{"id":13540,"date":"2026-07-14T20:13:10","date_gmt":"2026-07-14T18:13:10","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/250-us-dollar-pro-barrel-wie-waers-gleich-mit-krieg-ums-erdoel\/"},"modified":"2026-07-14T20:13:10","modified_gmt":"2026-07-14T18:13:10","slug":"250-us-dollar-pro-barrel-wie-waers-gleich-mit-krieg-ums-erdoel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/250-us-dollar-pro-barrel-wie-waers-gleich-mit-krieg-ums-erdoel\/","title":{"rendered":"250 US-Dollar pro Barrel \u2013 wie w\u00e4r&#8217;s gleich mit Krieg ums Erd\u00f6l?"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Dmitri Lekuch<\/em><\/p>\n<p>Wie die US-Nachrichtenagentur\u00a0<em>Bloomberg<\/em> (deren Abneigung gegen Trump ziemlich \u200b\u200baufrichtig ist \u2013 und zwar ungef\u00e4hr genauso \u200b\u200baufrichtig wie gegen Russlands F\u00fchrung) mit nur sehr ged\u00e4mpfter Schadenfreude ausf\u00fchrt, hat Iran den Vorschlag des US-Pr\u00e4sidenten zur\u00fcckgewiesen, Friedensgespr\u00e4che ohne Waffenstillstand fortzusetzen. Teheran erkl\u00e4rte, dass die USA zun\u00e4chst die Bedingungen der Islamischen Republik f\u00fcr die L\u00f6sung der Transitfragen durch die Stra\u00dfe von Hormus erf\u00fcllen m\u00fcssen. Und jegliche Absicht, diese Logistikader zu \u00f6ffnen, nur um Verhandlungen mit &#8222;Gro\u00dfamerika&#8220; aufzunehmen, haben die Perser wirklich nicht: Ja, Iran braucht Frieden, aber nicht um jeden Preis. Und dies schafft, wie Experten mit einem Faible f\u00fcr verbale Spielereien sagen, nat\u00fcrlich eine weitere &#8222;Situation der Unbestimmtheit&#8220; f\u00fcr die Weltenergiem\u00e4rkte.<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7ah88i\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<p>Nun wollen wir verdeutlichen, warum. Auch wenn die neue Eskalationsrunde nur eine Woche andauert und Iran aus reiner N\u00e4chstenliebe auf neue Angriffe auf die Infrastruktur von L\u00e4ndern verzichtet, die er als Verb\u00fcndete der USA in der Golfregion betrachtet, wird der Verhandlungsprozess jedenfalls technisch gesehen auf seinen Anfang zur\u00fcckgeworfen \u2013 sprich, mindestens um einige Monate.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir bez\u00fcglich dieser Lage im Rahmen dieses Textes nicht gewillt sind, auch noch milit\u00e4rdiplomatische Prozesse zu analysieren, da diese mitunter so unbest\u00e4ndig und pl\u00f6tzlich sein k\u00f6nnen wie die Launen des US-Pr\u00e4sidenten \u2013 ist demgegen\u00fcber die Realwirtschaft weitaus objektiver und tr\u00e4ger, und einige Dinge lassen sich im Voraus berechnen. Kurz und ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Die vergangene Woche von der objektiv westlich orientierten Internationalen Energie-Agentur (IEA) ver\u00f6ffentlichten Zahlen zeigen, dass die Staaten des Erd\u00f6lproduzenten-Kartells OPEC+\u00a0die Marktnachfrage derzeit um etwa 7,5 Millionen Barrel pro Tag (bpd) unterbieten: Dies entspricht der Differenz zwischen den F\u00f6rderungsquoten der OPEC+ und den tats\u00e4chlichen F\u00f6rdermengen.<\/p>\n<p>Von diesen 7,5 Millionen bpd bilden etwa 2,5 bis 2,6 Millionen bpd das wachsende Defizit mit (was unter anderem zu h\u00f6heren Preisen f\u00fchrt), w\u00e4hrend weitere etwa 5 Millionen bpd aufgrund eines gemeinsamen G7-Beschlusses durch kommerzielle Lagerbest\u00e4nde und strategische Reserven, vorwiegend der USA, gedeckt werden.<\/p>\n<p>Besagte Reserven aber werden offiziellen Daten der US-Statistik\u00e4mter zufolge bald ihren Tiefpunkt erreichen. Inzwischen gibt es Daten, dass etwa ein Viertel der verbleibenden Reserven entweder technologisch unzug\u00e4nglich oder, wie wir in der Sowjetunion fr\u00fcher sagten, bereits &#8222;erschlossen&#8220; sind. Diese Feinheiten der dortigen Gesch\u00e4ftswelt interessieren uns zwar nicht \u2013 aber diese 25 Prozent der strategischen Reserven stehen dem Weltmarkt nicht mehr zur Verf\u00fcgung. Und wenn es so weitergeht, muss die &#8222;unbegrenzte Freigabe der Ware aus den Lagern&#8220; bis zum Herbst schrittweise eingestellt werden.<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n                                                <iframe title=\"Westliche Solidarit\u00e4t wie sie leibt und lebt \u2013 auch im Energiebereich\" height=\"150\" width=\"100%\" style=\"border: none;\" scrolling=\"no\" data-name=\"pb-iframe-player\" src=\"https:\/\/www.podbean.com\/player-v2\/?i=73m53-1a3a2c0-pb&amp;from=pb6admin&amp;share=1&amp;download=1&amp;rtl=0&amp;fonts=Arial&amp;skin=f6f6f6&amp;font-color=&amp;logo_link=episode_page&amp;btn-skin=7\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe>\n                    <\/div>\n<\/p><\/div>\n<p>Und jetzt aufgepasst: Der Gro\u00dfteil der Reserven flie\u00dft zweifellos auf den US-Binnenmarkt \u2013 einfach, weil US-F\u00f6rderunternehmen, ganz im Einklang mit der Politik der aktuellen Regierung, dort derzeit eine &#8222;erfolgreiche Expansion&#8220; betreiben und damit Geld verdienen. Sobald Trump jedoch gezwungen ist, die Freigabe der Reserven vom aktuellen Tempo herunterzufahren, ist dann auch die gegenw\u00e4rtige Idylle vorbei: Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps. Wenn aber das derzeitige t\u00e4gliche (!) Defizit auf den globalen M\u00e4rkten nicht einmal um f\u00fcnf Millionen Barrel, sondern nur um zwei Millionen Barrel steigt, l\u00e4sst sich der Ausblick f\u00fcr diese M\u00e4rkte recht einfach vorhersagen.<\/p>\n<p><strong>Und ein \u00d6lpreis von 250 US-Dollar pro Barrel w\u00e4re bei Weitem nicht die schlimmste Folge.<\/strong><\/p>\n<p>Weitaus be\u00e4ngstigender ist der dann zu erwartende akute physische Mangel an Energieressourcen \u2013 im Vergleich dazu wirken selbst die bisherigen Massenentlassungen bei Volkswagen wie reinste Kinderspielchen. Und all das k\u00f6nnte, mit Verlaub, nicht etwa in einer hypothetischen, erst fernen Zukunft eintreten, sondern in allern\u00e4chster Zukunft \u2013 m\u00f6glicherweise schon im Herbst oder Winter.<\/p>\n<p>Darauf sollten sich alle vorbereiten \u2013 Russland eingeschlossen, obwohl wir praktisch keinen Handel mit der Eurozone betreiben, die in dieser Hinsicht am anf\u00e4lligsten ist, und obwohl wir ein \u00d6lf\u00f6rderland sind. Nur ein Beispiel: Russland steigerte die F\u00f6rderung im letzten Monat lediglich um 120.000 Barrel pro Tag, w\u00e4hrend seine Exporte um 620.000 Barrel pro Tag zunahmen. Leider respektiert das gegenw\u00e4rtige System des globalen Kapitalismus nur sehr widerwillig jegliche Grenzen \u2013 daher wird es auch hier kaum funktionieren, die Sache (um zum Fangspiel zur\u00fcckzukehren) in der &#8222;Rulle&#8220; auszusitzen.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt deshalb, weil die &#8222;zivilisierte westliche Welt&#8220; historisch gesehen nur einen Ausweg aus solchen katastrophalen Krisen kannte.<\/p>\n<p><strong>Und dieser Ausweg hei\u00dft Krieg.<\/strong><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem\u00a0<\/em><em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/russian.rt.com\/opinion\/1656179-lekuh-ssha-iran-energetika-rynok\">Russischen<\/a><\/em><em>.<\/em><\/p>\n<p><em>Dmitri Lekuch ist ein russischer Unternehmer (Werbeindustrie), Prosaautor, Publizist und Journalist sowie politischer Beobachter bei RIA Nowosti. Er erforscht zudem das Ph\u00e4nomen der osteurop\u00e4ischen Fu\u00dfballfan- und Hooliganbewegungen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013 <a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/282674-erweiterung-von-irini-wie-die-eu-einen-krieg-im-mittelmeer-beginnt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8222;Erweiterung&#8220; von IRINI: Wie die EU einen Krieg im Mittelmeer beginnt<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n                                                <iframe title=\"High-Tech-Neofeudalismus und Russlands Position im Energie-Wettr\u00fcsten\" height=\"150\" width=\"100%\" style=\"border: none;\" scrolling=\"no\" data-name=\"pb-iframe-player\" src=\"https:\/\/www.podbean.com\/player-v2\/?i=c264k-1a6a712-pb&amp;from=pb6admin&amp;share=1&amp;download=1&amp;rtl=0&amp;fonts=Arial&amp;skin=f6f6f6&amp;font-color=&amp;logo_link=episode_page&amp;btn-skin=7\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe>\n                    <\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Dmitri Lekuch Wie die US-Nachrichtenagentur\u00a0Bloomberg (deren Abneigung gegen Trump ziemlich \u200b\u200baufrichtig ist \u2013 und zwar ungef\u00e4hr genauso \u200b\u200baufrichtig wie gegen Russlands F\u00fchrung) mit nur sehr ged\u00e4mpfter Schadenfreude ausf\u00fchrt, hat Iran den Vorschlag des US-Pr\u00e4sidenten zur\u00fcckgewiesen, Friedensgespr\u00e4che ohne Waffenstillstand fortzusetzen. 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