{"id":10753,"date":"2026-06-22T18:06:22","date_gmt":"2026-06-22T16:06:22","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/85-jahre-spaeter-deutschland-bereitet-sich-wieder-darauf-vor-russland-anzugreifen\/"},"modified":"2026-06-22T18:06:22","modified_gmt":"2026-06-22T16:06:22","slug":"85-jahre-spaeter-deutschland-bereitet-sich-wieder-darauf-vor-russland-anzugreifen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/85-jahre-spaeter-deutschland-bereitet-sich-wieder-darauf-vor-russland-anzugreifen\/","title":{"rendered":"85 Jahre sp\u00e4ter: Deutschland bereitet sich wieder darauf vor, Russland anzugreifen"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Wladimir Kornilow<\/em><\/p>\n<p>22. Juni: Gedenktag f\u00fcr die Ewigkeit, ein Tag der nationalen Trauer und zugleich Symbol f\u00fcr die Widerstandskraft unseres Volkes. Ein Tag, an dem jeder von uns seiner Vorfahren gedenkt, die im Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieg gefallen sind. Und wie es so sch\u00f6n hei\u00dft:<\/p>\n<p><em>&#8222;Es gibt keine Familie in Russland, die nicht einen Helden beweint.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Da die kollektive Erinnerung an diesen Krieg und den gro\u00dfen Sieg \u00fcber ein vereintes Europa unter Naziherrschaft das Fundament unseres Staates bilden, werden Europ\u00e4er immer gegen unsere Denkm\u00e4ler k\u00e4mpfen. Man muss sich nur daran erinnern, was in den letzten Jahren mit Denkm\u00e4lern f\u00fcr sowjetische Soldaten und Befreier im Baltikum, in Polen, Tschechien und der Ukraine nach dem Sieg der Nazi-Ideologie dort geschehen ist.<\/p>\n<p>Man muss anerkennen: Deutschland hat sich diesen Tendenzen lange Zeit entzogen, vor allem aufgrund der staatlichen Anerkennung der kollektiven Schuld der Deutschen an den Verbrechen des Zweiten Weltkriegs. Doch mit der zunehmenden antirussischen Hysterie gewinnt der Prozess des Absch\u00fcttelns dieser selbst auferlegten Beschr\u00e4nkungen rasch an Dynamik.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn der Milit\u00e4rischen Sonderoperation hielt der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz im Bundestag eine Rede, in der er wiederholt auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs Bezug nahm. Einige Medien interpretierten sie als &#8222;Deutschlands Absage an die historische Schuld gegen\u00fcber Russland&#8220;. Es ist bemerkenswert, dass Berlin sp\u00e4ter wiederholt erkl\u00e4rte, die Verantwortung f\u00fcr den Holocaust bestimme die Politik gegen\u00fcber Israel. Im Verh\u00e4ltnis zu Russland kommen andere T\u00f6ne: Die j\u00fcngsten \u00c4u\u00dferungen des Luftwaffenchefs \u00fcber seine Bereitschaft, &#8222;noch heute Nacht&#8220; Sankt Petersburg und Kaliningrad zu bombardieren, deuten darauf hin, dass die Fesseln der kollektiven Verantwortung gegen\u00fcber Russland und dem russischen Volk bereits abgesch\u00fcttelt sind.<\/p>\n<p>Bislang haben die Deutschen aufgrund nationaler Gesetze und internationaler Verpflichtungen zum Schutz von Gr\u00e4bern keine Eingriffe in Denkm\u00e4ler f\u00fcr sowjetische Soldaten vorgenommen. Doch andere Formen des Vandalismus an ihnen laufen an. K\u00fcrzlich entbrannten in Deutschland hitzige Debatten \u00fcber das Denkmal f\u00fcr den sowjetischen Befreier im Berliner Treptower Park. Ausl\u00f6ser waren ukrainische Aktivisten, die die sowjetischen Symbole und die zahlreichen Stalin-Zitate in der Gedenkst\u00e4tte kritisierten.<\/p>\n<p>Deutsche Politiker haben sich diesen Initiativen nun aktiv angeschlossen und eine &#8222;Kontextualisierung&#8220; des Denkmals vorgeschlagen. Sie wollen jede Inschrift mit einer &#8222;Erl\u00e4uterung&#8220; in Form von Text oder QR-Codes versehen.<\/p>\n<p>Alexander Freyer-Winterwerb, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, beklagte:<\/p>\n<p><em>&#8222;Hier beginnt beispielsweise Stalins Zitat mit einer Formulierung \u00fcber den heimt\u00fcckischen Angriff Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion. Es verschweigt aber die vorausgegangene Teilung Polens.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Schwer zu sagen, wie die Erw\u00e4hnung Polens nach Ansicht des Berliner Politikers die Einstellung zum Heldentum des sowjetischen Soldaten ver\u00e4ndern wird, der Europa vom Nationalsozialismus befreite.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese &#8222;Kontextualisierer&#8220; geht es vor allem darum, den Prozess der Geschichtsrevision anzusto\u00dfen. Dann, so wissen wir aus der Erfahrung anderer L\u00e4nder, geht die Umschreibung schneller vonstatten. Zumal die britische Presse, die diese Initiativen kommentiert, bereits direkt die Entfernung von Denkm\u00e4lern f\u00fcr sowjetische Soldaten in Deutschland fordert.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des 85. Jahrestages des \u00dcberfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion ver\u00f6ffentlichte das Wochenmagazin <em>Der Spiegel<\/em> eine Ausgabe, die unmissverst\u00e4ndlich Klarheit schafft. Schon die Titelseite ist bemerkenswert: &#8222;Unser Krieg gegen Russland&#8220;. Ja, ein f\u00fchrendes deutsches Magazin verwendet tats\u00e4chlich die Worte &#8222;unser Krieg&#8220;, wenn es \u00fcber den Nazi-Angriff auf unser Heimatland schreibt. Was soll man dazu noch sagen?<\/p>\n<p>Viele Zeitungen st\u00fcrzten sich auf den <em>Spiegel<\/em> wegen dieser provokanten Schlagzeile und nannten sie ein &#8222;Geschenk an die russische Propaganda&#8220;. Fakt ist jedoch, dass das Wochenmagazin v\u00f6llig offene und \u00f6ffentliche Prozesse beschrieb. Es ist beispielsweise kein Geheimnis, dass es in Deutschland in letzter Zeit in Mode gekommen ist, die NS-Vergangenheit in der Verwandtschaft zu erforschen. W\u00e4hrend die Deutschen den Dienst ihrer Gro\u00dfv\u00e4ter in der SS oder Wehrmacht fr\u00fcher verschwiegen, entdecken sie diese Wurzeln heute mit Begeisterung und schreiben offen dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Der <em>Spiegel<\/em> handelt im Grunde von demselben Thema: der Kontinuit\u00e4t der Generationen! Dar\u00fcber hinaus betont das Magazin, dass fr\u00fcher unter Westdeutschen der Mythos einer &#8222;sauberen Wehrmacht&#8220; kursierte. Mehrere Generationen wuchsen mit der Vorstellung auf, dass alle Gr\u00e4ueltaten an der Ostfront von der SS begangen wurden, w\u00e4hrend Offiziere und Mannschaften lediglich k\u00e4mpften. Dieser Mythos wurde dann widerlegt. Und nun (und dies ist offenbar eine neue Phase im Prozess der Abw\u00e4lzung kollektiver Verantwortung) werden Artikel \u00fcber Milit\u00e4rverbrechen gegen die Zivilbev\u00f6lkerung der UdSSR gelassen hingenommen.<\/p>\n<p>Wie der <em>Spiegel<\/em> behauptet, verwandelten sich die aus Stalingrad zur\u00fcckweichenden Deutschen in eine &#8222;Armee von Verbrechern&#8220;. &#8222;Je gr\u00f6\u00dfer der Druck auf die deutschen Truppen wurde, desto r\u00fccksichtsloser wurden sie&#8220;, r\u00e4umt das Magazin ein. Und dennoch hindert dies die Deutschen nicht daran, stolz auf ihre Gro\u00dfv\u00e4ter zu sein.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Man will den Deutschen subtil einreden, dass die Bombardierung Sankt Petersburgs durch die Luftwaffe lediglich die Fortsetzung des Werks ihrer Vorfahren sei. Ein Krieg gegen die Russen war vor 85 Jahren normal, und die Vorstellung davon normalisiert sich sogar noch heute. Und was ist mit den Gr\u00e4ueltaten an Zivilisten? Die deutsche Presse berichtete damals kaum dar\u00fcber, genauso wenig wie \u00fcber die Angriffe auf Kinder in Starobelsk oder den Touristenbus in Jenakijewo, ver\u00fcbt von den ideologischen Nachfahren der Nazis.<\/p>\n<p>Es sei darauf hingewiesen, dass dies erst der Beginn einer neuen Phase der Neubewertung der Rolle Deutschlands im Krieg gegen die UdSSR ist. Es ist keineswegs so, dass die gesamte deutsche Gesellschaft diesen Wandel akzeptiert. So fand beispielsweise am vergangenen Samstag in Berlin eine Gro\u00dfdemonstration zum 85. Jahrestag des Beginns des Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieges unter mit Losungen wie &#8222;Russland ist unser Freund!&#8220; und &#8222;Gegen aggressive Politik gegen\u00fcber Russland!&#8220; statt. Das wird kaum etwas aufhalten k\u00f6nnen: Zur Zeit von Hitlers Machtergreifung verf\u00fcgte Deutschland \u00fcber die m\u00e4chtigste kommunistische Bewegung Europas, die sich f\u00fcr eine Freundschaft mit der UdSSR einsetzte. Das Schicksal ihrer Aktivisten war tragisch.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/ria.ru\/20260622\/germaniya-2100172509.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Originalartikel ist am 22. Juni 2026 auf ria.ru erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Wladimir Kornilow<\/strong> ist ein ehemals ukrainischer, seit 2014 russischer Politologe, Publizist und Buchautor<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013 <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/282886-berlin-dunkle-wolken-ueber-russischer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Berlin: Dunkle Wolken \u00fcber russischer Kultur und Sowjetehrenmalen<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v79gz3a\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wladimir Kornilow 22. Juni: Gedenktag f\u00fcr die Ewigkeit, ein Tag der nationalen Trauer und zugleich Symbol f\u00fcr die Widerstandskraft unseres Volkes. 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