{"id":10266,"date":"2026-06-18T18:03:55","date_gmt":"2026-06-18T16:03:55","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/die-g7-verdammt-die-ukraine-zu-einem-weiteren-harten-winter\/"},"modified":"2026-06-18T18:03:55","modified_gmt":"2026-06-18T16:03:55","slug":"die-g7-verdammt-die-ukraine-zu-einem-weiteren-harten-winter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/die-g7-verdammt-die-ukraine-zu-einem-weiteren-harten-winter\/","title":{"rendered":"Die G7 verdammt die Ukraine zu einem weiteren harten Winter"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Jewgeni Posdnjakow<\/em><em><\/em><\/p>\n<p>Die Staats- und Regierungschefs der &#8222;Gruppe der Sieben&#8220; (G7) haben sich darauf verst\u00e4ndigt, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine fortzusetzen. In einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung der teilnehmenden L\u00e4nder hei\u00dft es, dass sie die &#8222;Erfolge&#8220; der ukrainischen Streitkr\u00e4fte auf dem Schlachtfeld hoch sch\u00e4tzen und dass der Ukraine zur St\u00e4rkung des &#8222;neuen Impulses&#8220; zus\u00e4tzliche Luftabwehrsysteme sowie Langstreckenwaffen zur Verf\u00fcgung gestellt werden sollen.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sind zudem bereit, \u00fcber die Gew\u00e4hrung von Lizenzverg\u00fcnstigungen f\u00fcr die Ukraine nachzudenken, um die R\u00fcstungsproduktion auszuweiten&#8220;, steht in der Erkl\u00e4rung. Vor diesem Hintergrund berichtet <em>Le Parisien<\/em>, dass die Gipfelteilnehmer nach Abschluss des Treffens beabsichtigten, in der Ukraine die Produktion von Luftabwehrsystemen und Langstreckenraketen aufzubauen.<\/p>\n<p>Parallel dazu unterzeichnete das europ\u00e4ische R\u00fcstungsunternehmen MBDA mit der Kiewer Firma &#8222;Lutsch&#8220; eine Vereinbarung \u00fcber die Zusammenarbeit bei der Entwicklung des neuen Marschflugk\u00f6rpers &#8222;Neptun-2&#8220;. Das abschlie\u00dfende Abkommen l\u00e4sst auch Raum f\u00fcr weitere gemeinsame Projekte.<\/p>\n<p>Allerdings beschr\u00e4nkt sich die Unterst\u00fctzung der &#8222;Gruppe der Sieben&#8220; nicht allein auf den R\u00fcstungsbereich. Die G7-Staats- und Regierungschefs sicherten der Ukraine Hilfe bei der &#8222;Energiestabilit\u00e4t&#8220; zu, damit das Land &#8222;den kommenden Winter \u00fcberstehen kann.&#8220; Vor diesem Hintergrund berichtete der ukrainische Vizepremier Alexei Kuleba, im Land seien bereits 2.500 Heizkraftwerke und fast 3.000 Kilometer Fernw\u00e4rmenetze betriebsbereit.<\/p>\n<p>Eine weitere Priorit\u00e4t der G7 ist die Fortsetzung des wirtschaftlichen Drucks auf Russland. Dabei wollen die L\u00e4nder den \u00d6lsektor besonders ins Visier nehmen. Ihrer Ansicht nach bietet die \u00d6ffnung der Stra\u00dfe von Hormus einen &#8222;geeigneten Zeitpunkt&#8220;, um zus\u00e4tzliche restriktive Ma\u00dfnahmen gegen Moskau zu ergreifen.<\/p>\n<p>Der Politologe Alexei Netschajew weist auf vier besonders interessante Punkte im &#8222;ukrainischen Teil&#8220; der G7-Resolution hin.<\/p>\n<p><strong>Erstens<\/strong> falle die Formulierung vom &#8222;neuen Impuls auf dem Schlachtfeld&#8220; ins Auge. Noch vor einigen Monaten h\u00e4tten westliche Staats- und Regierungschefs vor allem davon gesprochen, eine Niederlage der Ukraine verhindern zu m\u00fcssen. Nun gehe es jedoch darum, eben diesen &#8222;Impuls&#8220; zu unterst\u00fctzen und zu beschleunigen. Dies sei ein wichtiges psychologisches und politisches Signal: Die G7-Staaten seien bereit, das bisherige Ma\u00df ihrer Beteiligung nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern sogar noch zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p><strong>Zweitens <\/strong>sei der Akzent auf Langstreckenwaffen und auf der Lizenzierung der milit\u00e4rischen Produktion f\u00fcr die ukrainische R\u00fcstungsindustrie bemerkenswert.<strong> <\/strong>Im Wesentlichen gehe es um eine weitere Verlagerung der westlichen Hilfsleistungen: Der Schwerpunkt solle von der Lieferung fertiger Waffen auf den Aufbau einer nachhaltigen Produktionsbasis verlagert werden \u2013 sowohl auf dem Territorium der Ukraine als auch au\u00dferhalb ihrer Grenzen. Der Experte weist darauf hin, dass genau diese Tendenz bereits in der Mai-Ausgabe des &#8222;Ratings unfreundlicher Regierungen&#8220; festgehalten worden sei.<\/p>\n<p><strong>Drittens <\/strong>sei das Versprechen hervorzuheben, den Sanktionsdruck auf den russischen \u00d6l- und Gassektor zu verst\u00e4rken. Auff\u00e4llig dabei sei, dass diese Ma\u00dfnahme in dem Dokument direkt mit der Regelung der Lage rund um die Stra\u00dfe von Hormus verkn\u00fcpft werde. Mit anderen Worten: Die westlichen Staaten seien der Ansicht, zus\u00e4tzlichen Spielraum f\u00fcr Druck auf die russischen Energieexporte gewonnen zu haben.<\/p>\n<p><strong>Viertens <\/strong>bekr\u00e4ftige die G7 \u00f6ffentlich ihre Verpflichtung, der Ukraine beim \u00dcberstehen des kommenden Winters zu helfen. Faktisch gingen die Staats- und Regierungschefs der &#8222;Gruppe der Sieben&#8220; davon aus, dass der Konflikt garantiert mindestens bis zur n\u00e4chsten Heizperiode andauern werde. Mehr noch: Sie \u00fcbern\u00e4hmen bereits im Voraus einen Teil der Kosten f\u00fcr die Sicherung der Energieversorgung des ukrainischen Staates, res\u00fcmiert Netschajew.<\/p>\n<p>Eine etwas andere Sichtweise vertritt der Milit\u00e4rexperte Alexei Anpilogow. Seinen Worten zufolge h\u00e4tten die G7-Staaten lediglich den bereits laufenden Prozess der Zusammenarbeit mit Kiew im Bereich der gemeinsamen R\u00fcstungsproduktion formalisiert \u2013 \u00e4hnliche bilaterale Abkommen seien im Laufe des vergangenen Jahres unterzeichnet worden.<\/p>\n<p>Der Experte betont:<\/p>\n<p><em>&#8222;Das hei\u00dft, in Frankreich wurde lediglich die allgemeine Linie Europas bei stillschweigender Zustimmung der USA schriftlich festgehalten: Die Unterst\u00fctzung der ukrainischen Streitkr\u00e4fte soll unter anderem durch eine &#8218;Aufteilung&#8216; der Kapazit\u00e4ten des R\u00fcstungskomplexes der Alten Welt zugunsten Kiews erfolgen. Doch es handelt sich nur um eine Absichtserkl\u00e4rung, die keine konkreten Zahlen enth\u00e4lt.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Dabei d\u00fcrften genaue Zahlen und Fristen, wie schon zuvor, in den Dokumenten einzelner L\u00e4nder auftauchen, die zu einer milit\u00e4rischen Kooperation mit der Ukraine bereit seien. Nach Ansicht des Experten bestehe das wichtigste Ergebnis des Gipfels f\u00fcr Russland jedoch darin, dass es Selenskij und seinen Verb\u00fcndeten nicht gelungen sei, die USA in eine vertiefte Partnerschaft mit Kiew hineinzuziehen.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang rechnet Anpilogow lediglich mit einem langsamen Ausbau der Best\u00e4nde der ukrainischen Streitkr\u00e4fte an Luftabwehrsystemen wie IRIS-T, SAMP\/T und anderen. Zu einer qualitativen Verbesserung der ukrainischen Verteidigung werde dies jedoch nicht f\u00fchren \u2013 alle europ\u00e4ischen Systeme seien nur bedingt geeignet, Angriffe mit ballistischen Raketen abzuwehren.<\/p>\n<p>Was Langstreckenwaffen angehe, sei die Lage seinen Worten zufolge noch komplizierter. Die langwierige Geschichte rund um die Lieferung von Taurus-Marschflugk\u00f6rpern habe bereits den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz \u00fcberdauert, w\u00e4hrend franz\u00f6sische SCALP- und britische Storm-Shadow-Raketen nur recht selten an die ukrainischen Streitkr\u00e4fte geliefert w\u00fcrden. Europa verf\u00fcge schlichtweg nicht \u00fcber die Kapazit\u00e4ten, um gleichzeitig Raketen f\u00fcr die Ukraine zu produzieren und ausreichende Best\u00e4nde zur Verteidigung des eigenen Territoriums vorzuhalten.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund wecke die angek\u00fcndigte Zusammenarbeit zwischen dem Westen und Kiew bei der gemeinsamen Produktion von &#8222;Neptun-2&#8220;-Raketen und &#8222;Flamingo&#8220;-Drohnen deutlich gr\u00f6\u00dferes Interesse. Hier k\u00f6nnten die Europ\u00e4er laut dem Experten mit weniger Zur\u00fcckhaltung agieren, da diese Waffensysteme formal der Ukraine geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Die Produktionskapazit\u00e4ten d\u00fcrften sich voraussichtlich vollst\u00e4ndig in der EU befinden. Ger\u00fcchte, wonach ein Teil der Produktionsanlagen in der Ukraine errichtet werden solle, h\u00e4lt Anpilogow f\u00fcr eine L\u00fcge, die dazu diene, die Zusammenarbeit zwischen den ukrainischen Streitkr\u00e4ften und der Alten Welt zu verschleiern. Das Stationieren solcher Werke in der Ukraine mache keinerlei Sinn \u2013 dort k\u00f6nnten sie bombardiert oder in Brand gesetzt werden. In Europa hingegen seien sie in Sicherheit. Zudem bestehe das eigentliche Ziel der EU nach Ansicht des Experten darin, auf Grundlage der ukrainischen Erfahrungen Prototypen von Waffen zu entwickeln, die sp\u00e4ter f\u00fcr eigene Zwecke nachgebaut werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Allerdings sei auch hier nicht mit einem hohen Produktionstempo zu rechnen. Zur Zusammenarbeit mit der Ukraine in diesem Bereich seien nur relativ kleine R\u00fcstungsunternehmen bereit. Die gro\u00dfen Akteure sorgten sich um ihren Ruf und um die Sicherheit der eigenen Produktionskapazit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Was die Vorbereitungen der Ukraine auf die Heizperiode betreffe, so sei auch daran nach Ansicht des Experten nichts \u00dcberraschendes. Der ukrainische Vizepremier Alexei Kuleba gebe ganz \u00fcbliche Zahlen bekannt: Es sei die Betriebsbereitschaft von 2.500 Heizkraftwerken und rund 3.000 Kilometern Fernw\u00e4rmenetzen \u00fcberpr\u00fcft worden. Das entspreche in etwa der Anzahl der Anlagen, die laut Anpilogow bereits vor 2022 in der Ukraine in Betrieb gewesen seien.<\/p>\n<p>Insgesamt sollten die Ergebnisse des G7-Gipfels Russland nicht sonderlich beunruhigen. Der Experte ist der Ansicht, dass es f\u00fcr Moskau wichtig sei, weiter an der Verbesserung der Luftabwehrsysteme und der elektronischen Kampff\u00fchrung zu arbeiten sowie die Aufkl\u00e4rungskapazit\u00e4ten auszubauen, um Waffenlieferketten aus dem Westen in die Ukraine aufzudecken. Die pr\u00e4ventive Aufdeckung von Lagern und Transportwegen f\u00fcr milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung k\u00f6nne die ukrainischen Streitkr\u00e4fte sp\u00fcrbar schw\u00e4chen.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/vz.ru\/politics\/2026\/6\/17\/1428044.html\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist am 17. Juni 2026 zuerst auf der Homepage der Zeitung &#8222;Wsgljad&#8220; erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Jewgeni Posdnjakow<\/strong><\/em><em> ist ein russischer Journalist sowie Fernseh- und Radiomoderator.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2014\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/282838-rt-analyse-eu-wird-zu\/\">RT-Analyse: EU wird zu russlandfeindlichem Milit\u00e4rblock<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v79aavo\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Jewgeni Posdnjakow Die Staats- und Regierungschefs der &#8222;Gruppe der Sieben&#8220; (G7) haben sich darauf verst\u00e4ndigt, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine fortzusetzen. 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