{"id":13460,"date":"2026-07-14T13:11:36","date_gmt":"2026-07-14T11:11:36","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/strasse-von-hormus-die-eskalation-hat-ein-neues-tempo-erreicht-von-dirk-ellerbrock\/"},"modified":"2026-07-14T13:11:36","modified_gmt":"2026-07-14T11:11:36","slug":"strasse-von-hormus-die-eskalation-hat-ein-neues-tempo-erreicht-von-dirk-ellerbrock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/strasse-von-hormus-die-eskalation-hat-ein-neues-tempo-erreicht-von-dirk-ellerbrock\/","title":{"rendered":"Stra\u00dfe von Hormus: Die Eskalation hat ein neues Tempo erreicht | Von Dirk Ellerbrock"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Die Lage um die Stra\u00dfe von Hormus hat sich binnen 24 Stunden weiter zugespitzt. Die j\u00fcngsten Angriffe und gegenseitigen Erkl\u00e4rungen bewegen sich im zweistelligen Bereich \u2013 von Einzelf\u00e4llen kann l\u00e4ngst keine Rede mehr sein. Eine genaue Betrachtung der Ereignisse zeigt ein Bild, das mit der offiziellen amerikanischen Darstellung zunehmend bricht.<\/p>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Dirk Ellerbrock.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Neue Schl\u00e4ge, iranische Antwort in Rekordzeit<\/strong><\/p>\n<p>Im S\u00fcden Irans wurden neue Angriffe verzeichnet, darunter einer in unmittelbarer N\u00e4he des Kernkraftwerks Buschehr. Das Kraftwerk selbst blieb unbesch\u00e4digt, doch die N\u00e4he zum Atommeiler ist bemerkenswert.<\/p>\n<p>Nach vorliegenden Informationen begann die neue Runde mit HIMARS-Beschuss aus Bahrain und Kuwait gegen s\u00fcdliche Gebiete Irans. Die iranische Antwort folgte innerhalb von etwa einer halben Stunde und traf Ziele in f\u00fcnf Golfstaaten \u2013 Katar, Kuwait, die VAE, Bahrain und Jordanien. In Jordanien wurden zwei St\u00fctzpunkte getroffen, darunter das Kommandozentrum und ein Hangar f\u00fcr MQ-9-Drohnen, w\u00e4hrend die Startbahn selbst unversehrt blieb \u2013 ein Indiz f\u00fcr gezielte Auswahl. Auch ein kuwaitisch-irakischer Grenzposten mit UN-Bezug, den die USA f\u00fcr ihre Schl\u00e4ge nutzten, wurde getroffen.<\/p>\n<p>Erstmals in der gesamten Auseinandersetzung wurde auch Oman angegriffen: Getroffen wurden Anlagen zur elektronischen Kriegsf\u00fchrung im amerikanischen Interesse sowie ein Logistikknotenpunkt im Hafen Duqm, der f\u00fcr die Versorgung von Flugzeugtr\u00e4gergruppen zentral ist. Bemerkenswert zudem: CENTCOM setzte nach eigenen Angaben erstmals einweg-f\u00e4hige Angriffsdrohnen auf See ein \u2013 ein technisches Detail, das auf eine neue Eskalationsstufe der US-Kriegsf\u00fchrung in der Meerenge hindeutet.<\/p>\n<p>Das ver\u00e4nderte Reaktionstempo Irans ist bezeichnend: Wurde in fr\u00fcheren Runden noch abgewartet, erfolgen die Antworten heute nahezu unmittelbar. Das allein ist ein Indikator daf\u00fcr, dass die Eskalation weiter zunimmt.<\/p>\n<p><strong>Ein get\u00f6teter Seemann, zwei brennende Tanker<\/strong><\/p>\n<p>Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erkl\u00e4rten, zwei Tanker unter VAE-Bezug \u2013 die \u201eal-Bahiya&#8220; und die \u201eMombasa&#8220; \u2013 seien getroffen worden, weil sie ihre Ortungssysteme abgeschaltet und Warnungen iranischer Beh\u00f6rden ignoriert h\u00e4tten, eine als vermint deklarierte Route zu befahren. Nach Angaben des VAE-Verteidigungsministeriums wurden die Schiffe in omanischen Hoheitsgew\u00e4ssern getroffen; ein indisches Besatzungsmitglied der \u201eMombasa&#8220; kam dabei ums Leben. Es ist der erste best\u00e4tigte Todesfall eines Zivilisten in der laufenden Eskalationsrunde und macht die Warnungen, die Iran zuvor tagelang ausgesprochen hatte, konkret.<\/p>\n<p><strong>Zahlen, Gegenschl\u00e4ge \u2013 und was davon belastbar ist<\/strong><\/p>\n<p>Nach \u00fcbereinstimmenden Angaben von CENTCOM und mehreren US-Medien trafen die amerikanischen Streitkr\u00e4fte in der j\u00fcngsten Angriffswelle rund 140 Ziele in Iran; \u00fcber drei N\u00e4chte kumuliert soll die Zahl der getroffenen Ziele bereits \u00fcber 300 liegen. Anders als vielfach dargestellt handelt es sich hier also nicht um eine unbest\u00e4tigte iranische oder israelische Behauptung, sondern um eine von US-Seite selbst verbreitete Zahl. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete zus\u00e4tzlich von mehreren get\u00f6teten und verwundeten US-Soldaten in Kuwait, ohne dass Washington dies kommentierte. Kuwaitische Quellen best\u00e4tigten immerhin, dass drei iranische Raketen ihr Ziel getroffen h\u00e4tten \u2013 eine Verankerung, die nicht von iranischer, sondern von lokaler Seite kommt.<\/p>\n<p>Vorsicht bleibt geboten bei Meldungen eines israelischen Journalisten, der anonyme US-Beamte mit Angriffen auf Raketenkomplexe bei der Insel Kisch zitierte. Derselbe Journalist hatte zuvor behauptet, die Tankerangriffe seien das Werk \u201eunkontrollierter Elemente&#8220; im Iran \u2013 eine Darstellung, die eher nach Druck als nach gesicherter Information klingt.<\/p>\n<p><strong>Trumps Maut-Vorsto\u00df und Teherans Feilschen<\/strong><\/p>\n<p>Die eigentliche Neuigkeit der letzten Stunden ist nicht milit\u00e4rischer, sondern administrativer Natur: Trump k\u00fcndigte an, f\u00fcr die Durchfahrt durch die Stra\u00dfe von Hormus eine Geb\u00fchr von 20 Prozent zu erheben \u2013 ein Vorsto\u00df, der dem v\u00f6lkerrechtlichen Prinzip der freien Transitpassage nach UNCLOS widerspricht, das gerade keine Geb\u00fchrenerhebung f\u00fcr die Durchquerung internationaler Meerengen vorsieht \u2013, und lie\u00df verlautbaren, man habe die Meerenge \u201eordentlich bombardiert&#8220;. Bemerkenswert ist, dass sein eigenes Au\u00dfenministerium diese Idee erst wenige Wochen zuvor als \u201enicht einmal praktikabel&#8220; verworfen hatte.<\/p>\n<p>Irans Au\u00dfenminister Abbas Araghchi reagierte nicht mit Zur\u00fcckweisung, sondern mit Verhandlungsbereitschaft: Er erkl\u00e4rte, es sei richtig, dass sichere Durchfahrt kompensiert werden solle, nannte 20 Prozent aber \u201enat\u00fcrlich zu viel&#8220; und k\u00fcndigte an, man werde \u201efair&#8220; sein. Zugleich betonte er, Iran sei und bleibe der \u201eW\u00e4chter&#8220; der Meerenge. Das ist bemerkenswert: Anstatt die Zoll-Logik grunds\u00e4tzlich zur\u00fcckzuweisen, verhandelt Teheran faktisch \u00fcber deren H\u00f6he \u2013 ein Signal, dass beide Seiten inzwischen von einer dauerhaften iranischen Kontrollfunktion \u00fcber die Meerenge ausgehen, \u00fcber deren Preis nur noch gestritten wird.<\/p>\n<p>Trump selbst erkl\u00e4rte am Freitag, man habe sich auf eine Fortsetzung der Gespr\u00e4che geeinigt, w\u00e4hrend der im Vormonat vereinbarte Waffenstillstand gleichzeitig f\u00fcr hinf\u00e4llig erkl\u00e4rt wurde. Das Memorandum selbst bezeichnete er als etwas, das \u201enicht viel bedeutet&#8220; habe. UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres verurteilte unterdessen die Eskalation und mahnte, eine R\u00fcckkehr zu offenen Kampfhandlungen h\u00e4tte \u201ekatastrophale Folgen&#8220;.<\/p>\n<p>Von einer bereits am Vortag erzielten, f\u00fcr die USA \u201eperfekten&#8220; Vereinbarung, die Iran sofort gebrochen habe, wie kolportiert wurde, findet sich weder in iranischen noch in persischsprachigen Medien eine Best\u00e4tigung.<\/p>\n<p><strong>Die realen Schifffahrtsdaten<\/strong><\/p>\n<p>Kommerzielle Frachter sind in der Meerenge praktisch nicht vorhanden. Einzig ein unter amerikanischer Flagge fahrendes \u201eAusflugsboot&#8220; kreist seit \u00fcber einer Woche vor der Insel Kisch \u2013 eher ein nachrichtendienstliches Aufkl\u00e4rungsmittel als ein Vergn\u00fcgungsdampfer.<\/p>\n<p>Ein ehemaliger US-Kommandeur erkl\u00e4rte \u00f6ffentlich, man verf\u00fcge \u00fcber die Mittel, die Meerenge notfalls mit Gewalt zu \u00f6ffnen, und nannte die Einnahme der Insel Kisch als Druckmittel. Seit Beginn der Konfrontation am 28. Februar sind jedoch viereinhalb Monate vergangen, ohne dass dies gelungen ist \u2013 auch nicht w\u00e4hrend der Waffenruhe unter dem im Vormonat geschlossenen Memorandum. Irans unterirdische Anlagen liegen mehr als 1.000 Kilometer von Kisch entfernt und blieben f\u00fcr Luftschl\u00e4ge durchgehend unzug\u00e4nglich; gelandete Kr\u00e4fte w\u00e4ren fortlaufend Drohnen- und Raketenangriffen ausgesetzt, hinzu k\u00e4me die Hitze von rund 45 Grad als logistisches Problem. Die Bodenoperations-Option bleibt damit \u00fcber den gesamten bisherigen Konfliktverlauf hinweg eher Drohkulisse als reale Option.<\/p>\n<p><strong>Der Blick zur\u00fcck: Was vom letzten Krieg \u00fcbrig blieb<\/strong><\/p>\n<p>Im vorangegangenen Kriegsabschnitt vom 28. Februar bis 8. April verk\u00fcndete Washington t\u00e4glich die Zerst\u00f6rung iranischer Milit\u00e4ranlagen. Sp\u00e4ter r\u00e4umten selbst westliche Medien ein: Irans unterirdische St\u00fctzpunkte blieben weitgehend intakt, w\u00e4hrend amerikanische Anlagen in der Region erheblichen Schaden nahmen. Diese Skepsis ist heute wieder angebracht.<\/p>\n<p><strong>Das gebrochene Memorandum<\/strong><\/p>\n<p>Das im Vormonat nach rund 60 Verhandlungstagen unterzeichnete Memorandum of Understanding wurde nach iranischer Lesart praktisch in jedem Punkt von US-Seite verletzt: Die eingefrorenen iranischen Verm\u00f6genswerte wurden nie freigegeben, das Sanktionsregime wurde nicht zur\u00fcckgefahren, sondern ausgeweitet, und die Verpflichtung zum israelischen R\u00fcckzug aus dem Libanon blieb unerf\u00fcllt. Die USA versuchten zudem, \u00fcber die von ihnen ausgerufene s\u00fcdliche Route entlang der omanischen K\u00fcste einen alternativen Kontrollmechanismus f\u00fcr die Meerenge zu schaffen \u2013 aus iranischer Sicht eine Aush\u00f6hlung von Artikel 5 des Dokuments. Aus US-Sicht wiederum gilt umgekehrt die Offenhaltung der Meerenge als die eine zentrale Bedingung, die Iran gebrochen habe.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund warnte Iran tagelang Schiffe aus Saudi-Arabien, Kuwait, den VAE, Katar und Bahrain vor der Nutzung der von den USA ausgerufenen Route. Die Warnungen wurden ignoriert; am Wochenende griff Iran mindestens drei solche Schiffe an, darunter die beiden nun best\u00e4tigten Tanker-Ziele. Die amerikanische Antwort darauf wurde zum Ausl\u00f6ser der jetzigen Eskalationsrunde.<\/p>\n<p>Vor dem Krieg passierten t\u00e4glich 130 bis 170 Schiffe die Meerenge, laut Marktbeobachtern rund 20 Prozent des weltweiten \u00d6lhandels. Nach Unterzeichnung des Memorandums fiel die Zahl auf 20 bis 40. Der Mangel w\u00e4chst \u2013 nicht nur an \u00d6l, sondern auch an Helium, petrochemischen Produkten und D\u00fcngemitteln. Der Brent-\u00d6lpreis reagierte entsprechend: Am Montag schloss er bei 83,30 Dollar pro Barrel, ein Sprung von 9,59 Prozent binnen eines Tages \u2013 der gr\u00f6\u00dfte Tagesgewinn seit \u00fcber sechs Jahren.<\/p>\n<p><strong>Die realen Grenzen der US-Milit\u00e4rmacht<\/strong><\/p>\n<p>Die amerikanische Durchhaltef\u00e4higkeit ist nach vorliegenden \u2013 nicht unabh\u00e4ngig verifizierten \u2013 Sch\u00e4tzungen begrenzt. Zu Kriegsbeginn sollen nach solchen Sch\u00e4tzungen etwa 3.000 HIMARS-Raketen gelagert haben, verteilt auf mehrere Kommandobereiche, die ihre Best\u00e4nde nur ungern teilen. Die ATACMS-Produktion soll eingestellt sein. Zur Einsatzbereitschaft der F-35-Flotte kursieren Angaben von nur 25 bis 30 Prozent \u2013 von zehn Maschinen w\u00e4ren demnach real nur zwei bis drei einsatzf\u00e4hig; die zuletzt gelieferte Charge von sechs Kampfjets sei ohne funktionierende Bugradare angekommen, wegen chinesischer Exportbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr seltene Erden. Diese Zahlen stammen aus Fachkreisen nahestehenden, aber nicht offiziell best\u00e4tigten Quellen und sollten entsprechend gekennzeichnet bleiben.<\/p>\n<p><strong>Selektive Ziele, offene Drohungen<\/strong><\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten US-Schl\u00e4ge trafen unter anderem zwei Punkte am Rande von Ahvaz in der Provinz Chuzestan sowie Ziele s\u00fcdlich davon. Verst\u00e4rkte iranische Luftabwehr im Westen des Landes deutet auf den Einsatz luftgest\u00fctzter Marschflugk\u00f6rper hin, die aus irakischem Luftraum abgefeuert werden \u2013 ein Eindringen in den iranischen Luftraum wird offenbar vermieden.<\/p>\n<p>Die iranische Logik bleibt selektiv: Saudi-Arabien und Israel wurden nicht angegriffen, da ihr Territorium nicht direkt in die Operationen eingebunden ist. Iran konzentriert sich auf US-Objekte und die Infrastruktur jener Staaten, die ihre Basen zur Verf\u00fcgung stellen. Teheran warnt, im Falle einer Bodenoperation oder eines Angriffs auf kritische Infrastruktur mit Schl\u00e4gen gegen ebendiese Golfstaaten zu antworten.<\/p>\n<p>Die Eskalationsleiter ist noch nicht ausgereizt: Jemens Verb\u00fcndete k\u00f6nnten das Rote Meer sperren, und Strukturen im Irak sind zu fr\u00fcheren Aktionen in der Lage. Dass Israel bislang ausgespart bleibt, liegt am Fokus auf der Kontrolle der Stra\u00dfe von Hormus \u2013 genau jenem Hebel, der Washington \u00fcberhaupt erst an den Verhandlungstisch brachte. Sollte Israel einbezogen werden, w\u00fcrde sich diese Rechnung freilich \u00e4ndern.<\/p>\n<p><strong>Oman \u2013 ein Warnsignal<\/strong><\/p>\n<p>Der Angriff auf Oman traf Anlagen zur elektronischen Kriegsf\u00fchrung und den Logistikhafen Duqm. Das wirkt wie ein direktes Signal an Maskat: Je enger die Zusammenarbeit mit den USA, desto n\u00e4her r\u00fcckt Oman an die Lage Kuwaits und Bahrains heran. Der iranische Au\u00dfenminister besuchte Oman am Vortag \u2013 ausgerechnet um den Durchfahrtsmechanismus zu besprechen. Iran wirft den USA vor, mit \u201eoffenem und verdecktem Druck&#8220; gerade diese Gespr\u00e4che in Maskat torpediert zu haben. Das iranische Au\u00dfenministerium warnte daraufhin unumwunden, dass sich einige Golfstaaten faktisch in amerikanische Basen verwandelt h\u00e4tten, und drohte mit schwersten Konsequenzen, sollte dies nicht umgehend enden.<\/p>\n<p><strong>Die innere Widerstandsf\u00e4higkeit Irans<\/strong><\/p>\n<p>Die j\u00fcngste Beerdigung eines gefallenen Milit\u00e4rs zeigte eindrucksvoll die gesellschaftliche Widerstandsf\u00e4higkeit: Millionen Menschen gingen in Teheran und Maschhad bei 36 Grad auf die Stra\u00dfe, obwohl im Land Krieg herrscht und eine wirtschaftliche Belagerung gilt. Das spricht f\u00fcr eine Tiefe der Unterst\u00fctzung, die \u00fcber ein blo\u00dfes Zusammenr\u00fccken um die Flagge hinausgeht.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist auch Irans Verh\u00e4ltnis zum Irak: Trotz Sanktionen liefert Teheran weiterhin Strom und Erdgas \u2013 mit der Begr\u00fcndung, die irakische Bev\u00f6lkerung solle nicht unter der Politik ihrer eigenen Regierung leiden. Die Erinnerung an den gemeinsamen Kampf gegen den IS spielt in der irakischen \u00d6ffentlichkeit bis heute eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p><strong>Fazit: Irans Wette auf das Aussitzen<\/strong><\/p>\n<p>Washingtons logischer Schritt w\u00e4re, die Bedingungen des Memorandums zu erf\u00fcllen. Stattdessen werden Entscheidungen weiter unter dem Einfluss pers\u00f6nlicher Ambitionen und \u00e4u\u00dferen Drucks getroffen \u2013 nicht k\u00fchler Kalkulation. Dass Trump nun ausgerechnet \u00fcber die H\u00f6he einer Maut verhandelt, statt \u00fcber deren Legitimit\u00e4t, unterstreicht das: Es geht l\u00e4ngst nicht mehr um das Prinzip freier Durchfahrt, sondern um den Preis.<\/p>\n<p>Iran hat sich seit der Unterzeichnung auf genau dieses Szenario vorbereitet: \u00d6l exportiert, unterirdische Kapazit\u00e4ten erweitert, Raketenproduktion gesteigert, tausende neue Scheinziele aufgebaut. Die iranische Wette besteht darin, die USA in dieser Konfrontation auszusitzen \u2013 wie im ersten, 30 bis 40 Tage dauernden Krieg.<\/p>\n<p>Nach den bisherigen Eskalationszyklen ist nicht ausgeschlossen, dass noch vor \u00d6ffnung der Finanzm\u00e4rkte eine R\u00fcckkehr zu Verhandlungen erkl\u00e4rt wird \u2013 schlicht weil weiter steigende \u00d6lpreise und fallende Aktienindizes politisch unvorteilhaft sind. Bleibt ein solches Signal aus, spricht vieles daf\u00fcr, dass die Eskalation weiter zunimmt. Und die iranische Seite beh\u00e4lt im Ringen um die Kontrolle \u00fcber die Meerenge \u2013 zumindest bis heute \u2013 ihre Position.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bildquelle: <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/g\/tanaonte?ref=apolut.net\">Ivan Marc<\/a> \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lage um die Stra\u00dfe von Hormus hat sich binnen 24 Stunden weiter zugespitzt. Die j\u00fcngsten Angriffe und gegenseitigen Erkl\u00e4rungen bewegen sich im zweistelligen Bereich \u2013 von Einzelf\u00e4llen kann l\u00e4ngst keine Rede mehr sein. Eine genaue Betrachtung der Ereignisse zeigt ein Bild, das mit der offiziellen amerikanischen Darstellung zunehmend bricht. Ein Meinungsbeitrag von Dirk Ellerbrock. 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