{"id":11935,"date":"2026-07-02T08:02:44","date_gmt":"2026-07-02T06:02:44","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/babyboomer-gehen-in-rente-zuwanderer-muessen-jetzt-die-luecke-fuellen-37635756-html\/"},"modified":"2026-07-02T08:02:44","modified_gmt":"2026-07-02T06:02:44","slug":"babyboomer-gehen-in-rente-zuwanderer-muessen-jetzt-die-luecke-fuellen-37635756-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/babyboomer-gehen-in-rente-zuwanderer-muessen-jetzt-die-luecke-fuellen-37635756-html\/","title":{"rendered":"Arbeitsmarkt: Die Babyboomer gehen in Rente \u2013 und Zuwanderer m\u00fcssen die L\u00fccken f\u00fcllen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die Alten gehen in Rente, die Jungen k\u00f6nnen die L\u00fccke nicht f\u00fcllen. Eine Studie zeigt, wie viel Zuwanderung es daf\u00fcr br\u00e4uchte \u2013 und was sich bei der Integration verbessern muss.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Die Rente soll reformiert werden. Die Krankenversicherung auch. Und die Pflege sowieso. Dass die Bundesregierung parallel an allen gro\u00dfen S\u00e4ulen der Sozialversicherung schraubt, hat einen gemeinsamen Grund: Deutschland altert. Die Babyboomer gehen in den Ruhestand, werden krank und pflegebed\u00fcrftig. Und es kommen nicht genug Junge nach, um das zu bezahlen.<\/p>\n<p>Doch es gibt einen Joker, der die Vergreisung Deutschlands aufhalten oder gar stoppen kann. Mehr Zuwanderung und eine bessere Integration dieser Menschen in den Arbeitsmarkt k\u00f6nnten Deutschland entscheidend dabei helfen, den Fachkr\u00e4ftemangel zu lindern, die Steuereinnahmen zu erh\u00f6hen und die Sozialkassen zu stabilisieren. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung.<\/p>\n<h2>Wer finanziert die Rente?\u00a0<\/h2>\n<p>In den n\u00e4chsten zehn Jahren geht etwa jeder vierte Besch\u00e4ftigte in Rente. Und die L\u00fccken, die die Babyboomer am Arbeitsmarkt hinterlassen, w\u00e4ren schon heute wesentlich gr\u00f6\u00dfer, wenn sie nicht durch Zuwanderer teilweise ausgeglichen w\u00fcrden. So ist die Zahl der deutschen sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten im Vergleich zum Vorjahr um 269.000 Personen auf knapp 29 Millionen gesunken. Die Zahl der ausl\u00e4ndischen Besch\u00e4ftigten hingegen stieg um 194.000 auf insgesamt rund 5,9 Millionen Personen.\u00a0<\/p>\n<p>Unterm Strich blieben im ersten Quartal fast 1,2 Millionen Stellen unbesetzt, ohne das Plus bei den ausl\u00e4ndischen Besch\u00e4ftigten w\u00e4ren es deutlich mehr gewesen, hei\u00dft es in dem Bertelsmann-Papier. \u201eOhne Zuwanderung in betr\u00e4chtlicher H\u00f6he geraten viele Branchen in Schwierigkeiten\u201c, sagt Studienautor Tobias Ortmann. \u201eAuch, wenn mancherorts Stellen abgebaut werden, gibt es weiterhin \u00fcber eine Million offene Stellen in Deutschland. Wer den Wohlstand unserer Gesellschaft bewahren will, muss die Integration von Zugewanderten verbessern.\u201c<\/p>\n<h2>Schon heute unentbehrlich<\/h2>\n<p>In einigen Bereichen w\u00fcrde ohne Zugewanderte auch schon heute nicht viel laufen. Vor allem in unterdurchschnittlich bezahlten Berufen ist der Anteil ausl\u00e4ndischer Arbeitskr\u00e4fte hoch. In Reinigungsberufen stellt die Gruppe fast jeden zweiten Besch\u00e4ftigten, in der Lebensmittelbranche sind es vier von zehn. Auch im Tourismus-, Hotel- und Gastst\u00e4ttengewerbe sowie auf dem Bau sind mehr als ein Drittel der Besch\u00e4ftigten Ausl\u00e4nder.<\/p>\n<p>Insgesamt haben derzeit rund 17 Prozent der in Deutschland sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten eine ausl\u00e4ndische Staatsangeh\u00f6rigkeit. Um die Zahl der Arbeitskr\u00e4fte in Deutschland stabil zu halten, br\u00e4uchte es in den kommenden Jahren laut Szenario-Rechnungen zwischen 288.000 und 368.000 Zuwanderer netto j\u00e4hrlich. Tats\u00e4chlich kamen im Jahr 2025 nur 220.000 mehr ins Land, als auswanderten.<\/p>\n<p>Aber auch bei denen, die schon da sind, sehen die Studienautoren noch erhebliche Potenziale. So zeigt die Analyse zwar, dass gefl\u00fcchtete M\u00e4nner ein paar Jahre nach Ankunft genauso h\u00e4ufig einen Job haben wie Nicht-Ausl\u00e4nder. Bei den Frauen ist die Erwerbsbeteiligung aber stark unterdurchschnittlich. Gr\u00fcnde sind laut Studie unter anderem Probleme mit der Kinderbetreuung, sprachliche H\u00fcrden, fehlende Netzwerke sowie die kulturellen Pr\u00e4gungen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Zudem sind Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder auf dem Arbeitsmarkt gleich doppelt benachteiligt: Sie haben im Schnitt eine geringere Qualifikation, und landen trotzdem h\u00e4ufiger in Jobs, f\u00fcr die sie eigentlich \u00fcberqualifiziert sind. Helfen w\u00fcrde daher nicht nur mehr Fortbildungen, sondern auch eine bessere Anerkennung von im Ausland erworbenen Ausbildungen. \u201eThemen wie Sprache, Beh\u00f6rdenprozesse und Kinderbetreuung m\u00fcssen als durchg\u00e4ngige Integrationskette funktionieren\u201c, sagt Studienautor Roman Wink.<\/p>\n<p>Eine gro\u00dfe Rolle spielt letztlich auch das gesellschaftliche Klima. \u201eEine Debatte, in der Migration vor allem als Problem verstanden und diskutiert wird, steht im Widerspruch zu der realen Rolle, die Migranten f\u00fcr Arbeitsmarkt und Gesellschaft in Deutschland spielen\u201c, hei\u00dft es im Fazit der Studie. Wertsch\u00e4tzung hingegen wirke sich positiv auf Zugeh\u00f6rigkeit, Motivation und die Entscheidung zu bleiben aus.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel ist eine \u00dcbernahme des Stern, der wie Capital zu RTL Deutschland geh\u00f6rt. Auf Capital.de wird er sechs Monate hier aufrufbar sein. Danach finden Sie ihn auf www.stern.de.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Die Alten gehen in Rente, die Jungen k\u00f6nnen die L\u00fccke nicht f\u00fcllen. 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