{"id":11412,"date":"2026-06-27T17:05:51","date_gmt":"2026-06-27T15:05:51","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/drehbuch-fuer-einen-film-den-hollywood-nicht-gemacht-hat\/"},"modified":"2026-06-27T17:05:51","modified_gmt":"2026-06-27T15:05:51","slug":"drehbuch-fuer-einen-film-den-hollywood-nicht-gemacht-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/drehbuch-fuer-einen-film-den-hollywood-nicht-gemacht-hat\/","title":{"rendered":"Drehbuch f\u00fcr einen Film, den Hollywood nicht gemacht hat"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Wassilissa Sacharowa<\/em><\/p>\n<p>Viele bedeutende Hollywood-Produktionen schildern einschneidende geschichtliche Ereignisse. Ein herausragendes Beispiel ist &#8222;Platoon&#8220; (1986) von\u00a0Oliver Stone. Der Film verarbeitet Stones eigene Erfahrungen als Infanterist im Vietnamkrieg und stellt die von ihm beobachteten Grausamkeiten und Kriegsverbrechen der US-Armee schonungslos dar. Auch Stones sp\u00e4terer Film &#8222;World Trade Center&#8220; (2006) schildert reale Schicksale: Zwei Polizisten \u00fcberlebten fast 24 Stunden unter den Tr\u00fcmmern des Einsturzes. Ebenso thematisiert &#8222;The Big Short&#8220; (2015) von\u00a0Adam McKay\u00a0den Zusammenbruch des Immobilienmarktes 2008\/2009, der in den USA massenhaft Obdachlosigkeit verursachte und eine globale Wirtschaftskrise ausl\u00f6ste.<\/p>\n<p>Doch auch fiktive Charaktere k\u00f6nnen genutzt werden, um historisch bedeutende Ereignisse authentisch zu erz\u00e4hlen. So zeigt\u00a0Stanley Kubricks &#8222;Full Metal Jacket&#8220; die grausame psychische Abstumpfung von Soldaten, die zu T\u00f6tungsmaschinen gedrillt werden \u2013 eine Metapher, die im englischen Originaltitel (&#8222;Full Metal Jacket&#8220; verweist auf die Mantelgeschosse) mitschwingt.<\/p>\n<p>Das Ziel solcher Filme ist es nicht, die Gesellschaft zu traumatisieren, sondern extreme, f\u00fcr die Mehrheit unvorstellbare Schicksale emotional nachvollziehbar zu machen. Sie halten uns den Spiegel der Realit\u00e4t vor, vor dem wir sonst die Augen verschlie\u00dfen k\u00f6nnten. Kinematografische Spielfilme finden dabei oft eine gr\u00f6\u00dfere Resonanz beim Massenpublikum als Dokumentarfilme zum selben Thema. Genau diese Wirkung macht sie jedoch auch zu einem beliebten Instrument f\u00fcr Propaganda.<\/p>\n<p>Ein paradigmatisches Beispiel hierf\u00fcr ist der propagandistische Film &#8222;The Green Berets&#8220; (1968). Er sollte die US-Bev\u00f6lkerung auf den Milit\u00e4reinsatz in Vietnam einstimmen. Da das US-Verteidigungsministerium und Pr\u00e4sident\u00a0Lyndon B. Johnson\u00a0die Produktion beauftragt hatten, behielt die Armee die volle Kontrolle \u00fcber das Narrativ. Um kritische T\u00f6ne effektiv zu unterbinden, stellte die Armee Personal, Hubschrauber und Ausr\u00fcstung zur Verf\u00fcgung. Das Ziel war die gezielte Manipulation der \u00f6ffentlichen Meinung im Sinne der politischen Agenda.<\/p>\n<p>In \u00e4hnlicher Weise entstand der Film\u00a0Donbass\u00a0(2018) des ukrainischen Regisseurs\u00a0Sergei Losniza. Darin wird dem Zuschauer suggeriert, der menschenverachtende Beschuss von Zivilisten im Donbass sei von den &#8222;Separatisten&#8220; \u2013 also von den Br\u00fcdern und Ehem\u00e4nnern dieser Zivilisten \u2013 selbst ver\u00fcbt worden, um ihn der ukrainischen Armee in die Schuhe zu schieben. Zudem wird impliziert, alle Menschen in Donezk und Lugansk w\u00fcrden Russen hassen und sich nichts sehnlicher w\u00fcnschen, als von den Ukrainern &#8222;befreit&#8220; zu werden.<\/p>\n<p>Bei der Herstellung des Films war Deutschland als federf\u00fchrender Koproduzent ma\u00dfgeblich beteiligt. Die deutsche Produktionsfirma Ma.ja.de. Fiction\u00a0fungierte als Hauptproduzent. Das Projekt erhielt erhebliche F\u00f6rdermittel aus verschiedenen deutschen Quellen: aus der Mitteldeutschen Medienf\u00f6rderung (MDM), dem Medienboard Berlin-Brandenburg, von der Beauftragten der Bundesregierung f\u00fcr Kultur und Medien (BKM) und dem Deutschen Filmf\u00f6rderfonds (DFFF).<\/p>\n<p>Auch der Kulturfonds des Europarats, Eurimages, unterst\u00fctzte Losniza mit einem Zuschuss von 330.000 Euro, und das franz\u00f6sische Filminstitut CNC (Centre national du cin\u00e9ma et de l&#8217;image anim\u00e9e) beteiligte sich an der Finanzierung. Der Film feierte seine Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes 2018, wo Losniza den Preis f\u00fcr die beste Regie erhielt.<\/p>\n<p>Doch weder Hollywood noch der Deutsche Filmf\u00f6rderfonds oder Eurimages haben sich je an Produktionen \u00fcber das Verbrennen Dutzender Menschen \u2013 vermutlich mehr als die offizielle Zahl angibt \u2013 im Gewerkschaftshaus am 2. Mai 2014 in Odessa beteiligt. Ebenso wenig existiert ein Spielfilm \u00fcber die Behinderung der Untersuchungen zu den Morden im Gewerkschaftshaus, f\u00fcr die bis heute kein einziger Schuldiger angeklagt wurde. Oder ein Film \u00fcber den jahrelangen Beschuss von Donezk und Lugansk und die vielen zivilen Opfer \u2013 wie jene junge Mutter, die im Park der Stadt Gorlowka von einem ukrainischen Geschoss zerfetzt wurde, ihre zehn Monate alte Tochter im Arm haltend.<\/p>\n<p>Das ist bemerkenswert, denn diese Ereignisse erf\u00fcllen alle Voraussetzungen einer f\u00fcr die Weltgesellschaft relevanten Geschichte: Verbrechen, Schicksale, die f\u00fcr die meisten schwer nachvollziehbar sind, und eine historische Bedeutung von weltweiter Tragweite.<\/p>\n<p>Ich war am 2. Mai 2014 nicht in Odessa, auch wenn ich eine wahrheitsgetreue Verfilmung dieser Trag\u00f6die f\u00fcr l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig halte. Aber ich bin in Donezk. Hier ist meine Kurzfassung eines Drehbuchs, das auf wahren Begebenheiten basiert \u2013 f\u00fcr einen Film, der nicht gedreht wurde.<\/p>\n<h4>Drehbuch zum Film, der nicht gedreht wurde<\/h4>\n<p>Barbara blickte aus dem Fenster des Clios auf die vorbeifahrenden Autos auf der mitteldeutschen Autobahn: Viel mehr Teslas als fr\u00fcher fahren vorbei, die meisten von ihnen sind wei\u00df. Viele VWs und Mercedes. Wo fahren sie alle nur hin? Sie kamen ihr so unbeschwert und vor allem so sauber vor. Bald werden all die gl\u00e4nzenden Mercedes und Teslas sich durch verstaubte Ladas und Skodas ersetzen. Und die scheinbare Unbeschwertheit wird durch Gefahr und Aussichtlosigkeit ersetzt, begleitet von eindringlichem Brummen der Drohnen, die \u00fcber ihrem Kopf fliegen, gefolgt von Explosionen mit Schlagwellen, die Fensterscheiben zum Zittern bringen. So wie es seit 2014 in Donezk ist.<\/p>\n<p>Matthias parkte den silbernen Clio in der Garage unter dem Flughafen. Beim Abschied umarmten sie sich und versuchten die Angst um Barbaras Wohlergehen zu \u00fcberspielen, indem sie \u00fcber den Sommer, der noch nicht so richtig kommen will, reden und dar\u00fcber, dass Barbara bald wieder da ist.<\/p>\n<p>Nach einer tagelangen, nervenaufreibenden Reise \u00fcber die T\u00fcrkei und Moskau kam Barbara endlich in Donezk an. Ihre Mutter wartete bereits auf der selbst gezimmerten Bank vor dem alten sowjetischen Neunstockhaus in einem Stadtteil von Donezk, der zu den ruhigeren geh\u00f6rt. Die 156 Zentimeter gro\u00dfe, grauhaarige Frau schaute nachdenklich vor sich hin, als das Taxi vor ihr hielt.<\/p>\n<p><em>&#8222;Wenn das nicht meine Mama Mila ist!&#8220;,<\/em> lachte Barbara beim Aussteigen. Pl\u00f6tzlich erstrahlte das Gesicht der \u00e4lteren Frau. <em>&#8222;Endlich ist mein Kind da!&#8220;,<\/em> rief Ludmila fr\u00f6hlich und lief mit ausgebreiteten Armen auf ihre Tochter zu.<\/p>\n<p>Auf dem Weg in die Wohnung wollte Ludmila ihr den schweren Koffer abnehmen.<\/p>\n<p><em>&#8222;Lass das, habe ich gesagt! Der ist viel zu schwer f\u00fcr dich!&#8220;,<\/em> wehrte Barbara ab.<\/p>\n<p><em>&#8222;Lass mich ihn tragen, du bist doch todm\u00fcde nach der langen Reise!&#8220;,<\/em> erwiderte Ludmila und griff erneut danach.<\/p>\n<p><em>&#8222;Genau, meine Rentner-Mutter soll den schweren Koffer f\u00fcr mich schleppen&#8220;,<\/em> spottete Barbara. <em>&#8222;Du bist kleiner als der Koffer! Mama, \u00fcberlass das mir.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Als Mila die alte Wohnungst\u00fcr \u00f6ffnete, fiel Barbaras Blick sofort auf einen zur H\u00e4lfte gef\u00fcllten 500-Liter-Wassertank im Flur.<\/p>\n<p><em>&#8222;\u00dcberraschung!&#8220;,<\/em> rief Ludmila stolz. <em>&#8222;Ich habe dir nichts erz\u00e4hlt, aber ich habe den Beh\u00e4lter einbauen lassen. Jetzt haben wir Wasser in der Leitung und m\u00fcssen uns keine Sorgen mehr machen. Wir k\u00f6nnen jederzeit H\u00e4nde waschen und Geschirr sp\u00fclen! Nur alle drei Tage m\u00fcssen wir ihn auff\u00fcllen, wenn das Wasser kommt.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Barbara schlug die Hand vor den vor Freude ge\u00f6ffneten Mund. <em>&#8222;Wie geil ist das denn! Wow! Das ist wirklich eine coole \u00dcberraschung!&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen standen sie vor leeren Supermarktregalen. Offenbar waren keine Lebensmittel geliefert worden. Kein Wunder \u2013 ab zwei Uhr nachts hatte eine Welle ukrainischer Drohnen die ganze Stadt geweckt.<\/p>\n<p>Zuerst dachte Barbara, es sei ein altes, lautes Motorrad. Das Ger\u00e4usch war ohrenbet\u00e4ubend, direkt vor dem Haus. Sogar Ludmila war aufgestanden.<\/p>\n<p><em>&#8222;Was f\u00fcr Idioten fahren mit diesen fiesen Furzr\u00e4dern herum und wecken alle Leute? Wieso \u00fcberhaupt so sp\u00e4t? Gibt\u2019s die Ausgangssperre nicht mehr?&#8220;,<\/em> fragte Barbara verschlafen und knipste das Licht im Flur an.<\/p>\n<p><em>&#8222;Doch, eigentlich gilt sie noch&#8220;,<\/em> antwortete Mila m\u00fcde.<\/p>\n<p>Das Ger\u00e4usch kreiste vor dem Fenster hin und her. Dann kam ein zweites dazu. Eine Taubheitswelle \u00fcberrollte Barbara von Kopf bis Fu\u00df, als ihr klar wurde: Es waren Drohnen.<\/p>\n<p>Wo genau flogen sie? Wie viele waren das? Was wollen sie hier, vor unseren Fenstern? W\u00fcrden sie schie\u00dfen? Wollen sie in unsere Wohnung hineinfliegen? Barbara l\u00f6schte das Licht wieder, ging wie hypnotisiert zum Schrank, holte ihren Reisepass heraus und steckte ihn in eine gro\u00dfe Handtasche. Das klare Denken fiel ihr schwer \u2013 die Drohnen kreisten weiter um das Haus.<\/p>\n<p><em>&#8222;Stopp. Beruhige dich&#8220;, <\/em>sagte sie zu sich selbst. <em>&#8222;Was brauchen wir, wenn Mama und ich fliehen m\u00fcssen? Reisepass\u2026 Geld\u2026 Ah, genau! Wo ist das verdammte Portmonee?&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Sie lief benommen durch die Wohnung. Hinter dem Balkon ert\u00f6nten Salven kleinkalibriger Artillerie, dann eine laute Explosion. Danach war nur noch eine Drohne zu h\u00f6ren. Sie klang so nah, als wollte sie gleich durchs Fenster in die Wohnung fliegen. Sehen konnte Barbara sie nicht. Der gro\u00dfe Walnussbaum sch\u00fctzte die Scheiben mit seinen breiten \u00c4sten und dichten Bl\u00e4ttern. Fr\u00fcher hatten dort mehrere Eichh\u00f6rnchen gelebt. Manchmal hatte man sie von Ludmilas K\u00fcche aus beobachten k\u00f6nnen, wie sie in greifbarer N\u00e4he miteinander spielten.<\/p>\n<p><em>&#8222;Mama, pack deine Tasche mit den wichtigsten Sachen und stell sie in den Flur!&#8220;,<\/em> rief Barbara.<\/p>\n<p><em>&#8222;Ja, mach ich!&#8220;,<\/em> antwortete Ludmila gereizt, w\u00e4hrend sie selbst hektisch packte.<\/p>\n<p><em>&#8222;Am besten warten wir weiter von den Fenstern entfernt. Im Flur ist es am sichersten.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>So sa\u00dfen Mutter und Tochter im Flur und lauschten den Ger\u00e4uschen, bereit, jede Sekunde aufzuspringen und loszurennen.<\/p>\n<p>Nach mehreren Sch\u00fcssen und lauten Explosionen verschwanden die Ger\u00e4usche der fliegenden Drohnen und die ruhige Nacht kehrte \u00fcber die Stadt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag fuhr Cousin Dmitri sie zum Grab von Barbaras Vater. Witalij war einer der beiden wichtigsten M\u00e4nner in Barbaras Leben gewesen. Er hatte ihr Mut und Selbstliebe beigebracht. Mit ihm waren die gl\u00fccklichsten Kindheitserinnerungen verbunden. Als kleines M\u00e4dchen hatte sie oft gesehen, wie er fremden Menschen auf der Stra\u00dfe half, sei es einem Obdachlosen, um den alle einen Bogen machten, oder einer \u00e4lteren Frau, die Schwierigkeiten beim Aussteigen aus der Stra\u00dfenbahn hatte. Witalij war vor sechs Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Immer wieder erinnerte sich Barbara daran, wie sie seinen Namen auf der ukrainischen T\u00f6tungsliste &#8222;Mirotworez&#8220; gefunden hatte \u2013 mit dem Stempel &#8222;eliminiert&#8220;. Die ukrainischen Kampfeinheiten hatten seinen Tod als ihren Verdienst verbucht, obwohl sie damit so viel zu tun hatten wie ein Bademeister mit dem Regen.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zum Friedhof passierten sie eine kilometerlange Autoschlange vor einer Tankstelle. Wegen der st\u00e4ndigen Angriffe auf die Zufahrtsstra\u00dfen nach Donezk kam Benzin nur noch unregelm\u00e4\u00dfig in die Region.<\/p>\n<p><em>&#8222;Viele Lkw-Fahrer weigern sich inzwischen, in den Donbass zu fahren&#8220;,<\/em> erkl\u00e4rte Dmitrij, der beim Katastrophenschutz arbeitete. <em>&#8222;Die Autobahnen stehen unter st\u00e4ndigen Drohnenattacken. Heute Nacht sind wieder zwei Zivilisten ums Leben gekommen. Die greifen auch zivile Autos an. Wenn du eine Drohne siehst \u2013 sofort aussteigen und rennen!&#8220;<\/em><\/p>\n<p>In dieser Nacht kamen keine Drohnen. Dennoch wurde Barbara geweckt \u2013 diesmal vom herzzerrei\u00dfenden Weinen der Nachbarin aus dem Stockwerk unter ihnen. Die etwa vierzigj\u00e4hrige Frau hatte ihren Sohn im Krieg verloren. Seitdem h\u00f6rte man sie nachts oft weinen.<\/p>\n<p>Ludmila erz\u00e4hlte mit traurigem Blick: <em>&#8222;Ich erinnere mich noch gut an den Jungen. Wenn seine Mutter nicht da war, hat er mit seinen Freunden Partys gefeiert und laute Musik geh\u00f6rt. Ich habe mich damals so dar\u00fcber ge\u00e4rgert. Als er dann starb, habe ich mich gefragt, warum ich mich wegen solcher Nichtigkeiten aufgeregt habe. Es war doch gar nichts. Wie leid es mir tut, dass er so jung sterben musste.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Barbara fragte sich, ob die westlichen Medien \u00fcberhaupt \u00fcber den Drohnenterror gegen die Zivilbev\u00f6lkerung im Donbass berichteten. Sie gab bei Google &#8222;Donezk Drohnen&#8220; ein. Sie fand vor allem Berichte \u00fcber Angriffe auf milit\u00e4rische Ziele und einen ARD-Beitrag \u00fcber russische Drohnen, die den von der Ukraine kontrollierten Teil des Donbass angriffen. Kein einziger Bericht \u00fcber ukrainische Drohnenangriffe auf zivile Autos und die t\u00e4glichen Opfer in Donezk.<\/p>\n<p>Barbara h\u00f6rte die Stimmen fr\u00f6hlich spielender Kinder von dem Spielplatz nebenan. Sie dachte daran, dass sie keine Ahnung davon haben, dass der deutsche Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof die Donezker und Lugansker Volksrepubliken im Jahr 2024 zu terroristischen Vereinigungen erkl\u00e4rt hat. Der Anlass waren zwei M\u00e4nner aus Bayreuth, die Anschl\u00e4ge auf US-Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte in Deutschland geplant hatten.<\/p>\n<p>Klar, geplante Anschl\u00e4ge m\u00fcssen Konsequenzen haben, dachte Barbara. Aber gleich &#8222;terroristische Vereinigung&#8220; wegen zwei M\u00e4nnern in zehn Jahren \u2026 &#8222;Omas gegen Rechts&#8220; haben in derselben Zeit wahrscheinlich mehr Kriminalit\u00e4t in Deutschland verursacht als die DVR und LVR zusammen. Vor allem wird das zentrale Merkmal des Terrorismus gar nicht erf\u00fcllt: der \u00f6ffentliche Aufruf zum Mord an Menschen mit anderer Gesinnung. Und w\u00e4hrend man hier ganze Republiken als terroristisch einstufte, gilt die Ukraine \u2013 die nach deutscher Berichterstattung einen der wichtigsten Teile der europ\u00e4ischen Energieinfrastruktur gesprengt hat \u2013 nicht als terroristische Vereinigung. W\u00fcrde so etwas in Russland passieren, w\u00fcrden Lanz und Ronzheimer von &#8222;purem Machtmissbrauch&#8220; schreien. Und sie h\u00e4tten damit recht.<\/p>\n<p>Barbara f\u00fchlte sich, als h\u00e4tten ihre grundlegenden Rechte auf Leben und W\u00fcrde hier in Donezk durch eine unsichtbare Kraft aufgeh\u00f6rt zu existieren. Ihr wurde klar, warum sich die Menschen in Donezk verhielten, als steckten sie in einer toxischen Beziehung: Sie waren von jenen westlichen L\u00e4ndern, die sie einst als Vorbilder betrachtet hatten, zu Menschen zweiter Klasse degradiert worden. Sie erlebten eine emotionale Misshandlung ganz \u00e4hnlich dem Opfer eines sadistischen Narzissten \u2013 sie wurden abgewertet und entw\u00fcrdigt. Nur, dass der Narzisst in diesem Fall der Westen selbst war, gemeinsam mit seinen &#8222;renommierten&#8220; Journalisten aus der Henri-Nannen-Schule.<\/p>\n<h4><strong>Cannes Palme d&#8217;Or \u00e0 la Donezk-Art<\/strong><\/h4>\n<p>Den Organisatoren von der Preisverleihung in Cannes w\u00fcrde ich gerne Folgendes vorschlagen: Wenn ihr euren Reichtum und eure Ressourcen wirklich f\u00fcr etwas Gutes einsetzen wollt, dann kommt nach Donezk. Hier gibt es seit 2014 mehr als genug Metall f\u00fcr eine ganze Palme d\u2019Or \u2013 und zwar von nicht-explodierten ukrainischen Geschossen. Genau das macht der Donezker Schmied Wiktor Michalew. Er schmiedet Rosen aus ukrainischem Kriegsmetall \u2013 das genaue Gegenteil dessen, was Sean Penn Wladimir Selenskij vorschlug, als er ihm seinen Oscar schenkte.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0<strong>\u2013<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/284314-frontlage-im-donbass-podoljaka-erwartet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Frontlage im Donbass: Podoljaka erwartet K\u00e4mpfe um Slawjansk und Kramatorsk<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v79mtf2\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wassilissa Sacharowa Viele bedeutende Hollywood-Produktionen schildern einschneidende geschichtliche Ereignisse. 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