{"id":10559,"date":"2026-06-21T08:03:29","date_gmt":"2026-06-21T06:03:29","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/deutsche-denkfabrik-stimmt-abgesang-auf-russland-an-geruechte-vom-tod-wie-immer-uebertrieben\/"},"modified":"2026-06-21T08:03:29","modified_gmt":"2026-06-21T06:03:29","slug":"deutsche-denkfabrik-stimmt-abgesang-auf-russland-an-geruechte-vom-tod-wie-immer-uebertrieben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/deutsche-denkfabrik-stimmt-abgesang-auf-russland-an-geruechte-vom-tod-wie-immer-uebertrieben\/","title":{"rendered":"Deutsche Denkfabrik stimmt Abgesang auf Russland an \u2013 Ger\u00fcchte vom Tod wie immer \u00fcbertrieben"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Kirill Strelnikow<\/em><\/p>\n<p>Jetzt scheint\u2019s das gewesen zu sein \u2013 aus und Schluss.<\/p>\n<p>Der Zugf\u00fchrer hat die Notbremse gezogen, und Russland, mit seiner leblosen Wirtschaft unter dem Arm und gesenktem Haupt, steigt aus dem Zug wieder aus und steht auf dem Bahnsteig, weil es sich keine Fahrkarte in die gl\u00e4nzende Zukunft der Welt leisten kann.<\/p>\n<p>So \u00e4hnlich wird in einem j\u00fcngsten Bericht der Denkfabrik &#8222;Institut f\u00fcr Weltwirtschaft&#8220; in Kiel die aktuelle Lage unseres Landes mit dem d\u00fcsteren Titel &#8222;Endgame: Russlands Kriegswirtschaft st\u00f6\u00dft an ihre Grenzen&#8220;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kielinstitut.de\/de\/publikationen\/aktuelles\/endgame-russlands-kriegswirtschaft-stoesst-an-ihre-grenzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">beschrieben<\/a>.<\/p>\n<p>Wer Russland liebt, kann diesen Bericht eigentlich gar nicht lesen: Da eilen Herzinfarkt und Schlaganfall miteinander um die Wette. Wer es dennoch riskieren will und einen Nervenkitzel sucht, hier ist ein Auszug:<\/p>\n<p>\u2022 Moskaus Finanzpuffer sind weitgehend aufgebraucht;<\/p>\n<p>\u2022 die russische Wirtschaft zeigt deutliche Anzeichen struktureller Ersch\u00f6pfung;<\/p>\n<p>\u2022 die Konturen des wirtschaftlichen Endes f\u00fcr Russland werden immer deutlicher;<\/p>\n<p>\u2022 die strukturellen Grundlagen der russischen Milit\u00e4rwirtschaft br\u00f6ckeln stetig;<\/p>\n<p>\u2022 das makro\u00f6konomische System zeigt klassische Anzeichen wachsender Ungleichgewichte;<\/p>\n<p>\u2022 das Wirtschaftswachstum ist ins Stocken geraten.<\/p>\n<p>Auftraggeber des Berichts ist eine etablierte, gut finanzierte Expertenorganisation, und westliche Medien zitieren sie sehr gern und h\u00e4ufig. Ihre abschlie\u00dfende Diagnose laut Bericht ist unmissverst\u00e4ndlich: Russland ist am Ende \u2013 und zwar jetzt, nicht sp\u00e4ter, nicht &#8222;irgendwann&#8220;: Ende, Schicht, Happy Birthday.<\/p>\n<p>Allerdings wird man das Gef\u00fchl nicht los, das alles schon mal irgendwo geh\u00f6rt zu haben. Und tats\u00e4chlich liefert eine Internetsuche allein nach der Stichphrase &#8222;Tod der russischen Wirtschaft&#8220; Tausende Ergebnisse aus den letzten Jahren \u2013 Texte, in denen unsere Wirtschaft und auch schon das Land selbst tausendfach eingebuddelt und am Grab Maigl\u00f6ckchen gepflanzt wurden.<\/p>\n<p>Doch &#8222;welch seltsam Ding, f\u00fcrwahr, was musz ich sehn? Verwunderliches ist allhier geschehn&#8220;: Nach jeder dieser Beerdigungen erscheinen immer wieder neue Ver\u00f6ffentlichungen und Berichte, denen zufolge sich Russland aus irgendeinem Grund hartn\u00e4ckig weigert, sich zu Grabe tragen zu lassen. So <a href=\"https:\/\/bisi.org.uk\/reports\/war-in-iran-and-the-russian-economy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ver\u00f6ffentlichte<\/a> k\u00fcrzlich eine britische Denkfabrik, Bloomsbury Intelligence and Security Institute (BISI), einen Bericht mit dem Titel &#8222;Der Iran-Krieg und die russische Wirtschaft&#8220;. Dieser enth\u00e4lt unter anderem folgende bemerkenswerte Passagen:<\/p>\n<p><em>&#8222;Obwohl die russische Wirtschaft seit Beginn des Krieges in der Ukraine allm\u00e4hlich schw\u00e4cher geworden ist, hat sie eine bemerkenswerte Widerstandsf\u00e4higkeit bewiesen: Es gibt kaum Grund zur Annahme, dass sie in diesem Jahr zusammenbrechen wird \u2013 oder auch im n\u00e4chsten.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Die russische Wirtschaft ist zwar langfristig nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig, verf\u00fcgt aber \u00fcber gen\u00fcgend Ressourcen, um den Krieg in der Ukraine fortzusetzen; es gibt kaum Grund zur Annahme, dass sie nach dem einen oder anderen Szenario zusammenbrechen wird.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Die Stockholmer Hochschule f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften beschrieb die Situation vor Kurzem \u00e4hnlich:<\/p>\n<p><em>&#8222;Die Sanktionen setzen die russische Wirtschaft unter Druck, aber Risse sind nicht sichtbar <strong>(aus irgendeinem Grund\u2026 Anm. des Autors)<\/strong>.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Also, ja: Der Patient ist definitiv tot, aber er isst, trinkt, schaut Fu\u00dfball mit einem Bier in der Hand und f\u00e4hrt regelm\u00e4\u00dfig zu seiner Datscha. Wieso die fragenden Blicke? Ist doch das Nat\u00fcrlichste der Welt!<\/p>\n<p>Das Komischste daran ist, dass die russische F\u00fchrung anscheinend v\u00f6llig ahnungslos ist, dass westliche \u00c4rzte im Flur stehen, allzeit bereit, den vorzeitigen Untergang des Landes festzuhalten.<\/p>\n<p>Hier ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber die Arbeit der Regierung unter Ministerpr\u00e4sident Michail Wladimirowitsch Mischustin \u2013 nur seit Anfang dieses Monats:<\/p>\n<p>3. Juni \u2013 Michail Mischustin verk\u00fcndete neue Beschl\u00fcsse zur Unterst\u00fctzung der Regionen. Diese zielen darauf ab, die lokalen Haushalte auszugleichen, das Verkehrswesen auszubauen, Infrastruktureinrichtungen zu errichten und verschiedene Sozialprogramme fortzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>4. Juni \u2013 der Premier leitete eine Sitzung zur Entwicklung des regionalen und \u00f6rtlichen Stra\u00dfennetzes. Als Ziel wurde gesetzt, alle Vorgaben zur Modernisierung der f\u00f6deralen Stra\u00dfen bis zum n\u00e4chsten Jahr zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>8. Juni \u2013 In einer Besprechung mit seinen Stellvertretern legte Mischustin Ziele f\u00fcr den Ausbau der Sozialprogramme, den Einsatz mobiler Brigaden im Sozialbereich und die Implementierung neuer sozialer Technologien fest. Die wichtigsten Priorit\u00e4ten der Sozialprogramme sind die Unterst\u00fctzung von Familien mit Kindern und die Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t \u00e4lterer Menschen.<\/p>\n<p>Am 11. Juni \u00fcberpr\u00fcfte die Regierung die Ergebnisse der Ausf\u00fchrung des Bundeshaushalts 2025 und die Umsetzung der damit verbundenen staatlichen Programme. Die Staatseinnahmen gem\u00e4\u00df der Bilanz \u00fcberstiegen 37 Billionen Rubel. Die durchschnittliche Zielerreichungsquote der staatlichen Programme lag bei nahezu 100 Prozent.<\/p>\n<p>Am 15. Juni fand eine Sitzung zur Wirtschaftslage statt, in der die neuesten operativen makro\u00f6konomischen Indikatoren zu Konsum- und Investitionst\u00e4tigkeit, Arbeitsmarkt und Branchenkreditvergabe sowie die wichtigsten Merkmale des Bundeshaushalts er\u00f6rtert wurden. Insgesamt kehrte das Wirtschaftswachstum \u00fcber die ersten vier Monate des Jahres 2026 in den positiven Bereich zur\u00fcck und stieg um 0,2 Prozent. Im April hatte das Wachstum 1,3 Prozent betragen.<\/p>\n<p>Die Kernbotschaften des Regierungschefs: Zur St\u00e4rkung der Wirtschaft werden alle notwendigen Ma\u00dfnahmen ergriffen; &#8222;alle Verpflichtungen gegen\u00fcber der Bev\u00f6lkerung werden weiterhin erf\u00fcllt&#8220;; &#8222;die russische Wirtschaft muss bis zum Jahr 2027 zu einem nachhaltigen, ausgewogenen Wachstum \u00fcbergehen&#8220;.<\/p>\n<p>Keine Sensationen oder Durchbr\u00fcche \u2013 nur t\u00e4gliche Routinearbeit.<\/p>\n<p>Will man Professor Preobraschenski aus Michail Bulgakows &#8222;Hundeherz&#8220; paraphrasieren, m\u00fcsste es hei\u00dfen:<\/p>\n<blockquote>\n<p>Lesen Sie keine westlichen Zeitungen vor dem Mittagessen, sonst klingt f\u00fcr Sie selbst der Wecker wie ein Trauermarsch.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem Russischen und zuerst\u00a0<\/em><em><a href=\"https:\/\/ria.ru\/20260617\/rossiya-2099325652.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">erschienen<\/a><\/em><em>\u00a0bei RIA Nowosti am 17.\u00a0Juni\u00a02026.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Kirill Strelnikow<\/em><\/strong><em>\u00a0ist ein russischer freiberuflicher Werbetexter-Coach und politischer Beobachter sowie Experte und Berater der russischen Fernsehsender NTV, Ren-TV und Swesda. Er absolvierte eine linguistische Hochschulausbildung an der Moskauer Universit\u00e4t f\u00fcr Geisteswissenschaften und arbeitete viele Jahre in internationalen Werbeagenturen an Kampagnen f\u00fcr Weltmarken. Er vertritt eine konservativ-patriotische politische Auffassung und ist Mitgr\u00fcnder und ehemaliger Chefredakteur des Medienprojekts PolitRussia. Strelnikow erlangte Bekanntheit, als er im Jahr 2015 russische Journalisten zu einem Treffen des verfassungsfeindlichen Aktivisten Alexei Nawalny mit US-Diplomaten\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/youtu.be\/mA5I_3m_t3U\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>lotste<\/em><\/a><em>. Er schreibt Kommentare\u00a0prim\u00e4r\u00a0f\u00fcr RIA\u00a0Nowosti und Sputnik.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013 <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/russland\/282587-entschuldung-veraendert-wirtschaftliche-herausforderungen-russlands\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Entschuldung ver\u00e4ndert wirtschaftliche Herausforderungen Russlands<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v78q2xm\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Kirill Strelnikow Jetzt scheint\u2019s das gewesen zu sein \u2013 aus und Schluss. 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