{"id":10591,"date":"2026-06-21T13:03:04","date_gmt":"2026-06-21T11:03:04","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/rentenalter-soll-steigen-und-rente-mit-63-abgeschafft-werden-37576540-html-2\/"},"modified":"2026-06-21T13:03:04","modified_gmt":"2026-06-21T11:03:04","slug":"rentenalter-soll-steigen-und-rente-mit-63-abgeschafft-werden-37576540-html-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/rentenalter-soll-steigen-und-rente-mit-63-abgeschafft-werden-37576540-html-2\/","title":{"rendered":"Empfehlung der Kommission: Rentenalter soll steigen und \u201eRente mit 63\u201c abgeschafft werden"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die Regierung will die Rente reformieren, nun hat die Rentenkommission ihre Arbeit abgeschlossen. Die Empfehlungen haben es in sich.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Knapp ein halbes Jahr hat eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission zur Rente getagt \u2013 nun liegen die Ergebnisse vor. Zwar sollen die beiden Vorsitzenden der Kommission, der ehemalige Chef der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit Frank-J\u00fcrgen Weise und die Sozialrechtsprofessorin Constanze Janda, den fertigen Bericht erst am Dienstag an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesarbeitsministerin B\u00e4rbel Bas (SPD) \u00fcberreichen. Allerdings drangen zentrale Empfehlungen bereits im Vorfeld nach drau\u00dfen\u00a0\u2013\u00a0und die haben es in sich. Das ZDF berichtete zuerst.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p>So empfiehlt die Kommission, deren Mitglieder vor allem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler umfasst, aber auch drei Bundestagsabgeordnete von CDU, CSU und SPD, einen <strong>Anstieg des Renteneintrittsalters<\/strong>. Konkret soll dieses, Informationen des <em>stern<\/em> zufolge, an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Der vorgeschlagene Mechanismus sieht vor: Steigt die Lebenserwartung um ein Jahr an, w\u00fcrde dies ein um acht Monate nach hinten versetztes Renteneintrittsalter bedeuten. Derzeit liegt das Regelrentenalter bei 66 Jahren und vier Monaten und steigt noch schrittweise an, bis es 2031 67 Jahre erreicht haben wird. \u00a0<\/p>\n<h2><strong>\u201eRente mit 63\u201c soll abgeschafft werden<\/strong><\/h2>\n<p>Auch soll Informationen des <em>stern<\/em> zufolge die <strong>abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren \u2013 umgangssprachlich \u201eRente mit 63\u201c \u2013 abgeschafft werden<\/strong>. Diese Regelung, 2014 von der damaligen schwarz-roten Regierung eingef\u00fchrt, erm\u00f6glicht allen, die 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben, einen fr\u00fcheren Renteneintritt ohne Abschl\u00e4ge. Vor 1953 Geborene konnten damit ohne Abschl\u00e4ge mit 63 Jahren in Rente gehen, ab 1964 Geborene k\u00f6nnen mit dieser Regelung mit 65 Jahren in Rente.\u00a0<\/p>\n<p>Untersuchungen zeigten immer wieder, dass die Sonderregelung nicht nur von Menschen in anstrengenden k\u00f6rperlichen Berufen \u2013\u202fder Krankenpflegerin, der Bauarbeiterin, dem Kellner\u202f\u2013 genutzt wird, sondern auch ma\u00dfgeblich von Menschen in Berufen mit eher geringerer Belastung. Eine k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Studie des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) ergab, dass eine Abschaffung der \u201eRente mit 63\u201c die \u00f6ffentlichen Kassen um 9,5 Milliarden Euro pro Rentnerjahrgang entlasten w\u00fcrde. Auch w\u00fcrden dem Arbeitsmarkt zus\u00e4tzlich rund 125.000 Vollzeitkr\u00e4fte zur Verf\u00fcgung stehen.\u00a0<\/p>\n<p>Au\u00dferdem empfiehlt die Kommission, den sogenannten <strong>Nachhaltigkeitsfaktor ab 2032 wieder in Kraft zu setzen<\/strong>. Dieser ist Teil der Rentenanpassungsformel, die die j\u00e4hrliche Anpassung der Renten bestimmt. Der Nachhaltigkeitsfaktor wurde 2005 f\u00fcr die Generationengerechtigkeit in der Rente eingef\u00fchrt, indem dieser das Verh\u00e4ltnis von Beitragszahlern zu Rentnern ber\u00fccksichtigt. Allerdings f\u00fchrten mehrere politische Entscheidungen der vergangenen Jahre dazu, dass dieser Nachhaltigkeitsfaktor faktisch nicht mehr greift. Gilt er nun wieder, werden die Renten in der Folge weniger stark ansteigen, als es ohne Nachhaltigkeitsfaktor der Fall w\u00e4re.\u00a0<\/p>\n<p>Bundesarbeitsministerin B\u00e4rbel Bas ist es ein besonderes Anliegen, dass <strong>mehr Menschen als bislang in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden<\/strong> \u2013 ein Gerechtigkeitsthema f\u00fcr die SPD-Ministerin. Zwar sollen Beamte nun dem Vorschlag der Kommission zufolge nicht in die gesetzliche Rente kommen. Allerdings tut sich bei dem Thema doch etwas: Abgeordnete und Vorst\u00e4nde von Aktiengesellschaften sollen einbezogen werden.\u00a0<\/p>\n<p>Und auch <strong>f\u00fcr Beamte sind weitreichende \u00c4nderungen vorgesehen<\/strong>: So sollen deren Pensionen k\u00fcnftig nicht mehr st\u00e4rker steigen k\u00f6nnen als die gesetzliche Rente, dazu sollen entsprechende D\u00e4mpfungsfaktoren eingef\u00fchrt werden. Au\u00dferdem sollen sich die Pensionen nicht mehr am letzten Gehalt bemessen, sondern an einem Mittel \u2013\u00a0\u00e4hnlich wie in der gesetzlichen Rente. Bund und L\u00e4nder sollen verpflichtet werden, R\u00fccklagen f\u00fcr die Pensionen zu bilden.\u00a0<\/p>\n<p>Auch soll eine <strong>Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rente<\/strong> kommen: Dazu sollen Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Extrabeitrag abf\u00fchren, <em>stern<\/em>-Informationen zufolge \u00fcber vier Jahre aufwachsend bis auf zwei Prozent. Dieses Geld soll dann in Aktien und Anleihen investiert werden, die Ertr\u00e4ge sollen die Anspr\u00fcche aus der gesetzlichen Rente aufstocken. Das bedeutet in der Konsequenz auch, dass der Beitragssatz in den kommenden Jahren steigen d\u00fcrfte. Dieser liegt seit vielen Jahren stabil bei 18,6 Prozent, und damit deutlich niedriger als noch Anfang der 2000er-Jahre, als er bei 19,5 beziehungsweise 19,9 Prozent lag.\u00a0<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, dass die Kommission ihren Fokus klar auf die gesetzliche Rente gelegt hat, nicht so sehr auf Betriebsrenten und die private Vorsorge. Und das, obwohl Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zuletzt davon sprach, dass die gesetzliche Rente nicht mehr als eine \u201eBasisabsicherung\u201c f\u00fcr das Alter sein werde.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Nun wird es darauf ankommen, was die Regierung von diesen Vorschl\u00e4gen genau umsetzen wird\u00a0\u2013\u00a0und wie. Gerade in der SPD d\u00fcrften einige Ma\u00dfnahmen eher schwer zu verkraften sein. So hatte man in den Reihen der Sozialdemokraten etwa immer darauf gepocht, dass ein sp\u00e4terer Renteneintritt nicht f\u00fcr die gelten d\u00fcrfte, die schwer k\u00f6rperlich arbeiteten. Denn m\u00fcssen diese gesundheitsbedingt fr\u00fcher als das regul\u00e4re Renteneintrittsalter aus dem Erwerbsleben ausscheiden, bedeutete dies in der Konsequenz eine geringere Rente f\u00fcr sie.\u00a0<\/p>\n<p>Die Kommission konnte intern nicht f\u00fcr alle Vorschl\u00e4ge Einstimmigkeit erreichen, das hei\u00dft: Nicht jeder einzelne Vorschlag wird von allen Mitgliedern unterst\u00fctzt. Trotzdem w\u00fcrde das Paket im Grundsatz so von allen mitgetragen, hei\u00dft es. Die Kommission betont <em>stern<\/em>-Informationen zufolge, dass sie die von ihr vorgelegten Ma\u00dfnahmen als Paket versteht. Es sei kein \u201eBuffet\u201c, aus dem man sich bedienen k\u00f6nne.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel ist eine \u00dcbernahme des Stern, der wie Capital zu RTL Deutschland geh\u00f6rt. Auf Capital.de wird er sechs Monate hier aufrufbar sein. Danach finden Sie ihn auf <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/eur03.safelinks.protection.outlook.com\/?url=http%3A%2F%2Fwww.stern.de%2F&amp;data=05%7C02%7C%7Cc793c09679924eb63adb08dc2d5c0d3a%7Cefce8346592b4b6eb1c20fd07bd5e442%7C0%7C0%7C638435120580234728%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=mBdOr2buS4HM0OYSYX1xa+Ggs3D1GmSSEKxWqlvEjvs%3D&amp;reserved=0\" class=\"external-link\"><em>www.stern.de<\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Die Regierung will die Rente reformieren, nun hat die Rentenkommission ihre Arbeit abgeschlossen. 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