{"id":10222,"date":"2026-06-18T14:03:36","date_gmt":"2026-06-18T12:03:36","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/pharmariese-moderna-plant-uebernahme-von-biontech-werken-in-deutschland\/"},"modified":"2026-06-18T14:03:36","modified_gmt":"2026-06-18T12:03:36","slug":"pharmariese-moderna-plant-uebernahme-von-biontech-werken-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/pharmariese-moderna-plant-uebernahme-von-biontech-werken-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Pharmariese Moderna plant \u00dcbernahme von BioNTech-Werken in Deutschland"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Der US-Pharmakonzern\u00a0Moderna plant laut Interviewaussage des Vorstandschefs\u00a0St\u00e9phane Bancel im <em>Handelsblatt<\/em> (Bezahlschranke) in den Standort Deutschland zu investieren. Dies sei jedoch gebunden an kommende Ergebnisse von Gespr\u00e4chen mit dem politischen Berlin, ob im Anschluss &#8222;sich\u00a0die richtige Partnerschaft mit der deutschen Bundesregierung finden wird&#8220;, so Bancel w\u00f6rtlich. Ausgehend\u00a0von dem\u00a0durch die BioNtech-Unternehmensf\u00fchrung angek\u00fcndigten R\u00fcckzugs des gr\u00f6\u00dften Konkurrenten vom umk\u00e4mpften Markt in der &#8222;Impfbranche&#8220;, erkenne der Moderna-Chef in der Schlie\u00dfung\u00a0von Werken &#8222;eine interessante Option&#8220;\u00a0die Anlagen\u00a0in T\u00fcbingen zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Anfang Mai\u00a0wurde aus Mainz bekannt gegeben, dass der T\u00fcbinger Standort des Unternehmens BioNTech geschlossen wird. Damit droht mehr als 800 Angestellten die Arbeitslosigkeit. Moderna-Vorstandschef St\u00e9phane Bancel erkl\u00e4rte im Gespr\u00e4ch mit dem\u00a0<em>Handelsblatt\u00a0<\/em>auf Branchenger\u00fcchte angesprochen, dass zum Thema der Pl\u00e4ne\u00a0des Impfstoffherstellers,\u00a0in eigene Produktionsstandorte in Deutschland zeitnah investieren zu wollen, &#8222;die Werke interessant sind, die der deutsche Konkurrent schlie\u00dfen will\u00a0\u2013 und deren Personal.&#8220; W\u00f6rtlich erkl\u00e4rte Bancel weiter:<\/p>\n<p><em>&#8222;Wenn wir die richtige Partnerschaft mit der deutschen Bundesregierung finden w\u00fcrden, w\u00e4ren diese Anlagen eine interessante Option \u2013 im Vergleich zu einem Neubau.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Zur Thematisierung der vermeintlichen Notwendigkeit politischer Gespr\u00e4che mit Berlin vor einer entsprechenden Investition, f\u00fchrt Bancel erl\u00e4uternd aus, dass &#8222;Deutschland vor\u00a0einem Beschluss aber bessere Rahmenbedingungen f\u00fcr Pharmafirmen schaffen und eine klare Richtung vorgeben muss.&#8220;<\/p>\n<p>Der Moderna-Cheff erg\u00e4nzte, dass sein Unternehmen aktuell bereits &#8222;Gespr\u00e4che mit der Regierung \u00fcber eine langfristige Partnerschaft&#8220; f\u00fchre, wie zuvor in Gro\u00dfritannien und in Kanada&#8220;, wo der Pharmagigant im Anschluss sich mit den jeweiligen Regierung zufriedenstellend einigen konnte. In Gro\u00dfritannien <a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/news\/uk-cements-10-year-partnership-with-moderna-in-major-boost-for-vaccines-and-research\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ergab sich<\/a> dabei bereits im Jahr 2022 eine &#8222;10-j\u00e4hriges Partnerschaftsabkommen&#8220;. In Kanada wiederum erfolgte im Vorjahr ein <a href=\"https:\/\/www.canada.ca\/en\/innovation-science-economic-development\/news\/2025\/09\/government-of-canada-announces-major-milestone-in-the-canadian-biomanufacturing-sector.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vertragsabschluss<\/a>.<\/p>\n<p>Es sei daher w\u00f6rtlich &#8222;kein Zufall, dass er aktuell in Berlin sei&#8220;, so das <em>Handelsblatt<\/em> berichtend, um Bancel mit den Worten zu zitieren: &#8222;Ich m\u00f6chte wirklich investieren.&#8220; Anders als der gr\u00f6\u00dfte Konkurrent in der &#8222;Corona-Krise&#8220;, BioNTech, h\u00e4lt der US-Konzern laut der <em>Apotheker Zeitung<\/em> &#8222;an seiner breiten mRNA-Strategie f\u00fcr Infektionskrankheiten fest und sieht in den bestehenden Strukturen eine Chance, die eigene europ\u00e4ische Pr\u00e4senz auszubauen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Die <em>Allgemeine Zeitung<\/em> (Bezahlschranke) erg\u00e4nzt, dass die Moderna-Ank\u00fcndigung\u00a0in der laufenden Debatte um die von BMG-Ministerin Nina Warken angek\u00fcndigte Reform des &#8222;Gesetzes zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen&#8220; vermeintlich &#8222;einen Kontrapunkt setzen&#8220; w\u00fcrde. Dazu hei\u00dft es weiter:<\/p>\n<p><em>&#8222;W\u00e4hrend etwa Boehringer Ingelheim und der US-Pharmakonzern Eli Lilly and Company auf die im Gesetzentwurf vorgesehenen H\u00e4rten f\u00fcr die Pharmabranche mit der Drohung reagierten, Investitionen in Deutschland massiv zu kappen, stellt der Chef des mRNA-Spezialisten in Aussicht, hierzulande kr\u00e4ftig zu investieren.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ob Moderna\u00a0letztlich tats\u00e4chlich in Deutschland investieren wird, h\u00e4ngt damit auch davon ab, wie es politisch mit dem geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz weitergeht. Bancel f\u00fchrt gegen\u00fcber dem <em>Handelsblatt<\/em> dazu aus, dass\u00a0er in den Gespr\u00e4chen in Berlin &#8222;unter anderem langfristige Planungssicherheit und Stabilit\u00e4t bei Arzneipreisen und -mengen&#8220; erwarte. W\u00f6rtlich f\u00fchrte er weiter aus, &#8222;wenn die Spielregeln mitten im Spiel ge\u00e4ndert werden, ist es sehr, sehr schwer, mitzuspielen.&#8220; Damit kritisiert er den von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) aktuell vorgelegten Gesetzentwurf.<\/p>\n<p>Sollte das Regierungsviertel nicht mitziehen, will Bancel demnach zeitnah Alternativen in Europa pr\u00fcfen. Er warnte im Interview:<\/p>\n<p><em>&#8222;Dass es bald keine mRNA-Produktionskapazit\u00e4ten mehr in Deutschland und Europa geben wird, ist ein massives Souver\u00e4nit\u00e4tsproblem.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Damit erh\u00f6ht eine weitere machtvolle Pharmafirma aus der gewinntr\u00e4chtigen Branche den unmittelbaren Druck auf die Bundesregierung. So <a href=\"https:\/\/www.deutsche-apotheker-zeitung.de\/news\/artikel\/2026\/06\/04\/eli-lilly-und-boehringer-ingelheim-streichen-investitionen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">titelte<\/a> die <em>Apotheker Zeitung<\/em> Anfang Juni, dass die Unternehmen &#8222;Eli Lilly und Boehringer Ingelheim Investitionen streichen.&#8220;<\/p>\n<p>Das milliardenschwere\u00a0BioNTech-Unternehmen von U\u011fur \u015eahin hatte Anfang Mai mitgeteilt, dass es &#8222;wegen der eingebrochenen Nachfrage nach COVID-19-Impfstoffen&#8220; gleich drei seiner Standorte in Deutschland schlie\u00dfen werde. Davon betroffen sein k\u00f6nnten laut Medienberichten bis zu rund 1.860 Stellen.<\/p>\n<p>Kommende Woche plant der Bundestag das GKV-Spargesetz zu beschlie\u00dfen. Laut Medien gibt es vorab viel Kritik an geplanten Vorhaben, vor allem auch aus Bundesl\u00e4ndern, die von dem angek\u00fcndigten R\u00fcckzug der Pharmabranche betroffen sind.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema \u2013<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/freedert.online\/inland\/281151-deutschland-deindustrialisierung-unaufhaltbar-mehr-als\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschland: Deindustrialisierung unaufhaltbar \u2013 mehr als 340.000 Jobs seit Corona-Krise gestrichen<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7923kk\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der US-Pharmakonzern\u00a0Moderna plant laut Interviewaussage des Vorstandschefs\u00a0St\u00e9phane Bancel im Handelsblatt (Bezahlschranke) in den Standort Deutschland zu investieren. 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