{"id":10252,"date":"2026-06-18T17:03:38","date_gmt":"2026-06-18T15:03:38","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/rentenreform-die-muetterrente-muss-abgeschafft-werden-meinung-37565866-html\/"},"modified":"2026-06-18T17:03:38","modified_gmt":"2026-06-18T15:03:38","slug":"rentenreform-die-muetterrente-muss-abgeschafft-werden-meinung-37565866-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/rentenreform-die-muetterrente-muss-abgeschafft-werden-meinung-37565866-html\/","title":{"rendered":"Meinung: Rentenreform \u2013 Auch die M\u00fctterrente geh\u00f6rt auf den Tisch!"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die hei\u00dfe Phase der Reformen beginnt, sp\u00e4testens mit den Empfehlungen der Rentenkommission in der kommenden Woche. Die Ma\u00dfnahmen werden schmerzhaft f\u00fcr alle \u2013 da darf es leider keine Ausnahmen geben<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Wenn in diesen Tagen, in welchen Runden auch immer, die Diskussion auf die Rente und m\u00f6gliche Reformen kommt, dann sorgen zwei Zahlen zuverl\u00e4ssig f\u00fcr gro\u00dfes Erstaunen: 14 Mrd. Euro und 4,5 Mrd. Euro. Die erste Zahl ist die Summe, die der Staat heute jedes Jahr f\u00fcr die M\u00fctterrente ausgibt, also jene zus\u00e4tzlichen Rentenzeiten f\u00fcr all die Frauen, die vor 1992 Kinder auf die Welt gebracht haben. Und die zweite Zahl ist die Summe, die noch mal dazukommt, wenn zum Jahresbeginn 2027 auch die n\u00e4chste Stufe der M\u00fctterrente in Kraft tritt.\u00a0<\/p>\n<p>Wenn man diese Kosten infrage stellt, bewegt man sich ganz schnell auf d\u00fcnnem Eis. Man gilt als herzlos und kalt. Die Ausweitung der Erziehungszeiten in der Rente f\u00fcr \u00e4ltere M\u00fctter sei nicht nur eine Wiedergutmachung f\u00fcr die Erziehungsleistung dieser Frauen, die zu ihrer Zeit oft auf eine eigene Karriere verzichtet haben, au\u00dferdem sei es auch ein Beitrag zur Gerechtigkeit.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Denn f\u00fcr alle Kinder ab 1992 gew\u00e4hrt der Staat V\u00e4tern und M\u00fcttern ja bereits drei volle Jahre an Kindererziehungszeiten. In dieser Zeit \u00fcbernimmt quasi der Staat die Rentenbeitr\u00e4ge und stockt so die Altersbez\u00fcge auf \u2013 pro Kind immerhin drei Rentenpunkte. Die sind im Jahr 2026 knapp 41 Euro wert, macht gut 120 Euro mehr Rente pro Kind und Monat. Unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung liegt die nachtr\u00e4glich beschlossene Aufstockung der Erziehungszeiten f\u00fcr alle fr\u00fcher geborenen Kinder also ziemlich nahe.\u00a0<\/p>\n<p>Und dennoch geh\u00f6rt die M\u00fctterrente ab der kommenden Woche auf den Verhandlungstisch der Koalitionsparteien zur Rentenreform. Und wenn schon nicht insgesamt, dann wenigstens die letzte Stufe, also die 4,5 Mrd. Euro, die ab dem kommenden Jahr noch mal dazu kommen sollen. Die hat die CSU, schlau wie die Bayern nun mal sind, zwar schon per Gesetz durchgedr\u00fcckt. Aber Gesetze lassen sich auch wieder \u00e4ndern. Vor allem wenn man merkt, dass man mit den 4,5 Milliarden andere Dinge eigentlich viel besser tun k\u00f6nnte \u2013 die Steuern f\u00fcr alle zum Beispiel senken, oder den Anstieg der Sozialbeitr\u00e4ge bremsen.\u00a0<\/p>\n<h2>Wir k\u00f6nnen uns die M\u00fctterrente nicht mehr leisten<\/h2>\n<p>Denn so gerecht die M\u00fctterrente wirken mag, sie ist zugleich teuer und schafft neue Ungerechtigkeiten. Sie verzehrt die Spielr\u00e4ume im Haushalt und im Rentensystem, um Steuer- und Beitragszahler zu entlasten. Vor allem aber ist sie eine Sozialleistung mit der Gie\u00dfkanne, die sich dieser Sozialstaat, so w\u00fcnschenswert es sein mag, nicht mehr leisten kann. In Zeiten leerer Kassen \u2013 und genau deshalb muss die Regierung gerade ja so viele Gro\u00dfreformen und Sparpakete gleichzeitig anschieben \u2013 sollte der Staat das Geld der Steuer- und Beitragszahler allein nach dem Kriterium ausgeben, wo es in Zukunft den gr\u00f6\u00dften Nutzen stiften wird. Und das sind nun mal nicht h\u00f6here Renten f\u00fcr Kinder, die schon lange geboren sind und von denen viele jetzt selbst unter der hohen Steuer- und Abgabenlast st\u00f6hnen.\u00a0<\/p>\n<p>Es ist zwar v\u00f6llig richtig, dass es viele \u00e4ltere Frauen gibt, die heute nur kleine Renten erhalten. 6,6 Millionen Frauen beziehen Renten von weniger als 1200 Euro im Monat. Aber nicht alle von ihnen leben allein, und nicht alle leben allein von der gesetzlichen Rente. In den meisten Haushalten haben auch der Partner oder die Partnerin einen Rentenanspruch, wenn ein Partner stirbt, greift meist noch eine Witwenversorgung. Und weitere knapp sechs Millionen erhalten deutlich h\u00f6here Renten.\u00a0<\/p>\n<p>Wer Frauen (und M\u00e4nnern) mit kleinen Renten helfen will, soll dies tun, wom\u00f6glich sogar gro\u00dfz\u00fcgiger als heute. Doch bei insgesamt sehr knappen Kassen muss der Staat dies gezielt tun, f\u00fcr die Frauen und M\u00e4nner, die es wirklich brauchen.\u00a0<\/p>\n<p>Es gibt praktisch keinen Experten, der die M\u00fctterrente heute f\u00fcr richtig h\u00e4lt \u2013 geschweige denn f\u00fcr finanzierbar. Dennoch halten CDU\/CSU und auch gro\u00dfe Teile der SPD daran fest. In der kommenden Woche steht nun ein wichtiger Termin an: Am Dienstag legen die Mitglieder der Rentenkommission ihre Empfehlungen zur Reform der Altersvorsorge vor. Auf etwa 30 Empfehlungen sollen sich die Experten verst\u00e4ndigt haben, wenn auch nicht immer einstimmig. Schon jetzt sind einige Voten absehbar: Die abschlagsfreie Fr\u00fchrente geh\u00f6rt abgeschafft, das Renteneintrittsalter muss langfristig weiter steigen, alle Arbeitnehmer sollten verpflichtend privat vorsorgen, ein Rentenniveau von 48 Prozent wird dauerhaft schwierig sein zu finanzieren. F\u00fcr die Regierung soll der Bericht die Begr\u00fcndung f\u00fcr all jene Reformen liefern, vor denen sich alle Vorg\u00e4ngerregierungen in den letzten 20 Jahren gedr\u00fcckt haben.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Nur eines w\u00e4re komplett unverst\u00e4ndlich: Wenn in diesem bunten Reigen der Tabus, die jetzt alle angegangen werden sollen, ausgerechnet die M\u00fctterrente unumst\u00f6\u00dflich w\u00e4re. Ob die Expertenkommission tats\u00e4chlich so unabh\u00e4ngig arbeiten und entscheiden konnte, wie es die Regierung versprochen hat, wird sich an genau diesem Punkt ablesen lassen: Empfiehlt die Kommission auch eine Kehrtwende bei der M\u00fctterrente oder nicht? Dann w\u00e4re es zwar immer noch an der Politik, dar\u00fcber zu entscheiden \u2013 aber zumindest auf den Verhandlungstisch der Reformoptionen geh\u00f6rt sie.\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Die hei\u00dfe Phase der Reformen beginnt, sp\u00e4testens mit den Empfehlungen der Rentenkommission in der kommenden Woche. 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