{"id":11817,"date":"2026-07-01T10:09:19","date_gmt":"2026-07-01T08:09:19","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/jetzt-geht-es-los-die-eu-treibt-ukrainer-in-den-sicheren-tod\/"},"modified":"2026-07-01T10:09:19","modified_gmt":"2026-07-01T08:09:19","slug":"jetzt-geht-es-los-die-eu-treibt-ukrainer-in-den-sicheren-tod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/jetzt-geht-es-los-die-eu-treibt-ukrainer-in-den-sicheren-tod\/","title":{"rendered":"Jetzt geht es los: Die EU treibt Ukrainer in den sicheren Tod"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Dmitri Bawyrin<\/em><\/p>\n<p>Im Dezember\u00a02024 fanden rum\u00e4nische Bergrettungskr\u00e4fte in einer Schlucht in den Karpaten einen vor K\u00e4lte zitternden Jugendlichen mit einem roten K\u00e4tzchen unter seiner Jacke. &#8222;Das K\u00e4tzchen hat ihn gew\u00e4rmt und ihm damit das Leben gerettet&#8220;, beschrieb der Leiter des Bergrettungsdienstes den Vorfall. &#8222;Wir haben gesehen, dass er sich nur um sein K\u00e4tzchen k\u00fcmmert. An sich selbst denkt er nicht.&#8220;<\/p>\n<p>Das K\u00e4tzchen namens Persik (Pfirsich) und sein Besitzer hatten sich auf einem Weg verirrt, den vor ihnen bereits viele Tausend ukrainische M\u00e4nner beschritten hatten\u00a0\u2013 auf der Flucht vor den &#8222;Menschenj\u00e4gern&#8220; der Territorialen Rekrutierungszentren (TZK). &#8222;Als wir flohen, hatten wir vor allen Angst. Wir hatten Angst, dass man uns in einen Krieg schickt, der nicht der unsere ist. Ich bin gl\u00fccklich, weil mein K\u00e4tzchen \u00fcberlebt hat. Gott hat mir die Chance auf ein neues Leben gegeben&#8220;, erz\u00e4hlte der gerettete junge Mann den Rettungssanit\u00e4tern. &#8222;Das ist der gl\u00fccklichste Moment, weil das K\u00e4tzchen hier bei mir ist. Persik hat mein Herz gew\u00e4rmt und meinen Glauben nicht sterben lassen.&#8220;<\/p>\n<p>H\u00e4tte sich all das im Dezember n\u00e4chsten Jahres ereignet, w\u00e4re der Gerettete zusammen mit dem K\u00e4tzchen, das keinen Impfpass nach internationalem Standard besitzt, in die Ukraine zur\u00fcckgeschickt worden. Direkt vom Flughafen w\u00e4re der junge Mann, wie es \u00fcblich ist, in eine Verteilerstelle gebracht worden, danach in ein Ausbildungszentrum und von dort\u00a0\u2013 wohl schon recht bald\u00a0\u2013 an die ostukrainische Front, von der man in der Regel nicht zur\u00fcckkehrt.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz\u00a02027 l\u00e4uft in der EU der Mechanismus der automatischen Gew\u00e4hrung von Schutz f\u00fcr ukrainische M\u00e4nner im Alter von 23 bis 60\u00a0Jahren aus. F\u00fcr alle anderen Geschlechts- und Altersgruppen soll er dagegen um ein weiteres Jahr verl\u00e4ngert werden\u00a0\u2013 obwohl das Regime von Wladimir Selenskij diese (noch) nicht zur &#8222;Schlachtbank&#8220; zu schicken gedenkt.<\/p>\n<p>&#8222;Diskriminierung? Nat\u00fcrlich nicht! Das ist Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukrainer. Genau darum haben uns die Ukrainer gebeten&#8220;, wies der EU-Kommissar f\u00fcr Inneres, Magnus Brunner, entsprechende Nachfragen von Journalisten zur\u00fcck. Tats\u00e4chlich waren es die Deutschen, die darum gebeten hatten\u00a0\u2013 f\u00fcr sie ist es historisch gesehen nichts Neues, Krieg gegen Russland durch Ukrainer f\u00fchren zu lassen.<\/p>\n<p>Deutschland kehrt wieder einmal zu seinen alten Gewohnheiten zur\u00fcck: Es f\u00fchrt die Wehrpflicht wieder ein, militarisiert die Wirtschaft, schickt Panzer in den Osten und k\u00fcndigt den Aufbau der &#8222;st\u00e4rksten Armee Europas&#8220; bis zum Jahr 2039 an\u00a0\u2013 also genau zum 100.\u00a0Jahrestag des von Deutschland ausgel\u00f6sten Zweiten Weltkriegs. EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen, die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Bundeskanzler Friedrich Merz sind die treibenden Kr\u00e4fte hinter der \u00dcberarbeitung der Vorschriften f\u00fcr den Aufenthalt von Ukrainern in der EU. Deutsche Milit\u00e4rexperten vertraten besonders hartn\u00e4ckig die These, dass die Ukraine zwar selbstverst\u00e4ndlich weiterhin ununterbrochen mit Waffen versorgt werden m\u00fcsse, doch eine sprunghafte Aufstockung der Waffenlieferungen ergebe keinen Sinn, solange das Problem des Personalmangels ungel\u00f6st sei: Perspektivisch brauche die ukrainische Armee mehr Menschen als &#8222;Wunderwaffen&#8220;. Folglich m\u00fcsse die Europ\u00e4ische Union ihre Grenzen f\u00fcr ukrainische M\u00e4nner schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Seit einiger Zeit schlie\u00dfen sich auch die polnischen Beh\u00f6rden dieser Kampagne an. Allen voran steht\u00a0\u2013 wie f\u00fcr sie \u00fcblich\u00a0\u2013 die d\u00e4nische Regierung: Dort wurde m\u00e4nnlichen Migranten aus der Ukraine bereits letzte Woche der legale Status verweigert, ohne abzuwarten, bis Br\u00fcssel in Gang kommt. Das &#8222;j\u00fctl\u00e4ndische K\u00f6nigreich&#8220; ist gemessen an der Einwohnerzahl der eindeutige Spitzenreiter bei der Unterst\u00fctzung Kiews und gegen\u00fcber Russland das wohl am st\u00e4rksten auf &#8222;Falkenkurs&#8220; liegende Land Westeuropas. Gleichzeitig gelten dort\u00a0\u2013 f\u00fcr Skandinavien eher untypisch\u00a0\u2013 die strengsten Migrationsgesetze in der gesamten EU, und die Ma\u00dfnahmen gegen Ukrainer fallen mit einer weiteren Versch\u00e4rfung dieser Regeln zusammen. Vorangetrieben wird diese Versch\u00e4rfung ausgerechnet von einer linken Regierung, was mit den politischen Traditionen Europas eigentlich nicht im Einklang steht.<\/p>\n<p>G\u00e4be man den D\u00e4nen freie Hand, w\u00fcrden sie sogar Persik vor den Augen der Kinder vierteilen. Wir kennen sie ja, diese D\u00e4nen.<\/p>\n<p>Dabei gibt Kopenhagen mit seinen vorgezogenen Ma\u00dfnahmen Berlin den Weg frei und setzt ein Beispiel. In Deutschland gibt es besonders viele ukrainische &#8222;Uchiljanten&#8220; (Kriegsdienstverweigerer)\u00a0\u2013 und Merz macht keinen Hehl daraus, dass er sie gerne in den Krieg gegen Russland schicken w\u00fcrde; nur ist der deutsche B\u00fcrokratieapparat schwerf\u00e4llig und von hundert Schranken umgeben.<\/p>\n<p>EU-Kommissar Magnus Brunner (kein Deutscher, sondern \u00d6sterreicher, was aus Sicht des Dritten Reiches auf dasselbe hinausl\u00e4uft) versichert, dass ukrainische M\u00e4nner, die sich bereits in der EU befinden, von den \u00c4nderungen nicht betroffen sein werden\u00a0\u2013 diese g\u00e4lten, so sagt er, nur f\u00fcr Neuank\u00f6mmlinge. Man sollte ihm jedoch keinen Glauben schenken, denn nun erwartet die Europ\u00e4ische Union eine neue Welle m\u00e4nnlicher Migration aus der Ukraine. M\u00e4nner unter 23\u00a0Jahren d\u00fcrfen das Land derzeit noch verlassen, doch sowohl sie als auch diejenigen, die unter Lebensgefahr nach Europa fliehen wollen, m\u00fcssen dies bis M\u00e4rz schaffen\u00a0\u2013 und sie werden sich beeilen. Deshalb d\u00fcrfte das &#8222;Loch&#8220; wohl schon vorher gestopft werden; daf\u00fcr dient die d\u00e4nische Erfahrung als Vorbild.<\/p>\n<p>Auch die Polen streben eine Vorreiterrolle an, da Migranten aus der Ukraine dort eine Quelle gesellschaftlicher Spannungen darstellen. Der Juni ist dort insgesamt zu einem Monat des Hasses geworden: Nachdem Pr\u00e4sident Karol Nawrocki Selenskij die h\u00f6chste staatliche Auszeichnung Polens\u00a0\u2013 den Orden des Wei\u00dfen Adlers\u00a0\u2013 aberkannt hatte, schossen Nawrockis Umfragewerte in die H\u00f6he. Die Politiker in Warschau \u00fcberzeugten sich endg\u00fcltig davon, dass sich mit der Dem\u00fctigung der Ukrainer politisch punkten l\u00e4sst \u2013 und sogar gepunktet werden muss. Doch selbst wenn man die gesamte ukrainische Diaspora in plombierte Waggons verfrachten w\u00fcrde, hie\u00dfe es offiziell, dies geschehe zum Wohl der Ukrainer selbst.<\/p>\n<p>&#8222;Wir stehen fest an der Seite der Ukraine in ihrem Kampf um Freiheit. Genau aus diesem Grund nehmen wir derzeit Gesetzes\u00e4nderungen vor&#8220;, sagt der d\u00e4nische Minister f\u00fcr Migration Morten B\u00f8dskov. Das Ausma\u00df an Zynismus ist so hoch, dass man &#8222;\u00fcberzeugende&#8220; Begr\u00fcndungen erwarten darf\u00a0\u2013 etwa, dass junge ukrainische M\u00e4nner endlich nicht mehr in den Karpaten erfrieren oder im Fluss Thei\u00df ertrinken, w\u00e4hrend sie versuchen, in die EU zu gelangen.<\/p>\n<p>Brunners \u00c4u\u00dferung, dass die EU-Kommission &#8222;aktiv daran arbeiten wird, die Fl\u00fcchtlinge aus der Ukraine in ihre Heimat zur\u00fcckzuf\u00fchren&#8220;, deutet auf weitere Versch\u00e4rfungen hin, die unter dem Deckmantel guter Absichten erfolgen. Die Aufgabe Br\u00fcssels besteht darin, den Krieg gegen Russland durch Ukrainer f\u00fchren zu lassen, und die Ukrainer m\u00fcssen diese Aufgabe so lange erf\u00fcllen, bis sie &#8222;aufgebraucht&#8220; sind. Das ist keine Frage der freien Wahl\u00a0\u2013 es ist ihre historische Rolle als &#8222;Verbrauchsmaterial&#8220;.<\/p>\n<p>Ein Hindernis f\u00fcr Massenabschiebungen (und allem Anschein nach l\u00e4uft alles darauf hinaus) k\u00f6nnten die europ\u00e4ischen Gerichte sein, insbesondere in Deutschland. Oftmals lassen sie nicht einmal radikale Islamisten abschieben, mit der Begr\u00fcndung, ihnen k\u00f6nne in ihrer Heimat Lebensgefahr drohen\u00a0\u2013 und f\u00fcr die Ukraine gilt das in erster Linie und in h\u00f6chstem Ma\u00dfe. Doch nach Deutschland muss man erst einmal gelangen. In Polen und Rum\u00e4nien hingegen\u00a0\u2013 den wichtigsten &#8222;Ausgangstoren&#8220; aus der Ukraine\u00a0\u2013 sollte man nicht auf Humanit\u00e4t der Justiz hoffen: Mit Asylsuchenden ging sie dort noch nie besonders zimperlich um.<\/p>\n<p>Und jede Ausweisung, jede Deportation, jede Versch\u00e4rfung der Ma\u00dfnahmen wird als Entscheidung der Ukrainer selbst dargestellt werden. Dies k\u00f6nnte durchaus Z\u00fcge einer zentralisierten Propagandakampagne annehmen, damit alle\u00a0\u2013 EU-Beamte, Richter, die Migranten selbst\u00a0\u2013 nicht vergessen, wof\u00fcr all dies getan wird. Damit es niemandem schwerf\u00e4llt, den n\u00e4chsten jungen Mann in den Tod zu schicken\u00a0\u2013 mit oder ohne K\u00e4tzchen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Da Europa sich selbst als &#8222;kulturelles Leuchtfeuer&#8220; betrachtet, m\u00f6ge seine Kulturszene doch ein Buch oder ein Drehbuch hervorbringen, in dem der Besitzer von Persik als B\u00f6sewicht dargestellt wird \u2013 als Verr\u00e4ter an den Freiheitsidealen, als &#8222;Mankurt&#8220;, als jemand, der die Gesetze der Ukraine und der EU verletzt.<\/p>\n<p>Sollte dies nicht gelingen, liegt es wohl an einem von zwei Gr\u00fcnden: Entweder sind die &#8222;Kreativen&#8220; in Europa zu nichts tauglich, da sie nicht in der Lage sind, eine derart emotionsgeladene Geschichte f\u00fcr die &#8222;Ideale der Freiheit&#8220; zu nutzen. Oder es stimmt etwas nicht mit jenem Bild vom Kampf zwischen Gut und B\u00f6se, das sie den Europ\u00e4ern vor Augen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wir wissen ja genau, woran es liegt. Der ukrainische Staat in der von ihm gew\u00e4hlten Gestalt\u00a0\u2013 autorit\u00e4r, grausam, verlogen, korrupt, neonazistisch und gesetzlos\u00a0\u2013 ist schon lange nicht einmal mehr die Tr\u00e4ne eines K\u00e4tzchens wert.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/ria.ru\/20260630\/evrosoyuz-2101736732.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist am 30.\u00a0Juni 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Dmitri Bawyrin<\/strong><\/em><em> ist Journalist, Publizist und Politologe mit den Interessenschwerpunkten USA, Balkan und nicht anerkannte Staaten. Er arbeitete fast 20\u00a0Jahre als politischer Berater in russischen Wahlkampagnen auf verschiedenen Ebenen. Bawyrin verfasst Kommentare f\u00fcr die russischen Medien Wsgljad, RIA Nowosti sowie Regnum und arbeitet mit zahlreichen Medien zusammen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2014\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/279913-ukraine-demografischer-einbruch-wird-sich-nach-dem-krieg-noch-verschaerfen\/\">Ukraine: Demografischer Einbruch wird sich nach dem Krieg noch versch\u00e4rfen<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v79o9ja\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Dmitri Bawyrin Im Dezember\u00a02024 fanden rum\u00e4nische Bergrettungskr\u00e4fte in einer Schlucht in den Karpaten einen vor K\u00e4lte zitternden Jugendlichen mit einem roten K\u00e4tzchen unter seiner Jacke. &#8222;Das K\u00e4tzchen hat ihn gew\u00e4rmt und ihm damit das Leben gerettet&#8220;, beschrieb der Leiter des Bergrettungsdienstes den Vorfall. &#8222;Wir haben gesehen, dass er sich nur um sein K\u00e4tzchen k\u00fcmmert. 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