{"id":12257,"date":"2026-07-04T21:05:06","date_gmt":"2026-07-04T19:05:06","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/ukraine-westen-inszeniert-neue-intrige-um-saluschny\/"},"modified":"2026-07-04T21:05:06","modified_gmt":"2026-07-04T19:05:06","slug":"ukraine-westen-inszeniert-neue-intrige-um-saluschny","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/ukraine-westen-inszeniert-neue-intrige-um-saluschny\/","title":{"rendered":"Ukraine: Westen inszeniert neue Intrige um Saluschny"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Oleg Issaitschenko<\/em><\/p>\n<p>Der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkr\u00e4fte und derzeitige ukrainische Botschafter in Gro\u00dfbritannien Waleri Saluschny ist bereit, an den Pr\u00e4sidentschaftswahlen teilzunehmen, berichten Medien. Dies soll er Wladimir Selenskij angeblich pers\u00f6nlich bei ihrem Treffen in Kiew mitgeteilt haben, zu dem der amtierende Diplomat kurz vor der Bekanntgabe des R\u00fccktritts von Keir Starmer aus London einberufen worden war.<\/p>\n<p>Wie <em>Euronews<\/em> berichtet, erkl\u00e4rte Selenskij dem Botschafter nach einer kurzen Diskussion \u00fcber den Machtwechsel in Gro\u00dfbritannien, dass die j\u00fcngsten &#8222;Erfolge&#8220; an der Front ein &#8222;Fenster der M\u00f6glichkeiten&#8220; f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Pr\u00e4sidentschaftswahlen in der Ukraine im Herbst schaffen. Genau in diesem Zusammenhang erkundigte sich der ukrainische Machthaber bei Saluschny, ob dieser beabsichtige, am Wahlkampf teilzunehmen und f\u00fcr das Amt des Pr\u00e4sidenten zu kandidieren. Der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkr\u00e4fte antwortete Medienberichten zufolge bejahend und begr\u00fcndete dies damit, dass viele Ukrainer gro\u00dfe Erwartungen an ihn kn\u00fcpfen und er den Menschen nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nne, &#8222;warum er das ihm entgegengebrachte Vertrauen missachten sollte&#8220;.<\/p>\n<p>Wie ukrainische Medien berichten, endete das Gespr\u00e4ch danach. Sp\u00e4ter seien angeblich der ehemalige Verteidigungsminister Rustem Umerow und der Fraktionsvorsitzende der Partei &#8222;Diener des Volkes&#8220; in der Werchowna Rada Dawid Arachamija bei Saluschny eingetroffen. Sie versuchten, Selenskijs Argumente bez\u00fcglich m\u00f6glicher Risiken einer Spaltung der Gesellschaft n\u00e4her zu erl\u00e4utern, doch die Haltung des ehemaligen Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkr\u00e4fte blieb laut Medienberichten unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Zudem wird berichtet, dass Selenskij eine geschlossene Sitzung mit seinem engsten Umfeld abgehalten habe, bei der die Aussichten auf die Durchf\u00fchrung von Wahlen er\u00f6rtert wurden. Anlass daf\u00fcr waren Daten aus Meinungsumfragen, wonach die Beliebtheit des Machthabers zum ersten Mal seit langer Zeit einen leichten, aber stetigen Anstieg verzeichnete.<\/p>\n<p>In Fachkreisen herrscht jedoch wenig Vertrauen in die Objektivit\u00e4t der ukrainischen Medien. So schreibt der Politologe Michail Karjagin, dass es sich bei der erw\u00e4hnten\u00a0 Meldung um ein &#8222;M\u00e4rchen&#8220; handele, da Selenskij demonstrieren m\u00fcsse, dass &#8222;die Vorbereitungen f\u00fcr die Wahlen auf Hochtouren laufen&#8220;. Karjagin erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p><em>&#8222;Selenskij wartet auf die Umsetzung einer bestimmten G7-Entscheidung, offenbar bez\u00fcglich der Lieferung von Langstreckenraketen und Drohnen, weshalb er seine Zugeh\u00f6rigkeit zum System und Verhandlungsbereitschaft unter Beweis stellen muss. Sind die westlichen Partner an Wahlen interessiert? So ist er bereit, alles zu tun, um die Waffenlieferungen zu erhalten.<\/em><\/p>\n<p><em>Au\u00dferdem beginnt die innenpolitische \u00d6ffentlichkeit wieder, unzufrieden zu werden. Die Probleme verschwinden nicht einfach. Es besteht die Hoffnung auf einen baldigen Machtwechsel, der aber in Wirklichkeit nicht stattfinden wird.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Der Experte f\u00fcgt hinzu, dass die bevorstehenden Parlamentswahlen in Russland insgesamt einen negativen Hintergrund f\u00fcr Selenskij schaffen, da sie den B\u00fcrgern zeigen, dass &#8222;der Wahlprozess unter Konfliktbedingungen funktionieren kann&#8220;.<\/p>\n<p>Allerdings sei nicht auszuschlie\u00dfen, dass die Verbreitung von Ger\u00fcchten \u00fcber eine Teilnahme Saluschnys an den noch nicht angek\u00fcndigten Pr\u00e4sidentschaftswahlen von westlichen L\u00e4ndern organisiert wurde. Diese Ansicht vertritt der Politologe und Kommentator des Portals <em>Ukraine.ru<\/em>\u00a0Wladimir Skatschko. Er sagt:<\/p>\n<p><em>&#8222;Die Ukraine hat sich l\u00e4ngst zu einem US-amerikanisch-europ\u00e4ischen Instrument im Kampf gegen Russland entwickelt \u2013 und niemand will daran etwas \u00e4ndern.<\/em><\/p>\n<p><em>In der EU ist man sich vollkommen bewusst: Kiew k\u00f6nnte im Konflikt mit Moskau unterliegen. Genau deshalb laufen bereits jetzt die Vorbereitungen auf das f\u00fcr sie ung\u00fcnstigste Szenario \u2013 den Beginn von Verhandlungen unter Bedingungen, bei denen Russland die Initiative auf dem Schlachtfeld beh\u00e4lt.<\/em><\/p>\n<p><em>Deshalb suchen sie nach einer Person, die Moskau zufriedenstellen kann, falls es zu einem direkten Dialog kommen sollte. Das ist eine Art Botschaft an den Kreml: Wir sind bereit, einen alternativen, bedingt legitimen Machthaber der Republik zu unterst\u00fctzen.<\/em><\/p>\n<p><em>Es gibt jedoch keinen grunds\u00e4tzlichen Unterschied zwischen Selenskij und Saluschny. Beide sind Teil des Systems, durch dessen Verschulden die Kampfhandlungen begonnen haben. Sie unterscheiden sich lediglich in ihrem Beliebtheitsgrad in der Bev\u00f6lkerung, was f\u00fcr Europa nicht besonders wichtig ist. Daher w\u00e4re ein Personenwechsel in dieser Situation nur eine Formalit\u00e4t, die dazu dienen w\u00fcrde, die Position Br\u00fcssels ein wenig an die Geschehnisse an der Front anzupassen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Derselben Ansicht ist auch die Menschenrechtsaktivistin Larissa Schessler, Vorsitzende des Verbandes der politischen Emigranten und politischen Gefangenen der Ukraine (SPPU). Ihrer Meinung nach arbeitet der Westen an einem Szenario, nach dem bei den Pr\u00e4sidentschaftswahlen eine Ersatzfigur ins Spiel kommt, falls die Zustimmungswerte der amtierenden F\u00fchrung weiter sinken sollten. Sie erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p><em>&#8222;Das ist unter anderem auch eine Mahnung an Selenskij: Er ist keine Figur, zu der es keine Alternative gibt. Dennoch ist der Kreis der Kandidaten f\u00fcr den Westen sehr begrenzt, da die derzeitige Regierung viel Energie darauf verwendet hat, den politischen Raum der Republik vollst\u00e4ndig von Konkurrenz zu s\u00e4ubern.<\/em><\/p>\n<p><em>Es ist wichtig zu verstehen, dass der Westen nicht auf einen bestimmten Politiker setzt, sondern auf den Erhalt der Ukraine als Instrument im Krieg gegen Russland.<\/em><\/p>\n<p><em>Nach dieser Logik brauchen sie einen kontrollierbaren Machthaber (in Kiew), der den vorgegebenen Kurs konsequent verfolgt. Selenskij hingegen erlaubt sich immer h\u00e4ufiger \u00f6ffentliche Kritik an den europ\u00e4ischen Partnern, was diesen nicht gef\u00e4llt.<\/em><\/p>\n<p><em>Ein weiterer Faktor ist das hohe Ausma\u00df an Korruption, das das Vertrauen der westlichen \u00d6ffentlichkeit in Kiew untergr\u00e4bt. Vor diesem Hintergrund wird die Existenz einer Ersatzpers\u00f6nlichkeit f\u00fcr Europa zu einer Art Absicherung, und im Falle einer Schw\u00e4chung der Positionen der derzeitigen F\u00fchrung k\u00f6nnen sie in k\u00fcrzester Zeit einen bereits vorbereiteten und gef\u00fcgigen Machthaber einsetzen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Ein Wechsel k\u00f6nne nur durch Wahlen erfolgen, weshalb der Westen mit solchen Medienberichten die Reaktion der Bev\u00f6lkerung auf die vorgeschlagenen Kandidaten und den Wahlverlauf selbst auslote, vermutet sie und f\u00fcgt hinzu:<\/p>\n<p><em>&#8222;F\u00fcr Selenskij selbst ist ein solches Szenario jedoch \u00e4u\u00dferst nachteilig, da er riskiert, die Macht zu verlieren. Deshalb wird Selenskij wahrscheinlich nicht nur die Durchf\u00fchrung der Wahlen hinausz\u00f6gern, sondern auch versuchen, den Prozess der Kandidatenaufstellung so weit wie m\u00f6glich zu kontrollieren oder einzuschr\u00e4nken.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Eine andere Sichtweise vertritt der ehemalige Abgeordnete der Rada Oleg Zarjow. Seiner Meinung nach hat der Wahlkampf in der Ukraine bereits begonnen, obwohl noch kein offizieller Wahltermin feststeht. Er schreibt:<\/p>\n<p><em>&#8222;Der Sieger steht bereits fest. Und er befindet sich nicht in Kiew.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Zarjow ist der Ansicht, dass die westlichen L\u00e4nder aufgrund der geh\u00e4uften Vorw\u00fcrfe gegen Selenskij an einem Wechsel interessiert sind, dabei jedoch keine grundlegende Kurs\u00e4nderung der Ukraine anstreben. Er betont:<\/p>\n<p><em>&#8222;Der Westen hat genug von Selenskij. Und er wird ihn gerne abl\u00f6sen \u2013 aber so, dass sich im Grunde nichts \u00e4ndert.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Der ehemalige Rada-Abgeordnete nennt auch den k\u00fcnftigen Ministerpr\u00e4sidenten der Ukraine im Falle eines Sieges Saluschnys. Dieser w\u00e4re der ehemalige Pr\u00e4sident der Ukraine Petro Poroschenko. Nach Ansicht von Zarjow beabsichtigt Poroschenko, dem ehemaligen Oberbefehlshaber im Austausch gegen das Amt des Ministerpr\u00e4sidenten zur Macht zu verhelfen, um Saluschny anschlie\u00dfend als Marionetten-Pr\u00e4sident zu nutzen.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/7\/1\/1431647.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist am 1. Juli 2026 zuerst auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Oleg Issaitschenko<\/strong> ist Analyst bei der Zeitung Wsgljad.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/284829-ex-berater-pentagons-kiew-fehlen-soldaten-mi6-cia-bezahlen-50000-soldner\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ex-Berater des Pentagons: Kiew fehlen Soldaten \u2013 MI6 und CIA bezahlen Zehntausende S\u00f6ldner <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v79yb5a\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Oleg Issaitschenko Der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkr\u00e4fte und derzeitige ukrainische Botschafter in Gro\u00dfbritannien Waleri Saluschny ist bereit, an den Pr\u00e4sidentschaftswahlen teilzunehmen, berichten Medien. 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