{"id":13497,"date":"2026-07-14T17:02:46","date_gmt":"2026-07-14T15:02:46","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/bund-zahlt-790-mio-euro-fuer-verlorene-masken-urteile-37958600-html-2\/"},"modified":"2026-07-14T17:02:46","modified_gmt":"2026-07-14T15:02:46","slug":"bund-zahlt-790-mio-euro-fuer-verlorene-masken-urteile-37958600-html-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/bund-zahlt-790-mio-euro-fuer-verlorene-masken-urteile-37958600-html-2\/","title":{"rendered":"Exklusiv: Bund zahlt 790 Mio. Euro f\u00fcr Masken-Urteile"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Das Gesundheitsministerium hat zahlreiche Prozesse gegen Maskenh\u00e4ndler verloren. Um Zwangsvollstreckungen abzuwenden, musste es hohe Sicherheitsleistungen hinterlegen. Das Geld kommt von einem bislang unbekannten Sonderkonto<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>In den Verfahren um den Einkauf von Coronamasken hat die Bundesregierung bereits hohe Zahlungen f\u00fcr verlorene Klagen geleistet, obwohl eine rechtskr\u00e4ftige Entscheidung noch aussteht. Um eine \u201eZwangsvollstreckung\u201c von Urteilen zugunsten der Maskenh\u00e4ndler abzuwenden, habe das Gesundheitsministerium bis heute \u201edie Hinterlegung von Sicherheitsleistungen in H\u00f6he von rund 790 Mio. Euro veranlasst\u201c, hei\u00dft es in einer Antwort des Ministeriums an die Gr\u00fcnen-Bundestagsfraktion, die Capital vorliegt. Dabei geht es laut Ministerium um zw\u00f6lf Verfahren.<\/p>\n<p>Die Summe wirft ein Schlaglicht auf die Finanzrisiken aus dem chaotischen Maskeneinkauf unter dem damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Fr\u00fchjahr 2020. Sp\u00e4ter hatten mehr als 100 Lieferanten geklagt, weil das Ministerium sie wegen angeblicher M\u00e4ngel oder Lieferprobleme nicht bezahlt hatte.\u00a0<\/p>\n<p>Mehrere der Verfahren liegen inzwischen vor dem <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/bundesgerichtshof-entscheidet-ueber-spahns-maskengeschaefte-37392684.html\" class=\"external-link\">Bundesgerichtshof (BGH), der am 16. September in letzter Instanz \u00fcber die ersten vier F\u00e4lle aus dem Maskenkomplex verhandelt<\/a> \u2013 und wom\u00f6glich zeitnah entscheidet. Bald d\u00fcrfte dann rechtskr\u00e4ftig gekl\u00e4rt sein, ob auf den Bund noch weitere Kosten f\u00fcr ein spezielles Einkaufsverfahren (Open-House-Verfahren) zukommen. Spahn hatte 2020 \u00fcber verschiedene Einkaufswege f\u00fcr knapp 6 Mrd. Euro Masken beschaffen lassen. In den noch etwa 80 laufenden Prozessen von Open-House-H\u00e4ndlern geht es um weitere rund 2,3 Mrd. Euro, hinzu kommen Verzugszinsen in Milliardenh\u00f6he.<\/p>\n<h2>Mehrere Niederlagen in zweiter Instanz<\/h2>\n<p><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/milliarden-fuer-masken---rekonstruktion-eines-debakels-34875310.html\" class=\"external-link\">Seit Sommer 2024 hatten Maskenlieferanten in mehreren F\u00e4llen vor dem Oberlandesgericht K\u00f6ln in zweiter Instanz gegen den Bund gewonnen.<\/a> Dabei verf\u00fcgten die K\u00f6lner Richter wiederholt, dass die Urteile vorl\u00e4ufig vollstreckbar sind \u2013 und das Gesundheitsministerium also schon vor der finalen Entscheidung des BGH Zahlungen an die Kl\u00e4ger leisten muss. Allein bei der Klage eines Lieferanten aus Brandenburg, der Ende Mai in K\u00f6ln Recht bekam, ging es um Masken und andere Schutzausr\u00fcstung f\u00fcr knapp 220 Mio. Euro plus mehr als 100 Mio. Euro Zinsen.\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/wie-jens-spahn-einmal-einen-masken-vertrag-neu-auslegte-37602838.html\" class=\"external-link\">Laut dem Urteil hatte Spahn pers\u00f6nlich per Chat Zusagen zu den Lieferbedingungen gegeben, die den Vertragsbestimmungen im Open-House-Verfahren widersprachen.<\/a> Auch in anderen Prozessen, die der Bund seit 2024 in K\u00f6ln verloren hat, ging es um zwei- oder dreistellige Millionenbetr\u00e4ge.<\/p>\n<\/p>\n<p>Allerdings konnte das Gesundheitsministerium die Vollstreckung der noch nicht rechtskr\u00e4ftigen Urteile abwenden, indem es Sicherheitsleistungen bei Gericht hinterlegt. Sollte der BGH die Klagen der Maskenh\u00e4ndler am Ende abweisen, w\u00fcrde das hinterlegte Geld an das Ministerium zur\u00fcckflie\u00dfen. Andernfalls geht es an die Lieferanten.<\/p>\n<h2>Spezielles \u201eVorschusskonto\u201c f\u00fcr Masken-Klagen<\/h2>\n<p>Bislang hatte das Gesundheitsministerium stets betont, es gebe bisher praktisch keine finanziellen Belastungen aus den Maskenklagen. Interessant ist dar\u00fcber hinaus, wie die fast 800 Mio. Euro an Sicherheitsleistungen finanziert wurden \u2013 n\u00e4mlich nicht \u00fcber den Haushalt des heute von Nina Warken (CDU) gef\u00fchrten Ministeriums, sondern \u00fcber ein spezielles, bislang unbekanntes Konto bei der Bundesfinanzverwaltung. Dabei handele es sich um ein \u201eVorschusskonto f\u00fcr Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Beschaffung von Masken\u00a0im Zuge der SARS-CoV-2-Pandemie\u201c. So schreibt es das Gesundheitsministerium in seiner aktuellen Antwort an die Gr\u00fcnen-Abgeordnete Paula Piechotta.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p>Die erheblichen Sicherheitsleistungen zeigten die \u201eriesigen Haushaltsrisiken\u201c aus den Maskenk\u00e4ufen unter Spahn, sagte Piechotta gegen\u00fcber Capital. Zugleich \u00e4u\u00dferte die Haushaltsexpertin scharfe Kritik an der Prozessstrategie des Gesundheitsressorts: Dass diese Summen \u201eausgerechnet jetzt, in finanziell schwierigen Zeiten, auflaufen, liegt mutma\u00dflich daran, dass das Ministerium die Abwicklung jahrelang verz\u00f6gert hat in der Hoffnung, dass der politische Schaden kleiner wird. Das Gegenteil ist der Fall.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Das Gesundheitsministerium hat zahlreiche Prozesse gegen Maskenh\u00e4ndler verloren. Um Zwangsvollstreckungen abzuwenden, musste es hohe Sicherheitsleistungen hinterlegen. 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