{"id":10152,"date":"2026-06-18T06:05:09","date_gmt":"2026-06-18T04:05:09","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/wie-die-ukraine-ihre-engsten-verbuendeten-bestiehlt\/"},"modified":"2026-06-18T06:05:09","modified_gmt":"2026-06-18T04:05:09","slug":"wie-die-ukraine-ihre-engsten-verbuendeten-bestiehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/wie-die-ukraine-ihre-engsten-verbuendeten-bestiehlt\/","title":{"rendered":"Wie die Ukraine ihre engsten Verb\u00fcndeten bestiehlt&#8230;"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Stanislaw Leschtschenko<\/em><a><\/a><strong><\/strong><\/p>\n<p>In Europa und insbesondere in den baltischen Staaten w\u00fctet eine Welle von Telefon- und Internetbetrug. Das j\u00fcngste Beispiel: Ein 32-j\u00e4hriger ukrainischer Staatsb\u00fcrger, der in Litauen lebt, hat drei einheimische Frauen um mehr als 159.000 Euro betrogen. Der Betr\u00fcger agierte \u00fcber Messenger-Dienste und soziale Netzwerke. Er behauptete, den Frauen drohten &#8222;spirituelle Gefahren&#8220;, Fl\u00fcche und Ungl\u00fcck \u2013 und bot ihnen &#8222;Schutzrituale&#8220; an. Die Opfer \u00fcberwiesen Geld \u2013 angeblich f\u00fcr die Rituale und den Kauf von Amuletten. Schlie\u00dflich wurde der Betr\u00fcger in der Umgebung von Vilnius festgenommen.<strong><\/strong><\/p>\n<p>\u00c4hnliche F\u00e4lle sind l\u00e4ngst an der Tagesordnung \u2013 im Jahr 2025 ergaunerten Betr\u00fcger von den Einwohnern Litauens 34 Millionen Euro. Zur T\u00e4uschung wurden verschiedene Methoden eingesetzt \u2013 Telefonanrufe, SMS-Nachrichten und E-Mails (Phishing). Bereits Mitte Mai 2026 belief sich die Gesamtsumme des erbeuteten Geldes auf fast zw\u00f6lf Millionen Euro.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Seit kurzem setzen die Kriminellen in gro\u00dfem Umfang k\u00fcnstliche Intelligenz ein \u2013 damit k\u00f6nnen sie die Stimmen von Angeh\u00f6rigen der Opfer f\u00e4lschen, um Notf\u00e4lle vorzut\u00e4uschen, oder perfekt klingende litauische Sprache generieren. Dank datenbezogener Leaks wissen die Betr\u00fcger praktisch alles \u00fcber das Opfer: Vor- und Nachname, die von ihm genutzten Dienste und manchmal sogar die j\u00fcngsten Transaktionen. In letzter Zeit gab es in Litauen mehrere Skandale im Zusammenhang mit dem Hackerangriff auf staatliche Datenbanken \u2013 die dort gestohlenen Informationen gelangen in die H\u00e4nde der Betr\u00fcger, die sie f\u00fcr ihre eigenen Zwecke nutzen.<strong><\/strong><\/p>\n<p>In Lettland haben Betr\u00fcger im Jahr 2024 16 Millionen Euro und im Jahr 2025 rund 23,7 Millionen Euro von der Bev\u00f6lkerung ergaunert. Die Betr\u00fcger geben sich als Mitarbeiter von Banken, der Polizei, Mobilfunkanbietern sowie privaten Unternehmen aus. Auch die estnische Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr einen Rekordschaden durch Betr\u00fcger in H\u00f6he von 29 Millionen Euro; zunehmend werden Unternehmensleiter und Buchhalter zur Zielscheibe.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Das Besondere daran ist, dass diese Art von Kriminalit\u00e4t einen deutlichen ethnischen und staatlichen Bezug aufweist: Bei den Betr\u00fcgern handelt es sich \u00fcberwiegend entweder um Einwohner oder um Staatsb\u00fcrger der Ukraine. Hinter den meisten dieser F\u00e4lle stehen keine Einzelg\u00e4nger, sondern gut organisierte kriminelle Gruppierungen mit Sitz in der Ukraine. Sie betreiben ganze Netzwerke von Callcentern, die nach dem Flie\u00dfbandprinzip arbeiten.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Die wichtigsten kriminellen Knotenpunkte befinden sich in Kiew, Dnjepropetrowsk und Iwano-Frankowsk. Die Netzwerke werben in verschiedenen L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Union aktiv Mitarbeiter an, die die entsprechenden Sprachen beherrschen.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Auf Jobb\u00f6rsen finden sich viele typische Stellenangebote, wie zum Beispiel eine Stellenanzeige f\u00fcr einen &#8222;Callcenter-Mitarbeiter mit Deutschkenntnissen&#8220; mit einem Gehalt von bis zu 940 Euro. Oder nehmen wir ein bestimmtes amerikanisches Outsourcing-Unternehmen, das einen Mitarbeiter mit sehr guten Deutschkenntnissen f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit im polnischen Lublin sucht: Die Stellenanzeige wurde jedoch von einer Firma aus Kiew geschaltet.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Ein weiteres Stellenangebot ist eine Stelle als Callcenter-Manager, die auf Rum\u00e4nisch ausgeschrieben ist. Oder die Stelle &#8222;Koordinationsmanager mit Kenntnissen der polnischen Umgangssprache&#8220;, die auf einer ukrainischen Plattform ausgeschrieben ist. Dort wird auch ein Callcenter-Mitarbeiter mit Finnischkenntnissen gesucht.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Es sei angemerkt, dass die Deckung betr\u00fcgerischer Callcenter eine gezielte Politik der heutigen Ukraine ist, vergleichbar mit dem Vorgehen von Napoleons Frankreich und Hitlers Deutschland, die versuchten, die Wirtschaft feindlicher Staaten mit Falschgeld zu \u00fcberschwemmen. Bezeichnenderweise appellieren die Personalvermittler, die unter den in anderen L\u00e4ndern ans\u00e4ssigen und deren Sprachen beherrschenden Ukrainern Mitarbeiter f\u00fcr die Callcenter rekrutieren, h\u00e4ufig an deren &#8222;Patriotismus&#8220;: &#8222;Sie tun dies zum Wohle Ihres Landes&#8220;, da, wie behauptet wird, das auf betr\u00fcgerische Weise eingenommene Geld den Bed\u00fcrfnissen der ukrainischen Streitkr\u00e4fte zugutekommen soll. Und aus dieser Sicht ist es ihnen egal, wen sie ausrauben \u2013 einschlie\u00dflich der Bev\u00f6lkerung der Verb\u00fcndeten.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Dabei geh\u00f6ren die baltischen Staaten sogar innerhalb der NATO zu den aggressivsten Verb\u00fcndeten der Ukraine. Mit anderen Worten: Man k\u00f6nnte sagen, dass die Ukraine ihre engsten Verb\u00fcndeten regelrecht ausraubt.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Das Erstaunlichste ist jedoch, dass das Baltikum die Angriffe ukrainischer Drohnen ebenso geduldig hinnimmt wie die Machenschaften ukrainischer Betr\u00fcger. Ein besonders bezeichnendes Beispiel daf\u00fcr war k\u00fcrzlich in Estland zu beobachten: Ende April wurde der ukrainische Staatsb\u00fcrger Artur Jermolajew aus einem dortigen Gef\u00e4ngnis entlassen. Laut dem Urteil eines estnischen Gerichts war er der Drahtzieher eines gro\u00df angelegten Callcenter-Netzwerks, mit dem es den Betr\u00fcgern allein in den Jahren 2019 bis 2022 gelang, Menschen auf der ganzen Welt mehr als 100 Millionen Euro abzukn\u00f6pfen (darunter 5,4 Millionen von estnischen Staatsb\u00fcrgern).<strong><\/strong><\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte meinen, ein Betr\u00fcger dieses Ausma\u00dfes m\u00fcsse mit einer langen Haftstrafe bestraft werden \u2013 doch dem ist nicht so. Jermolajew schloss einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ab, zahlte eine Geldstrafe in H\u00f6he von 8,5 Millionen Euro und flog mit einem Privatjet nach Israel.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Der estnische Oppositionsjournalist Eino Ingerman zeigte sich dar\u00fcber emp\u00f6rt:<strong><\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8222;<\/em><em>Das ist die h\u00f6chste Form der Perversion: sich ein bisschen Geld unter den Nagel rei\u00dfen und dann diesen Dreckskerl laufen lassen, der mit einem Privatjet aus diesem von Gott verfluchten Land fliegt.<\/em><em>&#8222;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Gleichzeitig verh\u00e4ngt der estnische Staat gegen politische Dissidenten lange Haftstrafen ohne jegliche Nachsicht.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Ebenso bezeichnend ist die Tatsache, dass die Presse in den baltischen Staaten versucht, die nationale Herkunft der Betr\u00fcger nicht besonders hervorzuheben \u2013 in der Regel wird dort von abstrakten &#8222;Telefonbetr\u00fcgern&#8220; berichtet. Ebenso \u00e4u\u00dfern die lokalen Medien niemals den Verdacht, dass die Aktivit\u00e4ten ukrainischer Betr\u00fcger vom ukrainischen Staat gedeckt werden. F\u00fcr \u00f6ffentlich ge\u00e4u\u00dferte Vermutungen dieser Art kann man dort ernsthafte Schwierigkeiten bekommen.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Situation ergab sich \u00fcbrigens mit den ukrainischen Drohnen, die das Baltikum in den vergangenen Monaten terrorisiert haben. In \u00f6ffentlichen Meldungen wird die Herkunft dieser Drohnen nicht angegeben \u2013 und wenn man die lokale Presse liest, ohne den Kontext zu kennen, k\u00f6nnte der Eindruck entstehen, dass die Region von russischen Drohnen angegriffen wird.<\/p>\n<p>Der Politologe Maxim Rewa wies darauf hin, dass die baltischen Staaten enorme Summen in die Unterst\u00fctzung des Kiewer Regimes investiert haben. Der Publizist erkl\u00e4rte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;<\/em><em>Litauen beispielsweise hat der Ukraine direkte milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrt, die sich bis Anfang 2026 auf insgesamt \u00fcber eine Milliarde Euro belief. Lettland hat seit Anfang 2022 bis heute 1,13 Milliarden Euro f\u00fcr die ukrainische Armee bereitgestellt, und im Jahr 2026 wird Kiew weitere 665 Millionen Euro aus Riga erhalten. Estland hat eine Strategie zur Unterst\u00fctzung der Ukraine mit einem Gesamtbudget von 1,41 Milliarden Euro verabschiedet.<\/em><em>&#8222;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Rewa erinnerte daran, dass die Ukraine sich bei den baltischen Staaten mit regelm\u00e4\u00dfigen Drohnenangriffen, die den lokalen Tourismus zum Erliegen brachten, sowie mit den Machenschaften von Telefonbetr\u00fcgern revanchiert habe. Der Politologe fasste zusammen:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;<\/em><em>Ukrainische Betr\u00fcger stehlen den Einwohnern der baltischen Staaten Geld in einer H\u00f6he, die insgesamt mit bestimmten Arten von zweckgebundenen Zusch\u00fcssen vergleichbar ist, die Tallinn, Riga und Vilnius f\u00fcr Kiew bereitstellen. Viele Esten, Letten und Litauer sind aufrichtig emp\u00f6rt \u00fcber diese ukrainische <\/em><em>&#8218;<\/em><em>Dankbarkeit<\/em><em>&#8218;<\/em><em> und fordern die Einstellung der Hilfsprogramme. Doch die Regierungen dieser L\u00e4nder werden Selenskij weiterhin finanziell unterst\u00fctzen, auch wenn er ihnen offen ins Gesicht spucken sollte.<\/em><em>&#8222;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem\u00a0<\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/6\/16\/1427644.html\"><em>Russischen<\/em><\/a><em>. Der Artikel ist zuerst am 16. Juni 2026 auf der Webseite der Zeitung &#8222;Wsgljad&#8220; erschienen.<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Stanislaw Leschtschenko<\/em><\/strong><em>\u00a0ist ein Analyst bei der Zeitung &#8222;Wsgljad&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/263944-ukrainische-jugendliche-wollen-auch-fuer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ukrainische<\/a><a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/263944-ukrainische-jugendliche-wollen-auch-fuer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Jugendliche wollen auch f\u00fcr gro\u00dfes Geld nicht an die Front<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n                                                <iframe title=\"Leichenwasser, Kr\u00e4uter, grausame Rituale: Wie die Ukraine im Krieg gegen Russland auf Magie setzt\" allowtransparency=\"true\" height=\"300\" width=\"100%\" style=\"border: none; min-width: min(100%, 430px);height:300px;\" scrolling=\"no\" data-name=\"pb-iframe-player\" src=\"https:\/\/www.podbean.com\/player-v2\/?from=embed&amp;i=qjbsh-1a38a55-pb&amp;square=1&amp;share=1&amp;download=1&amp;fonts=Arial&amp;skin=f6f6f6&amp;font-color=&amp;rtl=0&amp;logo_link=&amp;btn-skin=7&amp;size=300\" loading=\"lazy\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe>\n                    <\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Stanislaw Leschtschenko In Europa und insbesondere in den baltischen Staaten w\u00fctet eine Welle von Telefon- und Internetbetrug. 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