00e4fen muss als das angeprangert werden, was es ist: als struktureller Gewaltakt. Aus dieser Perspektive w\u00e4ren iranische Reaktionen nicht prim\u00e4r Aggression, sondern zumindest potentiell Aus\u00fcbung von Selbstverteidigung gegen eine dauerhafte, asymmetrische Machtaus\u00fcbung. Kritisch reflektiert man dabei zweierlei: Erstens, dass westliche Berichterstattung und offizielle Kommunikation dazu neigen, US\u2011Gewalt als \u201epr\u00e4ventiv\u201c oder \u201edefensiv\u201c zu etikettieren und iranische Gewalt als \u201eVergeltung\u201c oder \u201eTerror\u201c \u2013 obwohl beide Seiten sich auf denselben Artikel 51 berufen. Zweitens, dass der Begriff \u201eSelbstverteidigung\u201c politisch so \u00fcberdehnt wird, dass er den Schutzgehalt des Gewaltverbots untergr\u00e4bt.<\/p>\n<p>Eine kritische Reflexion muss zweigleisig laufen: Sie sollte die selektive US\u2011Rhetorik und die strukturelle Gewalt der milit\u00e4rischen \u00dcbermacht klar benennen, ohne ihrerseits so zu tun, als g\u00e4be es v\u00f6lkerrechtlich nur eine eindeutige, \u201eper Definition\u201c richtige Lesart. Genau in diesem Spannungsfeld zwischen Machtpolitik, medialem Framing und einem eigentlich restriktiven V\u00f6lkerrecht liegt der Kern der Kritik: Wer \u201eSelbstverteidigung\u201c zur Standardformel f\u00fcr jede milit\u00e4rische Operation macht, tr\u00e4gt dazu bei, dass die UN\u2011Charta als Friedensordnung ausgeh\u00f6hlt wird.<\/p>\n<p>\u201e<strong>Mut zur Zukunft \u2013 jetzt!\u201c \u2013 nur eine Floskel?<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der gigantischen Aufwendungen f\u00fcr R\u00fcstung und Krieg bei gleichzeitigem Ansteigen der Umweltbelastungen, klingt der Aufruf \u201eMut zur Zukunft \u2013 jetzt!\u201c wie Hohn.<\/p>\n<p>Das Milit\u00e4r ist klimapolitisch ein \u201eunsichtbarer Gro\u00dfemittent\u201c: Sch\u00e4tzungen von Scientists for Global Responsibility und dem Conflict and Environment Observatory verorten Armeen und ihre Lieferketten bei rund 5,5\u202f% der weltweiten Treibhausgasemissionen \u2013 w\u00e4re das globale Milit\u00e4r ein Staat, h\u00e4tte es damit etwa den viertgr\u00f6\u00dften CO\u2082\u2011Fu\u00dfabdruck der Welt. Kriege verst\u00e4rken diese Belastung zus\u00e4tzlich; f\u00fcr die ersten 18 Monate des Ukraine\u2011Krieges wurden etwa 77\u202fMio.\u202ft CO\u2082\u2011\u00c4quivalent an kriegsbedingten Emissionen errechnet, unter anderem durch Explosionen, Br\u00e4nde, zerst\u00f6rte Energie\u2011 und Industrieanlagen sowie umfangreiche Milit\u00e4rlogistik. (44)<\/p>\n<p>Trotzdem wurden milit\u00e4rische Emissionen im Kyoto\u2011Protokoll auf Druck insbesondere der USA explizit privilegiert und in zentralen Bereichen von Berichtspflichten ausgenommen; im Pariser Abkommen ist ihre Erfassung faktisch freiwillig, was zu gro\u00dfen Datenl\u00fccken f\u00fchrt. Organisationen wie &#8222;Conflict and Environment Observatory&#8220; (CEOBS) (45) sprechen deshalb von einem \u201emilitary emissions gap\u201c und betonen, dass kein Staat verpflichtet ist, seine Milit\u00e4r\u2011Emissionen vollst\u00e4ndig zu melden \u2013 die offizielle Klimabilanz untersch\u00e4tzt das reale Emissionsniveau systematisch. (46)<\/p>\n<p>Die politische Pointe ist damit klar: Dass ausgerechnet der milit\u00e4rische Bereich weitgehend von verbindlicher Erfassung, Klimazielen und \u00f6ffentlicher Kontrolle ausgenommen ist, ist kein Sachzwang, sondern das Ergebnis bewusster politischer Entscheidungen \u2013 und damit prinzipiell ver\u00e4nderbar. (47) Diese Zusammenh\u00e4nge deutlich aufzuzeigen, wurde von den Kirchen bisher vers\u00e4umt, obwohl es ja hier um die Sch\u00f6pfung geht.<\/p>\n<p>Durch das Ausklammern der strukturellen Kriegs-Ursachen wie Aufr\u00fcstung, Wirtschaftskriege oder imperiale Strategien verbleibt der Jahresempfang 2026 des N\u00fcrnberger Kirchenkreises im Modus einer spirituell\u2011moralischen Selbstvergewisserung, die reale Konfliktlinien weitgehend meidet (48) und ist im Vergleich zu Kennedys radikal konkreter Friedensrede vom 10. Juni 1963 eher eine politisch zahnlose \u201eHoffnungs\u201c-Inszenierung, wobei die kirchlichen Slogans weitgehend im Symbolischen verharren. (49)<\/p>\n<p>Der Kirchenempfang feiert \u201eDie Kraft der Hoffnung\u201c und \u201eMut zur Zukunft \u2013 jetzt!\u201c, bleibt aber damit hinter dem Mut zur konkreten politischen Verantwortung zur\u00fcck, den Kennedy 1963 mit seiner \u201eStrategy of Peace\u201c eingefordert und selbst praktiziert hat.<\/p>\n<p>Die Kritik in diesem Artikel richtet sich keineswegs gegen die Hoffnung, sondern gegen ihre Verflachung zur unverbindlichen Rhetorik, gerade angesichts von Krieg, Aufr\u00fcstung und globalen Krisen 2026.<\/p>\n<p>Zeitgen\u00f6ssische Beobachter der 1960er Jahre und sp\u00e4tere Historiker heben hervor, dass Kennedy mit dieser Rede gegen starke Str\u00f6mungen im eigenen Sicherheitsapparat, in Milit\u00e4r und Geheimdiensten segelte, die eine harte Linie gegen\u00fcber Moskau vertraten. Laut Darstellungen, auf die sich etwa Oliver Stone beruft, ging die Friedensrede nicht den \u00fcblichen Abstimmungsweg \u00fcber Pentagon, CIA und Secret Service \u2013 sie soll also weitgehend aus Kennedys eigener Feder und engstem Kreis stammen \u2013 und wurde in Teilen des Establishments mit Skepsis aufgenommen. Zugleich fand die Rede in der Sowjetunion gro\u00dfe Beachtung und wurde dort positiv rezipiert, w\u00e4hrend sie in den USA relativ wenig mediale Resonanz hatte. (51)<\/p>\n<p>Bereits kurz nach der Ermordung Kennedys am 22. November 1963 in Dallas entstanden Theorien, die das Attentat in einen Zusammenhang mit Kennedys friedenspolitischem Kurs und seiner Abr\u00fcstungs\u2011 und Entspannungsbem\u00fchungen brachten. In diesem Deutungsmuster gilt die Friedensrede als \u201eWendepunkt\u201c, an dem Kennedy sich endg\u00fcltig mit Teilen des milit\u00e4risch\u2011industriellen Komplexes, der Geheimdienste oder antikommunistischer Hardliner \u00fcberworfen habe. Belege im Sinne gerichtsfester, allgemein anerkannter historischer Beweise f\u00fcr eine solche Verschw\u00f6rung gibt es jedoch nicht; die offizielle Warren\u2011Kommission legte sich 1964 bekanntlich auf Lee Harvey Oswald als Einzelt\u00e4ter fest, auch wenn die Umst\u00e4nde \u201ebis heute nicht abschlie\u00dfend aufgekl\u00e4rt\u201c sind und alternative Theorien in der Forschung und \u00d6ffentlichkeit weiter diskutiert werden. (52)<\/p>\n<p>Historisch gut belegt ist, dass Kennedy nach der Kubakrise bewusst auf Entspannung, R\u00fcstungskontrolle und Dialog mit der Sowjetunion setzte und dies in der Rede vom 10. Juni 1963 programmatisch formulierte. Ebenfalls unstrittig ist, dass er nur wenige Monate sp\u00e4ter ermordet wurde und dass seine Friedenspolitik \u2013 etwa seine Rolle in der Kuba\u2011Krise und beim Teststopp\u2011Abkommen \u2013 langfristig gro\u00dfen Einfluss auf westliche Entspannungskonzepte (z. B. \u201eWandel durch Ann\u00e4herung\u201c bei Willy Brandt) hatte. (53)<\/p>\n<p>Als Anfang 1967 die Zweifel am Warren-Report mit der Alleint\u00e4terthese immer st\u00e4rker wurden, verschickte die CIA am 1. April 1967 an CIA\u2011Dienststellen im Ausland ein geheimes Memo mit der \u00dcberschrift \u201eCountering Criticism of the Warren Report\u201c (Dispatch 1035\u2011960). (54)<\/p>\n<p>Darin werden Anweisungen gegeben, wie CIA\u2011Mitarbeiter im Ausland und ihre \u201epropaganda assets\u201c (also befreundete Medienkontakte) mit diesen Kritikern umgehen sollen. Es empfiehlt unter anderem, gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Eliten und Medien den Warren\u2011Report als solide Untersuchung darzustellen, \u201econspiracy talk\u201c als kommunistische oder politisch motivierte Propaganda zu framen und Kritiker als voreingenommen, finanziell interessiert oder in ihre eigenen Theorien \u201evernarrt\u201c zu charakterisieren. (55) Konkret wird vorgeschlagen:<\/p>\n<p>Kontakte zu \u201efreundlichen Eliten\u201c (Politiker, Redakteure) zu nutzen, um die Integrit\u00e4t der Kommission zu betonen. (56) Buchrezensionen und Artikel zu platzieren, die die Einzelt\u00e4ter\u2011These st\u00fctzen und Kritiker als unseri\u00f6s darstellen (57) und bestimmte prominente Kritiker wie Edward Jay Epstein oder Mark Lane argumentativ gezielt anzugreifen. (58)<\/p>\n<p>Am Ende steht tats\u00e4chlich die Anweisung \u201eDESTROY WHEN NO LONGER NEEDED\u201c, also die Aufforderung, das Schreiben zu vernichten, wenn es nicht mehr ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p>In diesem Memo taucht der Begriff \u201econspiracy theories\/conspiracy talk\u201c auf und wird klar abwertend benutzt, um alternative Deutungen des Kennedy\u2011Attentats zu diskreditieren. Das Schreiben ist also ein wichtiger Baustein daf\u00fcr, dass der Begriff &#8222;Verschw\u00f6rungstheorie&#8220; im politischen Diskurs der sp\u00e4ten 1960er Jahre mehr und mehr zu einem negativ konnotierten Schlagwort gegen Regierungs\u2011 und Systemkritik wurde. (59)\u00a0<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<h3 id=\"anmerkungen-und-quellen\">Anmerkungen und Quellen\u00a0<\/h3>\n<p>Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei\u00a0der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete\u00a0&#8222;atomare Gefechtsfeld&#8220; in Europa. Nach zw\u00f6lfj\u00e4hriger Dienstzeit\u00a0studierte er in M\u00fcnchen Politikwissenschaft sowie H\u00f6heres Lehramt\u00a0(Bauwesen\/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule f\u00fcr\u00a0Bautechnik. Seitdem publiziert er zur j\u00fcngeren deutschen Geschichte und\u00a0zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: \u201eSchwarzbuch EU &amp; NATO\u201c\u00a0(2020) sowie &#8222;Die untersch\u00e4tzte Macht&#8220; (2022)<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>1) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DZe-C7OleZL\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.instagram.com\/p\/DZe-C7OleZL\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>2) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DZdXAbNCPWs\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.instagram.com\/p\/DZdXAbNCPWs\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>3) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.stmi.bayern.de\/news\/detail\/mut-zur-zukunft-herrmann-beim-jahresempfang-des-kirchenkreises-nuernberg\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.stmi.bayern.de\/news\/detail\/mut-zur-zukunft-herrmann-beim-jahresempfang-des-kirchenkreises-nuernberg\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>4) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/kontrapunkte.hypotheses.org\/5300?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/kontrapunkte.hypotheses.org\/5300<\/u><\/a><\/p>\n<p>5) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.stmi.bayern.de\/presse-und-medien\/pressemitteilungen\/detail\/terminhinweis-herrmann-beim-jahresempfang-des-evangelisch-lutherischen-kirchenkreises-nuernberg-21795\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.stmi.bayern.de\/presse-und-medien\/pressemitteilungen\/detail\/terminhinweis-herrmann-beim-jahresempfang-des-evangelisch-lutherischen-kirchenkreises-nuernberg-21795\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>6) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.kas.de\/de\/kurzum\/detail\/-\/content\/wehrhafte-kirche-die-neue-evangelische-friedensethik-in-der-zeitenwende-1?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.kas.de\/de\/kurzum\/detail\/-\/content\/wehrhafte-kirche-die-neue-evangelische-friedensethik-in-der-zeitenwende-1<\/u><\/a><\/p>\n<p>7) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/stadtmedien.com\/2024\/02\/02\/neujahrsempfang-der-stadt-nuernberg\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/stadtmedien.com\/2024\/02\/02\/neujahrsempfang-der-stadt-nuernberg\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>8) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.nordkirche.de\/nachrichten\/nachrichten-detail\/nachricht\/das-heisst-frieden-die-grundsaetze-der-ekd-friedensdenkschrift?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.nordkirche.de\/nachrichten\/nachrichten-detail\/nachricht\/das-heisst-frieden-die-grundsaetze-der-ekd-friedensdenkschrift<\/u><\/a><\/p>\n<p>9) Offizieller Titel: \u201eCommencement Address at American University, Washington, D.C., June 10, 1963\u201c<\/p>\n<p>10) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/gna\/Quellensammlung\/10\/10_jfkspeech_1963_audio.htm?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/gna\/Quellensammlung\/10\/10_jfkspeech_1963_audio.htm<\/u><\/a><\/p>\n<p>11) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.dhm.de\/archiv\/ausstellungen\/kennedy\/exhibition\/209.htm?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.dhm.de\/archiv\/ausstellungen\/kennedy\/exhibition\/209.htm<\/u><\/a><\/p>\n<p>12) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.jfklibrary.org\/archives\/other-resources\/john-f-kennedy-speeches\/american-university-19630610?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.jfklibrary.org\/archives\/other-resources\/john-f-kennedy-speeches\/american-university-19630610<\/u><\/a><\/p>\n<p>13) Ebda<\/p>\n<p>14) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/nachdenken-in-frankfurt.de\/arbeitskreise\/arbeitsgruppe-geschichte\/geschichte-amerikas\/john-f-kennedy-a-strategy-of-peace-jun-1936\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/nachdenken-in-frankfurt.de\/arbeitskreise\/arbeitsgruppe-geschichte\/geschichte-amerikas\/john-f-kennedy-a-strategy-of-peace-jun-1936\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>15) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/251115\/31-12-2025\/mutig-handeln-statt-jammern-neujahrsbotschaft-mit-hoffnung-auf-2026-blicken?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/251115\/31-12-2025\/mutig-handeln-statt-jammern-neujahrsbotschaft-mit-hoffnung-auf-2026-blicken<\/u><\/a><\/p>\n<p>16) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.stmi.bayern.de\/presse-und-medien\/pressemitteilungen\/detail\/terminhinweis-herrmann-beim-jahresempfang-des-evangelisch-lutherischen-kirchenkreises-nuernberg-21795\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.stmi.bayern.de\/presse-und-medien\/pressemitteilungen\/detail\/terminhinweis-herrmann-beim-jahresempfang-des-evangelisch-lutherischen-kirchenkreises-nuernberg-21795\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>17) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.sonntagsblatt.de\/thema\/kirche-der-zukunft?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.sonntagsblatt.de\/thema\/kirche-der-zukunft<\/u><\/a><\/p>\n<p>18) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.sonntagsblatt.de\/newsticker-landessynode-2026?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.sonntagsblatt.de\/newsticker-landessynode-2026<\/u><\/a><\/p>\n<p>19) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.stmi.bayern.de\/presse-und-medien\/pressemitteilungen\/detail\/terminhinweis-herrmann-beim-jahresempfang-des-evangelisch-lutherischen-kirchenkreises-nuernberg-21795\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.stmi.bayern.de\/presse-und-medien\/pressemitteilungen\/detail\/terminhinweis-herrmann-beim-jahresempfang-des-evangelisch-lutherischen-kirchenkreises-nuernberg-21795\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>20) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/neue-entspannungspolitik.berlin\/55-jahre-strategie-des-friedens-rede-praesident-john-f-kennedys-vor-der-american-university-am-10-juni-1963\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/neue-entspannungspolitik.berlin\/55-jahre-strategie-des-friedens-rede-praesident-john-f-kennedys-vor-der-american-university-am-10-juni-1963\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>21) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/DZe-C7OleZL\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.instagram.com\/p\/DZe-C7OleZL\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>22) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/deutsch.wikibrief.org\/wiki\/American_University_speech?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/deutsch.wikibrief.org\/wiki\/American_University_speech<\/u><\/a> (Seite nicht mehr abrufbar)<\/p>\n<p>23) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bayern-evangelisch.de\/themen-2026.php?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.bayern-evangelisch.de\/themen-2026.php<\/u><\/a><\/p>\n<p>24) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-print.php?p=101259&amp;ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-print.php?p=101259<\/u><\/a><\/p>\n<p>25) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ekd.de\/friedensdenkschrift-74481.htm?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.ekd.de\/friedensdenkschrift-74481.htm<\/u><\/a><\/p>\n<p>26) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.nordkirche.de\/nachrichten\/nachrichten-detail\/nachricht\/das-heisst-frieden-die-grundsaetze-der-ekd-friedensdenkschrift?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.nordkirche.de\/nachrichten\/nachrichten-detail\/nachricht\/das-heisst-frieden-die-grundsaetze-der-ekd-friedensdenkschrift<\/u><\/a><\/p>\n<p>27) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-print.php?p=101259&amp;ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-print.php?p=101259<\/u><\/a><\/p>\n<p>28) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/schiller-institut.de\/seiten\/2023\/schlanger2.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/schiller-institut.de\/seiten\/2023\/schlanger2.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>29) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.jfklibrary.org\/archives\/other-resources\/john-f-kennedy-speeches\/american-university-19630610?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.jfklibrary.org\/archives\/other-resources\/john-f-kennedy-speeches\/american-university-19630610<\/u><\/a><\/p>\n<p>30) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.dhm.de\/archiv\/ausstellungen\/kennedy\/exhibition\/209.htm?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.dhm.de\/archiv\/ausstellungen\/kennedy\/exhibition\/209.htm<\/u><\/a><\/p>\n<p>31) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2019-01\/vatikan-diplomatie-dialog-menschenrechte-religionsfreiheit.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2019-01\/vatikan-diplomatie-dialog-menschenrechte-religionsfreiheit.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>32) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/izpb\/internationale-beziehungen-i-245\/10339\/vom-kalten-krieg-zur-aera-der-entspannung\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/izpb\/internationale-beziehungen-i-245\/10339\/vom-kalten-krieg-zur-aera-der-entspannung\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>33) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/der-windhauch-des-wandels-7044277.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/der-windhauch-des-wandels-7044277.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>34) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/katholisch.de\/artikel\/61855-staatskirchenrechtler-vatikan-steht-fuer-neutrale-diplomatie?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/katholisch.de\/artikel\/61855-staatskirchenrechtler-vatikan-steht-fuer-neutrale-diplomatie<\/u><\/a><\/p>\n<p>35) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/europa\/kirchendiplomatie-in-der-ukraine-man-darf-die-kraft-des-gebetes-nicht-unterschaetzen-12927661.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/europa\/kirchendiplomatie-in-der-ukraine-man-darf-die-kraft-des-gebetes-nicht-unterschaetzen-12927661.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>36) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/themen\/Kalterkrieg\/kennedy.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/themen\/Kalterkrieg\/kennedy.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>37) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.domradio.de\/artikel\/papst-reicht-kirchliche-diplomatie-zwischen-christen-nicht?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.domradio.de\/artikel\/papst-reicht-kirchliche-diplomatie-zwischen-christen-nicht<\/u><\/a><\/p>\n<p>38) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/der-windhauch-des-wandels-7044277.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/der-windhauch-des-wandels-7044277.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>39) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/us-wahl-amerika-faellt-vom-glauben-ab-a-1119750.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/us-wahl-amerika-faellt-vom-glauben-ab-a-1119750.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>40) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101259&amp;ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101259<\/u><\/a><\/p>\n<p>41) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2019-01\/vatikan-diplomatie-dialog-menschenrechte-religionsfreiheit.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/vatikan\/news\/2019-01\/vatikan-diplomatie-dialog-menschenrechte-religionsfreiheit.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>42) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/europa\/kirchendiplomatie-in-der-ukraine-man-darf-die-kraft-des-gebetes-nicht-unterschaetzen-12927661.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/europa\/kirchendiplomatie-in-der-ukraine-man-darf-die-kraft-des-gebetes-nicht-unterschaetzen-12927661.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>43) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/katholisch.de\/artikel\/61855-staatskirchenrechtler-vatikan-steht-fuer-neutrale-diplomatie?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/katholisch.de\/artikel\/61855-staatskirchenrechtler-vatikan-steht-fuer-neutrale-diplomatie<\/u><\/a><\/p>\n<p>44) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/ceobs.org\/estimating-the-militarys-global-greenhouse-gas-emissions\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/ceobs.org\/estimating-the-militarys-global-greenhouse-gas-emissions\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>45) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/gromada-erasmus.eu\/ceobs\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/gromada-erasmus.eu\/ceobs\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>46) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/ceobs.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/141125-Briefing_-Accounting_for_the_Uncounted..pdf?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/ceobs.org\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/141125-Briefing_-Accounting_for_the_Uncounted..pdf<\/u><\/a><\/p>\n<p>47) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.planetarysecurityinitiative.org\/news\/military-emissions-air-not-books?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.planetarysecurityinitiative.org\/news\/military-emissions-air-not-books<\/u><\/a><\/p>\n<p>48) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bayern-evangelisch.de\/themen-2026.php?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.bayern-evangelisch.de\/themen-2026.php<\/u><\/a><\/p>\n<p>49) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/neue-entspannungspolitik.berlin\/55-jahre-strategie-des-friedens-rede-praesident-john-f-kennedys-vor-der-american-university-am-10-juni-1963\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/neue-entspannungspolitik.berlin\/55-jahre-strategie-des-friedens-rede-praesident-john-f-kennedys-vor-der-american-university-am-10-juni-1963\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>51) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.dhm.de\/archiv\/ausstellungen\/kennedy\/exhibition\/209.htm?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.dhm.de\/archiv\/ausstellungen\/kennedy\/exhibition\/209.htm<\/u><\/a><\/p>\n<p>52) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.berlin.de\/ba-tempelhof-schoeneberg\/aktuelles\/veranstaltungen\/gedenkveranstaltungen\/artikel.1005538.php?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.berlin.de\/ba-tempelhof-schoeneberg\/aktuelles\/veranstaltungen\/gedenkveranstaltungen\/artikel.1005538.php<\/u><\/a><\/p>\n<p>53) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.willy-brandt-biografie.de\/quellen\/bedeutende-reden\/rede-anlaesslich-der-ermordung-john-f-kennedys-23-november-1963\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.willy-brandt-biografie.de\/quellen\/bedeutende-reden\/rede-anlaesslich-der-ermordung-john-f-kennedys-23-november-1963\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>54) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/dpaq.de\/opxuy?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/dpaq.de\/opxuy<\/u><\/a><\/p>\n<p>55) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/digitalcommons.law.uga.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=1277&amp;context=fac_pm&amp;ref=apolut.net\"><u>https:\/\/digitalcommons.law.uga.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=1277&amp;context=fac_pm<\/u><\/a><\/p>\n<p>56) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/unspeakable151.rssing.com\/chan-51448878\/article10.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/unspeakable151.rssing.com\/chan-51448878\/article10.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>57) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.qs-wob.de\/app\/download\/5807421058\/Jahrestag+einer+Keule.pdf?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.qs-wob.de\/app\/download\/5807421058\/Jahrestag+einer+Keule.pdf<\/u><\/a><\/p>\n<p>58) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/dpaq.de\/opxuy?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/dpaq.de\/opxuy<\/u><\/a><\/p>\n<p>59) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.thecsi.org.uk\/public\/essays\/Dangerous,%20Fanatical,%20Fantasists%20Conspiracy%20and%20Government%20in%20the%20Assassination%20of%20John%20F.%20Kennedy.pdf?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.thecsi.org.uk\/public\/essays\/Dangerous,%20Fanatical,%20Fantasists%20Conspiracy%20and%20Government%20in%20the%20Assassination%20of%20John%20F.%20Kennedy.pdf<\/u><\/a><\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Dank an den Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: Sebalduskirche in N\u00fcrnberg<br \/>Bildquelle: Mikhail Markovskiy \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Wolfgang Effenberger<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis N\u00fcrnberg hat zum 11. Juni 2026 unter den Leitmotiven &#8222;Die Kraft der Hoffnung&#8220; und &#8222;Mut zur Zukunft&#8220; zum Jahresempfang 2026 geladen \u2013 zwar mit Bezug auf Krisen unserer Zeit, jedoch ohne konkrete friedenspolitische Positionierungen oder Forderungen.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":10028,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-10027","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienkritik"],"blocksy_meta":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:aquu.89c\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260617_Sebald_apolut.jpg",1920,1080,false],"thumbnail":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:aquu.89c\/w:150\/h:150\/q:mauto\/rt:fill\/g:ce\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260617_Sebald_apolut.jpg",150,150,true],"medium":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:aquu.89c\/w:300\/h:169\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260617_Sebald_apolut.jpg",300,169,true],"medium_large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:aquu.89c\/w:768\/h:432\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260617_Sebald_apolut.jpg",768,432,true],"large":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:aquu.89c\/w:1024\/h:576\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260617_Sebald_apolut.jpg",1024,576,true],"1536x1536":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:aquu.89c\/w:1536\/h:864\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260617_Sebald_apolut.jpg",1536,864,true],"2048x2048":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:aquu.89c\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260617_Sebald_apolut.jpg",1920,1080,false],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:aquu.89c\/w:18\/h:10\/q:mauto\/f:best\/dpr:2\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Artikel_20260617_Sebald_apolut.jpg",18,10,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis N\u00fcrnberg hat zum 11. 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