{"id":14012,"date":"2026-07-18T08:02:03","date_gmt":"2026-07-18T06:02:03","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/mahindra-ceo-indische-autos-sind-bereit-fuer-europa-37963804-html\/"},"modified":"2026-07-18T08:02:03","modified_gmt":"2026-07-18T06:02:03","slug":"mahindra-ceo-indische-autos-sind-bereit-fuer-europa-37963804-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/mahindra-ceo-indische-autos-sind-bereit-fuer-europa-37963804-html\/","title":{"rendered":"Interview: Mahindra-Chef: \u201eIndische Autos sind bereit f\u00fcr Europa\u201c"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Auf die Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen Indien und der EU freuen sich Unternehmen beider Seiten. Auch Anish Shah, CEO der Mahindra-Gruppe im Mumbai, sieht darin eine gro\u00dfe Chance.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p><strong>Capital: Europa freut sich \u00fcber die Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit Indien. Was erwartet man von dem Abkommen in Indien?<\/strong><br \/>ANISH SHAH: Das Abkommen ist gut ausbalanciert, ein Gewinn f\u00fcr beide Seiten. Indische Unternehmen werden dadurch mehr in Europa tun k\u00f6nnen, auch in Europa produzieren. Wir freuen uns darauf, unsere Pr\u00e4senz in Europa auszuweiten. Unsere Autos sind Weltklasse und kommen bei den Kunden extrem gut an. Wir m\u00f6chten diese Autos in Zukunft nach Europa bringen.<\/p>\n<p><strong>Europa war bisher kein besonders attraktiver Exportmarkt f\u00fcr indische Unternehmen, auch wegen der h\u00f6heren Anforderungen. K\u00f6nnen Sie mit europ\u00e4ischen Konzernen konkurrieren?<\/strong><br \/>Wir haben unseren Marktanteil in Indien in den letzten Jahren verdoppelt, obwohl auch hier eine sehr starke, internationale Konkurrenz herrscht. Fast alle globalen Autokonzerne produzieren inzwischen bei uns, dennoch konnten wir unsere Absatzzahlen vervierfachen. Wir sind heute der zweitgr\u00f6\u00dfte Autoproduzent in Indien. Wir werden uns weiter auf den indischen Markt konzentrieren, der immer noch gro\u00dfartige Wachstumschancen bietet. Bei der Qualit\u00e4t unserer Autos wollen wir k\u00fcnftig aber nicht nur den europ\u00e4ischen Markt ins Visier nehmen, sondern auch andere M\u00e4rkte weltweit.<\/p>\n<p><strong>Bei den elektrischen Fahrzeugen sind die Chinesen weltmarktf\u00fchrend. Was ist der Wettbewerbsvorteil von Mahindra gegen\u00fcber chinesischen E-Fahrzeugen?<\/strong><br \/>Wir k\u00f6nnen mit den chinesischen und auch mit den europ\u00e4ischen E-Fahrzeugen konkurrieren. Wir haben mehrere Preise f\u00fcr unsere Modelle gewonnen, sie schnitten hervorragend in verschiedenen Tests ab. Wir bieten modernste Technologie und gute Handhabung und erf\u00fcllen strengste Sicherheitsstandards. Unsere Devise war immer: Denk lokal und baue Autos f\u00fcr diesen Markt. Denn jeder Kunde hat unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse und Anforderungen \u2013 die Autofahrer in China haben andere als in Indien, und auch in Europa sind sie anders. Wir konnten die W\u00fcnsche der Kunden in Indien erf\u00fcllen, deswegen hatten wir Erfolg. So wollen wir auch in Europa vorgehen: Autos produzieren, die gezielt f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt entwickelt sind \u2013 Fahrzeuge, die den Geschmack der europ\u00e4ischen Kunden treffen und sich nach deren Bed\u00fcrfnissen richten. Auch preislich sind wir wettbewerbsf\u00e4hig.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Die Mahindra-Gruppe ist weltweit der gr\u00f6\u00dfte Produzent von Traktoren. Werden Sie nach der Ratifizierung des Freihandelsabkommens auch in dieser Sparte nach Europa expandieren?<\/strong><br \/>Wir pr\u00fcfen derzeit unsere Marktchancen in allen Gesch\u00e4ftssparten von Mahindra. Europa ist ein gro\u00dfer Markt. Ja, bei Landwirtschaftsger\u00e4ten sehen wir Wachstumschancen. Mit Mahindra Tech sind wir bereits in Europa vertreten \u2013 und wollen uns weiter verst\u00e4rken. Das Gleiche gilt f\u00fcr den Tourismus und das Gastgewerbe; wir wollen unsere bisherige Pr\u00e4senz in Skandinavien geografisch ausbauen.<\/p>\n<p><strong>Mit dem Freihandelsabkommen werden auch mehr europ\u00e4ische Erzeugnisse nach Indien kommen. K\u00f6nnen indische Produzenten dadurch Absatzprobleme bekommen?<\/strong><br \/>Der Wettbewerb in Indien ist seit 20 Jahren stark, viele europ\u00e4ische Konzerne fertigen bereits hierzulande. Mit dem Freihandelsabkommen wird die Zahl neuer Investitionen steigen, denn die Produktion in Europa plus der Transport nach Indien sind teurer als die Produktion vor Ort. Wettbewerb ist jedoch etwas Gutes \u2013 er hilft uns, besser, effizienter und innovativer zu werden. Indische Unternehmen sind sehr anpassungs- und widerstandsf\u00e4hig und arbeiten hart. Nehmen Sie Mahindra: Wir sind gro\u00df geworden, obwohl man uns schon nach der Liberalisierung in den 1990er-Jahren abschreiben wollte. Und wir haben bewiesen, dass wir mit Unternehmen in der ganzen Welt konkurrieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Die Verhandlungen \u00fcber das Abkommen kamen lange kaum voran. Ist der Erfolg jetzt der aggressiven US-Zollpolitik und geopolitischen Spannungen geschuldet?<\/strong><br \/>Die indische Regierung arbeitet seit Jahren konsequent an der \u00d6ffnung der M\u00e4rkte und am Abbau von Handelsschranken. Indien und die EU sind zwei starke Partner, die sich trotz kultureller Unterschiede sehr nahestehen. Sie stehen f\u00fcr Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. M\u00f6glicherweise wurde die Ann\u00e4herung durch die geopolitische Lage zus\u00e4tzlich beschleunigt.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Deutsche Investoren in Indien klagen immer wieder \u00fcber Rechtsunsicherheit und Intransparenz der Regeln. Zu Recht?<\/strong><br \/>Die Rahmenbedingungen f\u00fcr Unternehmen haben sich dramatisch verbessert. Im Gesch\u00e4ftsklima-Ranking der Weltbank hat Indien einen gewaltigen Sprung gemacht. Nat\u00fcrlich gibt es noch Punkte, die angegangen werden m\u00fcssen. Aber die Regierung ist bem\u00fcht und h\u00f6rt auf unsere Ratschl\u00e4ge.<\/p>\n<p><strong>Kann das Freihandelsabkommen zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit bei Forschung und Entwicklung f\u00fchren?<\/strong><br \/>Das w\u00e4re ein gro\u00dfer Gewinn f\u00fcr Unternehmen auf beiden Seiten. Wir k\u00f6nnten gemeinsam Produkte entwickeln, die weltweit Ma\u00dfst\u00e4be setzen. Der Schutz des geistigen Eigentums \u2013 der fr\u00fcher nicht den westlichen Standards entsprach \u2013 hat sich stark verbessert. Heute ist Indien in dieser Hinsicht mit entwickelten Volkswirtschaften vergleichbar: Man kann die Ideen anderer nicht einfach \u00fcbernehmen und kopieren. Dar\u00fcber wachen auch Unternehmen wie Mahindra, die \u00fcber viele eigene Patente und Entwicklungen verf\u00fcgen.<\/p>\n<p><strong>Ist Indien auf die KI-Revolution gut vorbereitet?<\/strong><br \/>In all unseren Industrien nutzen wir KI bereits, um Fertigungsprozesse zu verbessern und effizienter zu gestalten. Sie hilft uns, Kosten zu reduzieren, und spielt eine wichtige Rolle in der Qualit\u00e4tspr\u00fcfung. Wir investieren nicht in Rechenzentren oder Halbleiterproduktion. Ansonsten glaube ich, dass wir zur Spitzengruppe geh\u00f6ren.<\/p>\n<p><strong>Indien ist ein Vorreiter der Digitalisierung. Wie wirkt sich die Digital Public Infrastructure (DPI) auf die Wirtschaft aus?<\/strong><br \/>Indien profitiert stark von der DPI. Sie macht Gesch\u00e4fte wettbewerbsf\u00e4higer, reduziert B\u00fcrokratie, vereinfacht und beschleunigt Abl\u00e4ufe, erh\u00f6ht die Transparenz, senkt Transaktionskosten und erm\u00f6glicht Geld\u00fcberweisungen in Echtzeit. Viele Plattformen, die an die DPI angebunden sind, erleichtern den Handel erheblich. Es ist ein ganzes \u00d6kosystem entstanden, das die Arbeit der Unternehmen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Was w\u00e4re Ihrer Meinung nach das gr\u00f6\u00dfte Risiko f\u00fcr einen deutschen Mittelstands-Investor in Indien?<\/strong><br \/>Der deutsche Mittelstand verf\u00fcgt \u00fcber hervorragende Produkte und Technologien, die er in Indien anbieten kann. Mit 1,45 Milliarden Menschen bietet Indien einen riesigen Markt, und es gibt keinen Mangel an Arbeitskr\u00e4ften. Man muss den Markt jedoch verstehen und das eigene Produkt entsprechend anpassen. Dann kann man erfolgreich sein.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Auf die Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen Indien und der EU freuen sich Unternehmen beider Seiten. 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