{"id":13592,"date":"2026-07-15T10:03:42","date_gmt":"2026-07-15T08:03:42","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/uncategorized\/sie-wussten-was-passieren-wird-die-blockade-von-hormus-war-seit-jahrzehnten-teil-von-us-kriegsszenarien\/"},"modified":"2026-07-15T10:03:42","modified_gmt":"2026-07-15T08:03:42","slug":"sie-wussten-was-passieren-wird-die-blockade-von-hormus-war-seit-jahrzehnten-teil-von-us-kriegsszenarien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/uncategorized\/sie-wussten-was-passieren-wird-die-blockade-von-hormus-war-seit-jahrzehnten-teil-von-us-kriegsszenarien\/","title":{"rendered":"Sie wussten, was passieren wird: Die Blockade von Hormus war seit Jahrzehnten Teil von US-Kriegsszenarien"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die Vereinigten Staaten den Iran milit\u00e4risch angriffen, konnte niemand in Washington ernsthaft \u00fcberrascht gewesen sein, dass Teheran die Stra\u00dfe von Hormus und die regionalen Energierouten als Gegenwaffe einsetzt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gefahr war kein Geheimnis. Sie wurde nicht erst von Kommentatoren nach Beginn des Krieges entdeckt. US-amerikanische Milit\u00e4rhochschulen, Regierungsbeh\u00f6rden, Marinefachzeitschriften und Forschungsinstitute hatten dieses Szenario \u00fcber Jahrzehnte hinweg untersucht: Ein Krieg gegen Iran k\u00f6nnte Angriffe auf Tanker, Verminung von Seewegen, Attacken auf \u00d6lanlagen, steigende Versicherungspr\u00e4mien und eine teilweise oder vollst\u00e4ndige Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Stra\u00dfe von Hormus ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer einen solchen Krieg plant, plant deshalb zwangsl\u00e4ufig auch Hormus mit ein.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Keine \u00dcberraschung, sondern ein bekanntes Kriegsszenario<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stra\u00dfe von Hormus ist eine der bedeutendsten Energierouten der Welt. Eine schwere St\u00f6rung des Verkehrs trifft nicht nur Iran oder die USA, sondern auch die Golfstaaten, Asien und Europa. Schon die Gefahr von Angriffen kann Reedereien, Versicherungen und Besatzungen dazu bewegen, das Gebiet zu meiden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei muss Iran die Meerenge nicht einmal dauerhaft und vollst\u00e4ndig versperren. Es gen\u00fcgt m\u00f6glicherweise, einzelne Tanker zu besch\u00e4digen, Minen auszulegen, Schiffe zu bedrohen oder die Versicherungsrisiken drastisch zu erh\u00f6hen. Genau diese Strategie wurde in amerikanischen Analysen seit Langem beschrieben.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits eine Ver\u00f6ffentlichung der US-amerikanischen National Defense University aus dem Jahr 1995 warnte vor Irans langfristigem Bestreben, die Stra\u00dfe von Hormus zu kontrollieren. Genannt wurden damals unter anderem Raketen, Artillerie, Minen und Schnellboote in der N\u00e4he der strategischen Engstelle. (<a href=\"https:\/\/ndupress.ndu.edu\/portals\/68\/Documents\/jfq\/jfq-9.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">NDU Press<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende der 1990er-Jahre hielt das Fachjournal <em>Joint Force Quarterly<\/em> fest, Iran behaupte, die Stra\u00dfe von Hormus im Fall einer Bedrohung schlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Auch Angriffe auf die Schifffahrt als Reaktion auf amerikanischen wirtschaftlichen Druck wurden in milit\u00e4rischen Texten diskutiert. (<a href=\"https:\/\/ndupress.ndu.edu\/portals\/68\/Documents\/jfq\/jfq-23.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">NDU Press<\/a>)<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">US-Planspiele untersuchten die iranische Sperre detailliert<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine RAND-Studie aus dem Jahr 2004 dokumentierte sogar konkrete Planspiele und Berechnungen zu einer iranischen Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Untersuchung behandelte ein Szenario, in dem Iran mit Raketen, Seeminen und anderen sogenannten Anti-Access-Mitteln den Zugang zum Persischen Golf erschwert. Die Autoren analysierten, wie eine Schlie\u00dfung von Hormus amerikanische Milit\u00e4roperationen, Truppentransporte und die Versorgung der Region beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnte. Das Szenario war bereits 2002 entwickelt worden. (<a href=\"https:\/\/www.rand.org\/content\/dam\/rand\/pubs\/monographs\/2004\/RAND_MG112.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">rand.org<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet: Mehr als zwei Jahrzehnte vor der heutigen Eskalation wurde innerhalb der amerikanischen Sicherheits- und Milit\u00e4rplanung bereits durchgerechnet, wie Iran Hormus blockieren und welche Folgen dies f\u00fcr die USA und ihre Verb\u00fcndeten haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Army War College warnte vor der Reaktion auf einen Angriff<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Ver\u00f6ffentlichung des US Army War College von 2005 stellte ausdr\u00fccklich fest, Iran k\u00f6nne auf einen offenen milit\u00e4rischen Angriff mit Gegenschl\u00e4gen reagieren. In derselben Studie wurde behandelt, wie sich die iranische Motivation zur Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus reduzieren lie\u00dfe. (<a href=\"https:\/\/press.armywarcollege.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=1726&amp;context=monographs&amp;utm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">press.armywarcollege.edu<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch deutlicher wurde das Army War College 2014. In einer Studie \u00fcber die Zusammenarbeit der USA mit den Golfstaaten hie\u00df es, Iran habe mehrfach damit gedroht, die Stra\u00dfe von Hormus zu schlie\u00dfen, falls weitere Sanktionen verh\u00e4ngt w\u00fcrden <strong>oder das Land milit\u00e4risch angegriffen werde<\/strong>. (<a href=\"https:\/\/press.armywarcollege.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=1479&amp;context=monographs&amp;utm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">press.armywarcollege.edu<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit war der Zusammenhang offiziell beschrieben:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Milit\u00e4rischer Angriff auf Iran \u2013 m\u00f6gliche iranische Reaktion gegen Hormus.<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es handelt sich also nicht um eine nachtr\u00e4gliche Erkl\u00e4rung. Dieses Szenario lag seit Jahren offen auf dem Tisch.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die US-Regierung berechnete bereits 2006 die wirtschaftlichen Folgen<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die wirtschaftlichen Folgen waren bekannt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der US-Rechnungshof GAO untersuchte 2006 ein Katastrophenszenario, bei dem die Stra\u00dfe von Hormus f\u00fcr drei Monate geschlossen wird. Dabei ging die Beh\u00f6rde davon aus, dass im ersten Monat bis zu 17 Millionen Barrel \u00d6l pro Tag ausfallen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das GAO kam zu dem Ergebnis, dass selbst die strategischen \u00d6lreserven der USA und anderer Industriestaaten nicht ausreichen w\u00fcrden, um einen derart gro\u00dfen Ausfall vollst\u00e4ndig auszugleichen. (<a href=\"https:\/\/www.gao.gov\/assets\/a251210.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">GAO<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die m\u00f6glichen Konsequenzen waren damit lange vor dem heutigen Krieg bekannt:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>\u00d6l- und Gaspreise k\u00f6nnten massiv steigen.<\/li>\n<li>Transport- und Versicherungskosten w\u00fcrden zunehmen.<\/li>\n<li>Lieferketten k\u00f6nnten unterbrochen werden.<\/li>\n<li>Importabh\u00e4ngige Staaten w\u00fcrden besonders stark getroffen.<\/li>\n<li>B\u00fcrger und Unternehmen m\u00fcssten die h\u00f6heren Kosten tragen.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wirtschaftliche Ersch\u00fctterung war kein unvorhersehbarer Nebeneffekt. Sie war Teil offizieller amerikanischer Berechnungen.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">RAND beschrieb Hormus als Irans wirkungsvollste Waffe<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2012 ver\u00f6ffentlichte RAND eine Analyse unter dem Titel <strong>\u201eWill Iran Close the Strait of Hormuz?\u201c<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darin wurde die Blockade der Meerenge als zentraler Bestandteil der iranischen asymmetrischen Milit\u00e4rstrategie bezeichnet. Eine Sperrung k\u00f6nne weitreichende Folgen f\u00fcr die regionale Sicherheit und die globalen \u00d6lm\u00e4rkte haben und m\u00f6glicherweise Irans wirksamstes Druckmittel darstellen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Analyse verwies auf Schnellboote, K\u00fcstenraketen und Seeminen. Selbst wenn Iran die Meerenge nicht dauerhaft halten k\u00f6nne, k\u00f6nnten Minen und Angriffe den Schiffsverkehr verlangsamen oder zeitweilig stoppen. Au\u00dferdem habe Teheran signalisiert, im Fall eines Angriffs auch gegen amerikanische Streitkr\u00e4fte im Persischen Golf vorzugehen. (<a href=\"https:\/\/www.rand.org\/pubs\/commentary\/2012\/10\/will-iran-close-the-strait-of-hormuz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">rand.org<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere RAND-Studie aus demselben Jahr beschrieb die iranische Doktrin noch direkter: Irans Raketen- und Seestreitkr\u00e4fte k\u00f6nnten eingesetzt werden, um auf die USA oder deren regionale Verb\u00fcndete zu reagieren und den Schiffsverkehr im Persischen Golf zu st\u00f6ren. Ziel k\u00f6nne sein, Washington zu einem Ende des Konflikts zu f\u00fcr Iran g\u00fcnstigeren Bedingungen zu zwingen. (<a href=\"https:\/\/www.rand.org\/content\/dam\/rand\/pubs\/occasional_papers\/2012\/RAND_OP351.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">rand.org<\/a>)<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Selbst das Mittel war bekannt: Minen, Raketen und kleine Boote<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war auch bekannt, wie Iran vorgehen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine RAND-Analyse \u00fcber die Rolle des US-Heeres bei der \u00dcberwindung gegnerischer Zugangssperren beschrieb ein iranisches Hormus-Szenario mit:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Seeminen,<\/li>\n<li>K\u00fcstenraketen,<\/li>\n<li>Artillerie,<\/li>\n<li>schnellen Angriffsbooten,<\/li>\n<li>Flugzeugen und Drohnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die amerikanischen Streitkr\u00e4fte w\u00fcrden laut dieser Planung versuchen, diese Systeme mit Luft- und Pr\u00e4zisionsangriffen zu zerst\u00f6ren. (<a href=\"https:\/\/www.rand.org\/content\/dam\/rand\/pubs\/research_reports\/RR200\/RR229\/RAND_RR229.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">rand.org<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine RAND-Studie von 2017 ging noch weiter und behandelte amerikanische Angriffe auf iranische Einrichtungen, die zur Schlie\u00dfung der Meerenge eingesetzt werden k\u00f6nnten \u2013 teilweise sogar, bevor Iran die Sperre vollst\u00e4ndig umsetzt. (<a href=\"https:\/\/www.rand.org\/content\/dam\/rand\/pubs\/research_reports\/RR1300\/RR1359z1\/RAND_RR1359z1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">rand.org<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2019 ver\u00f6ffentlichte RAND erneut ein konkretes milit\u00e4risches Szenario: W\u00e4hrend einer politischen Krise greift Iran Handelsschiffe an und versucht, den Verkehr durch Hormus zu unterbrechen. Die Studie untersuchte anschlie\u00dfend die notwendige milit\u00e4rische Reaktion der USA. (<a href=\"https:\/\/www.rand.org\/content\/dam\/rand\/pubs\/research_reports\/RR2100\/RR2124\/RAND_RR2124.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">rand.org<\/a>)<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auch die Reaktion auf wirtschaftliche Erdrosselung war bekannt<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die National Defense University beschrieb 2021 eine langj\u00e4hrige iranische rote Linie: Wenn Iran kein \u00d6l exportieren k\u00f6nne, sollten nach iranischer Logik auch andere Golfstaaten ihr \u00d6l nicht ungest\u00f6rt ausf\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie erinnerte daran, dass Teheran 2012 mit der Schlie\u00dfung von Hormus gedroht hatte. Als Washington 2019 versuchte, Irans \u00d6lexporte auf null zu dr\u00fccken, reagierte Iran laut der Analyse mit Angriffen auf \u00d6ltransporte und Energieinfrastruktur im Golf. (<a href=\"https:\/\/ndupress.ndu.edu\/Media\/News\/News-Article-View\/Article\/2541911\/irans-gray-zone-strategy-cornerstone-of-its-asymmetric-way-of-war\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">NDU Press<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die \u00f6konomische Logik war seit dem Iran-Irak-Krieg bekannt: Iran m\u00fcsse Hormus nicht dauerhaft schlie\u00dfen. Schon Minen, Drohungen und vereinzelte Angriffe k\u00f6nnten Versicherungspr\u00e4mien erh\u00f6hen, Tanker abschrecken und den \u00d6lpreis nach oben treiben.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die entscheidende Frage: Was wurde der \u00d6ffentlichkeit gesagt?<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus diesen Dokumenten l\u00e4sst sich nicht beweisen, dass Washington eine Schlie\u00dfung von Hormus <strong>beabsichtigte<\/strong>. Ebenso wenig beweisen sie, dass jeder einzelne Entscheidungstr\u00e4ger den exakten Verlauf des Krieges vorhersah.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie beweisen jedoch etwas anderes:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Trump-Regierung und das US-Milit\u00e4r konnten die iranische Reaktion nicht ernsthaft als unerwartet betrachten.<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Pentagon verf\u00fcgte \u00fcber jahrzehntelange Analysen, Planspiele und Berechnungen. Es war bekannt, dass ein Angriff auf Iran:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Stra\u00dfe von Hormus gef\u00e4hrden,<\/li>\n<li>US-St\u00fctzpunkte und Verb\u00fcndete in der Region zum Ziel machen,<\/li>\n<li>Tanker und \u00d6lanlagen bedrohen,<\/li>\n<li>die Energieversorgung beeintr\u00e4chtigen,<\/li>\n<li>\u00d6lpreise und Transportkosten erh\u00f6hen,<\/li>\n<li>und einen regionalen Krieg ausl\u00f6sen k\u00f6nnte.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wurde der \u00d6ffentlichkeit vor Beginn der Angriffe dennoch der Eindruck vermittelt, der Krieg k\u00f6nne begrenzt, kontrolliert und ohne schwerwiegende Folgen f\u00fcr die Weltwirtschaft gef\u00fchrt werden, dann war diese Darstellung mindestens grob irref\u00fchrend.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn die eigenen amerikanischen Dokumente sagten seit Jahrzehnten etwas anderes.<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sie gingen das bekannte Risiko bewusst ein<\/h2>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der eigentliche Skandal besteht daher nicht darin, dass Iran auf den Angriff reagiert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Skandal besteht darin, dass Washington einen Krieg begann, obwohl seine eigenen Milit\u00e4rstrategen seit Jahrzehnten genau vor dieser Reaktion gewarnt hatten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die politischen Entscheidungstr\u00e4ger wussten, dass Hormus Irans st\u00e4rkster wirtschaftlicher Hebel ist. Sie wussten, dass Iran den milit\u00e4risch \u00fcberlegenen USA nicht mit einer klassischen Luftwaffe entgegentreten muss. Teheran konnte stattdessen die Schwachstelle des gesamten westlichen und asiatischen Wirtschaftssystems angreifen: die Energie- und Handelswege.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte Washington nun so tun, als sei die daraus entstandene Energiekrise allein das Werk eines irrationalen Iran, wird die Vorgeschichte ausgeblendet.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Iran traf die Entscheidung, Schiffe und Energierouten anzugreifen. Doch die USA trafen zuvor die Entscheidung, einen Krieg zu beginnen, obwohl genau diese Gegenreaktion seit Jahrzehnten in ihren eigenen Studien beschrieben worden war.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sie wussten, was auf dem Spiel stand. Sie kannten die Szenarien. Und sie nahmen die Folgen f\u00fcr Energieversorgung, Weltwirtschaft und Bev\u00f6lkerung dennoch in Kauf.<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>War es alles gewollt?<\/strong><\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als die Vereinigten Staaten den Iran milit\u00e4risch angriffen, konnte niemand in Washington ernsthaft \u00fcberrascht gewesen sein, dass Teheran die Stra\u00dfe von Hormus und die regionalen Energierouten als Gegenwaffe einsetzt. Die Gefahr war kein Geheimnis. Sie wurde nicht erst von Kommentatoren nach Beginn des Krieges entdeckt. 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