{"id":11498,"date":"2026-06-28T21:10:41","date_gmt":"2026-06-28T19:10:41","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/russophobe-geschichtsfaelscher-wie-die-politische-klasse-nazideutschland-reinwaescht\/"},"modified":"2026-06-28T21:10:41","modified_gmt":"2026-06-28T19:10:41","slug":"russophobe-geschichtsfaelscher-wie-die-politische-klasse-nazideutschland-reinwaescht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/russophobe-geschichtsfaelscher-wie-die-politische-klasse-nazideutschland-reinwaescht\/","title":{"rendered":"Russophobe Geschichtsf\u00e4lscher: Wie die politische Klasse Nazideutschland reinw\u00e4scht"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Alexandra Nollok<\/em><\/p>\n<p>W\u00e4hrend deutsche Leitmedien kommunistische Kleingruppen in Dauerschleife zur angeblich gr\u00f6\u00dften Gefahr f\u00fcr die BRD <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/potsdam\/brandenburg\/mit-hammer-sichel-und-gewehr-in-brandenburg-etablieren-sich-gewaltbereite-kommunistische-jugendorganisationen-15726437.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">aufblasen<\/a>, weil sie gegen Aufr\u00fcstung, Waffenexporte, Krieg, Wehrpflicht und Rassismus protestieren, zeigte die politische Klasse in Brandenburg k\u00fcrzlich wieder ihr wahres Gesicht. Auf einen BSW-Antrag reagierten die anderen Fraktionen mit Hassreden auf Russland. Das f\u00fchrte bis zur offenen Leugnung der Verbrechen der deutschen Nazis gegen die Sowjetunion mit 27 Millionen Opfern.<\/p>\n<p><strong>Gesch\u00e4ndete Gr\u00e4ber und ukrainische M\u00e4rchen<\/strong><\/p>\n<p>Die Brandenburger BSW-Fraktion hatte beantragt, sowjetische Ehrenmale zu sch\u00fctzen und die zunehmende Geschichtsverf\u00e4lschung zu stoppen. In der <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ckVq5yU6jsk&amp;t=13231s\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Debatte<\/a> am 19. Juni (ab ca. 3:22:00) im Landtag berichtete der BSW-Abgeordnete Gunnar Lehmann \u00fcber vermehrte Sch\u00e4ndungen von Gr\u00e4bern sowjetischer Soldaten und Angriffe auf Mahnmale, die an die Befreiung von der Naziherrschaft durch die Rote Armee erinnern.<\/p>\n<p>Vor 2022, so Lehmann, habe sich die Sch\u00e4ndung weitgehend auf vereinzeltes Beschmieren von Denkm\u00e4lern und Gr\u00e4bern mit Naziparolen oder Hakenkreuzen beschr\u00e4nkt. Pro-ukrainisch-nationalistisch motiviert h\u00e4tten sich diese Taten seit Beginn des Ukraine-Krieges aber vervielfacht. Er berichtete von russophoben und faschistischen Hassparolen auf Gedenktafeln, mit den Farben der ukrainischen Flagge \u00fcberspr\u00fchten Sowjetsternen bis hin zu herausgerissenen Grabkreuzen und verw\u00fcsteten Gr\u00e4bern.<\/p>\n<p>Dies sei die Folge des deutschen Kriegskurses, sagte Lehmann und mahnte. &#8222;Die Erinnerungskultur soll jetzt\u00a0 politisch ver\u00e4ndert werden.&#8220; Die Pflege der Gedenkst\u00e4tten werde bereits massiv vernachl\u00e4ssigt, viele w\u00fcrden nur durch Ehrenamtliche erhalten. Auch der Berliner Senat diskutiere derzeit einen Gr\u00fcnen-Antrag, der &#8222;politische Einordnung&#8220; und &#8222;historisch kritische Kontextualisierung&#8220; fordere. Deutsche Politiker und B\u00fcrokraten arbeiteten mit rechtsextremen ukrainischen Organisationen zusammen, um die Geschichte antikommunistisch zu verdrehen und Deutschland von den Naziverbrechen reinzuwaschen.<\/p>\n<p><strong>Antisowjetische Mythen<\/strong><\/p>\n<p>Letztlich blieb die BSW-Fraktion allein mit ihrem Wunsch. Alle anderen Parteien einschlie\u00dflich der AfD lehnten den Antrag ab. Der SPD-Abgeordnete Ludwig Scheetz distanzierte sich zwar von Mahnmal-Sch\u00e4ndungen und gei\u00dfelte &#8222;jede Relativierung des Angriffs Nazideutschlands auf die Sowjetunion&#8220;. Dann folgte sein Aber: In Brandenburg sei es ja nicht so schlimm wie in Berlin, weshalb &#8222;man die Lage nicht k\u00fcnstlich dramatisieren&#8220; solle. Der BSW-Antrag sei daher \u00fcberfl\u00fcssig und \u00fcberambitioniert, so Scheetz.<\/p>\n<p>Michael Schierack von der CDU, die mit der SPD in Brandenburg regiert, lamentierte zun\u00e4chst \u00fcber &#8222;v\u00f6lkerrechtliche Verpflichtungen&#8220; mit der Russischen F\u00f6deration bez\u00fcglich der Kriegsgr\u00e4ber. Sein Aber fiel dann drastischer als das seines Vorredners aus: Man stehe genauso zu seinen Vertr\u00e4gen mit der Ukraine und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken. Dann lie\u00df er seinem Antikommunismus freien Lauf:\u00a0<\/p>\n<p><strong><em>&#8222;So wahr es auch ist, dass die Rote Armee Deutschland von der Naziherrschaft befreit hat, so deutlich muss ebenfalls benannt werden, dass die F\u00fchrung der Sowjetunion das menschliche Opfer von Millionen sowjetischer Soldaten und B\u00fcrger zum Aufbau des stalinistischen Totalitarismus in Mittel- und Osteuropa missbraucht hat.&#8220;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die DDR und andere &#8222;Ostblockstaaten&#8220; h\u00e4tten &#8222;Jahrzehnte der sowjetischen Gewaltherrschaft erleiden&#8220; m\u00fcssen, behauptete der CDU-Mann weiter und forderte: Dies und &#8222;Putins aktueller Angriffsfeldzug&#8220; m\u00fcssten in &#8222;den Kontext einflie\u00dfen&#8220;. Antisowjetische Mythen und M\u00e4rchen lassen gr\u00fc\u00dfen.\u00a0<\/p>\n<p><strong>27 Millionen Tote seien &#8222;eine Erz\u00e4hlung Moskaus&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Im Vergleich zur Rede des AfD-Abgeordneten Dominik Kaufner, der vor seiner Karriere in Brandenburg der bayerischen CSU angeh\u00f6rte, klangen die Einlassungen aus der SPD und CDU jedoch noch harmlos. Kaufner behauptete etwa, die Rote Armee habe damals &#8222;vergewaltigt wo immer sie hinkam&#8220;. Auch mache sich die BSW-Fraktion &#8222;zum Sprachrohr russischer Geschichtsf\u00e4lschung&#8220;, ihr Antrag &#8222;trieft vor russischer Propaganda&#8220; und die Ehrenmale seien &#8222;Schandm\u00e4ler eines brutalen Besatzungsregimes&#8220;, die ehemalige Sowjetrepubliken &#8222;zu Recht abrei\u00dfen&#8220;.<\/p>\n<p>Kaufner ging noch weiter: So sei der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion mit 27 Millionen Opfern &#8222;eine Erz\u00e4hlung Moskaus, um in der Opferhierarchie ganz nach oben zu rutschen&#8220;, zudem habe &#8222;nie ein Sowjetvolk existiert&#8220;, ja, die UdSSR sei sogar verbrecherischer als Nazideutschland gewesen. Das BSW biete sich mit seinem Antrag &#8222;als Vehikel russischer Softpower auf Kosten unserer nationalen Ehre an&#8220;, schimpfte er und erg\u00e4nzte: &#8222;Kein Deutscher mit Selbstachtung kann da mitgehen.&#8220; Auf Lehmanns Nachfrage bezeichnete Kaufner seine Position als &#8222;souver\u00e4n&#8220; und bekr\u00e4ftigte: &#8222;Sie passt gut zu unserer W\u00e4hlerschaft.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Reinwaschung der Wehrmacht<\/strong><\/p>\n<p>Kaufners Meinung ist keine Ausnahme in seiner Partei. Die Brandenburger AfD-Fraktion, die \u00fcber 30 Sitze im Landtag verf\u00fcgt und damit nach der SPD die zweitst\u00e4rkste Partei ist, stimmte dem Inhalt seiner Rede in einem <a href=\"https:\/\/x.com\/AfD_FraktionBB\/status\/2069340795946033659\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Social-Media-Post<\/a> zu. Sie forderte darin: &#8222;Schluss mit der Glorifizierung der Roten Armee!&#8220;, und schrieb von angeblicher &#8222;russischer Geschichtspropaganda&#8220;, die &#8222;der Wehrmacht eine V\u00f6lkermordabsicht gegen ein sowjetisches Volk unterstellt, das es als Einheit gar nicht gab&#8220;. Das klingt wie eine Reinwaschung der Deutschen Wehrmacht.<\/p>\n<p>Das Statement m\u00fcndet schlie\u00dflich in der Behauptung, die Sowjetunion habe, &#8222;mit Kriegsende Vernichtung, Tod und Verderben \u00fcber Europa&#8220; gebracht. Widerspruch vonseiten der AfD-F\u00fchrungsspitze oder anderer Landesverb\u00e4nde und Fraktionen waren bis zur Fertigstellung des Artikels nicht zu finden \u2013 obwohl Kaufner und seine Mitabgeordneten seit Langem mit dieser Rhetorik auffallen. Bereits im Mai zeigte sich ein Reporter des sonst nicht als besonders russlandfreundlich bekannten\u00a0<em>Nordkuriers<\/em>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nordkurier.de\/regional\/brandenburg\/afd-betreibt-geschichtsklitterung-4565801\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">entsetzt<\/a> \u00fcber &#8222;Geschichtsklitterung&#8220;.<\/p>\n<p>Die BSW-Politikerin Sevim Da\u011fdelen <a href=\"https:\/\/x.com\/SevimDagdelen\/status\/2068042919240515648\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">kommentierte<\/a> die Landtagsdebatte auf X: &#8222;Von wegen gro\u00dfe Friedenspartei des Ostens&#8220;. Der Geschichtsrevisionismus sei &#8222;Teil der geistigen Mobilmachung gegen Russland und muss gestoppt werden&#8220;, warnte Da\u011fdelen. F\u00fcr &#8222;die Brandmauer-Fraktionen&#8220; sei es &#8222;eine Schande, gemeinsam mit den Geschichtsf\u00e4lschern der AfD den BSW-Antrag abgelehnt&#8220; zu haben, schrieb sie weiter.<\/p>\n<p><strong>Im Antikommunismus vereint<\/strong><\/p>\n<p>Die Russophobie ist eine lange gepflegte Tradition in Deutschland, die im Westen auch w\u00e4hrend des Kalten Krieges gegen den &#8222;Ostblock&#8220; mit antikommunistischen Schauerm\u00e4rchen gegen die Sowjetunion unterf\u00fcttert wurde. Vom Antikommunismus sind bis heute alle gr\u00f6\u00dferen relevanten Parteien besessen, von der CDU und CSU \u00fcber die FDP und AfD bis hin zur SPD, den Gr\u00fcnen und sogar dem rechten Fl\u00fcgel der Linkspartei.<\/p>\n<p>Der bis heute parteipolitisch und medial zelebrierte Antikommunismus erkl\u00e4rt nicht nur den Hass auf sowjetische Symbole auf Gedenkst\u00e4tten an die Befreiung vom deutschen Faschismus durch die Rote Armee, der darin m\u00fcndete, dass Berlin seit einigen Jahren das Zeigen solcher Symbole am 8. und 9. Mai verbietet. Er zeigt sich auch in der teils praktizierten Gleichsetzung der Sowjetunion mit dem heutigen Russland, der Geschichtsklitterung, der massiven Kriegshetze und der Brandmarkung jugendlicher Wehrpflichtgegner als angeblich &#8222;kommunistisch gesteuert&#8220;.<\/p>\n<p>Bei seinem Wahlkampfabschluss im vergangenen Jahr zelebrierte auch der damalige CDU-Chef und heutige Bundeskanzler Friedrich Merz seinen Antikommunismus mit viel Get\u00f6se, das an die McCarthy-\u00c4ra in den USA erinnerte, in der jedem, der das Wort &#8222;sozial&#8220; auch nur in den Mund nahm, die Verfolgung als &#8222;Kommunist&#8220; drohte. Es sei &#8222;vorbei mit links&#8220;, t\u00f6nte Merz und versprach, &#8222;keine Politik f\u00fcr irgendwelche gr\u00fcnen und linken Spinner&#8220; zu machen. Heute setzt er seinen Sozialkahlschlag mithilfe der SPD durch; Medien und der Verfassungsschutz wittern derweil \u00fcberall linksextreme und kommunistische Gefahren.<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich: Wer in Deutschland mitregieren will, muss sich zuallererst als Antikommunist beweisen. Darin sind sich die Spitzen aller in den Parlamenten vertretenen Parteien einig, Brandmauern hin oder her \u2013 mehr noch: Dies verbindet sie sogar ideologisch mit dem dunkelsten deutschen Kapitel.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0&#8211; <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/meinung\/282886-berlin-dunkle-wolken-ueber-russischer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Berlin: Dunkle Wolken \u00fcber russischer Kultur und Sowjetehrenmalen<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v78qzvm\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Alexandra Nollok W\u00e4hrend deutsche Leitmedien kommunistische Kleingruppen in Dauerschleife zur angeblich gr\u00f6\u00dften Gefahr f\u00fcr die BRD aufblasen, weil sie gegen Aufr\u00fcstung, Waffenexporte, Krieg, Wehrpflicht und Rassismus protestieren, zeigte die politische Klasse in Brandenburg k\u00fcrzlich wieder ihr wahres Gesicht. 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