{"id":10463,"date":"2026-06-20T10:32:33","date_gmt":"2026-06-20T08:32:33","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/diplomatie-unerwuenscht-die-eu-streitet-ueber-verhandlungen-mit-russland-lawrow-liest-den-europaeern-die-leviten\/"},"modified":"2026-06-20T10:32:33","modified_gmt":"2026-06-20T08:32:33","slug":"diplomatie-unerwuenscht-die-eu-streitet-ueber-verhandlungen-mit-russland-lawrow-liest-den-europaeern-die-leviten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/diplomatie-unerwuenscht-die-eu-streitet-ueber-verhandlungen-mit-russland-lawrow-liest-den-europaeern-die-leviten\/","title":{"rendered":"Diplomatie unerw\u00fcnscht? Die EU streitet \u00fcber Verhandlungen mit Russland \u2013 Lawrow liest den Europ\u00e4ern die Leviten"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Auf EU-Ebene ist ein heftiger Streit dar\u00fcber entbrannt, wer im Falle einer Beteiligung der Europ\u00e4er an Verhandlungen \u00fcber eine Beendigung des Ukraine-Kriegs \u00fcberhaupt noch mit Russland reden darf.<\/p>\n<p>EU-Ratspr\u00e4sident Ant\u00f3nio Costa hatte mit Moskau Kontakt aufgenommen, um \u00fcberhaupt erst einmal zu sondieren, wie sich k\u00fcnftige Gespr\u00e4chskan\u00e4le \u00f6ffnen lassen k\u00f6nnten. Daf\u00fcr haben ihn die Hauptlobbyisten des ukrainischen Kriegspr\u00e4sidenten Selenskyj, Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Staatspr\u00e4sident Emmanuel Macron, brachial attackiert.<\/p>\n<p>Ein \u201eAffront\u201c seien die Gespr\u00e4chskontakte des ehemaligen portugiesischen Premierministers gewesen, \u201eunprofessionell\u201c und \u201eunabgestimmt\u201c, donnerte es aus Berlin. H\u00e4rter kann man auf dem internationalen Parkett kaum angreifen.<\/p>\n<p><strong>Diplomatische Arbeit \u2013 f\u00fcr Merz und Macron ein \u201eAffront\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Er habe einfach nur \u201ediplomatische Arbeit\u201c gemacht, lie\u00df Costa dagegen mitteilen, und daf\u00fcr lediglich \u201ekurze Kontakte ohne Austausch \u00fcber inhaltliche Fragen und ohne Verhandlungen\u201c aufgenommen. Schlie\u00dflich m\u00fcsse man \u201ebereit sein, wenn der richtige Moment kommt, um die Interessen der EU zu verteidigen\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr Merz, der sich um seine mittlerweile stark verwelkten Vorschusslorbeeren als vermeintlicher \u201eAu\u00dfenkanzler\u201c sorgt, scheint selbst dieser Gedanke zuviel zu sein. Ihm schwebt vor, im Dreiergespann der Kriegs-Hardliner mit Frankreich und Gro\u00dfbritannien das gro\u00dfe Wort als Patron seines Sch\u00fctzlings Selenskyj zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Merz\u2018 gro\u00dfe Illusion ist, dass Verhandlungen nur im Vierer-Format \u2013 Russland, USA, Ukraine und \u201edie Europ\u00e4er\u201c gef\u00fchrt werden d\u00fcrften. Darauf hatten sich Merz, Macron und der britische Premier Keir Starmer bei einem Treffen in London auf Wunsch Selenskyjs festgelegt.<\/p>\n<p><strong>Wer spricht f\u00fcr \u201edie Europ\u00e4er\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Dass US-Pr\u00e4sident Donald Trump den Ukraine-Konflikt wegen seines Iran-Kriegs in der Priorit\u00e4t weiter nach hinten geschoben und zuletzt auch der Wiedereinsetzung von \u00d6l-Sanktionen gegen Russland zugestimmt hat, gibt dieser Illusion Auftrieb.<\/p>\n<p>Um so heftiger wird in Br\u00fcssel gestritten, wer denn nun \u201edie Europ\u00e4er\u201c vertreten solle. Die \u201eAu\u00dfenbeauftragte\u201c Kaja Kallas ist schon beim letzten Gipfel aus dem Rennen gefallen \u2013 weniger wegen offenkundiger intellektueller und diplomatischer Beschr\u00e4nktheit als vielmehr, weil sie bei der autokratisch angehauchten Kommissions-Pr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen derzeit in Ungnade steht.<\/p>\n<p>Die Formeln, die dazu in den Raum geworfen werden, erinnern an Beipackzettel aus der Lebensmittelindustrie. \u201eE3\u201c \u2013 Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien \u2013 w\u00e4re Selenskyj und den Kriegsverl\u00e4ngerern wohl am liebsten. Allerdings pochen auch Italien und Polen auf Mitsprache, weswegen die aktuelle Zauberformel eher \u201eE5\u201c lautet.<\/p>\n<p><strong>Sanktionen statt Diplomatie<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Br\u00fcssel und Berlin auf einmal von \u201eVerhandlungen\u201c gesprochen wird, tut die EU-Politik vorerst alles dazu, eine Beilegung des Ukraine-Konflikts auf dem diplomatischen Weg schwieriger zu machen.<\/p>\n<p>Der Regierungswechsel in Ungarn wurde benutzt, um Sanktionen gegen Russland unverz\u00fcglich und diesmal einstimmig zu verl\u00e4ngern, und zwar gleich um ein ganzes Jahr statt wie bisher um sechs Monate. Gegen ein neues \u201eSanktionspaket\u201c zu den vorangegangenen 21 mehr oder minder erfolglosen \u201ePaketen\u201c hat allerdings Bulgarien aus Sorge um seine Raffinerie in Burgas vorerst ein Veto eingelegt.<\/p>\n<p>Der russische Au\u00dfenminister Sergej Lawrow zeigt sich in einer ausf\u00fchrlichen Stellungnahme, die urspr\u00fcnglich als Gastbeitrag auf dem Portal \u201ePolitico\u201c erscheinen sollte, einigerma\u00dfen verwundert \u00fcber die rhetorischen Kapriolen der Europ\u00e4er.<\/p>\n<p><strong>Lawrow: EU \u201ekein geeigneter Verhandlungspartner\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Russland verweigere keine Kontakte, sehe die EU aber nicht als geeigneten Verhandlungspartner, schreibt Lawrow. Als neutraler Vermittler k\u00f6nnten die Europ\u00e4er nicht auftreten: \u201eWir nehmen Europa als eine Konfliktpartei wahr, die an einer Niederlage Russlands interessiert ist.\u201c<\/p>\n<p>Folglich bewertet der altgediente russische Diplomat die neuen Verhandlungst\u00f6ne aus Br\u00fcssel eher als Ablenkungsman\u00f6ver. Den europ\u00e4ischen Politikern gehe es vor allem darum, die Regierung des Kiewer Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj zu retten und die Ukraine als Ausgangspunkt f\u00fcr eine fortgesetzte Konfrontation mit Russland zu erhalten, vermutet Lawrow. Aus russischer Perspektive h\u00e4tten \u00fcber zwei Jahrzehnte westlicher Diplomatie vor allem dazu gedient, das Vorantreiben der Konfrontation mit Russland unter Ausnutzung der Ukraine als Hebel zu vernebeln.<\/p>\n<p><strong>Eurasische Sicherheitsarchitektur f\u00fcr die multipolare Welt<\/strong><\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zum Frieden in der Ukraine liegt also weiterhin in Washington und Moskau, w\u00e4hrend die EU und ihre Wortf\u00fchrer am Spielfeldrand oder im Weg stehen. Die Europ\u00e4er m\u00fcssten einsehen, dass sie die europ\u00e4ische Sicherheitsordnung, die seit der Schlussakte von Helsinki 1975 entstanden sei, selbst zerst\u00f6rt h\u00e4tten und diese auch nicht restauriert werden k\u00f6nne. Das Gebot der Stunde sei eine kontinentale Sicherheitsarchitektur, die allen L\u00e4ndern Eurasiens offenstehe und den multipolaren Realit\u00e4ten der Gegenwart Rechnung trage.<\/p>\n<p><strong>Beitrag:<\/strong> <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/deutschlandkurier.de\/2026\/06\/diplomatie-unerwuenscht-die-eu-streitet-ueber-verhandlungen-mit-russland-lawrow-liest-den-europaeern-die-leviten\/\">Diplomatie unerw\u00fcnscht? Die EU streitet \u00fcber Verhandlungen mit Russland \u2013 Lawrow liest den Europ\u00e4ern die Leviten<\/a> <br><strong>Quelle:<\/strong> Deutschland-Kurier.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>\n<p>Auf EU-Ebene ist ein heftiger Streit dar\u00fcber entbrannt, wer im Falle einer Beteiligung der Europ\u00e4er an Verhandlungen \u00fcber eine Beendigung des Ukraine-Kriegs \u00fcberhaupt noch mit Russland reden darf. 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