{"id":11818,"date":"2026-07-01T10:09:20","date_gmt":"2026-07-01T08:09:20","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/altersarmut-in-oesterreich-jede-vierte-alleinstehende-rentnerin-betroffen\/"},"modified":"2026-07-01T10:09:20","modified_gmt":"2026-07-01T08:09:20","slug":"altersarmut-in-oesterreich-jede-vierte-alleinstehende-rentnerin-betroffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/altersarmut-in-oesterreich-jede-vierte-alleinstehende-rentnerin-betroffen\/","title":{"rendered":"Altersarmut in \u00d6sterreich: Jede vierte alleinstehende Rentnerin betroffen"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Trotz eines im europ\u00e4ischen Vergleich relativ guten Pensionssystems haben viele \u00e4ltere Menschen in \u00d6sterreich mit Geldsorgen zu k\u00e4mpfen. Besonders alleinstehende Frauen \u00fcber 65 sind davon betroffen.<\/p>\n<p>Die Armutsgef\u00e4hrdung im Alter ist nach wie vor ein tief verwurzeltes Problem. Die Rentenreform zielt vor allem darauf ab, dass Menschen l\u00e4nger arbeiten \u2013 statt die Situation der \u00c4rmsten wirklich zu verbessern.<\/p>\n<p>Nach aktuellen Zahlen der <em>Statistik Austria<\/em> waren im Jahr 2024 rund 269.000 Menschen \u00fcber 65 armutsgef\u00e4hrdet. Das entspricht etwa 16 Prozent dieser Altersgruppe. Frauen sind deutlich st\u00e4rker betroffen als M\u00e4nner \u2013 19 Prozent der Frauen \u00fcber 65 gegen\u00fcber\u00a0zw\u00f6lf Prozent der M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Noch schlechter sieht es bei Alleinstehenden aus. Alleinlebende Rentnerinnen haben ein Armutsrisiko von 28 Prozent \u2013 mehr als doppelt so hoch wie bei alleinstehenden Rentnern \u2013 14 Prozent. Die Armutsgrenze f\u00fcr einen Einpersonenhaushalt lag im Jahr 2025 bei rund 1.827 Euro netto im Monat. Viele Rentnerinnen erreichen diesen Betrag nicht, auch wenn sie eine Ausgleichszulage beziehen.<\/p>\n<p>Durchschnittliche Alterspension von Frauen: ca. 1.500\u20131.700 Euro brutto pro Monat. Durchschnittliche Alterspension von M\u00e4nnern: ca. 2.400\u20132.620 Euro brutto pro Monat.<\/p>\n<p>Die Pensionsl\u00fccke zwischen den Geschlechtern betr\u00e4gt damit weiterhin rund 40 Prozent. Ursachen daf\u00fcr sind vor allem unterbrochene Erwerbsbiografien durch Kindererziehung und Pflege, Teilzeitarbeit und niedrigere L\u00f6hne in typischen Frauenberufen. In \u00d6sterreich gibt es keine gesetzlich garantierte Mindestpension. Stattdessen springt die Ausgleichszulage ein, wenn die Pension zu niedrig ist.<\/p>\n<p>Die Richts\u00e4tze f\u00fcr das Jahr 2026 betragen f\u00fcr Alleinstehende 1.308,39 Euro und f\u00fcr Paare 2.064,12 Euro.<\/p>\n<p>Selbst mit 40 Beitragsjahren und Bonus liegt der Betrag f\u00fcr Alleinstehende oft nur bei rund 1.700 Euro. Das reicht in vielen F\u00e4llen nicht aus, um \u00fcber der Armutsgrenze zu bleiben \u2013 vor allem bei steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten. Rund 223.000 Menschen beziehen derzeit eine Ausgleichszulage.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Pensionsreform seit Jahrzehnten konzentriert sich vor allem auf die langfristige Finanzierbarkeit des Systems. Ab dem Jahr 2026 wird das Antrittsalter f\u00fcr die Korridorpension schrittweise von 62 auf 63 Jahre angehoben und die erforderlichen Versicherungsmonate steigen von 480 auf 504.<\/p>\n<p>Eine neue Teilpension soll den \u00dcbergang in den Ruhestand flexibler machen. Der Krankenversicherungsbeitrag f\u00fcr Pensionisten steigt von 5,1 auf\u00a0sechs Prozent. Die Pensionserh\u00f6hung im Jahr 2026 betr\u00e4gt durchschnittlich 2,7 Prozent \u2013 mit Staffelung zugunsten niedrigerer Pensionen.<\/p>\n<p>Die Reform soll Menschen l\u00e4nger arbeiten lassen, um das Pensionssystem trotz des demografischen Wandels finanziell zu stabilisieren. Allerdings \u00e4ndert sie wenig an der bestehenden Altersarmut.<\/p>\n<p>Nach zwei Rezessionsjahren 2023\/2024 erholt sich die \u00f6sterreichische Wirtschaft nur langsam. F\u00fcr das Jahr 2026 werden moderate Wachstumsraten von etwa 0,5 Prozent erwartet. Die Inflation ist noch relativ hoch und wird im Jahr 2027 voraussichtlich auf etwa 2,5 Prozent sinken.<\/p>\n<p>F\u00fcr Rentner mit fixem Einkommen gleicht die j\u00e4hrliche Pensionsanpassung die Teuerung oft nur teilweise aus. Alleinstehende Personen sp\u00fcren die steigenden Kosten f\u00fcr Wohnen, Energie und Lebensmittel am st\u00e4rksten.<\/p>\n<p>Auf \u00d6sterreichs Pensionisten rollt im Herbst eine weitere finanzielle Belastung zu. Mehr als zwei Millionen Senioren m\u00fcssen heuer erstmals die e-Card-Geb\u00fchr bezahlen, von der sie bisher ausgenommen waren.<\/p>\n<p>Konkret werden im November 2026 26,85 Euro direkt von der Pension abgezogen \u2013 nur Bezieher einer Ausgleichszulage bleiben von der neuen Abgabe verschont.<\/p>\n<p>Die Geb\u00fchr wird zwar erst ab dem Jahr 2027 verpflichtend, wird aber bereits im November 2026 im Voraus eingehoben, w\u00e4hrend die doppelte November-Pension bereits im Oktober ausbezahlt wird. F\u00fcr viele Senioren kommt diese neue Abgabe nach den bereits im Vorjahr erh\u00f6hten Krankenversicherungsbeitr\u00e4gen und der geplanten nicht vollst\u00e4ndigen Inflationsanpassung der Pensionen in den kommenden Jahren als n\u00e4chste bittere Pille.<\/p>\n<p>Die e-Card-Geb\u00fchr selbst steigt von 25 auf 26,85 Euro. Bei hohen Lebenshaltungskosten bedeutet das f\u00fcr viele Betroffene erneut weniger Geld im B\u00f6rserl \u2013 h\u00f6here Abz\u00fcge bei ged\u00e4mpften Pensionserh\u00f6hungen.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2013\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/oesterreich\/258304-fpoe-fordert-abschiebung-aller-syrer\/\">FP\u00d6 fordert Abschiebung aller Syrer aus \u00d6sterreich<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v6xm8vk\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz eines im europ\u00e4ischen Vergleich relativ guten Pensionssystems haben viele \u00e4ltere Menschen in \u00d6sterreich mit Geldsorgen zu k\u00e4mpfen. 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