{"id":11319,"date":"2026-06-26T17:02:04","date_gmt":"2026-06-26T15:02:04","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/bayer-erringt-entscheidenden-sieg-im-glyphosat-streit-aktie-im-plus-37603510-html-2\/"},"modified":"2026-06-26T17:02:04","modified_gmt":"2026-06-26T15:02:04","slug":"bayer-erringt-entscheidenden-sieg-im-glyphosat-streit-aktie-im-plus-37603510-html-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/bayer-erringt-entscheidenden-sieg-im-glyphosat-streit-aktie-im-plus-37603510-html-2\/","title":{"rendered":"Aktie 20 Prozent im Plus: Befreiungsschlag: Bayer erringt entscheidenden Sieg im Glyphosat-Streit"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Jahrelang belasteten Rechtsstreitigkeiten um den Unkrautvernichter Roundup den Bayer-Konzern. Jetzt entzieht ein Urteil Tausenden Glyphosat-Klagen die Grundlage. Die Aktie schie\u00dft nach oben<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer hat im milliardenschweren US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat einen entscheidenden Erfolg vor dem Obersten Gerichtshof der USA errungen. Der Supreme Court entschied am Donnerstag mit sieben zu zwei Stimmen, dass die Zulassungsvorgaben der US-Bundesbeh\u00f6rden Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten haben. Klagen wegen angeblich unzureichender Krebs-Warnhinweise seien unzul\u00e4ssig, da sie zus\u00e4tzliche oder abweichende Anforderungen an die Etikettierung stellten, als von der US-Umweltschutzbeh\u00f6rde EPA verlangt. Damit entzogen die Richter Tausenden \u00e4hnlichen Klagen die Grundlage.<\/p>\n<p>Bei den Anlegern an der B\u00f6rse herrschte Erleichterung. Die Aktien von Bayer schossen um 18,7 Prozent an die Dax-Spitze und erlebten ihren besten Handelstag seit 23 Jahren.\u00a0<\/p>\n<p>Fondsmanager Markus Manns vom Top-15-Investor Union Investment sprach von einem Meilenstein. F\u00fcr den Leverkusener Pharma- und Agrarkonzern beginne zehn Jahre nach der Monsanto-\u00dcbernahme eine neue \u00c4ra. K\u00fcnftige Klagen seien damit zwar noch nicht aus der Welt, w\u00fcrden aber deutlich erschwert. \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich Ingo Speich von der Deka-Investment, die zu den 25 gr\u00f6\u00dften Anteilseignern geh\u00f6rt: &#8222;Die Entscheidung des Supreme Courts ist sehr positiv zu sehen und wird zu einer Eind\u00e4mmung der Klagewelle f\u00fchren.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Bayer begr\u00fc\u00dfte die Entscheidung des Supreme Court. Das Urteil werde dazu beitragen, die Rechtsstreitigkeiten nach nahezu einem Jahrzehnt signifikant einzud\u00e4mmen, teilte der Leverkusener Dax-Konzern mit. Es d\u00fcrfte dazu f\u00fchren, dass aktuelle Klagen abgewiesen und k\u00fcnftige verhindert werden, sofern sie auf angeblich fehlenden Warnhinweisen beruhen. Bayer hatte stets argumentiert, dass die US-Umweltschutzbeh\u00f6rde EPA den Wirkstoff als nicht krebserregend einstuft und entsprechende Warnhinweise daher nicht zul\u00e4ssig seien.<\/p>\n<p>In der von Richter Brett Kavanaugh verfassten Mehrheitsentscheidung st\u00fctzte sich das Gericht auf das US-Bundesgesetz f\u00fcr Insektizide, Fungizide und Rodentizide (FIFRA). Dieses schreibe eine landesweit einheitliche Kennzeichnung von Pflanzenschutzmitteln vor. Da die EPA Glyphosat seit 1991 wiederholt als nicht krebserregend eingestuft und das Etikett des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup von Bayer ohne Warnhinweis genehmigt habe, d\u00fcrften einzelne Bundesstaaten keine abweichenden Warnungen verlangen. Ein Hersteller wie die Bayer-Tochter Monsanto sei bundesrechtlich verpflichtet, exakt das von der EPA genehmigte Etikett zu verwenden, erkl\u00e4rte Kavanaugh.<\/p>\n<p>Konkret hob der Supreme Court eine Entscheidung aus dem Bundesstaat Missouri auf. Dort hatte John Durnell im Jahr 2019 geklagt, weil er seine Erkrankung an einem Non-Hodgkin-Lymphom auf die rund 20-j\u00e4hrige Nutzung von Roundup zur\u00fcckf\u00fchrte. Eine Jury hatte ihm mehr als eine Million Dollar Schadenersatz zugesprochen. Die beiden abweichenden Richter des Supreme Court hatten argumentierten, dass die blo\u00dfe Zulassung durch die EPA einen Hersteller nicht von der allgemeinen Pflicht entbinde, vor m\u00f6glichen Gefahren zu warnen.<\/p>\n<p>Die Entscheidung beendet f\u00fcr Bayer eine beispiellose juristische und finanzielle Durststrecke. Den Rechtsstreit hatte sich der Konzern 2018 mit der 63 Mrd. Dollar schweren \u00dcbernahme des US-Saatgutriesen Monsanto eingehandelt. Seit Jahren versuchte das Unternehmen erfolglos, die rechtlichen Altlasten in den Griff zu bekommen. Auch ein erster Vergleich \u00fcber bis zu 10,9 Mrd. Dollar 2020 reichte nicht aus, um die Klagewelle zu stoppen.\u00a0<\/p>\n<p>Die Streitigkeiten lie\u00dfen den B\u00f6rsenwert von einst rund 120 Mrd. Euro auf inzwischen knapp 39 Mrd. Euro schrumpfen. Die R\u00fcckstellungen und Verbindlichkeiten summierten sich zuletzt auf insgesamt 9,6 Mrd. Euro.\u00a0<\/p>\n<p>Um die Risiken zu begrenzen, hatte Bayer 2023 den Verkauf glyphosathaltiger Produkte an US-Privatkunden eingestellt. Anderson, der 2023 auf den Architekten der Monsanto-\u00dcbernahme, Werner Baumann, folgte, drohte wiederholt sogar damit, Glyphosat komplett vom US-Markt zu nehmen. Im Februar brachte Bayer einen neuen Sammelvergleich von bis zu 7,25 Mrd. Dollar auf den Weg, um sowohl anh\u00e4ngige als auch m\u00f6gliche k\u00fcnftige Klagen beizulegen. Dieser wurde im M\u00e4rz vorl\u00e4ufig genehmigt und soll im Juli rechtskr\u00e4ftig werden. Der entscheidende Befreiungsschlag k\u00e4me mit der Annahme dieses Vergleichs, erkl\u00e4rte Union-Investment-Experte Manns. &#8222;Damit w\u00e4re f\u00fcr Bayer das Kapitel der Glyphosat-Klagen endg\u00fcltig erledigt und das Management k\u00f6nnte sich wieder voll auf operative und strategische Themen konzentrieren.&#8220;\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Jahrelang belasteten Rechtsstreitigkeiten um den Unkrautvernichter Roundup den Bayer-Konzern. Jetzt entzieht ein Urteil Tausenden Glyphosat-Klagen die Grundlage. 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