{"id":13151,"date":"2026-07-12T18:06:06","date_gmt":"2026-07-12T16:06:06","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/russische-athleten-kehren-auf-die-internationale-buehne-zurueck\/"},"modified":"2026-07-12T18:06:06","modified_gmt":"2026-07-12T16:06:06","slug":"russische-athleten-kehren-auf-die-internationale-buehne-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/russische-athleten-kehren-auf-die-internationale-buehne-zurueck\/","title":{"rendered":"Russische Athleten kehren auf die internationale B\u00fchne zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><strong><\/strong><em>Von Rainer Rupp<\/em><\/p>\n<p>Fast drei Jahre nach der Verh\u00e4ngung hat das Internationale Olympische Komitee\u00a0(IOC) die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees\u00a0(ROC) am 7.\u00a0Juli 2026 vorl\u00e4ufig aufgehoben. Diese Entscheidung wurde erm\u00f6glicht, nachdem die regionalen Sportorganisationen aus den vier ehemaligen ukrainischen Gebieten aus dem Donbass, die im Jahr 2022 per Referendum der Russischen F\u00f6deration beigetreten warten, aus dem nationalen Russischen Olympische Komitee vorerst entfernt worden waren. Genau das, n\u00e4mlich die Mitgliedschaft der vier Donbass-Regionen im ROC war damals im IOC als Vorwand f\u00fcr die Sperre gegen Russland genutzt worden.<\/p>\n<p>Das ROC hat sich zudem verpflichtet, in diesen Regionen k\u00fcnftig keine Aktivit\u00e4ten mehr durchzuf\u00fchren. Das IOC k\u00fcndigte an, die Einhaltung dieser Zusage engmaschig zu \u00fcberwachen. Als direkte Folge k\u00f6nnen russische Athleten nun wieder an internationalen Wettk\u00e4mpfen teilnehmen\u00a0\u2013 unter den Regeln ihrer jeweiligen Fachverb\u00e4nde.<\/p>\n<p><strong>Bleibende Einschr\u00e4nkungen<\/strong><\/p>\n<p>Trotz der Lockerung bleiben klare Grenzen bestehen:<\/p>\n<p>&#8211; Keine IOC-Veranstaltungen werden in Russland ausgetragen.<\/p>\n<p>&#8211; Russische Regierungsvertreter werden zu IOC-Veranstaltungen nicht eingeladen.<\/p>\n<p>Eine endg\u00fcltige Entscheidung \u00fcber die Verwendung der russischen Flagge, der Hymne und nationaler Symbole bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles soll zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt getroffen werden.<\/p>\n<p><strong>Politischer Sieg f\u00fcr Moskau<\/strong><\/p>\n<p>Russlands Sportminister Michail Degtjarjow begr\u00fc\u00dfte die Entscheidung ausdr\u00fccklich. Sie bedeute, dass Russland zur\u00fcck ist und &#8222;am Verhandlungstisch&#8220; sitzt. Das mache den Weg frei f\u00fcr die vollst\u00e4ndige R\u00fcckkehr russischer Nationalmannschaften in internationale Wettbewerbe, und zu diesem Zweck k\u00fcndigte er weitere diplomatische Bem\u00fchungen an.<\/p>\n<p>Die Aufhebung der Sperre wird international als deutlicher Erfolg f\u00fcr Russland gesehen; zugleich aber auch als empfindlicher R\u00fcckschlag nicht nur f\u00fcr die Ukraine, sondern ebenso f\u00fcr alle westlichen Stimmen, die jahrelang auf eine totale Isolation des russischen Sports gedr\u00e4ngt hatten.<\/p>\n<p>Allerdings hatte der Ausschluss russischer Athleten drei Jahre lang bei vielen internationalen Verb\u00e4nden f\u00fcr wachsende Frustration gesorgt, denn viele dieser Verb\u00e4nde sind auf die Teilnahme russischer Sportler angewiesen\u00a0\u2013 sowohl wegen der Einnahmen als auch wegen der sportlichen Qualit\u00e4t der Wettbewerbe.<\/p>\n<p>Mit nur noch einer kleinen Gruppe unbedeutender westlicher L\u00e4nder, die weiterhin auf einem vollst\u00e4ndigen Ausschluss Russlands bestanden, war die Aufrechterhaltung des Verbots zunehmend unhaltbar geworden. Die j\u00fcngste Entscheidung des IOC markiert daher einen Wendepunkt: Russische Athleten sind zur\u00fcck auf der internationalen B\u00fchne\u00a0\u2013 unter klar definierten, aber deutlich gelockerten Bedingungen.<\/p>\n<p><strong>Scharfe Ablehnung durch die Ukraine<\/strong><\/p>\n<p>Das ukrainische Au\u00dfenministerium sprach von einem &#8222;beunruhigenden Signal&#8220; und forderte, russische Staatssymbole weiterhin auszuschlie\u00dfen. Das Nationale Olympische Komitee der Ukraine (NOC Ukraine) \u00e4u\u00dferte sich noch deutlicher. Es &#8222;stimmte der Entscheidung des IOC-Exekutivkomitees entschieden nicht zu&#8220; und nannte sie &#8222;voreilig&#8220; und &#8222;ungerechtfertigt&#8220;. Die Entscheidung sei ohne ausreichende Ber\u00fccksichtigung der tats\u00e4chlichen Umst\u00e4nde\u00a0\u2013 n\u00e4mlich des andauernden russischen Angriffskriegs\u00a0\u2013 getroffen worden.<\/p>\n<p>Einzelne ukrainische Athleten verst\u00e4rken diese Kritik. Der ukrainische Skeletonfahrer Wladislaw Geraskewitsch z.\u00a0B., der zuletzt durch eine Kontroverse um eine politische Botschaft an seinem Helm bekannt geworden war, bezeichnete die IOC-Entscheidung als &#8222;absolut besch\u00e4mend&#8220; und &#8222;die falsche Entscheidung&#8220;. Er forderte andere Nationale Olympische Komitees auf, gemeinsam eine klare Haltung einzunehmen, und brachte sogar Visasperren sowie Boykott\u00fcberlegungen ins Spiel.<\/p>\n<p>Vor allem die baltischen Giftzwergstaaten sowie andere nordische L\u00e4nder \u00fcbten scharfe Kritik an der IOC-Entscheidung. Das Norwegische Olympische und Paralympische Komitee z.\u00a0B. positionierte sich deutlich gegen die R\u00fcckkehr russischer Athleten auf die internationale B\u00fchne.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberraschende Zur\u00fcckhaltung der wichtigsten westlichen L\u00e4nder<\/strong><\/p>\n<p>Es gab wenige offizielle Stellungnahmen der nationalen Olympischen Komitees und kaum direkte Regierungsreaktionen aus wichtigen westlichen L\u00e4ndern wie den USA, Gro\u00dfbritannien, Deutschland, Polen oder Frankreich. In Medienberichten wird von &#8222;negativen Reaktionen in einigen Kreisen&#8220; und &#8222;schwerem Widerstand besonders europ\u00e4ischer Sportf\u00fchrer&#8220; gesprochen\u00a0\u2013 eine breite, einheitliche Ablehnung bleibt jedoch aus.<\/p>\n<p>Einige internationale Sportverb\u00e4nde (z.\u00a0B. die FIFA) k\u00fcndigten an, die Entscheidung zun\u00e4chst zu analysieren und dann fallweise vorzugehen. Allerdings kritisierten einige andere internationale Athleten-Organisationen wie Global Athlete und FairSport das IOC scharf und warfen ihm vor, Standards zu senken und die Prinzipien der Olympischen Idee zu untergraben, w\u00e4hrend sie zugleich keine Ma\u00dfnahmen gegen die israelischen und US-amerikanischen Angriffskrieger gegen Iran und Genozid-Verbrecher im Gazastreifen fordern.<\/p>\n<p>IOC-Pr\u00e4sidentin Kirsty Coventry verteidigte die Entscheidung ihrer Organisation mit dem Argument, dass Athleten nicht f\u00fcr die Handlungen ihrer Regierung bestraft werden d\u00fcrften. Gleichzeitig bleibe die Verurteilung des russischen Angriffskriegs bestehen, und man werde die Entwicklung weiter genau beobachten. Russische Regierungsvertreter blieben weiter von den Veranstaltungen ausgeschlossen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Reaktionen anderer Nationen fallen bisher deutlich moderater aus als die der Ukraine. W\u00e4hrend Russland die Entscheidung zu Recht als Erfolg feiert und einige nordische Sportverb\u00e4nde protestieren, halten sich die meisten westlichen Regierungen zur\u00fcck. Viele scheinen die weitere Entwicklung den jeweiligen Sportfachverb\u00e4nden zu \u00fcberlassen. Ob sich in den kommenden Tagen und Wochen eine breitere kritische Haltung formiert, bleibt abzuwarten \u2013 insbesondere vor dem Hintergrund der laufenden Qualifikation f\u00fcr die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2014\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/285289-ioc-laesst-olympisches-komitee-russlands-einstweilen-zu\/\">R\u00fcckkehr in die Sportwelt: IOC l\u00e4sst Olympisches Komitee Russlands &#8222;einstweilen&#8220; zu <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7a8l8q\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Rainer Rupp Fast drei Jahre nach der Verh\u00e4ngung hat das Internationale Olympische Komitee\u00a0(IOC) die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees\u00a0(ROC) am 7.\u00a0Juli 2026 vorl\u00e4ufig aufgehoben. 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