{"id":11456,"date":"2026-06-28T12:09:20","date_gmt":"2026-06-28T10:09:20","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/39-grad-in-der-schweiz-die-alpen-tauen-die-kraftwerke-stoppen\/"},"modified":"2026-06-28T12:09:20","modified_gmt":"2026-06-28T10:09:20","slug":"39-grad-in-der-schweiz-die-alpen-tauen-die-kraftwerke-stoppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/39-grad-in-der-schweiz-die-alpen-tauen-die-kraftwerke-stoppen\/","title":{"rendered":"39 Grad in der Schweiz: Die Alpen tauen, die Kraftwerke stoppen"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Das Kernkraftwerk Beznau hat am Freitag beide Reaktoren vom Netz genommen. Die Wassertemperatur der Aare lag \u00fcber 25 Grad. Axpo musste die Anlage stilllegen, weil sonst zu viel W\u00e4rme in den Fluss gelangt w\u00e4re. Die Reaktoren bleiben abgeschaltet, bis die Aare wieder k\u00fchler wird und das Bundesamt f\u00fcr Energie die Wiederinbetriebnahme genehmigt.<\/p>\n<p>Das Eidgen\u00f6ssische Nuklearsicherheitsinspektorat, kurz <a href=\"https:\/\/ensi.admin.ch\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>ENSI<\/em><\/a>, sieht in der Abschaltung von Beznau kein Sicherheitsproblem. Die Einschr\u00e4nkung dient allein dem Schutz der Fluss\u00f6kologie. Beznau ist das einzige Schweizer Kernkraftwerk ohne K\u00fchlt\u00fcrme. Es k\u00fchlt direkt mit Wasser aus der Aare. Bei hohen Flusstemperaturen st\u00f6\u00dft diese Bauweise schnell an ihre Grenzen.<\/p>\n<p>Die derzeitige Hitze in der Schweiz erreicht in manchen Regionen Werte von bis zu 39 Grad, wie gestern in Basel gemessen. Solche Temperaturen haben direkte Auswirkungen auf die Alpen. Die Nullgradgrenze liegt zeitweise \u00fcber 5000 Metern, sodass ein gro\u00dfer Teil der Gletscherfl\u00e4chen durchgehend taut. Auch h\u00f6here Lagen, die normalerweise noch Schnee halten, sind betroffen.<\/p>\n<p>Der Winter brachte noch gen\u00fcgend Schnee. Dieser Schnee wirkt in den ersten Tagen einer Hitzewelle als Schutzschicht. H\u00e4lt die Hitze jedoch an, verschwindet der Schnee schnell. Der darunterliegende dunkle Gletschereis liegt frei und nimmt mehr Sonnenw\u00e4rme auf. Die Schmelze beschleunigt sich dadurch.<\/p>\n<p>Die hohen Temperaturen treffen auch die Stromproduktion. In der Schweiz und in Frankreich m\u00fcssen Kraftwerke, die Flusswasser zur K\u00fchlung ben\u00f6tigen, die Leistung drosseln oder ganz herunterfahren. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch durch Klimaanlagen. Die Netze verlieren Erzeugung, w\u00e4hrend der Bedarf hoch ist.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter im Sommer kann das Wasser in den gro\u00dfen Fl\u00fcssen knapp werden. Nach einer ersten Phase mit viel Schmelzwasser sinken die Pegel, wenn die nat\u00fcrlichen Speicher leer sind. Die Schifffahrt auf Rhein und Donau leidet dann unter niedrigen Wasserst\u00e4nden. Fracht muss reduziert werden, die Kosten steigen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig w\u00e4chst die Gefahr von Waldbr\u00e4nden in S\u00fcdeuropa. Trockene B\u00f6den und Vegetation bieten ideale Bedingungen f\u00fcr Feuer.<\/p>\n<p>Wenn die Hitzephase endet und k\u00fchlere Luft einstr\u00f6mt, entstehen h\u00e4ufig starke Gewitter. Ausgetrocknete B\u00f6den k\u00f6nnen das Wasser nicht mehr aufnehmen, was Sturzfluten, \u00dcberschwemmungen und in den Alpen Muren beg\u00fcnstigt. In h\u00f6heren Lagen taut der Permafrost auf und erh\u00f6ht die Gefahr von Felsst\u00fcrzen.<\/p>\n<p>D\u00fcrre f\u00fchrt zu geringeren Ernten, weil Getreide, Kartoffeln und Gem\u00fcse weniger Wasser zur Verf\u00fcgung haben. Die Ertr\u00e4ge sinken und die Qualit\u00e4t verschlechtert sich. Viele Bauern stehen zudem unter Druck, weil der Konflikt in Iran die D\u00fcngerpreise deutlich erh\u00f6ht hat.<\/p>\n<p>Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit rufen immer mehr Gemeinden in der Schweiz zum Wassersparen auf. Besonders in den Kantonen Aargau, Bern, Z\u00fcrich und Basel-Land steigt der Trinkwasserverbrauch stark, w\u00e4hrend die Grundwasserpegel sinken.<\/p>\n<p>Einige Gemeinden haben bereits Verbote erlassen. Das Gie\u00dfen von Rasen, das Bef\u00fcllen von Pools und das Autowaschen mit Trinkwasser sind vielerorts untersagt. Nutzg\u00e4rten d\u00fcrfen teilweise nur noch mit der Gie\u00dfkanne bew\u00e4ssert werden, bei Verst\u00f6\u00dfen drohen Bussen bis 2000 Franken.<\/p>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Umwelt rechnet damit, dass weitere Gemeinden und Kantone in den kommenden Wochen \u00e4hnliche Einschr\u00e4nkungen einf\u00fchren werden, um den stark gestiegenen Wasserverbrauch durch die Hitze zu begrenzen und eine Versorgungsknappheit zu verhindern.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/6a40d173b480cc2de7768899.jpg 850w,\n                https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:P8fM.92a\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/6a40d173b480cc2de7768899.jpg 1960w,            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/6a40d173b480cc2de7768899.jpg 460w,\n              https:\/\/mleexelnfod5.i.optimole.com\/cb:P8fM.92a\/w:auto\/h:auto\/q:mauto\/f:best\/https:\/\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/6a40d173b480cc2de7768899.jpg 980w,\n            \" srcset=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\"><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Der Fedaiasee und die Marmolada liegen in den Dolomiten in Italien (Region Trentino-S\u00fcdtirol). Die Marmolada ist der h\u00f6chste Berg der Dolomiten und befindet sich auf italienischem Staatsgebiet. Du kannst also schreiben:<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Zoonar<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Legion-media.ru<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Abschaltung von Beznau zeigt, wie eng diese Entwicklungen zusammenh\u00e4ngen. Die Alpen verlieren bei anhaltender Hitze ihre F\u00e4higkeit, Temperaturen auszugleichen und Wasser zu speichern. Was als lokales Problem eines Kraftwerks beginnt, h\u00e4ngt mit Ver\u00e4nderungen zusammen, die weiter reichen \u2013 von der Stromversorgung \u00fcber die Flussschifffahrt bis zu Naturgefahren.<\/p>\n<p>Axpo pr\u00fcft laufend die Temperatur der Aare. Ein Wiederanfahren ist erst m\u00f6glich, wenn die Bedingungen es erlauben.<\/p>\n<p><strong>Keine Besserung in Sicht: Hitzewelle trifft Schweiz und \u00d6sterreich gleicherma\u00dfen \u2013 Kraftwerke, Fl\u00fcsse und Gletscher unter Druck<\/strong><\/p>\n<p>Auch im benachbarten \u00d6sterreich hat die Hitzewelle inzwischen dramatische Ausma\u00dfe angenommen. Das Land k\u00e4mpft vor allem mit stark sinkenden Wasserst\u00e4nden der Donau und einer extrem beschleunigten Gletscherschmelze in den Alpen.<\/p>\n<p>Im Osten steigen die Temperaturen teilweise auf bis zu 40 Grad, und die Pegel der Donau liegen bereits so niedrig, dass die Schifffahrt mit Einschr\u00e4nkungen rechnen muss. Die \u00f6sterreichischen Gletscher verlieren derzeit massiv an Masse, weil die sch\u00fctzende Schneedecke rasch verschwindet und das dunkle Eis mehr Sonnenstrahlung absorbiert.<\/p>\n<p>Die Lage in \u00d6sterreich ist damit keineswegs besser als in der Schweiz. Zwar gibt es dort keine Atomkraftwerke, die abgeschaltet werden m\u00fcssen, doch die Auswirkungen der Hitze auf den Wasserhaushalt, die Wasserkraft und die Waldbrandgefahr sind \u00e4hnlich gravierend.<\/p>\n<p>Die Donau f\u00fchrt bereits jetzt weniger Wasser als \u00fcblich, und die extremen Temperaturen belasten nicht nur die Bev\u00f6lkerung, sondern auch Landwirtschaft und Infrastruktur. In beiden L\u00e4ndern verlieren die Alpen zunehmend ihre Funktion als nat\u00fcrlicher Wasserspeicher und Temperaturregulator f\u00fcr Mitteleuropa.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2012\u00a0<a href=\"https:\/\/freedert.online\/schweiz\/200434-schweizer-geheimdienst-ueberwacht-journalisten-statt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Seltsame Priorit\u00e4ten: Schweizer Geheimdienst \u00fcberwacht Journalisten statt IS-Extremisten<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v79o67a\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kernkraftwerk Beznau hat am Freitag beide Reaktoren vom Netz genommen. Die Wassertemperatur der Aare lag \u00fcber 25 Grad. 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