{"id":14011,"date":"2026-07-18T07:06:24","date_gmt":"2026-07-18T05:06:24","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/eni-chef-nach-verbot-russischer-lieferungen-drohen-europa-hohe-gaspreise\/"},"modified":"2026-07-18T07:06:24","modified_gmt":"2026-07-18T05:06:24","slug":"eni-chef-nach-verbot-russischer-lieferungen-drohen-europa-hohe-gaspreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/eni-chef-nach-verbot-russischer-lieferungen-drohen-europa-hohe-gaspreise\/","title":{"rendered":"Eni-Chef: Nach Verbot russischer Lieferungen drohen Europa hohe Gaspreise"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Der Chef des italienischen Energiekonzerns Eni warnte vor hohen Gaspreisen infolge der vollst\u00e4ndigen Einstellung der russischen Lieferungen. Claudio Descalzi erkl\u00e4rte bei einer Anh\u00f6rung im Ausschuss f\u00fcr Industrie und Produktion der italienischen Abgeordnetenkammer, dass Europa ab Januar des Jahres 2027, wenn das vollst\u00e4ndige Verbot russischer Gaslieferungen in Kraft tritt, Ersatz f\u00fcr rund 36 Milliarden Kubikmeter Gas finden m\u00fcsse. Descalzi erinnerte daran, dass Lieferungen von russischem Fl\u00fcssigerdgas (LNG) ab dem 1. Januar 2027 verboten sein werden, und betonte, dass Europa m\u00f6glicherweise \u00fcber geringere Gasvorr\u00e4te verf\u00fcgen werde als im Jahr zuvor. Er erkl\u00e4rte au\u00dferdem, dass die erneute Blockade der Stra\u00dfe von Hormus die globale Energielandschaft ver\u00e4ndere. Descalzi merkte an:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8222;<\/em><em>Aus energiepolitischer Sicht befinden wir uns in einer Situation, in der der Preis dieses Problem offensichtlich noch nicht widerspiegelt, da rund 400 Millionen Barrel aus den Reserven der OECD-L\u00e4nder auf den Markt gebracht wurden, was dazu beigetragen hat, die Preise in einer Spanne zwischen 90 und 100 <\/em><em>US-<\/em><em>Dollar pro Barrel zu halten. Doch die Lage \u00e4ndert sich sowohl f\u00fcr Europa als auch weltweit. Infolgedessen wird sich die Situation bei den Erdgasvorr\u00e4ten schlechter darstellen als im vergangenen Jahr \u2026 Wenn es im Januar k\u00e4lter wird, werden nicht nur keine Erdgaslieferungen aus Russland kommen, sondern auch die Vorr\u00e4te geringer sein.<\/em><em>&#8222;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Seinen Angaben zufolge h\u00e4ngen die Hauptprobleme mit der Knappheit an Erd\u00f6lprodukten zusammen, insbesondere an Dieselkraftstoff und Flugkerosin. Nach dem Wegfall des Zugangs zum russischen Markt stammten etwa 60 Prozent dieser Produkte aus dem Persischen Golf. Derzeit gleichen US-Raffinerien, die bei 95 Prozent ihrer Kapazit\u00e4t arbeiten, dieses Defizit aus.<\/p>\n<p>Dabei liegen die Gasvorr\u00e4te Italiens laut dem Eni-Chef in etwa auf dem Niveau des Vorjahres: Die unterirdischen Gasspeicher des Landes sind zu 71 bis 72 Prozent gef\u00fcllt. &#8222;Es gibt jedoch europ\u00e4ische L\u00e4nder, in denen der F\u00fcllstand deutlich niedriger ist. F\u00fcr Europa, das auf Gas angewiesen ist, gibt dies Anlass zur Sorge&#8220;, betonte Descalzi.<\/p>\n<p>Der Eni-Chef wies zudem darauf hin, dass die bisherige Versorgungskonstellation aus Russland und dem Nahen Osten vollst\u00e4ndig zusammengebrochen sei und in naher Zukunft kaum wieder das fr\u00fchere Niveau erreichen werde. Selbst nach der Wiederaufnahme der Lieferungen aus dem Persischen Golf werden die mit dieser Region verbundenen Risiken hoch bleiben, was sich auf die Kreditkosten, die Versicherungspr\u00e4mien und die Investitionen in der Branche auswirken wird.<\/p>\n<p>Zuvor hatten die Medien darauf hingewiesen, dass die Europ\u00e4ische Union offiziell einen Kurs auf den vollst\u00e4ndigen Verzicht auf russische Energieressourcen verfolgt, in der Praxis jedoch im ersten Halbjahr 2026 die Eink\u00e4ufe von russischem LNG auf Rekordwerte gesteigert hat. So importierten die EU-L\u00e4nder nach Angaben des Analyseunternehmens Kpler, auf die sich die <em>Financial Times<\/em> beruft, von Januar bis Juni 2026 9,89 Millionen Tonnen Fl\u00fcssiggas aus der Anlage &#8222;Jamal LNG&#8220; \u2013 das sind 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Ausgaben der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr diese Lieferungen k\u00f6nnten sich auf rund sechs Milliarden Euro belaufen haben. Spitzenreiter bei den Eink\u00e4ufen waren Frankreich (3,6 Millionen Tonnen), Belgien (2,9 Millionen Tonnen) und Spanien (2,7 Millionen Tonnen).<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;<\/strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/286040-ueber-650-us-dollar-pro\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00dcber 650 US-Dollar pro tausend Kubikmeter: Gaspreise an den EU-B\u00f6rsen explodieren<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n                                                <iframe title=\"Nord Stream: Die L\u00fcge, die zu gro\u00df ist, um zu scheitern\" height=\"150\" width=\"100%\" style=\"border: none;\" scrolling=\"no\" data-name=\"pb-iframe-player\" src=\"https:\/\/www.podbean.com\/player-v2\/?i=2zzfi-1b0870b-pb&amp;from=pb6admin&amp;share=1&amp;download=1&amp;rtl=0&amp;fonts=Arial&amp;skin=f6f6f6&amp;font-color=auto&amp;logo_link=episode_page&amp;btn-skin=7\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe>\n                    <\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Chef des italienischen Energiekonzerns Eni warnte vor hohen Gaspreisen infolge der vollst\u00e4ndigen Einstellung der russischen Lieferungen. 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