{"id":11228,"date":"2026-06-26T07:05:50","date_gmt":"2026-06-26T05:05:50","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/affaere-des-jahrhunderts-geschenk-an-praesident-putin-entpuppt-sich-als-kunstfaelschungs-sammlung\/"},"modified":"2026-06-26T07:05:50","modified_gmt":"2026-06-26T05:05:50","slug":"affaere-des-jahrhunderts-geschenk-an-praesident-putin-entpuppt-sich-als-kunstfaelschungs-sammlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/affaere-des-jahrhunderts-geschenk-an-praesident-putin-entpuppt-sich-als-kunstfaelschungs-sammlung\/","title":{"rendered":"Aff\u00e4re des Jahrhunderts: &#8222;Geschenk an Pr\u00e4sident Putin&#8220; entpuppt sich als Kunstf\u00e4lschungs-Sammlung"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Der kunsthistorische Krimi um eine der meistgehypten privaten Kunstsammlungen Russlands n\u00e4hert sich seinem H\u00f6hepunkt. Die Mythen um diese Sammlung entstanden bereits in den 60er-Jahren im Boh\u00e8me-Milieu Moskaus. Nun stellt sich heraus, dass sogar die Echtheit der Exponate ein Mythos ist.<\/p>\n<p>Die Sammlung wurde von einem Ehepaar zusammengetragen, das seit den 1960er-Jahren in der russischen K\u00fcnstlerboh\u00e8me bekannt war \u2013 dem ber\u00fchmten nonkonformistischen Maler Eli Beljutin und seiner Frau, der Kunsthistorikerin Nina Molewa. In zahlreichen Interviews, Dokumentarfilmen und B\u00fcchern berichteten sie \u00fcber die Entstehung ihrer Sammlung. Die geheimnisvolle Aura rund um sie wurde geschickt inszeniert. Nach Angaben des Ehepaares waren an der Entstehung der Sammlung der Gro\u00dfvater des K\u00fcnstlers \u2013 der Maler der kaiserlichen Theater Iwan Grinew\u00a0\u2013 sowie sein Urgro\u00dfvater italienisch-polnischer Herkunft Paolo Belucci beteiligt.<\/p>\n<p>Nach Beljutins Tod verfasste Molewa ein Testament, das auf den &#8222;Pr\u00e4sidenten Russlands&#8220; lautete \u2013 und auch diese Tatsache sorgte sofort f\u00fcr Aufsehen. Es wurden astronomische Summen genannt, die die Sammlung wert sein k\u00f6nnte. Die Zeitungen waren voll von Schlagzeilen wie &#8222;Kunstsammlung im Wert von zwei Milliarden Dollar an Wladimir Putin vererbt&#8220;.<\/p>\n<p>Nach dem Tod Molewas wiesen Juristen darauf hin, dass die Formulierung &#8222;die Sammlung dem Staat in Person seines Pr\u00e4sidenten zu \u00fcbertragen&#8220; \u00e4u\u00dferst fehlerhaft sei. Daher wurde das Testament Gegenstand gerichtlicher Verfahren, die Sammlung wurde als &#8222;erbloses Verm\u00f6gen&#8220; anerkannt und zugunsten des Staates eingezogen. Gem\u00e4\u00df dem Verfahren ist danach eine obligatorische Begutachtung erforderlich, die zeigen soll, ob es sich bei dem Nachlass um einen &#8222;Kulturgut&#8220; handelt oder nicht. &#8222;Um \u00fcber das Schicksal der Sammlung Molewa-Beljutin zu entscheiden, wird derzeit eine Begutachtung durchgef\u00fchrt&#8220;, teilte ein Vertreter des Kulturministeriums <em>The Art Newspaper Russia<\/em> mit. &#8222;Die Begutachtung wird von unseren akkreditierten Sachverst\u00e4ndigen f\u00fcr Kulturg\u00fcter durchgef\u00fchrt.&#8220;<\/p>\n<p>Und dann kam eine \u00fcberraschende Tatsache ans Licht: Die Sammlung, \u00fcber die so viel gesprochen wurde, entpuppte sich im Grunde als F\u00e4lschung. <em>The Art Newspaper Russia\u00a0<\/em>schreibt:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8222;Es handelt sich um etwa 1.000 Kunstwerke, darunter 200 Gem\u00e4lde, Skulpturen, Grafiken, Ikonen und Werke von Belutin selbst; aus modernistischer Zeit angeblich Werke von \u00c9douard Manet, Claude Monet, Maurice Vlaminck und Natalia Goncharova. Derzeit ist offensichtlich, dass sich in der Sammlung keine Originale aus der Renaissance und dem Barock befinden. Bei den meisten Objekten handelt es sich um sp\u00e4tere Kopien (\u00fcberwiegend aus dem 19.\u00a0Jahrhundert) oder um stark restaurierte Werke auf alten Holztafeln. Dabei weisen diese alle die Qualit\u00e4t handwerklicher Malerei auf.&#8220;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Zudem befinden sich viele der Gegenst\u00e4nde, wie <em>The Art Newspaper Russia<\/em> berichtet, in einem &#8222;sehr verwahrlosten Zustand&#8220;, da sie jahrzehntelang in einer von Katzen bewohnten Wohnung Staub, Ger\u00fcchen und Insekten ausgesetzt waren. Um zumindest die besten St\u00fccke davon ausstellen zu k\u00f6nnen, sind Restaurierungs- oder Konservierungsma\u00dfnahmen erforderlich, was ein zus\u00e4tzliches Budget bedeutet, so die Zeitung weiter.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich hat das Puschkin-Museum f\u00fcr sch\u00f6ne K\u00fcnste genau aus diesem Grund bereits in den 2010er-Jahren abgelehnt, die Gem\u00e4lde als Schenkung anzunehmen, nachdem die f\u00fchrende Expertin f\u00fcr italienische Meister Wiktorija Markowa die Bilder begutachtet hatte\u00a0\u2013 auch der Moskauer B\u00fcrgermeister Juri Luschkow lehnte damals die Schenkung an die Stadt ab.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema \u2013<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/russland\/281919-skandal-um-tretjakow-galerie-werke\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Skandal um Tretjakow-Galerie: Werke des Bildhauers Ernst Neiswestny erweisen sich als F\u00e4lschungen<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n                                                <iframe title=\"40 Jahre Perestroika: Eine Umgestaltung, die f\u00fcr die Sowjetb\u00fcrger zum Symbol der Entt\u00e4uschung wurde\" height=\"150\" width=\"100%\" style=\"border: none;\" scrolling=\"no\" data-name=\"pb-iframe-player\" src=\"https:\/\/www.podbean.com\/player-v2\/?i=up66x-1a94aeb-pb&amp;from=pb6admin&amp;share=1&amp;download=1&amp;rtl=0&amp;fonts=Arial&amp;skin=f6f6f6&amp;font-color=&amp;logo_link=episode_page&amp;btn-skin=7\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe>\n                    <\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der kunsthistorische Krimi um eine der meistgehypten privaten Kunstsammlungen Russlands n\u00e4hert sich seinem H\u00f6hepunkt. Die Mythen um diese Sammlung entstanden bereits in den 60er-Jahren im Boh\u00e8me-Milieu Moskaus. Nun stellt sich heraus, dass sogar die Echtheit der Exponate ein Mythos ist. Die Sammlung wurde von einem Ehepaar zusammengetragen, das seit den 1960er-Jahren in der russischen K\u00fcnstlerboh\u00e8me [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4846,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-11228","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-politik"],"blocksy_meta":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1920&resize=1920,1080&ssl=1",1920,1080,true],"thumbnail":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=150&resize=150,150&ssl=1",150,150,true],"medium":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=300&resize=300,300&ssl=1",300,300,true],"medium_large":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=768&resize=768,0&ssl=1",768,0,true],"large":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1024&resize=1024,1024&ssl=1",1024,1024,true],"1536x1536":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1536&resize=1536,1536&ssl=1",1536,1536,true],"2048x2048":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=2048&resize=2048,2048&ssl=1",2048,2048,true],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=18&resize=18,12&ssl=1",18,12,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Der kunsthistorische Krimi um eine der meistgehypten privaten Kunstsammlungen Russlands n\u00e4hert sich seinem H\u00f6hepunkt. Die Mythen um diese Sammlung entstanden bereits in den 60er-Jahren im Boh\u00e8me-Milieu Moskaus. Nun stellt sich heraus, dass sogar die Echtheit der Exponate ein Mythos ist. Die Sammlung wurde von einem Ehepaar zusammengetragen, das seit den 1960er-Jahren in der russischen K\u00fcnstlerboh\u00e8me&hellip;","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11228","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11228"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11228\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4846"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11228"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11228"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11228"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}