{"id":11752,"date":"2026-06-30T16:05:37","date_gmt":"2026-06-30T14:05:37","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/russland-will-auf-auslaendische-baumaterialien-verzichten\/"},"modified":"2026-06-30T16:05:37","modified_gmt":"2026-06-30T14:05:37","slug":"russland-will-auf-auslaendische-baumaterialien-verzichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/russland-will-auf-auslaendische-baumaterialien-verzichten\/","title":{"rendered":"Russland will auf ausl\u00e4ndische Baumaterialien verzichten"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Dabei geht es in erster Linie um Granit-, Glas- und Keramikprodukte. Und obwohl nach Angaben des Finanzministeriums russische Waren im Jahr 2025 bereits 65 Prozent des Wertvolumens der staatlichen Beschaffungen von Baumaterialien ausmachten, sollen diese Anteile weiter ausgebaut werden. Konkret soll in diesem Bereich die sogenannte &#8222;nationale Regelung&#8220;\u00a0Anwendung\u00a0finden, in deren Rahmen russische Hersteller bei der Beschaffung Vorrang erhalten. Grund f\u00fcr die Notwendigkeit\u00a0dieser\u00a0Ma\u00dfnahmen sei die Krise in der Branche, sagen Experten. Die Zeitung <em>Iswestija<\/em> schreibt:<\/p>\n<p><em>&#8222;Im Jahr 2025 ging die Produktion von Baumaterialien in Russland um 8,3 Prozent zur\u00fcck. Nach einer gemeinsamen Prognose des Ministeriums f\u00fcr Industrie und Handel, des Bauministeriums und des Verkehrsministeriums k\u00f6nnte der R\u00fcckgang im Jahr 2026 im Risikoszenario weitere 22 Prozent oder im Basisszenario 6 Prozent betragen.&#8220; <\/em><\/p>\n<p>Die sogenannte &#8222;nationale Regelung&#8220; gilt im Rahmen des Regierungsbeschlusses Nr. 1875. Sie gilt f\u00fcr Beschaffungen gem\u00e4\u00df den Gesetzen 44-FZ und 223-FZ, das hei\u00dft f\u00fcr staatliche und kommunale Beschaffungen sowie f\u00fcr Beschaffungen staatlicher Unternehmen und staatlicher Konzerne. Sind Waren in den Listen des Beschlusses aufgef\u00fchrt, erhalten russische Hersteller und Unternehmen aus den EAWU-Staaten einen Vorteil bei der Teilnahme an solchen Beschaffungen.<\/p>\n<p>Experten sind jedoch der Ansicht, dass es wegen der Spezifik der Branche sehr schwierig sein wird, diesen Mechanismus auf sie auszuweiten. Dmitri Tortew, Mitglied des Expertenrats des Ausschusses f\u00fcr Wettbewerbsschutz der Staatsduma, erkl\u00e4rte gegen\u00fcber <em>Iswestija<\/em>, dass die meisten Bauprojekte als &#8222;schl\u00fcsselfertige&#8220; Projekte realisiert w\u00fcrden, bei denen der Auftragnehmer die Materialien beschaffe und die Leistungen als Gesamtpaket in Auftrag gegeben w\u00fcrden. Daher k\u00f6nnten einzelne Produktarten, wie beispielsweise Fliesen, Glas oder Granit, nicht als eigenst\u00e4ndige Beschaffungen herausgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Dmitri Baranow, leitender Experte der Verwaltungsgesellschaft &#8222;Finam Management&#8220;, ist der Ansicht, dass die nationale Regelung f\u00fcr das \u00f6ffentliche Beschaffungswesen und die Beschaffungen staatlicher Unternehmen allein die Probleme der Branche nicht l\u00f6sen k\u00f6nne: Sie st\u00fctze zwar den Absatz, beseitige jedoch nicht die hohen Finanzierungskosten, f\u00f6rdere nicht die Modernisierung der Unternehmen und steigere auch nicht die Nachfrage.<\/p>\n<p>Im Verband der Hersteller keramischer Werkstoffe ist man hingegen der Ansicht, dass Kontrollma\u00dfnahmen notwendig sind \u2013 und dass diese sogar noch verst\u00e4rkt werden m\u00fcssen. Konkret wird dort vorgeschlagen, der Regierung zu gestatten, bei Bedarf ein befristetes \u2013 bis zu sechs Monate\u00a0dauerndes \u2013 Einfuhrverbot f\u00fcr bestimmte Warengruppen aus L\u00e4ndern au\u00dferhalb der EAWU zu verh\u00e4ngen, sofern diese\u00a0Produkte auch in Russland hergestellt werden.<\/p>\n<p>Experten weisen darauf hin, dass die Sch\u00e4tzungen zu Importen und Exporten im Baustoffsegment derzeit sehr stark voneinander abweichen. Das Ministerium f\u00fcr Industrie und Handel hatte zuvor erkl\u00e4rt, dass Importe nicht mehr als 4 Prozent des Baumaterialmarktes ausmachten und sich haupts\u00e4chlich auf Nischenprodukte des Premiumsegments bez\u00f6gen. Gleichzeitig gibt der Verband der Keramikhersteller an, dass allein im Segment der Keramikfliesen der Importanteil 33 Prozent erreicht habe.<\/p>\n<p>Was Naturstein betrifft, so wird laut Sch\u00e4tzungen der Trade Group etwa ein Drittel der in Russland nachgefragten Menge aus Finnland, China und afrikanischen L\u00e4ndern importiert. Wie Experten anmerken, ist die Abh\u00e4ngigkeit des russischen Marktes von Importen in bestimmten Segmenten tats\u00e4chlich nach wie vor hoch \u2013 oft auch deshalb, weil solche Materialien im Inland nicht hergestellt werden. Nach Einsch\u00e4tzung des \u00d6konomen Dmitri Prokofjew kann diese Abh\u00e4ngigkeit bei hochwertigen Ausbaumaterialien 20\u201360 Prozent erreichen, wobei die T\u00fcrkei und China hier die Hauptlieferanten sind. Keramikfliesen werden\u00a0aktuell haupts\u00e4chlich aus Italien, Spanien, Deutschland und Polen importiert, wobei die Lieferungen aus diesen L\u00e4ndern h\u00e4ufig \u00fcber Transitknotenpunkte in &#8222;befreundeten&#8220; Staaten erfolgen.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema \u2013<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/russland\/284077-billion-rubel-und-674-neue\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">674 neue Projekte: Rekordjahr f\u00fcr Investitionen im Fernen Osten Russlands<\/a><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n                                                <iframe title=\"China baut Yuan-System aus \u2013 Iran und Russland umgehen westliche Sanktionen\" height=\"150\" width=\"100%\" style=\"border: none;\" scrolling=\"no\" data-name=\"pb-iframe-player\" src=\"https:\/\/www.podbean.com\/player-v2\/?i=8spsf-1af985f-pb&amp;from=pb6admin&amp;share=1&amp;download=1&amp;rtl=0&amp;fonts=Arial&amp;skin=f6f6f6&amp;font-color=&amp;logo_link=episode_page&amp;btn-skin=7\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe>\n                    <\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dabei geht es in erster Linie um Granit-, Glas- und Keramikprodukte. 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