{"id":11528,"date":"2026-06-29T10:01:53","date_gmt":"2026-06-29T08:01:53","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/suwalki-lucke-als-testfeld-von-wolfgang-effenberger\/"},"modified":"2026-06-29T10:01:53","modified_gmt":"2026-06-29T08:01:53","slug":"suwalki-lucke-als-testfeld-von-wolfgang-effenberger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/suwalki-lucke-als-testfeld-von-wolfgang-effenberger\/","title":{"rendered":"Suwalki-L\u00fccke als Testfeld | Von Wolfgang Effenberger"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><strong>Wie das aktuelle NATO-Man\u00f6ver die Doktrin \u201eWin in a Complex World 2020\u20132040\u201c praktisch ein\u00fcbt<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Wolfgang Effenberger<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><strong>NATO\u2011\u00dcbungen und Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>Anfang Juni 2026 wurde vom Beginn gemeinsamer Milit\u00e4r\u00fcbungen der drei NATO\u2011Mitgliedstaaten \u201ein unmittelbarer N\u00e4he\u201c des Suwa\u0142ki\u2011Korridors berichtet. \u00d6ffentlich zug\u00e4ngliche Quellen nannten bislang nur grob den Zeitraum und die beteiligten Staaten, keine tagesgenauen \u00dcbungsdaten im Detail. (2) In einem weiteren Beitrag wurde dieses Man\u00f6ver mit dem Namen \u201eGallant Boar 2026\u201c bezeichnet und als gemeinsames Milit\u00e4rman\u00f6ver von Litauen, Polen und Frankreich in der N\u00e4he der strategisch wichtigen Suwalki\u2011L\u00fccke eingeordnet. (3) Exakte Ortsangaben der \u00dcbungspl\u00e4tze direkt an der Grenze und detaillierte Tagesabl\u00e4ufe fanden sich in diesen frei zug\u00e4nglichen Artikeln nicht.<\/p>\n<p>Die Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke, ein rund 65\u201370 km breiter Korridor zwischen Polen und Litauen, der die baltischen Staaten mit dem restlichen NATO\u2011Gebiet verbindet, gilt in NATO\u2011Planungen seit Jahren als strategischer Schwachpunkt im Fall eines Konflikts mit Russland (4) und wird seit Jahren in NATO\u2011Dokumenten und westlichen Medien als \u201eAchillesferse\u201c und potentielles Einfallstor zwischen dem Baltikum und dem restlichen B\u00fcndnis bezeichnet. (5) Die Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke gilt in NATO\u2011Papieren und westlichen Medien als \u201egef\u00e4hrlichster Ort Europas\u201c, weil ein russisch\u2011belarussischer Vorsto\u00df hier die baltischen Staaten vom Rest des B\u00fcndnisses abschneiden k\u00f6nnte. (6)<\/p>\n<p>Entsprechend ist die Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke in zahlreichen \u00dcbungen in Nordost\u2011Polen und S\u00fcdlitauen \u2013 auch wenn sie anders hei\u00dfen \u2013 implizit mitgedacht (Verst\u00e4rkung der Ostflanke, \u201eLandkorridor zum Baltikum sichern\u201c), ohne dass der Name immer offiziell im Titel oder im Presse\u2011Kurztext auftaucht. Dementsprechend sind viele \u00dcbungen zur Sicherung des Landkorridors, zur Verst\u00e4rkung des Baltikums und zur Abwehr eines gegnerischen Durchbruchs (faktisch Artikel\u20115\u2011Szenarien) immer weiter entwickelt und situationsgerecht angepasst worden. So wurden gro\u00dfangelegte \u00dcbungen zur raschen Verlegung von Truppen und schwerem Ger\u00e4t Richtung Baltikum intensiviert; deutsche und polnische Regierungsdokumente sprechen offen davon, dass Stra\u00dfen- und Schienenverbindungen \u201ef\u00fcr milit\u00e4rische Mobilit\u00e4t\u201c an die Ostflanke angepasst werden. (8)<\/p>\n<p><strong>EU\u2011Osterweiterung und sicherheitspolitische Rolle<\/strong><\/p>\n<p>Mit der gro\u00dfen Erweiterungsrunde 2004 (auch das Jahr der ersten Orangenen Revolution) r\u00fcckte die EU bis an die Grenzen Russlands, was in vielen mittel\u2011 und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern als historische R\u00fcckkehr nach Europa empfunden wurde, in Moskau aber als Verlust strategischer Pufferzonen. (9)<\/p>\n<p>Mit Beginn der farbigen Revolutionen im Anschluss an den ohne UN-Mandat gef\u00fchrten Angriffskrieg gegen Restjugoslawien (Serbien\/Montenegro) wurden vom Westen sogenannte farbige Revolutionen dem Ziel eines Regimewechsels und demokratischer Reformen unter gemeinsamen Merkmalen initiert: ziviler Ungehorsam, die Nutzung farbiger Symbole oder Blumen, starke Rolle von NGOs und Jugendbewegungen sowie moderne Kommunikationsmittel. Im Vordergrund stand jedoch immer der Regimewechsel und die \u00d6ffnung zum Westen.<\/p>\n<ul>\n<li>Bulldozerrevolution (2000, Vorl\u00e4ufer in Belgrad: geballte Faust)<\/li>\n<li>Rosenrevolution (Georgien, 2003)<\/li>\n<li>Orangene Revolution (Ukraine, 2004\/05)<\/li>\n<li>Tulpenrevolution (Kirgisistan, 2005)<\/li>\n<li>Zedernrevolution (Libanon, 2005)<\/li>\n<li>Jeans\u2011Revolution (Belarus, 2006)<\/li>\n<li>Gr\u00fcne Bewegung \/ \u201eGreen Wave\u201c (Iran, 2009)<\/li>\n<\/ul>\n<p>In den meisten F\u00e4llen haben die farbigen Revolutionen kurzfristig zum Machtwechsel und zu mehr politischen Freiheiten gef\u00fchrt, aber nur selten zu einer stabilen, konsolidierten Demokratie im westlichen Sinn. Bei einem Blick auf die geopolitische Karte wird klar: Die jetzige Situation war von Anfang an das Ziel der USA.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Strategen und Thinktanks: Gene Sharp &amp; Albert Einstein Institute<\/strong><\/p>\n<p>Gene Sharps Handbuch \u201eFrom Dictatorship to Democracy\u201c wurde in Dutzende Sprachen \u00fcbersetzt und diente Bewegungen wie Otpor (Serbien), Kmara (Georgien), Pora! (Ukraine), KelKel (Kirgisistan) und Subr (Belarus) explizit als strategische Vorlage f\u00fcr gewaltlosen Widerstand. (10)<\/p>\n<p>Das von ihm mitgegr\u00fcndete Albert Einstein Institute verbreitete diese Konzepte \u00fcber Workshops, Trainings und Materialverteilung; Studien zeigen, dass seine Leitf\u00e4den direkt in die Arbeit oppositioneller Gruppen in Mittel\u2011 und Osteuropa einflossen.<\/p>\n<p><strong>US\u2011nahe Demokratie\u2011NGOs und Stiftungen<\/strong><\/p>\n<p>US\u2011amerikanische Organisationen wie das National Endowment for Democracy (NED), die Open Society Foundations (Soros\u2011Stiftung) und das Albert Einstein Institute werden systematisch als Finanziers und Kapazit\u00e4tsaufbauer f\u00fcr oppositionelle Medien, NGOs und Jugendbewegungen in L\u00e4ndern mit Farbrevolutionen genannt. (11)<\/p>\n<p>Laut Untersuchungen halfen diese Institutionen, \u201eOrganisationen der Demokratieaktivisten\u201c aufzubauen, etwa durch finanzielle F\u00f6rderung, Schulungen in PR\u2011Arbeit, Kampagnenf\u00fchrung und internationaler Vernetzung. (12)<\/p>\n<p>Analysen heben hervor, dass Freedom House im Rahmen sogenannter \u201eDemokratieprogramme\u201c Netzwerke von Aktivisten und Medienakteuren unterst\u00fctzte, die sich sp\u00e4ter in Farbrevolutionen engagierten; russische und eurasische Kommentatoren beschreiben dies offen als subversive Einflussnahme. (13)<\/p>\n<p>In Georgien etwa wird die Jugendorganisation Kmara ausdr\u00fccklich als nach den Ideen Gene Sharps und \u201enach den Methoden von Freedom House\u201c arbeitend beschrieben, inklusive professioneller Massenmobilisierung und Medieneinsatz. (14)<\/p>\n<p>USAID (die US\u2011Entwicklungsbeh\u00f6rde) ist in vielen osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern seit den 1990er\u2011Jahren zentraler Geldgeber f\u00fcr zivilgesellschaftliche Projekte, Medien und Parteien; osteurop\u00e4ische Politiker werfen der Beh\u00f6rde explizit vor, \u201eFarbrevolutionen angezettelt\u201c und politische Systeme verzerrt zu haben. (15)<\/p>\n<p>Artikel zur US\u2011Konfliktpolitik und \u201efarbigen Revolutionen\u201c verweisen darauf, dass das US\u2011Au\u00dfenministerium wiederholt eine \u201ezentrale Rolle\u201c bei Regimewechseln f\u00fcr sich reklamiert hat, darunter auch die F\u00f6rderung von Oppositionsgruppen und die Nutzung von NGOs als Hebel. (16)<\/p>\n<p>Kritische Analysen aus dem Globalen S\u00fcden und linken Medien sehen Farbrevolutionen als von der CIA konzipierte Form des \u201eweichen Putsches\u201c: Ziel sei ein Regimewechsel mit m\u00f6glichst geringer direkter milit\u00e4rischer Gewalt, aber intensiver Nutzung von NGOs, Medien, Jugendbewegungen und Finanzstr\u00f6men.<\/p>\n<p>Dabei werden Muster beschrieben: externe Finanzierung und Schulung von Aktivisten, Aufbau oppositioneller Medien, internationale Kampagnenf\u00fchrung und Nutzung westlicher Plattformen (Twitter, Facebook) zur Koordination und symbolischen Rahmung der Proteste.<\/p>\n<p>Neben US\u2011Organisationen werden auch europ\u00e4ische Stiftungen erw\u00e4hnt, etwa deutsche politische Stiftungen wie die Friedrich\u2011Naumann\u2011Stiftung, die \u00fcber Seminare, Trainings und Projektf\u00f6rderung beim Aufbau oppositioneller Strukturen halfen.<\/p>\n<p>Diese Aktivit\u00e4ten sind formal als Demokratief\u00f6rderung und Zivilgesellschaftsst\u00e4rkung deklariert, werden aber sowohl von betroffenen Regierungen als auch von kritischen Analytikern als Teil einer geopolitischen Strategie zur Verschiebung von Machtverh\u00e4ltnissen gelesen. (17)<\/p>\n<p>Der ganze westliche subversive Apparat (Gene Sharp, Einstein\u2011Institut, Freedom House, US\u2011Au\u00dfenministerium, USAID) findet deutliche Entsprechungen in der Literatur: genau diese Akteure werden immer wieder als ideelle und materielle Infrastruktur hinter Farbrevolutionen genannt. (18)<\/p>\n<p>Der Streit dreht sich weniger darum, ob es diese Einfl\u00fcsse gibt \u2013 die sind gut dokumentiert \u2013, sondern darum, ob man sie als legitime Demokratief\u00f6rderung oder als gezielte, letztlich imperiale Regimewechselpolitik bewertet. (19)\u00a0<\/p>\n<p>Es l\u00e4sst sich auch nicht leugnen, dass bei vielen Farbrevolutionen westliche Regierungen und gro\u00dfe Stiftungen (Soros\/Open Society, Freedom House, teils USAID u.a.) \u00fcber NGOs und Programme massiv Geld und Know\u2011how in diese Gesellschaften eingebracht haben.<\/p>\n<p>Untersuchungen und Medienberichte zeigen, dass Organisationen wie die Soros\u2011Stiftungen (Open Society Foundations) und Freedom House in postkommunistischen Staaten gezielt demokratische Aktivisten, Medienprojekte, Wahlbeobachtung und Rechtsstaatsinitiativen f\u00f6rdern; in Serbien, Georgien, der Ukraine und Kirgisistan flossen hierf\u00fcr durchaus Millionenbetr\u00e4ge. (20)<\/p>\n<p>Freedom House wird beispielsweise \u00fcberwiegend aus US\u2011Regierungsmitteln (u.a. USAID, National Endowment for Democracy) und privaten Stiftungen finanziert und ist deswegen immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, Teil einer US\u2011Au\u00dfenpolitik \u201edurch NGOs\u201c zu sein.<\/p>\n<p>Viele Forscher sprechen deshalb von \u201eextern unterst\u00fctzten Demokratisierungsprozessen\u201c \u2013 Kritiker sehen darin allerdings gezielte Einflussnahme auf Regimewechsel im Sinne westlicher Interessen. (21)\u00a0<\/p>\n<p><strong>Kapital\u2011 und Machtinteressen vs. Demokratisierung<\/strong><\/p>\n<p>Kritische Analysen betonen, dass Demokratief\u00f6rderung, Markt\u00f6ffnung und geopolitische Interessen gerade im postsozialistischen Raum eng miteinander verflochten sind: Wer liberale Demokratie, Rechtsstaat und Privatisierung f\u00f6rdert, schafft auch Bedingungen f\u00fcr westliche Investitionen und politische Anbindung. (22)<\/p>\n<p>Gleichzeitig weisen viele Untersuchungen darauf hin, dass diese NGOs nicht einfach als \u201everl\u00e4ngerter Arm multinationaler Konzerne\u201c funktionieren, sondern oft eher rechtsstaatliche Mindeststandards, Medienfreiheit und Minderheitenschutz st\u00e4rken \u2013 Ziele, die in autorit\u00e4ren Staaten deshalb als Bedrohung wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Die Zwischenbilanz ist also widerspr\u00fcchlich: Farbrevolutionen k\u00f6nnen sowohl liberale \u00d6ffnung als auch neue Abh\u00e4ngigkeiten erzeugen; die Grenze zwischen \u201eDemokratief\u00f6rderung\u201c und \u201einteressengeleiteter Einflussnahme\u201c ist politisch hoch umk\u00e4mpft.\u00a0<\/p>\n<p>Afghanistan ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, dass massive externe Intervention (milit\u00e4risch, politisch, mit Milliardeninvestitionen in Aufbauhilfen und NGOs) keineswegs automatisch stabile Demokratie schafft: Nach dem Abzug der westlichen Truppen und dem Vormarsch der Taliban blieb tats\u00e4chlich viel \u201everbrannte Erde\u201c zur\u00fcck \u2013 zerst\u00f6rte Infrastruktur, eine traumatisierte Gesellschaft, ein fragiles Staatswesen.<\/p>\n<p>Kritiker gro\u00dfer Hilfs\u2011NGOs und Stiftungen argumentieren generell, dass viele Projekte kurzfristig wirken, aber strukturell wenig \u00e4ndern oder sogar lokale Strukturen schw\u00e4chen \u2013 weil sie Parallelstrukturen schaffen, lokale Eliten bevorzugen oder wecken Erwartungen, die politisch nicht nachhaltig eingel\u00f6st werden. (23)<\/p>\n<p>Parallel zu den farbigen Revolutionen entwickelte sich die EU so schrittweise von einem prim\u00e4r wirtschaftlichen Integrationsraum zu einem Akteur, der seine Nachbarschafts\u2011 und Erweiterungspolitik explizit mit sicherheits- und verteidigungspolitischen Instrumenten verkn\u00fcpft (\u00d6stliche Partnerschaft, Assoziierungsabkommen, Sanktionen). Das war so explizit in der geplanten EU-Verfassung vorgesehen, die von Frankreich und Irland nicht ratifiziert wurde und dann 2009 einfach als EU-Vertrag in Kraft trat. (24)<\/p>\n<p>\u201eSeit den 2000er\u2011Jahren hat sich die Europ\u00e4ische Union schrittweise von einem prim\u00e4r wirtschaftlich orientierten Integrationsraum zu einem Akteur entwickelt, der seine Nachbarschafts\u2011 und Erweiterungspolitik explizit mit au\u00dfen\u2011, sicherheits\u2011 und verteidigungspolitischen Instrumenten verkn\u00fcpft \u2013 etwa im Rahmen der Europ\u00e4ischen Sicherheits\u2011 und Verteidigungspolitik, der \u00d6stlichen Partnerschaft, der Assoziierungsabkommen und verschiedener Sanktionsregime gegen\u00fcber Drittstaaten\u201c. (25) Diese Ausrichtung war bereits im gescheiterten \u201eVertrag \u00fcber eine Verfassung f\u00fcr Europa\u201c angelegt, der der Union eine einheitliche Rechtspers\u00f6nlichkeit und eine gest\u00e4rkte Gemeinsame Sicherheits\u2011 und Verteidigungspolitik verleihen sollte, jedoch in den Referenden in Frankreich und den Niederlanden keine Mehrheit fand. Der anschlie\u00dfende Vertrag von Lissabon \u00fcbernahm diesen Verfassungtext fast komplett (w\u00fcrfelte ihn aber total durcheinander). In diesem Vertrag finden sich auch neue Aufgabenbereiche der Gemeinsamen Sicherheits\u2011 und Verteidigungspolitik (GSVP), die Europ\u00e4ische Verteidigungsagentur sowie Solidarit\u00e4ts\u2011 und Beistandsklauseln \u2013 eingebettet in das bestehende Vertragsgef\u00fcge.<\/p>\n<p>F\u00fcr jemanden, der intensiv beide Texte vollst\u00e4ndig studiert und Artikel f\u00fcr Artikel verglichen hat, entsteht deshalb der Eindruck einer weitgehenden inhaltlichen \u00dcbereinstimmung, bei einer bewusst komplizierteren Artikelarchitektur, die direkte 1:1\u2011Vergleiche erschwert.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Entstehung und Aktivierung von PESCO<\/strong><\/p>\n<p>Auf die Gr\u00fcndung von PESCO (\u201eSt\u00e4ndige Strukturierte Zusammenarbeit\u201c) hat die US-Politik \u2013 direkt und indirekt \u2013 Einfluss genommen. Dabei nicht unbedeutend (oder nur Theaterinszenierung?) der teilweise sicherheitspolitische R\u00fcckzug unter der damaligen Trump\u2011Administration.<\/p>\n<p>PESCO ist bereits im Vertrag von Lissabon (2009) als Instrument vorgesehen und damit zun\u00e4chst eine innereurop\u00e4ische Konstruktion; aktiviert wurde sie erst 2017 durch 25 EU\u2011Mitgliedstaaten.<\/p>\n<p>Laut offizieller Darstellungen spielten mehrere Faktoren f\u00fcr die politische Dynamik eine Rolle: die Kriege in Libyen und Syrien, Russlands Annexion der Krim, der Brexit \u2013 und ausdr\u00fccklich auch \u201edie Administration des damaligen US\u2011Pr\u00e4sidenten Donald Trump\u201c, die den Eindruck eines weniger verl\u00e4sslichen US\u2011Sicherheitsengagements erweckte. (26)<\/p>\n<p>In diesem Sinn war die US\u2011Politik ein Katalysator: Sie verst\u00e4rkte in Europa den Wunsch, verteidigungspolitisch eigenst\u00e4ndiger zu werden und bestehende Vertragsinstrumente wie PESCO zu nutzen. (27)<\/p>\n<p>Seit 2020 k\u00f6nnen Drittstaaten an PESCO\u2011Projekten teilnehmen, und die USA beteiligen sich inzwischen an der PESCO\u2011Schl\u00fcsselinitiative \u201eMilitary Mobility\u201c, also der Verbesserung der milit\u00e4rischen Beweglichkeit und Infrastruktur in Europa. (28)<\/p>\n<p>Damit wird PESCO heute sowohl als Ausdruck europ\u00e4ischer \u201estrategischer Autonomie\u201c gegen\u00fcber den USA als auch als Instrument zur engeren Verzahnung von EU\u2011Verteidigungspolitik und NATO verstanden.<\/p>\n<p>In Analysen zur \u201estrategischen Autonomie Europas\u201c wird PESCO als Instrument gesehen, mit dem die EU milit\u00e4risch handlungsf\u00e4higer werden will, ohne die NATO formell zu ersetzen. PESCO soll vor allem L\u00fccken schlie\u00dfen (z.B. Transport, Logistik, F\u00fchrungsf\u00e4higkeit). (29)<\/p>\n<p>Gleichzeitig betonen offizielle Stellen (z.B. das Bundesverteidigungsministerium), dass PESCO \u201ekomplement\u00e4r zur NATO\u201c gedacht ist: Projekte wie \u201eMilitary Mobility\u201c n\u00fctzen ausdr\u00fccklich auch der Allianz, und viele PESCO\u2011Staaten sind NATO\u2011Mitglieder, sodass Doppelstrukturen vermieden werden sollen. (30)<\/p>\n<p>Damit bewegt sich PESCO in einem Spannungsfeld: Es st\u00e4rkt europ\u00e4ische Eigenst\u00e4ndigkeit, bleibt aber strukturell mit der NATO und damit mit US\u2011Sicherheitsinteressen verflochten (31) und kann als Fortf\u00fchrung der milit\u00e4risch\u2011sicherheitspolitischen Vertiefung verstanden werden. (32)<\/p>\n<p>In der juristischen Literatur wird betont, dass der Lissabon\u2011Vertrag strukturell ein \u201esekund\u00e4rer Schritt\u201c ist: Er bringt konzeptionelle Neuerungen (z.B. Beistandsklausel Art. 42 Abs. 7 EUV, Solidarit\u00e4tsklausel Art. 222 AEUV, Ausbau der GSVP), aber eben eingebettet in das existente Vertragsgef\u00fcge, nicht in einem neuen, eigenst\u00e4ndigen \u201eVerfassungsrahmen\u201c. (33)\u00a0<\/p>\n<p><strong>Die Ukraine als Knotenpunkt<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Prozess wurde die Ukraine zum Knotenpunkt: Als Schauplatz von Farbrevolution, Euromaidan und Krieg bildet sie die Nahtstelle zwischen EU\u2011Assoziierungslogik, US-\/NATO\u2011Milit\u00e4rplanung und russischen Sicherheitsinteressen \u2013 mit der Folge, dass jede Eskalation sofort die gesamte EU\u2011Infrastruktur vom \u00c4rmelkanal bis zur Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke in Alarmbereitschaft versetzt. (34)<\/p>\n<p>Leider konnte der Autor keine vollst\u00e4ndige, gesicherte Liste aller Man\u00f6ver finden, in denen explizit der Durchbruch durch die Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke ge\u00fcbt wurde. Es lassen sich aber einige wichtige \u00dcbungen und aktuelle Hinweise benennen, bei denen dieses Szenario im Zentrum oder zumindest deutlich im Hintergrund stand.<\/p>\n<p><strong>2017 \u2013 erstes gro\u00dfangelegtes Szenario Suwa\u0142ki\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Mitte Juni 2017 fand das erste so bezeichnete Gro\u00dfman\u00f6ver an der polnisch\u2011litauischen Grenze statt, bei dem rund 1.500 NATO\u2011Soldaten die Verteidigung der Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke gegen einen m\u00f6glichen russischen Vorsto\u00df probten.<\/p>\n<p>Beteiligt waren u.a. US\u2011, britische, polnische, litauische und kroatische Einheiten, mit Helikoptern, Kampfflugzeugen und Bodentruppen; Ziel war die Simulation, wie Russland die baltischen Staaten durch Schlie\u00dfen des Korridors vom Rest der Allianz abschneiden k\u00f6nnte. (35)<\/p>\n<p>Ein ARD\u2011Bericht \u00fcber ein NATO\u2011Man\u00f6ver \u201eim Nordosten Polens\u201c beschreibt \u00dcbungen in Masuren, explizit \u201enahe der strategisch wichtigen Suwa\u0142kil\u00fccke\u201c und mit Betonung der F\u00e4higkeit, diese Region im Ernstfall zu verteidigen.<\/p>\n<p>Es handelte sich um ein defensiv deklariertes Man\u00f6ver mit Beteiligung von Polen, USA, Deutschland und weiteren Verb\u00fcndeten; offiziell lautet der Fokus \u201eVerteidigung\u201c, faktisch trainiert man aber das Halten des Landkorridors. (36)<\/p>\n<p>Zwischen Ende Januar und Ende Mai 2024 lief die viermonatige NATO\u2011Gro\u00df\u00fcbung \u201eSteadfast Defender 2024\u201c mit rund 90.000 Soldaten. Im Rahmen des \u00dcbungsabschnitts \u201eGrand Center\u201c (37) fand zwischen 26. Februar und 26. April 2024 die Weichsel\u2011\u00dcberquerung in Polen statt.<\/p>\n<p>In der viermonatigen Gro\u00df\u00fcbung war die \u00dcberquerung der Weichsel in Polen ein zentraler Baustein, um Kr\u00e4fte in Richtung des \u201egef\u00e4hrlichsten Ortes der Welt\u201c \u2013 der Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke \u2013 verlegen zu k\u00f6nnen. (38)<\/p>\n<p>Medienberichte stellen den klaren Zusammenhang her: Wer \u00fcber die Weichsel verlegen kann, kann den Landweg Richtung Suwa\u0142ki\u2011Korridor und Baltikum offenhalten oder wiederherstellen.<\/p>\n<p><strong>2026: aktuelle Man\u00f6ver und Szenarien<\/strong><\/p>\n<p>Meldungen zu \u201egemeinsamen Milit\u00e4r\u00fcbungen\u201c von Litauen, Polen und Frankreich \u201ein unmittelbarer N\u00e4he\u201c der Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke im Juni 2026 benennen ausdr\u00fccklich das Ziel, die Verteidigung und Reaktionsf\u00e4higkeit in diesem Korridor zu verbessern.<\/p>\n<p>Parallel startet laut anderen Berichten eine NATO\u2011\u00dcbung \u201eGallant Boar 2026\u201c in der strategischen Region zwischen Kaliningrad und Belarus, erg\u00e4nzt durch weitere Man\u00f6ver in Polen, die \u201ezur Verteidigung der strategisch wichtigen Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke beitragen\u201c sollen.<\/p>\n<p>Im Umfeld dieser \u00dcbungen werden auch Live\u2011Feuer\u2011Artillerietrainings von US\u2011Truppen \u201ein der N\u00e4he der Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke\u201c erw\u00e4hnt, erkl\u00e4rtes Ziel: Abschreckung Russlands und Test der F\u00e4higkeit, den Korridor rasch mit Feuerkraft abzudecken. (39)<\/p>\n<p>Litauen hat zudem im April 2026 den Bau eines neuen gro\u00dfen Milit\u00e4r\u00fcbungsplatzes im Gebiet der Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke beschlossen, mit Kapazit\u00e4ten f\u00fcr bis zu 4.000 Soldaten \u2013 ausdr\u00fccklich zum Zweck, \u00dcbungsinfrastruktur f\u00fcr die Verteidigung an der NATO\u2011Ostflanke bereitzustellen. (40)<\/p>\n<p>Viele \u00dcbungen, Gefechtsstandsman\u00f6ver und Planspiele, in denen der Durchbruch oder das Halten des Korridors geprobt wird, tauchen in der \u00f6ffentlichen Kommunikation nur unter allgemeinen Formeln wie \u201eVerteidigung der Ostflanke\u201c, \u201eLandkorridor sichern\u201c oder \u201eReaktion auf Artikel\u20115\u2011Szenario\u201c auf. (41)<\/p>\n<p>Ohne Zugriff auf interne NATO\u2011Planungsdokumente l\u00e4sst sich daher nur eine Auswahl benennen, die explizit in Medien oder offiziellen Stellungnahmen mit der Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke verkn\u00fcpft wurde (wie 2017, einzelne polnisch\u2011litauische \u00dcbungen, Steadfast\u2011Defender\u2011Module und die Juni\u20112026\u2011Man\u00f6ver).<\/p>\n<p>Es gibt drei zentrale \u00dcbungstypen, unter die auch die aktuellen Man\u00f6ver rund um die Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke (inklusive Juni 2026) fallen: kollektive Verteidigung (Artikel\u20115\u2011Szenarien), Krisenreaktion und Ausbildungs-\/Kooperations\u00fcbungen; politisch dienen sie vor allem der Abschreckung, dem \u201eSignal an Russland\u201c und der praktischen Operationsvorbereitung entlang der Ostflanke. An der Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke selbst und in unmittelbarer N\u00e4he dominieren klar die Artikel\u20115\u2011orientierten Verteidigungs\u2011 und Abschreckungs\u00fcbungen. (42)<\/p>\n<p><strong>NATO-\u00dcbungstypen im \u00dcberblick<\/strong><\/p>\n<p>Offiziell koordiniert die NATO ihre Gro\u00df\u00fcbungen \u00fcber die zentrale Planungs\u2011 und Abstimmkonferenz NEPAC (\u201eNATO Exercise Programme Alignment Conference\u201c), in der solche Man\u00f6ver zeitlich, r\u00e4umlich und inhaltlich koordiniert werden. Diese Konferenz findet zweimal im Jahr statt und dient dazu, die \u00dcbungsprogramme der NATO-Kommandos und der Alliierten miteinander zu synchronisieren.<\/p>\n<p>Ziel ist es, die kollektive Ausbildung und die milit\u00e4rischen \u00dcbungen so zu planen, dass die B\u00fcndnisziele (Abschreckung, Verteidigung, Krisenreaktion) bestm\u00f6glich unterst\u00fctzt werden. (43) Die Szenarien orientieren sich an drei Missionstypen: 1) kollektive Verteidigung nach Artikel 5 (B\u00fcndnisfall), 2) Krisenreaktion (Out\u2011of\u2011Area, Stabilisierungsmissionen), 3) Beratung und Zusammenarbeit (Ausbildung, Partnerprogramme). (44)<\/p>\n<p>Unter \u201eNATO Military Exercise\u201c fallen alle \u00dcbungen, die von einem NATO-Kommandeur initiiert werden und bei denen B\u00fcndnismissionen geprobt werden (Artikel\u20115\u2011Verteidigung, Krisenreaktion, Kooperation). NEPAC greift dabei auf das NATO Military Training and Exercise Programme (MTEP) zur\u00fcck, das die \u00dcbungen f\u00fcr die kommenden f\u00fcnf Jahre detailliert auff\u00fchrt. (45)<\/p>\n<p><strong>Beispiele aktueller Gro\u00dfman\u00f6ver<\/strong><\/p>\n<p>\u201eSteadfast Defender\u201c 2024\/25 gilt als gr\u00f6\u00dftes NATO\u2011Man\u00f6ver seit Ende des Kalten Krieges, mit rund 90.000 Soldaten, mehr als 1.000 Gefechtsfahrzeugen, Dutzenden Kampfflugzeugen und Marineeinheiten; ge\u00fcbt wurde u.\u202fa. ein russischer Angriff und die schnelle Verlegung an die Ostflanke. (46)<\/p>\n<p>\u201eNordic Response 2024\u201c im Norden Europas ist Teil dieser \u00dcbungsserie und trainierte die Abwehr eines Angriffs auf B\u00fcndnisgebiet, mit etwa 20.000 Soldaten, Luft\u2011, See\u2011 und Landkr\u00e4ften.<\/p>\n<p>2026 l\u00e4uft \u201eSteadfast Dart\u201c, eine gro\u00dfe multinationale \u00dcbung in Mitteleuropa und an der Ostsee, bei der die schnelle Verlegung der Allied Reaction Force und amphibische Landeman\u00f6ver trainiert werden; sie gilt als gr\u00f6\u00dfte NATO\u2011\u00dcbung des Jahres. (47)<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Gefechts\u00fcbungen an der Ostflanke \u2013 Steadfast Defender, Quadriga\u2011Serien \u2013 sind hochrealistische Kampftrainings der multinationalen Battlegroups in Litauen, Lettland, Estland und Polen im Rahmen von eFP (\u201eEnhanced Forward Presence\u201c), bei denen verz\u00f6gertes Gefecht, Gegenangriff und Orts\u2011\/H\u00e4userkampf unter Gefechtsbedingungen ge\u00fcbt werden. Die verst\u00e4rkte Vornepr\u00e4senz der NATO an der Ostflanke mit je einer Battlegroup in Litauen, Lettland, Estland und Polen soll offiziell vor allem der Abschreckung Russlands und der Sicherung der \u00f6stlichen B\u00fcndnispartner dienen.<\/p>\n<p>Die Battlegroup Lithuania steht unter deutscher F\u00fchrung; etwa 1.100 Soldaten aus bis zu neun Nationen sind beteiligt, davon rund 550 aus der Bundeswehr, im halbj\u00e4hrlichen Rotationsverfahren .eFP\u2011Gefechts\u00fcbungen \u2013 sind \u00fcberwiegend Artikel\u20115\u2011Szenarien: Alarmierung, Verlegung gro\u00dfer Landstreitkr\u00e4fte, Gefechte gegen einen \u201eAggressor\u201c im Osten. (48)<\/p>\n<p>Vor jeder Rotation durchlaufen die deutschen eFP\u2011Kontingente einsatzvorbereitende Ausbildung, etwa im Gefechts\u00fcbungszentrum des Heeres in Letzlingen, wo ein multinationaler Gefechtsverband (u.\u202fa. mit niederl\u00e4ndischen, belgischen und norwegischen Kr\u00e4ften) gemeinsam Gefechtsf\u00fchrung trainiert.<\/p>\n<p>Erst nach Abschluss dieser Hochwertausbildung werden die Verb\u00e4nde mit ihrem schweren Ger\u00e4t nach Litauen verlegt und schlie\u00dfen dort an die Gefechts\u00fcbungen der Battlegroup an.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>In der offiziellen Sprache sind diese \u00dcbungen \u201edefensiv\u201c und sollen Abschreckung herstellen: Sie sollen zeigen, dass die NATO im Fall eines Angriffs \u201erasch und effektiv reagieren\u201c und den B\u00fcndnisfall operativ abarbeiten kann. (49)<\/p>\n<p>Gleichzeitig sind sie ein klares politisches Signal gegen\u00fcber Russland und den osteurop\u00e4ischen Mitgliedern: Demonstration von B\u00fcndnissolidarit\u00e4t, innenpolitische Legitimierung von Aufr\u00fcstung, Ein\u00fcbung neuer regionaler Verteidigungspl\u00e4ne. (50)<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Juni 2026: Konkrete Man\u00f6ver und Ziele<\/strong><\/p>\n<p>1. \u201eStrong Shield 2\u201c \/ nationale plus NATO-nahe \u00dcbung<\/p>\n<p>Litauen f\u00fchrt Anfang Juni 2026 die \u00dcbung \u201eTvirtas skydas 2\u201c (\u201eStrong Shield 2\u201c) mit seinen National Defence Volunteer Forces (KASP) direkt im Raum des Suwa\u0142ki\u2011Korridors durch. Ziele: realit\u00e4tsnahe \u00dcbung von Planen und F\u00fchren von Operationen nahe Kaliningrad, Koordination mit anderen Teilen der litauischen Streitkr\u00e4fte, staatlichen Stellen, NGOs und privaten Akteuren; ausdr\u00fccklich unter Einbindung und Abstimmung mit NATO\u2011Partnern. (51)\u00a0<\/p>\n<p>2. \u201eGallant Boar \/ Brave Boar\u201c \u2013 16.\u201326. Juni 2026\u00a0<\/p>\n<p>Vom 16. Bis 21. Juni 2026 fanden unter dem Namen \u201eGallant Boar \u2013 Brave Boar\u201c Man\u00f6ver im Suwa\u0142ki\u2011Korridor statt, an denen Litauen, Polen und Frankreich teilnahmen. (52) Berichte ordnen diese \u00dcbung klar in den Kontext der Ostflanken\u2011Verteidigung ein: Trainiert werden gemeinsame Operationen im Grenzraum zu Belarus\/Kaliningrad, inklusive Artillerie\u2011 und Man\u00f6verelementen; sie wird als Beitrag zur Abschreckung und als Probe f\u00fcr ein Artikel\u20115\u2011Szenario verstanden.\u00a0<\/p>\n<p>3. Parallel\u00fcbungen mit deutscher Beteiligung<\/p>\n<p>Zeitgleich waren 2026 rund 2.900 Soldaten \u2013 davon 2.300 aus Deutschland \u2013 auf dem litauischen Truppen\u00fcbungsplatz Pabrad\u0117 (etwa 20 km von der Grenze zu Belarus) in ein Ostflanken\u2011Man\u00f6ver eingebunden; die Bundeswehr bezeichnet dies ausdr\u00fccklich als Beitrag zur Abschreckung an der NATO\u2011Ostflanke. (53) Inhaltlich ging es um Gefechts\u00fcbungen, den Einsatz moderner Aufkl\u00e4rungsmittel (auch Drohnen) und das Zusammenspiel multinationaler Kr\u00e4fte \u2013 also operative Vorbereitung auf ein m\u00f6gliches Gefecht im erweiterten Suwa\u0142ki\u2011Raum.<\/p>\n<p><strong>Einordnung dieser 2026-\u00dcbungen in die NATO-Logik<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>\u201eStrong Shield 2\u201c und \u201eGallant Boar \/ Brave Boar\u201c sind aus NATO\u2011Sicht Mischformen: formal nationale oder multinationale \u00dcbungen, inhaltlich aber klar auf Artikel\u20115\u2011Verteidigung entlang des Korridors ausgerichtet \u2013 inklusive Kooperation mit eFP\u2011Truppen, regionalen Bataillonen und zivilen Strukturen. (54)<\/p>\n<p>In Kombination mit Gro\u00dfman\u00f6vern wie Steadfast Defender (mit Weichsel\u2011\u00dcberquerung und Ostflanken\u2011Verlegung) bilden sie ein Kontinuum: von strategischer Verlegung aus Westeuropa \u00fcber operative Verteidigungsplanungen bis hin zu lokal-taktischen Gefechtsmustern direkt in der Suwa\u0142ki\u2011Zone. (55)<\/p>\n<p>Zu denselben \u00dcbungen und zur Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke existieren tats\u00e4chlich zwei fast gegens\u00e4tzliche Narrative: im Westen das Bild der notwendigen Verteidigung und Abschreckung, in Russland das einer gezielten Eskalation und Vorbereitung auf eine Konfrontation mit Moskau. Diese gegens\u00e4tzlichen Deutungen verst\u00e4rken sich wechselseitig und machen die Region zu einem symbolischen Brennpunkt, an dem sich die Sicherheitslogiken frontal gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<p><strong>Westliches versus russisches Narrativ: Abschreckung v. Provokation<\/strong><\/p>\n<p>NATO und Mitgliedstaaten stellen \u00dcbungen wie Steadfast Defender, Defender Europe oder die Gefechts\u00fcbungen in Litauen und Polen als Vorbereitung auf den B\u00fcndnisfall (Artikel 5) und als glaubw\u00fcrdige Abschreckung gegen einen m\u00f6glichen Angriff Russlands dar.<\/p>\n<p>Offizielle Dokumente und Analysen betonen, dass der Suwa\u0142ki\u2011Korridor eine \u201eAchillesferse\u201c sei und man die F\u00e4higkeit trainieren m\u00fcsse, die baltischen Staaten \u00fcber Land zu verst\u00e4rken und einen gegnerischen Durchbruch zu verhindern \u2013 genau daf\u00fcr seien die Man\u00f6ver da.<\/p>\n<p>Milit\u00e4rs argumentieren, Glaubw\u00fcrdigkeit bestehe aus drei Elementen: einem ausf\u00fchrbaren Plan, hinterlegten Kr\u00e4ften und dem politischen Willen, diese Kr\u00e4fte im Ernstfall auch einzusetzen; \u00dcbungen sollen diese drei Elemente sicht- und \u00fcberpr\u00fcfbar machen.<\/p>\n<p>In dieser Lesart sind die Man\u00f6ver an der Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke keine Vorbereitung eines Angriffs, sondern die technische Umsetzung dessen, was politisch bereits beschlossen ist: kollektive Verteidigung an der Ostflanke.<\/p>\n<p>Russische Offizielle und Medien kritisieren gro\u00dfe NATO\u2011Man\u00f6ver seit Jahren als \u201eprovokativ\u201c und als Teil einer Strategie, sich \u201eauf eine Konfrontation mit Russland vorzubereiten\u201c; das gilt ausdr\u00fccklich auch f\u00fcr Steadfast Defender und Ostsee-\/Ostflanken\u2011\u00dcbungen.<\/p>\n<p>Der Sekret\u00e4r des russischen Sicherheitsrates Patruschew erkl\u00e4rte, bei den NATO\u2011\u00dcbungen werde das Szenario einer bewaffneten Konfrontation mit Russland durchgespielt \u2013 das versch\u00e4rfe Spannungen und destabilisiere die Weltlage.<\/p>\n<p>Moskau deutet die Verdichtung von Truppen, die Einrichtung multinationaler Battlegroups in der N\u00e4he des Korridors und die regelm\u00e4\u00dfigen Gro\u00dfman\u00f6ver als Beleg daf\u00fcr, dass die NATO Russland de facto als Feind behandelt und \u00dcberlegenheit in allen Dom\u00e4nen anstrebt.<\/p>\n<p>In russischen Kommentaren erscheinen die Man\u00f6ver daher nicht als defensive Sicherung, sondern als Bausteine einer \u201eEinkreisungsstrategie\u201c, in der die Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke ein m\u00f6glicher Ausgangspunkt bzw. Schauplatz eines zuk\u00fcnftigen NATO\u2011Vorsto\u00dfes an der Nordostfront w\u00e4re.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gemeinsame Bedrohungsvorstellungen an der Suwa\u0142ki-L\u00fccke<\/strong><\/p>\n<p>Beide Seiten erkennen denselben milit\u00e4rgeographischen Fakt an: Ein schneller Schlag auf den 65\u201370 km breiten Korridor k\u00f6nnte die Verbindung zwischen Baltikum und restlicher NATO abschneiden; umgekehrt ist die F\u00e4higkeit, diesen Korridor zu \u00f6ffnen\/halten, f\u00fcr die NATO zentral.<\/p>\n<p>Westliche Medien und Thinktanks sprechen deshalb vom \u201egef\u00e4hrlichsten Ort der Welt\u201c, von der \u201eAchillesferse der NATO\u201c, russische Milit\u00e4rs wiederum diskutieren offen die M\u00f6glichkeit, die L\u00fccke \u201einnerhalb weniger Stunden\u201c schlie\u00dfen zu k\u00f6nnen \u2013 beide entwerfen also spiegelbildliche Worst\u2011Case\u2011Szenarien.<\/p>\n<p>F\u00fcr die NATO legitimiert dieser Schwachpunkt die st\u00e4ndige \u00dcbungst\u00e4tigkeit und die Stationierung zus\u00e4tzlicher Kr\u00e4fte (Battlegroups, Panzerbrigade, Air Policing u.a.), um im Ernstfall eine Landbr\u00fccke zu sichern.<\/p>\n<p>F\u00fcr Russland wiederum sind genau diese verst\u00e4rkten Kr\u00e4fte und \u00dcbungen Anlass, eigene Man\u00f6ver (z.B. Sapad) zu fahren, die ihrerseits an der Besetzung oder Schlie\u00dfung des Korridors ansetzen \u2013 was in westlichen Hauptst\u00e4dten wiederum als eskalativ wahrgenommen wird.<\/p>\n<p>Wie auch immer dies \u201eSicherheitsvorkehrungen\u201c begr\u00fcndet werden \u2013<\/p>\n<p>Nach dem Gesetzt der selbsterf\u00fcllenden Prophezeiung wird aus \u00dcbungsszenarien irgendwann einmal Realit\u00e4t. Sie zeigen, wie sicher der Westen mit einem Krieg rechnet, obwohl Russland bis jetzt auf Provokationen nur defensiv reagiert hat.\u00a0<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<h3 id=\"anmerkungen-und-quellen\">Anmerkungen und Quellen<\/h3>\n<p>Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei\u00a0der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete\u00a0&#8222;atomare Gefechtsfeld&#8220; in Europa. Nach zw\u00f6lfj\u00e4hriger Dienstzeit\u00a0studierte er in M\u00fcnchen Politikwissenschaft sowie H\u00f6heres Lehramt\u00a0(Bauwesen\/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule f\u00fcr\u00a0Bautechnik. Seitdem publiziert er zur j\u00fcngeren deutschen Geschichte und\u00a0zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: \u201eSchwarzbuch EU &amp; NATO\u201c\u00a0(2020), &#8222;Die untersch\u00e4tzte Macht&#8220; (2022), &#8222;Vom Krieg zur Weltordnung&#8220; (2026)<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>1) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Suwa%C5%82ki-L%C3%BCcke?ref=apolut.net#\/media\/Datei:Granica_polsko-litewska.png\"><u>https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Suwa%C5%82ki-L%C3%BCcke#\/media\/Datei:Granica_polsko-litewska.png<\/u><\/a><\/p>\n<p>2) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/visitukraine.today\/de\/blog\/8725\/nato-exercise-near-the-suwalki-corridor-in-june-2026-lithuania-poland-and-france-practice-defending-the-strategic-isthmus?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/visitukraine.today\/de\/blog\/8725\/nato-exercise-near-the-suwalki-corridor-in-june-2026-lithuania-poland-and-france-practice-defending-the-strategic-isthmus<\/u><\/a><\/p>\n<p>3) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/deutscharmenischegesellschaft\/posts\/armenien-richtet-historisches-milit%C3%A4rman%C3%B6ver-eagle-partner-2026-mit-drei-nato-st\/1462453332586922\/\"><u>https:\/\/www.facebook.com\/deutscharmenischegesellschaft\/posts\/armenien-richtet-historisches-milit%C3%A4rman%C3%B6ver-eagle-partner-2026-mit-drei-nato-st\/1462453332586922\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>4) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/military-mobility-musterkorridor-fuer-truppenverlegungen-5733066?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/military-mobility-musterkorridor-fuer-truppenverlegungen-5733066<\/u><\/a><\/p>\n<p>5) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus238499073\/Ukraine-Krieg-Die-Suwalki-Luecke-Wo-die-Nato-am-verwundbarsten-ist.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/plus238499073\/Ukraine-Krieg-Die-Suwalki-Luecke-Wo-die-Nato-am-verwundbarsten-ist.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>6) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/politik\/suwalki-luecke-gap-ukraine-russland-belarus-krieg-nato-100.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/politik\/suwalki-luecke-gap-ukraine-russland-belarus-krieg-nato-100.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>8) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.gtai.de\/de\/trade\/polen\/wirtschaftsumfeld\/deutsch-polnische-regierungskonsultationen-1949768?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.gtai.de\/de\/trade\/polen\/wirtschaftsumfeld\/deutsch-polnische-regierungskonsultationen-1949768<\/u><\/a><\/p>\n<p>9) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/2024\/03\/26\/jahr-des-aufbruchs-2004-welche-hoffnungen-richten-sich-heute-auf-die-zukunft?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.boell.de\/de\/2024\/03\/26\/jahr-des-aufbruchs-2004-welche-hoffnungen-richten-sich-heute-auf-die-zukunft<\/u><\/a><\/p>\n<p>10) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/budrich-journals.de\/index.php\/peripherie\/article\/download\/25131\/21958\/26314?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/budrich-journals.de\/index.php\/peripherie\/article\/download\/25131\/21958\/26314<\/u><\/a><\/p>\n<p>11) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de.granma.cu\/mundo\/2020-12-01\/weicher-putsch-strategie-der-usa-um-systeme-zu-wechseln?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/de.granma.cu\/mundo\/2020-12-01\/weicher-putsch-strategie-der-usa-um-systeme-zu-wechseln<\/u><\/a><\/p>\n<p>12) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.dekoder.org\/de\/gnose\/farbrevolutionen\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.dekoder.org\/de\/gnose\/farbrevolutionen\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>13) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/uncutnews.ch\/alexander-dugin-die-geopolitik-der-farbigen-revolutione?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/uncutnews.ch\/alexander-dugin-die-geopolitik-der-farbigen-revolutione<\/u><\/a><\/p>\n<p>14) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/budrich-journals.de\/index.php\/peripherie\/article\/download\/25131\/21958\/26314?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/budrich-journals.de\/index.php\/peripherie\/article\/download\/25131\/21958\/26314<\/u><\/a><\/p>\n<p>15) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/usaid-regierungen-in-osteuropa-fordern-antworten-aus-washington-li.2294834?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/geopolitik\/usaid-regierungen-in-osteuropa-fordern-antworten-aus-washington-li.2294834<\/u><\/a><\/p>\n<p>16) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.philosophyforfuture.org\/de\/news-533\/das-problem-der-us-hegemonie-in-der-welt.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.philosophyforfuture.org\/de\/news-533\/das-problem-der-us-hegemonie-in-der-welt.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>17) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.dekoder.org\/de\/gnose\/farbrevolutionen\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.dekoder.org\/de\/gnose\/farbrevolutionen\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>18) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de.granma.cu\/mundo\/2020-12-01\/weicher-putsch-strategie-der-usa-um-systeme-zu-wechseln?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/de.granma.cu\/mundo\/2020-12-01\/weicher-putsch-strategie-der-usa-um-systeme-zu-wechseln<\/u><\/a><\/p>\n<p>19) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/oe1.orf.at\/artikel\/202856\/Colour-Revolutions?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/oe1.orf.at\/artikel\/202856\/Colour-Revolutions<\/u><\/a><\/p>\n<p>20) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/fis.tu-dresden.de\/portal\/de\/publications\/die-illiberale-demokratie-und-ihre-feinde(53829f14-e4d1-468b-8e3d-e7f414d45d67).html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/fis.tu-dresden.de\/portal\/de\/publications\/die-illiberale-demokratie-und-ihre-feinde(53829f14-e4d1-468b-8e3d-e7f414d45d67).html<\/u><\/a><\/p>\n<p>21) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.opendemocracy.net\/en\/colour-revolutions-3196jsp\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.opendemocracy.net\/en\/colour-revolutions-3196jsp\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>22) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.dekoder.org\/de\/gnose\/farbrevolutionen\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.dekoder.org\/de\/gnose\/farbrevolutionen\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>23) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ngos-in-der-kritik-viele-hilfsprojekte-bewirken-wenig-oder-gar-nichts-a-1278589.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ngos-in-der-kritik-viele-hilfsprojekte-bewirken-wenig-oder-gar-nichts-a-1278589.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>24)<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/topics\/de\/article\/20171208STO89939\/pesco-mitgliedstaaten-unterzeichnen-eine-engere-verteidigungszusammenarbeit?ref=apolut.net\"> <u>https:\/\/www.europarl.europa.eu\/topics\/de\/article\/20171208STO89939\/pesco-mitgliedstaaten-unterzeichnen-eine-engere-verteidigungszusammenarbeit<\/u><\/a><\/p>\n<p>25) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/european-union.europa.eu\/principles-countries-history\/history-eu\/2000-09_de?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/european-union.europa.eu\/principles-countries-history\/history-eu\/2000-09_de<\/u><\/a><\/p>\n<p>26) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/europaeische-verteidigung-wird-durch-pesco-deutlich-gestaerkt-5560210?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/europaeische-verteidigung-wird-durch-pesco-deutlich-gestaerkt-5560210<\/u><\/a><\/p>\n<p>27) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/experten\/jaeger\/muenchner-sicherheitskonferenz-sicherheitspolitik-warum-pesco-die-einheit-der-eu-bedroht_id_8481987.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.focus.de\/politik\/experten\/jaeger\/muenchner-sicherheitskonferenz-sicherheitspolitik-warum-pesco-die-einheit-der-eu-bedroht_id_8481987.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>28) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article227248219\/Historische-Entwicklung-USA-wollen-sich-aktiv-an-EU-Verteidigungspolitik-beteiligen.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article227248219\/Historische-Entwicklung-USA-wollen-sich-aktiv-an-EU-Verteidigungspolitik-beteiligen.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>29) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/10.18449\/2019S02\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.swp-berlin.org\/10.18449\/2019S02\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>30) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/themen\/sicherheitspolitik\/gsvp-sicherheits-verteidigungspolitik-eu\/pesco?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.bmvg.de\/de\/themen\/sicherheitspolitik\/gsvp-sicherheits-verteidigungspolitik-eu\/pesco<\/u><\/a><\/p>\n<p>31) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.reservistenverband.de\/magazin-die-reserve\/europaeische-sicherheitspolitik-im-spannungsfeld-von-nato-und-eu\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.reservistenverband.de\/magazin-die-reserve\/europaeische-sicherheitspolitik-im-spannungsfeld-von-nato-und-eu\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>32) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/european-union.europa.eu\/principles-countries-history\/principles-and-values\/founding-agreements_de?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/european-union.europa.eu\/principles-countries-history\/principles-and-values\/founding-agreements_de<\/u><\/a><\/p>\n<p>33) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.jura.fu-berlin.de\/forschung\/europarecht\/Calliess---Die-EU-nach-Lissabon---Lehrbuch.pdf?ref=apolut.net\">https:\/\/www.jura.fu-berlin.de\/forschung\/europarecht\/Calliess&#8212;Die-EU-nach-Lissabon&#8212;Lehrbuch.pdf<\/a><\/p>\n<p>34) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/trans.info\/de\/eu-verteidigung-logistik-438315?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/trans.info\/de\/eu-verteidigung-logistik-438315<\/u><\/a><\/p>\n<p>35) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.berlinjournal.biz\/nato-angriff-russlands-auf-das-baltikum\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.berlinjournal.biz\/nato-angriff-russlands-auf-das-baltikum\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>36) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/nato-uebung-polen-101.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/nato-uebung-polen-101.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>37) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article249715618\/Steadfast-Defender-Nato-beginnt-groesstes-Militaermanoever-seit-Jahrzehnten-90-000-Soldaten-beteiligt.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article249715618\/Steadfast-Defender-Nato-beginnt-groesstes-Militaermanoever-seit-Jahrzehnten-90-000-Soldaten-beteiligt.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>38) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Um-diese-Region-sorgt-sich-die-NATO-am-meisten-article24783116.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Um-diese-Region-sorgt-sich-die-NATO-am-meisten-article24783116.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>39) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de.newswall.org\/story\/nato-beginnt-kriegsuebungen-in-strategischer-region-nahe-der-polnisch-russischen-grenze?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/de.newswall.org\/story\/nato-beginnt-kriegsuebungen-in-strategischer-region-nahe-der-polnisch-russischen-grenze<\/u><\/a><\/p>\n<p>40) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.merkur.de\/politik\/aufruestung-an-der-ost-flanke-nato-verrammelt-putins-einfallstor-zr-94278422.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.merkur.de\/politik\/aufruestung-an-der-ost-flanke-nato-verrammelt-putins-einfallstor-zr-94278422.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>41) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/zms.bundeswehr.de\/de\/mediathek\/der-suwalki-korridor-5922752?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/zms.bundeswehr.de\/de\/mediathek\/der-suwalki-korridor-5922752<\/u><\/a><\/p>\n<p>42) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/nato-konferenz-koordiniert-militaermanoever-5774840?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/nato-konferenz-koordiniert-militaermanoever-5774840<\/u><\/a><\/p>\n<p>43) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/nmiotc.nato.int\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/PRESS-RELEASE-No-50-NEPAC-Dec-23.pdf?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/nmiotc.nato.int\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/PRESS-RELEASE-No-50-NEPAC-Dec-23.pdf<\/u><\/a><\/p>\n<p>44) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/nato-konferenz-koordiniert-militaermanoever-5774840?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.bmvg.de\/de\/aktuelles\/nato-konferenz-koordiniert-militaermanoever-5774840<\/u><\/a><\/p>\n<p>45) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/puolustusvoimat.fi\/en\/-\/nato-exercise-programme-alignment-conference-nepac-will-be-held-in-helsinki?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/puolustusvoimat.fi\/en\/-\/nato-exercise-programme-alignment-conference-nepac-will-be-held-in-helsinki<\/u><\/a><\/p>\n<p>46) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/brf.be\/international\/1838598\/?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/brf.be\/international\/1838598\/<\/u><\/a><\/p>\n<p>47) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/militaerische-grossuebung-an-der-ostsee-102.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/militaerische-grossuebung-an-der-ostsee-102.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>48) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bundeswehr.de\/de\/meldungen\/quadriga-2024-nato-landstreitkraefte-ueben-buendnisfall?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.bundeswehr.de\/de\/meldungen\/quadriga-2024-nato-landstreitkraefte-ueben-buendnisfall<\/u><\/a><\/p>\n<p>49) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/nato-man%C3%B6ver-zur-abschreckung-russlands-gr%C3%B6%C3%9Fer-als-erwartet\/a-68026462?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.dw.com\/de\/nato-man%C3%B6ver-zur-abschreckung-russlands-gr%C3%B6%C3%9Fer-als-erwartet\/a-68026462<\/u><\/a><\/p>\n<p>50) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nato-manoever-90000-soldaten-russland-1.6335307?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nato-manoever-90000-soldaten-russland-1.6335307<\/u><\/a><\/p>\n<p>51) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/voennoedelo.com\/en\/posts\/id16665-lithuania-opens-suwalki-corridor-nato-drills-near-russia?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/voennoedelo.com\/en\/posts\/id16665-lithuania-opens-suwalki-corridor-nato-drills-near-russia<\/u><\/a><\/p>\n<p>52) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de.newswall.org\/story\/nato-beginnt-kriegsuebungen-in-strategischer-region-nahe-der-polnisch-russischen-grenze?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/de.newswall.org\/story\/nato-beginnt-kriegsuebungen-in-strategischer-region-nahe-der-polnisch-russischen-grenze<\/u><\/a><\/p>\n<p>53) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.bundeswehr.de\/de\/meldungen\/wie-gross-bedrohung-an-nato-ostflanke-5408176?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.bundeswehr.de\/de\/meldungen\/wie-gross-bedrohung-an-nato-ostflanke-5408176<\/u><\/a><\/p>\n<p>54) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/lt.news-pravda.com\/en\/russia\/2026\/06\/16\/38202.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/lt.news-pravda.com\/en\/russia\/2026\/06\/16\/38202.html<\/u><\/a><\/p>\n<p>55) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Um-diese-Region-sorgt-sich-die-NATO-am-meisten-article24783116.html?ref=apolut.net\"><u>https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Um-diese-Region-sorgt-sich-die-NATO-am-meisten-article24783116.html<\/u><\/a><\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Wir danken dem Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: Suwalki-L\u00fccke auf europ\u00e4ischer Karte<br \/>Bildquelle: Peter Hermes Furian \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>\n<p><strong>Wie das aktuelle NATO-Man\u00f6ver die Doktrin \u201eWin in a Complex World 2020\u20132040\u201c praktisch ein\u00fcbt<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Wolfgang Effenberger<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><strong>NATO\u2011\u00dcbungen und Suwa\u0142ki\u2011L\u00fccke<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>Anfang Juni 2026 wurde vom Beginn gemeinsamer Milit\u00e4<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":4846,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-11528","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienkritik"],"blocksy_meta":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1920&resize=1920,1080&ssl=1",1920,1080,true],"thumbnail":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=150&resize=150,150&ssl=1",150,150,true],"medium":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=300&resize=300,300&ssl=1",300,300,true],"medium_large":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=768&resize=768,0&ssl=1",768,0,true],"large":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1024&resize=1024,1024&ssl=1",1024,1024,true],"1536x1536":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1536&resize=1536,1536&ssl=1",1536,1536,true],"2048x2048":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=2048&resize=2048,2048&ssl=1",2048,2048,true],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=18&resize=18,12&ssl=1",18,12,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Wie 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