{"id":12623,"date":"2026-07-08T09:04:23","date_gmt":"2026-07-08T07:04:23","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/wie-sparkassen-und-volksbanken-gegen-neobanken-bestehen-koennen-37656382-html\/"},"modified":"2026-07-08T09:04:23","modified_gmt":"2026-07-08T07:04:23","slug":"wie-sparkassen-und-volksbanken-gegen-neobanken-bestehen-koennen-37656382-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/wie-sparkassen-und-volksbanken-gegen-neobanken-bestehen-koennen-37656382-html\/","title":{"rendered":"Exklusive Studie: Wie sich Sparkassen und Volksbanken gegen Neobanken wehren k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Neobanken graben Sparkassen und genossenschaftlichen Banken das Wasser ab. Doch die Regionalbanken sind dem nicht schutzlos ausgeliefert, wie eine Capital exklusiv vorliegende Studie zeigt<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Im \u00d6rtchen Neuenhain im Taunus haben die Kunden von Sparkasse und Volksbank den gleichen Weg: Die Institute haben ihre Filialen zu einem \u201eFinanzpunkt\u201c in der Hauptstra\u00dfe zusammengelegt. Auch anderswo wie beispielsweise in der S\u00fcdpfalz gibt es bereits eine Handvoll solcher Kooperationen von Regionalbanken. \u201eDie Banken im l\u00e4ndlichen Raum haben verstanden, dass sie nicht mehr die Konkurrenten von einst sind\u201c, sagt Johann Thieme von der Bankenberatung Roll &amp; Pastuch.<\/p>\n<p>Die Institute teilen sich bei dieser Zusammenarbeit die R\u00e4umlichkeiten, um die Kosten des teuren Filialgesch\u00e4fts zu senken. In Zukunft werden genossenschaftliche Banken und Sparkassen aber noch mehr unternehmen m\u00fcssen, um insbesondere der wachsenden digitalen Konkurrenz entgegentreten zu k\u00f6nnen. Die Regionalbanken stehen unter Zugzwang: Sie m\u00fcssen f\u00fcr die j\u00fcngere, urbane Generation attraktiver werden, das digitale Angebot ausbauen und profitabler werden, um langfristig zu \u00fcberleben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die neuen Wettbewerber hei\u00dfen N26, Trade Republic und Revolut \u2013 sogenannte Neobanken. In Deutschland wird mittlerweile jedes zweite Girokonto im Internet bei einem solchen Haus er\u00f6ffnet. Oder bei Auslandsbanken wie dem US-Giganten JP Morgan. Die nach Marktkapitalisierung gr\u00f6\u00dfte Bank der Welt hat im April unter dem Namen Chase begonnen, Einlagen deutscher Privatkunden einzusammeln. Oder anders gesagt, sie unter anderem den beh\u00e4bigen Regionalbanken in Deutschland abzukn\u00f6pfen.\u00a0<\/p>\n<p>Thieme hat mit Oliver Roll, Professor f\u00fcr Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Osnabr\u00fcck, zum zweiten Mal nach 2025 erhoben, was Regionalbanken erfolgreich macht. Ihre Studie liegt Capital exklusiv vor. Die beiden Autoren haben die 2024er-Bilanzen (in einigen F\u00e4llen die von 2023) von rund 500 der 950 regionalen deutschen Geldh\u00e4user analysiert und Erfolgskriterien ermittelt.<\/p>\n<h2><strong>Einlagen als Ertragsbringer<\/strong><\/h2>\n<p>Zentrale Treiber der Rentabilit\u00e4t von Regionalbanken sind laut der Studie Giro- und Tagesgeldkonten, bei denen Kunden t\u00e4glich auf ihr Geld zugreifen k\u00f6nnen. Sie sind anders als bei vielen Digitalbanken niedrig verzinst. \u00dcber geschicktes Zinsmanagement k\u00f6nnen Banken hier viel herausholen: Sind ihre Einlagen im Gesch\u00e4ftsjahr um zehn Prozent gestiegen, hat sich die Marge um 14 Basispunkte verbessert.\u00a0<\/p>\n<p>Doch hier f\u00e4ngt das Problem bereits an. Ein bis zwei Prozent der Einlagen geht den regionalen Banken j\u00e4hrlich im Schnitt verloren, weil die Kunden sterben und die Erben Kunden anderer Banken sind.\u00a0 Zwar versuchten einige Sparkassen und Volksbanken bereits mit Zinsaktionen Kunden zu locken. \u201eAber sie zu halten, f\u00e4llt ihnen schwer\u201c, sagt Thieme. Viele Kunden z\u00f6gen danach zum n\u00e4chsten Zinsangebot weiter, etwa zu Chase, wo sie aktuell vier Prozent f\u00fcr vier Monate bekommen. \u201eDie Erben vom Bleiben zu \u00fcberzeugen ist dabei die existenzielle Aufgabe\u201c, sagt Thieme.\u00a0<\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zum Kunden ist laut Thieme ein lebendiger Vertrieb: \u201eDie Institute m\u00fcssen sich anstrengen, um den Kunden loyaler zu machen.\u201c Und zwar am besten junge Kunden, die in ihrem Leben noch einige Finanzierungen stemmen wollen, etwa den Kauf einer Immobilie. Zwar seien viele Hypothekendarlehen kein Garant f\u00fcr Rentabilit\u00e4t, aber immerhin sind die Bauzinsen deutlich gestiegen.\u00a0<\/p>\n<h2><strong>Gr\u00f6\u00dfe macht rentabel<\/strong><\/h2>\n<p>Es gibt einen einfachen Hebel, der Banken effizienter macht: Sie m\u00fcssen fusionieren. Das haben in den vergangenen Jahren vor allem Sparkassen getan, die genossenschaftlichen H\u00e4user holen auf. \u201eGr\u00f6\u00dfere H\u00e4user arbeiten effizienter, das zeigt sich an einer g\u00fcnstigeren Aufwands-Ertragsrelation\u201c, sagt Thieme. Die Relation gibt, welcher Anteil des Ertrages f\u00fcr Kosten draufgeht.<\/p>\n<p>Ab einer Bilanzsumme von 5 Mrd. Euro k\u00f6nnten die Banken spannendere Projekte und Unternehmen finanzieren. \u201eDas ist mittelfristig die \u00fcberlebensf\u00e4hige Gr\u00f6\u00dfe\u201c, sagt Thieme. Gerade die Volksbanken l\u00e4gen jedoch h\u00e4ufig noch darunter. Bei den Sparkassen lagen laut einer Aufstellung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Ende 2035 nur 105 von 342 Instituten \u00fcber der Marke von 5 Mrd. Euro.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Institute m\u00fcssen sich also bewegen. Automatisierung kann dabei helfen die Kosten-Ertragsquote, die zwischen 50 und 70 Prozent liegt, zu dr\u00fccken. \u201eNoch ist die Mehrheit jedoch nicht \u00e4nderungswillig\u201c, hat Thieme festgestellt. \u201eDie Bereitschaft KI-Anwendungen zu nutzen, w\u00e4chst nur sehr langsam.\u201c<\/p>\n<p>Helfen k\u00f6nnten auch unterschiedliche Preise f\u00fcr Online- und Filialgesch\u00e4ft. Auf diesem Weg k\u00f6nnten Sparkassen und genossenschaftliche Banken mit den g\u00fcnstigen Preisen der Neobanken mithalten.\u00a0<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Neobanken graben Sparkassen und genossenschaftlichen Banken das Wasser ab. 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