{"id":13078,"date":"2026-07-11T20:03:48","date_gmt":"2026-07-11T18:03:48","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/die-krise-bei-volkswagen-ist-selbst-verschuldet\/"},"modified":"2026-07-11T20:03:48","modified_gmt":"2026-07-11T18:03:48","slug":"die-krise-bei-volkswagen-ist-selbst-verschuldet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/die-krise-bei-volkswagen-ist-selbst-verschuldet\/","title":{"rendered":"Die Krise bei Volkswagen ist selbst verschuldet"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Hans-Ueli L\u00e4ppli<\/em><\/p>\n<p>Europas gr\u00f6\u00dfter Autobauer steckt tief in der Krise. Der Konzerngewinn ist 2025 um 44\u00a0Prozent eingebrochen\u00a0\u2013 von 12,4\u00a0auf 6,9\u00a0Milliarden Euro. Der Umsatz stagnierte bei rund 322\u00a0Milliarden Euro. Bis 2030 sollen bis zu 50.000 Stellen in Deutschland abgebaut werden.<\/p>\n<p>Offiziell werden die Konkurrenz aus China, US-Z\u00f6lle und der schleppende Hochlauf der Elektromobilit\u00e4t als Gr\u00fcnde genannt. Wer jedoch genauer hinschaut, erkennt, dass ein wesentlicher Teil der Misere hausgemacht ist. Volkswagen und die deutsche Politik haben sich die aktuelle Lage durch ideologisch gepr\u00e4gte Entscheidungen in der Energie- und Au\u00dfenpolitik sowie durch strategische Vers\u00e4umnisse selbst zuzuschreiben.<\/p>\n<p>Bis 2022 hatte Deutschland von vergleichsweise g\u00fcnstigem russischem Pipeline-Gas profitiert. Die Energiepreise hatten als stabil und wettbewerbsf\u00e4hig gegolten. Nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs, den westlichen Sanktionen und dem Ausfall der Nord-Stream-Pipelines stiegen die Gas- und Strompreise jedoch deutlich an. Zeitweise lagen die Energiekosten f\u00fcr Unternehmen und Industrie um ein Vielfaches h\u00f6her als in den USA oder Teilen Asiens.<\/p>\n<p>Volkswagen als energieintensiver Industriekonzern sp\u00fcrt das bis heute. Die Produktion in Wolfsburg, Emden oder Zwickau ist teurer geworden\u00a0\u2013 w\u00e4hrend Wettbewerber in L\u00e4ndern mit g\u00fcnstiger Energie oder Kernkraft g\u00fcnstiger fertigen k\u00f6nnen. Die &#8222;Energiewende&#8220; und der gleichzeitige Atomausstieg haben die Kostenbasis der deutschen Industrie strukturell verschlechtert. Das war keine Naturkatastrophe, sondern eine bewusste politische Entscheidung.<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-media-max-width=\"560\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">German AfD Leader Alice Weidel:<\/p>\n<p>Month after month, 15,000 industrial jobs are being lost. The automotive industry is in decline. Even Volkswagen warns that 100,000 jobs are at risk. <\/p>\n<p>Suppliers and service providers are falling like dominoes. Hardly a week goes by without more\u2026 <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/t.co\/YfVBM9Juo3\">pic.twitter.com\/YfVBM9Juo3<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Clash Report (@clashreport) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/clashreport\/status\/2075265852941689045?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 9, 2026<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p> <script async src=\"https:\/\/platform.x.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n                    <\/div>\n<\/p><\/div>\n<p>Anstatt weiterhin auf g\u00fcnstige Pipeline-Gasimporte zu setzen oder rasch neue, bezahlbare Energiequellen zu erschlie\u00dfen, setzte Deutschland verst\u00e4rkt auf teure LNG-Importe und den beschleunigten Ausbau wetterabh\u00e4ngiger erneuerbarer Energien. Die Folge waren steigende Energiekosten f\u00fcr die Industrie und h\u00f6here Produktionskosten bei Volkswagen \u2013 ein deutlicher Wettbewerbsnachteil im internationalen Vergleich.<\/p>\n<p><strong>Der Verlust des russischen Marktes\u00a0\u2013 selbst verschuldet<\/strong><\/p>\n<p>Russland war f\u00fcr Volkswagen lange ein wichtiger und wachsender Absatzmarkt. Mit dem Werk in Kaluga produzierte der Konzern vor Ort und bediente die Nachfrage effizient. 2022 stoppte VW die Produktion und den Export nach Russland. Die Werke wurden verkauft oder aufgegeben. Der Markt ist seither verloren.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"668\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Der R\u00fcckzug aus Russland war weniger eine betriebswirtschaftliche Entscheidung als die Folge der geopolitischen Entwicklung und der westlichen Sanktionspolitik. Damit verlor Volkswagen einen wichtigen Absatzmarkt, Lieferketten wurden unterbrochen und ein zuvor profitables Gesch\u00e4ft brach weg. Hersteller aus China und anderen L\u00e4ndern nutzten die entstandene Marktl\u00fccke. F\u00fcr VW bedeutete dies den Verlust von Umsatz, Marktanteilen und einer langj\u00e4hrig aufgebauten Pr\u00e4senz in einer rohstoffreichen Region. Aus Sicht der Kritiker hat der Konzern damit einen bedeutenden Markt aufgegeben, ohne dass sich daraus bislang ein nachhaltiger strategischer Vorteil ergeben h\u00e4tte.<\/p>\n<p>VW unterh\u00e4lt seit Jahrzehnten Joint Ventures in China\u00a0\u2013 mit SAIC und FAW. Trotzdem hat der Konzern massiv Marktanteile an heimische Hersteller wie BYD, Geely oder Nio verloren. Die alten Partnerschaften waren lange auf Verbrenner und Premium-Modelle ausgerichtet. Bei g\u00fcnstigen Elektroautos f\u00fcr die breite Masse hat VW zu langsam reagiert. Die Joint Ventures haben nicht verhindert, dass chinesische Hersteller mit deutlich niedrigeren Kosten und schnellerer Innovation angreifen.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"735\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Statt fr\u00fchzeitig tiefere Partnerschaften mit aufstrebenden chinesischen Herstellern von Elektrofahrzeugen einzugehen oder Allianzen bei Batterietechnologie, Software und kosteng\u00fcnstiger Produktion auszubauen, hielt VW lange an bestehenden Strukturen fest. Inzwischen steht der Konzern in China unter erheblichem Wettbewerbsdruck, w\u00e4hrend viele Konkurrenten mit niedrigeren Kosten und k\u00fcrzeren Entwicklungszyklen arbeiten.<\/p>\n<p data-start=\"0\" data-end=\"735\" data-is-last-node=\"\" data-is-only-node=\"\">Auch in anderen Bereichen erwiesen sich Eigenentwicklungen\u00a0\u2013 etwa bei der Software\u00a0\u2013 als zeit- und kostenintensiv. Durch st\u00e4rker geteilte Entwicklungsrisiken und strategische Kooperationen h\u00e4tte die Transformation m\u00f6glicherweise effizienter und kosteng\u00fcnstiger gestaltet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Durch die Kombination aus hohen Energiekosten, dem Verlust des russischen Marktes und fehlenden strategischen Partnerschaften geriet VW zunehmend unter Druck. W\u00e4hrend der Umsatz noch vergleichsweise stabil blieb, sanken die Margen deutlich und erreichten ein Niveau, das viele Beobachter an fr\u00fchere Krisenphasen erinnert. Werksschlie\u00dfungen und Stellenabbau in Deutschland wurden damit zur Folge der schwierigen wirtschaftlichen Lage.<\/p>\n<p>Es ist einfach, die gesamte Entwicklung auf Faktoren wie China, US-Z\u00f6lle oder geopolitische Spannungen zu reduzieren. Doch ein genauer Blick zeigt, dass auch interne Entscheidungen eine wichtige Rolle spielen. Die deutsche Energiepolitik belastete die Industrie mit h\u00f6heren Kosten. Der R\u00fcckzug aus bestimmten M\u00e4rkten f\u00fchrte zu Umsatzverlusten. Gleichzeitig verlief die strategische Neuausrichtung bei Elektromobilit\u00e4t, Software und Partnerschaften langsamer und teurer als geplant.<\/p>\n<p>VW braucht deshalb weniger politische Vorgaben und mehr wirtschaftliche Pragmatik. Dazu geh\u00f6ren wettbewerbsf\u00e4hige Energiepreise, flexible Partnerschaften und eine Strategie, die industrielle Interessen st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt. Andernfalls droht aus der aktuellen Krise ein langfristiger Verlust an Wettbewerbsf\u00e4higkeit\u00a0\u2013 mit weitreichenden Folgen f\u00fcr den Industriestandort Deutschland.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema\u00a0<\/strong>\u2013<strong>\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/inland\/284621-weidel-wirbt-fuer-annaeherung-an\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weidel wirbt f\u00fcr Ann\u00e4herung an Russland \u2013 und hat das Kanzleramt im Blick<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v79q6t6\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Hans-Ueli L\u00e4ppli Europas gr\u00f6\u00dfter Autobauer steckt tief in der Krise. 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