{"id":10210,"date":"2026-06-18T13:05:27","date_gmt":"2026-06-18T11:05:27","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/ing-fuehrt-abo-modell-fuer-konten-ein-das-aendert-sich-fuer-kunden-37563996-html\/"},"modified":"2026-06-18T13:05:27","modified_gmt":"2026-06-18T11:05:27","slug":"ing-fuehrt-abo-modell-fuer-konten-ein-das-aendert-sich-fuer-kunden-37563996-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/ing-fuehrt-abo-modell-fuer-konten-ein-das-aendert-sich-fuer-kunden-37563996-html\/","title":{"rendered":"Direktbank: ING f\u00fchrt umstrittenes Abo-Modell f\u00fcr Konten ein"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Lange zahlten Bankkunden f\u00fcr Girokonten nichts. Nun stellt mit der ING auch eine gro\u00dfe Direktbank ihr Angebot auf ein Abo-Modell um. Kunden zeigen sich ver\u00e4rgert<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Kunden der ING m\u00fcssen sich auf grundlegende \u00c4nderungen bei den Konten einstellen. Statt eines weitgehend einheitlichen Girokontos setzt die Direktbank k\u00fcnftig auf kostenpflichtige Abo-Pakete, die neben klassischen Bankdiensten auch Zusatzleistungen wie Versicherungen, Rabatte oder Unterhaltungsangebote enthalten. Die Bank will die Modelle unter den Namen \u201eING Go\u201c, \u201eING More\u201c, \u201eING Extra\u201c und \u201eING Max\u201c schrittweise an ihre rund 41 Mio. Kunden in verschiedenen L\u00e4ndern ausrollen.<\/p>\n<p>Bereits verf\u00fcgbar sind die neuen Konten unter anderem in Belgien, Polen, Rum\u00e4nien und seit Kurzem auch in den Niederlanden. Dort kosten die Pakete zwischen vier und 44,99 Euro pro Monat. In Belgien liegen die Preise zwischen 2,20 und 39,90 Euro. Zum Leistungsumfang geh\u00f6ren je nach Tarif auch Extras wie Streaming-Abonnements, der Zutritt zu Flughafenlounges oder Verg\u00fcnstigungen beim Aktienhandel. Ein Vorbild d\u00fcrften Neobanken wie Revolut oder N26 sein, die mit geb\u00fcndelten Kontoabos schon l\u00e4nger am Markt sind.<\/p>\n<h2>ING-Kunden: \u201eAbo-Zwang? Auf Wiedersehen\u201c<\/h2>\n<p>Wann die neuen Kontomodelle nach Deutschland kommen, ist bislang offen. Auf Nachfrage von Capital erkl\u00e4rte ein ING-Sprecher lediglich, dass die \u201eAusgestaltung der Angebote von Markt zu Markt variieren\u201c k\u00f6nne. Ber\u00fccksichtigt w\u00fcrden dabei die \u201ejeweiligen lokalen Marktgegebenheiten.\u201c Konkrete Angaben zu einem m\u00f6glichen Starttermin oder zu den Preisen machte die Bank nicht.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Erste Kunden in Deutschland zeigen sich aber bereits alarmiert. \u201eAbo-Zwang? Auf Wiedersehen\u201c, \u00e4rgert sich ein Nutzer in den Rezensionen zur ING-App im App Store. \u201eHabe euch sehr gern genutzt und die App geliebt, aber ein weiteres Abo lasse ich mir nicht aufzw\u00e4ngen.\u201c Ein anderer h\u00e4lt von dem neue Kontomodell ebenfalls wenig: \u201eIch w\u00fcrde umgehend zu einer der vielen konkurrierenden, und weiterhin kostenlosen Banken wechseln.\u201c<\/p>\n<h2>Bankexperte: \u201eEinfachheit der Direktbanken geht verloren\u201c<\/h2>\n<p>Der Bankenprofessor Hans-Peter Burghof von der Universit\u00e4t Hohenheim sieht hinter dem Vorsto\u00df vor allem einen Versuch der ING, Kunden enger an sich zu binden. Direktbanken h\u00e4tten traditionell besonders wechselbereite und preissensible Kunden. \u201eEs geht darum, aus der Kundenbeziehung mehr Geld zu machen und gleichzeitig die Bindung zu erh\u00f6hen\u201c, sagt Burghof zu Capital. \u00c4hnliche Kontopakete gebe es seit Jahren bei Sparkassen, Volksbanken und anderen Instituten. Die ING wolle sich nun von einer reinen Direktbank zu einer digitalen Hausbank weiterentwickeln.<\/p>\n<\/p>\n<p>Aus Verbrauchersicht sieht Burghof die Abo-Modelle allerdings kritisch. Viele Kunden d\u00fcrften kaum beurteilen k\u00f6nnen, ob sich die enthaltenen Zusatzleistungen f\u00fcr sie tats\u00e4chlich lohnen. \u201eIch besch\u00e4ftige mich beruflich mit Banken und k\u00f6nnte diese Angebote trotzdem kaum bewerten\u201c, sagt Burghof. Gerade bei Versicherungen w\u00fcssten viele Verbraucher gar nicht, ob sie \u00e4hnliche Leistungen nicht l\u00e4ngst \u00fcber andere Vertr\u00e4ge oder Kreditkarten abgedeckt h\u00e4tten. Die Einfachheit und Transparenz, die Direktbanken einst gro\u00df gemacht habe, gehe dabei verloren.\u00a0<\/p>\n<p>Langfristig k\u00f6nnten die Abo-Modelle auch die vielerorts noch kostenlosen Girokonten unter Druck setzen, glaubt Burghof. Denn die g\u00fcnstigsten Tarife enthielten oft nur noch die wichtigsten Grundfunktionen. \u201eEs kann gut sein, dass das Basismodell irgendwann so knapp best\u00fcckt wird, dass viele Kunden zu einem teureren Paket greifen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Lange zahlten Bankkunden f\u00fcr Girokonten nichts. Nun stellt mit der ING auch eine gro\u00dfe Direktbank ihr Angebot auf ein Abo-Modell um. 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