{"id":11406,"date":"2026-06-27T15:05:53","date_gmt":"2026-06-27T13:05:53","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/europas-strategisches-erwachen-hochruestung-fuer-krieg-gegen-russland-noch-vor-2030\/"},"modified":"2026-06-27T15:05:53","modified_gmt":"2026-06-27T13:05:53","slug":"europas-strategisches-erwachen-hochruestung-fuer-krieg-gegen-russland-noch-vor-2030","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/europas-strategisches-erwachen-hochruestung-fuer-krieg-gegen-russland-noch-vor-2030\/","title":{"rendered":"&#8222;Europas strategisches Erwachen&#8220; \u2013 Hochr\u00fcstung f\u00fcr Krieg gegen Russland noch vor 2030"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von\u00a0Rainer Rupp<\/em><\/p>\n<p>Nach Angaben des russischen Stellvertretenden Au\u00dfenministers Alexander Gruschko gegen\u00fcber der Zeitung <em>Iswestija<\/em> sieht Moskau in der NATO und der Europ\u00e4ischen Union aktive Vorbereitungen auf eine milit\u00e4rische Konfrontation mit Russland um das Jahr 2030. Gruschko betonte, diese Einsch\u00e4tzung basiere auf einer gr\u00fcndlichen Analyse der Politik und Milit\u00e4rstrategien beider B\u00fcndnisse.<\/p>\n<p>Aus russischer Sicht gebe es keinen wesentlichen Unterschied mehr zwischen EU und NATO hinsichtlich ihrer aggressiven Absichten gegen\u00fcber Russland. Das vorrangige Ziel sei es, Russland eine &#8222;strategische Niederlage&#8220; zuzuf\u00fcgen. Gruschko zog direkte Parallelen zum Vorgehen des Westens mit den Vorbereitungen, die im Jahr 1941 zur Operation Barbarossa des nationalsozialistischen Deutschlands f\u00fchrten \u2013 der gr\u00f6\u00dften Invasion der Milit\u00e4rgeschichte.<\/p>\n<p>Diese historische Analogie unterstreicht das tiefe Misstrauen Moskaus gegen\u00fcber westlichen, vor allem aber deutschen Absichten. Die Operation Barbarossa ist im russischen kollektiven Ged\u00e4chtnis als eines der traumatischsten Ereignisse verankert.<\/p>\n<p>Au\u00dfenminister Sergei Lawrow hatte zuvor <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/283301-hat-deutschland-seine-nazi-instinkte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">gewarnt<\/a>, dass in Europa \u00fcber die revanchistische Wiederherstellung der deutschen Milit\u00e4rmacht diskutiert werde. Er mahnte, ein direkter Zusammensto\u00df zwischen der NATO und Russland k\u00f6nne schnell in einen Atomkrieg eskalieren. Diese russischen Stimmen spiegeln eine tief pessimistische Sicht auf die europ\u00e4ische Sicherheitslandschaft wider und deuten auf eine Eskalationsspirale hin, in der diplomatische Kan\u00e4le zunehmend versagen, bzw. nicht mehr existieren.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund hat der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron seiner letzten Bastille-Day-Parade als Staatsoberhaupt das offizielle Motto &#8222;Europ\u00e4isches strategisches Erwachen&#8220; verliehen. Die Veranstaltung am 14. Juli 2026 wird als gro\u00dfe Demonstration der Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine und als Symbol europ\u00e4ischer \u2013 statt rein franz\u00f6sischer \u2013 Verteidigung inszeniert. Die Ukraine erh\u00e4lt beispiellose Prominenz: Der \u00dcberflug beginnt mit zwei Mirage-2000-Jets, die von gemischten franz\u00f6sisch-ukrainischen Besatzungen geflogen werden. Eines der Flugzeuge ist in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb lackiert. In einem weiteren Bruch mit der Tradition tragen alle teilnehmenden Flugzeuge Waffenattrappen, darunter Bomben und Raketen.<\/p>\n<p>Der Umfang der Parade wurde ebenfalls deutlich erweitert: Rund 10.000 Soldaten sollen marschieren \u2013 ein deutlicher Anstieg gegen\u00fcber den etwa 7.000 Teilnehmern der letzten Jahre. Neben franz\u00f6sischen Truppen sind alliierte europ\u00e4ische Einheiten anwesend, darunter solche, die an der NATO-Ostflanke in Rum\u00e4nien und Estland stationiert sind, also direkt von der Ostfront zu dem Gro\u00dfereignis in Paris kommen. Kampfflugzeuge aus Deutschland, Schweden, Griechenland und Gro\u00dfbritannien beteiligen sich ebenfalls. Vertreter und milit\u00e4rische Kontingente aus 37 Nationen wurden eingeladen, doch die sogenannte &#8222;Koalition der Willigen&#8220; \u2013 eine von Frankreich und Gro\u00dfbritannien gef\u00fchrte Gruppe antirussischer, kriegsgeiler Regierungen\u2013 steht im Mittelpunkt der Veranstaltung, die geschlossenes Europa gegen Russland darstellen soll. Auch hochrangige NATO-Vertreter und EU-Spitzen wie Ursula von der Leyen sind geladen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Macron, dessen Beliebtheit in Frankreich seit Jahren zur\u00fcckgeht und zuletzt in den freien Fall \u00fcbergegangen ist, bietet diese zehnte und letzte Bastille-Day-Parade die letzte Gelegenheit, dem stark angeschlagenen Narrativ seiner Pr\u00e4sidentschaft nochmals etwa Glanz zu verleihen. Die Umwandlung des Nationalfeiertags in eine B\u00fchne f\u00fcr staatlichen Militarismus und macronistische euroukrainische Gro\u00dfmachtfantasie wird dem Pr\u00e4sidenten von vielen Kritikern als kompletter Verrat am revolution\u00e4ren Geist von 1789 vorgeworfen, dem die allj\u00e4hrliche Parade gewidmet ist. Was 1789 als Akt des Widerstands gegen feudalistische Tyrannei begonnen hatte, wandelt sich unter Macron zu einer Feier des Staatsmilitarismus, der \u00fcber lebenswichtige soziale Bed\u00fcrfnisse der Franzosen gestellt wird.<\/p>\n<p>Parallel zu den Entwicklungen in Frankreich wird der R\u00fccktritt des britischen Premierministers Keir Starmer von den Mainstream-Medien als gesunde Demonstration demokratischer Verantwortlichkeit dargestellt. In Wahrheit offenbart er eine tiefere Legitimit\u00e4tskrise. Die plagt nicht nur Starmer in Gro\u00dfbritannien, sondern erstreckt sich wie gerade gesehen \u00fcber Macron in Frankreich bis hin zu Friedrich Merz in Deutschland und dar\u00fcber hinaus auch auf die zunehmend unbeliebten kleiner Kriegsfalken an der Spitze anderer Regierungen in der EU.<\/p>\n<p>Nach Jahren wirtschaftlicher Stagnation in Gro\u00dfbritannien, \u00dcberhand nehmender, gewaltt\u00e4tiger Migrationsprobleme und der Verarmung der unteren Gesellschaftsschichten sind Starmers Zustimmungswerte rapide gefallen. Zwei weitere Faktoren kamen erschwerend hinzu:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Wider besseres Wissen hat Starmer seinen Parteifreund Peter Mandelson, der \u00fcber viele Jahren \u2013 bis zu dessen Verhaftung \u2013 bei dem zionistischen Mossad-Zuarbeiter und Kindersch\u00e4nder Jeffrey Epstein ein und aus gegangen war, zum britischen Botschafter in Washington ernannt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Ungeachtet der gro\u00dfen Probleme, mit denen sich das Vereinigte K\u00f6nigreich konfrontiert sieht, war er nur an einem Thema wirklich mit vollem Einsatz interessiert: der Ukraine zum Sieg \u00fcber Russland zu verhelfen. Daf\u00fcr war er fast st\u00e4ndig auf Reisen, um f\u00fcr die Faschisten in Kiew zu trommeln, was ihm selbst unter seinen Parteianh\u00e4ngern den Spitznamen &#8222;Keir Never Here&#8220; (Keir niemals hier) einbrachte.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Letztlich wurde Starmer in einer sich hinziehenden, internen Parteirevolte von seinen eigenen Leuten aus dem Amt hinausgedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Starmers R\u00fccktritt ist jedoch weit entfernt von einer echten demokratischen Erneuerung in Gro\u00dfbritannien. Vielmehr handelt es sich bei Starmers Abgang um einen kontrollierten &#8222;Reset&#8220;, der die bestehenden Machtstrukturen bewahren und zugleich ein Ventil f\u00fcr angestaute \u00f6ffentliche Wut sein soll.<\/p>\n<p>Der britische politisch-mediale Komplex hat dieses inszenierte Spektakel als Beweis daf\u00fcr gefeiert, dass &#8222;das System funktioniert&#8220;, was von deutschen &#8222;Qualit\u00e4tsmedien&#8220; wiedergek\u00e4ut wird. Dieses Ph\u00e4nomen ist nicht neu: Der rasche Abgang von Boris Johnson und Starmers Vorg\u00e4ngerin Liz Truss wurden mit \u00e4hnlichem Aufsehen behandelt. Solche Episoden funktionieren als moderne Version der r\u00f6mischen &#8222;Brot und Spiele&#8220;: Sie bieten emotionale Katharsis und die Illusion von Wandel, ohne die zugrunde liegenden Strukturen zu bedrohen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich operiert das westliche politische System auf der Basis einer globalistischen Plutokratie (Herrschaft des Geldes): Die wirklich relevanten Entscheidungen werden von transnationalen Netzwerken finanzieller Macht, multinationalen Konzernen, Zentralbanken und supranationalen Institutionen wie EU und NATO geformt. Das allgemeine Wahlrecht und der Urnengang alle vier Jahre k\u00f6nnen an diesen grundlegenden Strukturen offenbar nicht ver\u00e4ndern. Die daraus resultierende Politik, die in allen westlichen L\u00e4ndern weit verbreitete Unzufriedenheit gesch\u00fcrt hat, bleibt unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Dieses Muster zeigt sich so gut wie in allen Staaten des &#8222;kollektiven Westens&#8220;, wo \u00e4hnlich unbeliebte F\u00fchrer wie Macron und Merz trotz sinkender innenpolitischer Unterst\u00fctzung ungehindert die Kriegstrommeln immer frenetischer r\u00fchren. Am Ende wird der Austausch eines Labour-F\u00fchrers gegen einen anderen den strategischen Kurs in der Au\u00dfenpolitik, der Migration oder Wirtschaftsideologie weder in Gro\u00dfbritannien noch im &#8222;Kollektiven Westen&#8220; \u00e4ndern. Die eigentliche Frage f\u00fcr die B\u00fcrger lautet im Westen lautet daher, wie lange sie diese Travestie von Demokratie noch akzeptieren wollen.<\/p>\n<p><strong>\u00c4hnliche Entwicklungen in Deutschland und der EU<\/strong><\/p>\n<p>Auch in Deutschland zeichnet sich ein vergleichbares Muster ab. Merz gilt als einer der prominentesten Kriegsfalken in Europa. Trotz sinkender Zustimmungswerte und wirtschaftlicher Herausforderungen treibt er die Aufr\u00fcstung voran und positioniert sich klar an der Seite der Ukraine und der NATO-Ostflanke. Die Verteidigungsausgaben steigen weiter, und die \u00f6ffentliche Debatte dreht sich zunehmend um milit\u00e4rische St\u00e4rke statt um soziale oder wirtschaftliche Priorit\u00e4ten.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie Macron nutzt Merz au\u00dfenpolitische Inszenierungen, um innenpolitische Schw\u00e4chen zu \u00fcberdecken. Die Fortsetzung der &#8222;Zeitenwende&#8220; wird als notwendige St\u00e4rkung verkauft, w\u00e4hrend Kritiker eine Vernachl\u00e4ssigung der Bev\u00f6lkerungsbed\u00fcrfnisse beklagen \u2013 von der Infrastruktur bis zur sozialen Sicherheit.<\/p>\n<p>EU-weit wiederholt sich das Bild in mehreren Mitgliedstaaten. In L\u00e4ndern wie Polen oder den baltischen Staaten dominieren militaristische Narrative und enge Kooperation mit der &#8222;Koalition der Willigen&#8220;. F\u00fchrungswechsel oder interne Krisen \u2013 etwa in weiteren Mitgliedsl\u00e4ndern mit unbeliebten Regierungen \u2013 werden h\u00e4ufig als demokratische Erneuerung pr\u00e4sentiert, dienen aber oft der Stabilisierung bestehender au\u00dfenpolitischer Linien.<\/p>\n<p>Die gesamte Union erlebt einen Trend zur Remilitarisierung: Steigende Budgets, gemeinsame Beschaffungsinitiativen und symbolische Akte wie erweiterte Milit\u00e4rparaden oder Man\u00f6ver unterstreichen den Fokus auf &#8222;strategische Autonomie&#8220; und auf die so genannte &#8222;Abschreckung&#8220; gegen\u00fcber Russland. Gleichzeitig wachsen Spannungen zwischen Eliten und Bev\u00f6lkerung, die mit wirtschaftlicher Unsicherheit, Energiepreisen und sozialen Folgen der Aufr\u00fcstung konfrontiert ist. Diese Entwicklungen f\u00fchren nicht zu mehr Sicherheit; im Gegenteil. Die russischen Warnungen und die westlichen Inszenierungen deuten vielmehr auf eine gef\u00e4hrliche Polarisierung hin.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/283892-85-jahre-spaeter-deutschland-bereitet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">85 Jahre sp\u00e4ter: Deutschland bereitet sich wieder darauf vor, Russland anzugreifen<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n                                                <iframe title=\"Dr. Fauci f\u00fchrte die Welt in eine Pandemie \u2013 Geheimdienste halfen, es zu vertuschen\" allowtransparency=\"true\" height=\"300\" width=\"100%\" style=\"border: none; min-width: min(100%, 430px);height:300px;\" scrolling=\"no\" data-name=\"pb-iframe-player\" src=\"https:\/\/www.podbean.com\/player-v2\/?from=embed&amp;i=nctgt-1af810f-pb&amp;square=1&amp;share=1&amp;download=1&amp;fonts=Arial&amp;skin=f6f6f6&amp;font-color=&amp;rtl=0&amp;logo_link=&amp;btn-skin=7&amp;size=300\" loading=\"lazy\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe>\n                    <\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von\u00a0Rainer Rupp Nach Angaben des russischen Stellvertretenden Au\u00dfenministers Alexander Gruschko gegen\u00fcber der Zeitung Iswestija sieht Moskau in der NATO und der Europ\u00e4ischen Union aktive Vorbereitungen auf eine milit\u00e4rische Konfrontation mit Russland um das Jahr 2030. 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