{"id":13729,"date":"2026-07-16T07:03:03","date_gmt":"2026-07-16T05:03:03","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/us-wegelagerei-oder-die-spaetfolgen-new-yorker-baumafia\/"},"modified":"2026-07-16T07:03:03","modified_gmt":"2026-07-16T05:03:03","slug":"us-wegelagerei-oder-die-spaetfolgen-new-yorker-baumafia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/us-wegelagerei-oder-die-spaetfolgen-new-yorker-baumafia\/","title":{"rendered":"US-Wegelagerei oder die Sp\u00e4tfolgen New Yorker Baumafia"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Magistrate, wie bekannt,<\/em><\/p>\n<p><em>gab es nicht im Ritterland.<\/em><\/p>\n<p><em>Wollte einer etwas hab&#8217;n,<\/em><\/p>\n<p><em>lauert&#8216; er im Stra\u00df&#8217;ngrab&#8217;n.<\/em><\/p>\n<p>(&#8222;Die alten Rittersleut&#8220;, alter M\u00fcnchner Faschingsschlager)<\/p>\n<p><em>Von Dagmar Henn<\/em><\/p>\n<p>Wirklich, Iran ist die billigere L\u00f6sung. Ein Dollar pro Fass \u00d6l, das waren gerade mal 1,4 Prozent des Warenwerts, nicht 20, wie es jetzt US-Pr\u00e4sident Donald Trump will. Dem irgendwer gesagt haben muss, dass dieser Krieg gegen Iran nicht gerade billig ist, und jetzt versucht, die Finanzierung von allen einzutreiben, die bisher schon darunter leiden mussten.<\/p>\n<p>Wobei es nat\u00fcrlich spannend werden wird, zuzuschauen, wie all die gro\u00dfm\u00e4uligen Europ\u00e4er, die eben noch auf kostenloser Durchfahrt durch die Stra\u00dfe von Hormus bestanden, solange Iran die besagten 1,4 Prozent verlangte, jetzt eifrig ihre Zunge verschlucken werden, um sich dann den 20 von Donald Trump angek\u00fcndigten Prozent zu unterwerfen. Aber sicher doch, Herr, gerne doch, Herr.<\/p>\n<p>Eigentlich liegt es ja l\u00e4ngst auf der Hand, wer hier gerade dabei ist, selbst die einfachsten Regeln des internationalen Handels zu zerst\u00f6ren und die Welt mindestens in die Mitte des 19. Jahrhunderts zur\u00fcckzukatapultieren. Die Briten hatten einst \u00e4hnliche Gewohnheiten; aber bestimmt wird noch immer der eine oder andere Trick gefunden, warum es v\u00f6llig in Ordnung geht, wenn jetzt die USA in einer Weltgegend, in der sie nicht zu Hause sind, Geld verlangen, damit Waren an ihren Kriegsschiffen vorbeitransportiert werden d\u00fcrfen. Was kommt als N\u00e4chstes?<\/p>\n<p>Die asiatischen L\u00e4nder d\u00fcrften damit nicht gl\u00fccklich sein; \u00fcbrigens alle nicht, selbst jene, die sonst bereitwillig alle m\u00f6glichen US-Pl\u00e4ne mittragen \u2013 denn das n\u00e4chste Ziel w\u00e4re dann vermutlich die Stra\u00dfe von Malakka. Und die 20 Prozent Zoll treffen (neben den Golfstaaten, die begeistert h\u00f6ren werden, dass alle Importwaren 20 Prozent teurer werden sollen) vor allem Asien. \u00dcbrigens, dank Helium, auch die Chipproduktion in Taiwan. Und letzten Endes alle Lebensmittel, denn auch der Kunstd\u00fcnger, der aus den Golfstaaten exportiert wird, w\u00fcrde dann 20 Prozent teurer. Alles zum Wohle des US-Staatshaushalts.<\/p>\n<p>Ziehen dann die Briten die selbe Karte bei Gibraltar und mithilfe der Falklands an der Spitze von S\u00fcdamerika? Und womit wird China dann kontern? Im Grunde w\u00e4re es im weltweiten Interesse, diese Truppe von Schutzgelderpressern in die Schranken zu weisen: Der Spielraum, in dem sich Trump bewegt, ist definiert durch die Bem\u00fchungen anderer, einem gro\u00dfen Konflikt auszuweichen, was im Kern eine absurde Situation erzeugt \u2013 f\u00fcr die versammelten US-Schiffe vor der Stra\u00dfe von Hormus d\u00fcrften zwei, drei taktische Atomraketen gen\u00fcgen.<\/p>\n<p>Das ist exakt der Raum, in dem sich die ordin\u00e4ren Schutzgelderpresser auch bewegen, der nicht deshalb existiert, weil es nicht m\u00f6glich w\u00e4re, sie aufzuhalten, sondern weil der Preis daf\u00fcr h\u00f6her scheint als der Preis, ihr Treiben hinzunehmen. Wobei man ehrlich sagen muss, dass die globalen Kosten, die es verursachen w\u00fcrde, Trump diesen Schachzug durchgehen zu lassen, so hoch sind, dass eigentlich die grundlegenden Berechnungen neu angestellt werden m\u00fcssten. Denn was w\u00e4ren die menschlichen Folgen einer globalen Wirtschaftskrise, wie sie dadurch ausgel\u00f6st werden k\u00f6nnte? Wieviele Leben kosten allein die 20 Prozent h\u00f6heren D\u00fcngerpreise? Nein, nicht in Europa. Aber es gibt Weltregionen, die da deutlich gef\u00e4hrdeter sind.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend tut einem jeder leid, der jemals in New York in Bauprojekte verwickelt war. Wenn das, was Donald Trump hier der Welt vorf\u00fchrt, auch nur ansatzweise repr\u00e4sentativ daf\u00fcr ist, wie es in diesem Bereich zugeht, dann sind alle Mafiafilme vom Paten bis zu den Sopranos nur zaghafte Andeutungen. Dann ist ein erfolgreicher Bauherr einfach nur ein erfolgreicher Erpresser. Das passt zu den eigenartigen Projekten wie jenem, das Trumps Schwiegersohn in Albanien verfolgt. Und wom\u00f6glich war die Zuschreibung all dieses Verhaltens an die Italoamerikaner, wie es die Mafiafilme erfolgreich getan haben, vor allem eine erfolgreiche Ablenkung vom Gesch\u00e4ft der Kosher Nostra \u2026<\/p>\n<p>Das mit Raub und Wegelagerei, das wirkt sich \u00fcbrigens auch bis nach Deutschland aus: Die Raffinerie in Schwedt soll jetzt, so die <em>Berliner Zeitung<\/em>, \u00fcber Polen &#8222;s\u00fcdamerikanisches Roh\u00f6l&#8220; geliefert bekommen. Nachdem das russische \u00d6l eher schwer und sauer ist, \u00fcbersetzt sich das mit hoher Wahrscheinlichkeit in \u2013 venezolanisches \u00d6l. Das derzeit von den Vereinigten Staaten gestohlen wird, da der Erl\u00f6s nicht in die Verf\u00fcgung der venezolanischen, sondern der US-Regierung gelangen d\u00fcrfte. Ob das ein legales Gesch\u00e4ft ist, ist eine interessante Frage. Vor zehn Jahren h\u00e4tte man das noch klar und deutlich verneint. Damals \u00fcberlie\u00dfen die US-Amerikaner den Diebstahl syrischen \u00d6ls noch den Kurden. Aber mittlerweile scheint es gar keine Gedanken mehr zu geben, die \u00fcber den Gewinn des Moments hinausreichen. Wobei es besonders zynisch ist, die ehemals f\u00fcr die DDR gebaute Raffinerie jetzt mit venezolanischem \u00d6l zu betreiben, das unter normalen Bedingungen wom\u00f6glich nach Kuba ginge \u2026<\/p>\n<p>Wom\u00f6glich war es ein Fehler, die US-Blockade vor Venezuela nicht zu attackieren. Die Folgen werden von Runde zu Runde massiver, und die Unsicherheit in der globalen Energieversorgung, die diese US-Man\u00f6ver erzeugen, w\u00e4re selbst dann noch lange sp\u00fcrbar, wenn sich morgen alles normalisierte. In den vergangenen Wochen schien es Trump eher um vor\u00fcbergehende Manipulationen des \u00d6lpreises zu gehen, Runde um Runde Insiderhandel; aber diese Erkl\u00e4rung Trumps ist ein echtes und massives Problem. Auf das eigentlich die ber\u00fcchtigte &#8222;Weltgemeinschaft&#8220;, so es sie denn g\u00e4be, einhellig reagieren m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Was nicht geschehen wird. Bundeskanzler Merz oder Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen werden sicher, Sommerpause hin, Sommerpause her, zeitig ihren Kotau absolvieren und den Deutschen und den Europ\u00e4ern ihren Anteil an der Schutzgeldzahlung verpassen. Wo k\u00e4me man denn hin, wenn man etwas wie R\u00fcckgrat zeigte oder gar auf solche Dinge wie Vertr\u00e4ge zum Welthandel verwiese \u2026 Am Boden ist es dank Klimawandel sowieso angenehmer als da oben in der Luft beim aufrechten Gang, da macht eine Runde Kriechen extra auch nichts. Man selber kann sich daf\u00fcr ja bei den R\u00fcckfl\u00fcssen aus dem Ukraine-Krieg schadlos halten. Bluten muss immer nur der P\u00f6bel.<\/p>\n<p>Da fehlte zur Abrundung eigentlich nur noch, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius jetzt eifrigst Schiffe der Bundesmarine in den Persischen Golf schickt, um der US-Marine zu helfen. Selbstverst\u00e4ndlich ohne Bezahlung.<\/p>\n<p>Mal sehen. Vielleicht gibt es \u00fcberraschenderweise noch den einen oder anderen Fiepser aus Westeuropa zu h\u00f6ren, wenn auch eher nicht aus Deutschland. Da ist man ja diesmal sogar bereit, die Mittelstreckenraketen, die einst von der gro\u00dfen Friedensbewegung der Achtziger als die Kriegsgefahr erh\u00f6hend abgelehnt wurden, nicht nur hinzunehmen, sondern auch noch zu bezahlen. Weil Steuergeld wohl insgesamt nicht mehr daf\u00fcr da ist, notwendige Dinge zu erledigen, wie die Infrastruktur funktionsf\u00e4hig zu halten oder die Bildung der Bev\u00f6lkerung zu gew\u00e4hrleisten, sondern nur noch ein Selbstbedienungsladen f\u00fcr R\u00fcstungskonzerne und Schutzgelderpresser ist.<\/p>\n<p>Ja, dumm gelaufen, dass sich so gro\u00dfe Teile des Welthandels seit der fr\u00fchen Neuzeit aufs Meer verlagert haben. Die Strecken, die einst die Fugger reich machten, die gro\u00dfen Handelsstra\u00dfen von Nord nach S\u00fcd wie von Ost nach West, laufen heute weitgehend an Deutschland vorbei. Die Chancen, selbst den Erpresser zu geben, sind seitdem gering. Aber vielleicht gehen nach dem heutigen Post selbst die geistig geforderten Transatlantiker in sich und \u00fcberlegen, wie weise es ist, ausgerechnet den gr\u00f6\u00dften aller Erpresser zum &#8222;W\u00e4chter der Stra\u00dfe von Hormus&#8220; werden zu lassen.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2014\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/kurzclips\/video\/285736-usa-nehmen-angriffe-auf-iran-wieder-auf\/\">USA nehmen Angriffe auf Iran wieder auf \u2013 Teheran reagiert mit Gegenschl\u00e4gen <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7ace9q\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Magistrate, wie bekannt, gab es nicht im Ritterland. 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