{"id":14581,"date":"2026-07-22T12:02:48","date_gmt":"2026-07-22T10:02:48","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/russlandhass-im-westen-befeuert-kriegsgefahr-von-tilo-graser\/"},"modified":"2026-07-22T12:02:48","modified_gmt":"2026-07-22T10:02:48","slug":"russlandhass-im-westen-befeuert-kriegsgefahr-von-tilo-graser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/russlandhass-im-westen-befeuert-kriegsgefahr-von-tilo-graser\/","title":{"rendered":"Russlandhass im Westen befeuert Kriegsgefahr | Von Tilo Gr\u00e4ser"},"content":{"rendered":"<div><!--kg-card-begin: html--><br \/>\n<iframe title=\"Russlandhass im Westen befeuert Kriegsgefahr | Von Tilo Gr\u00e4ser\" width=\"560\" height=\"418\" src=\"https:\/\/tube4.apolut.net\/videos\/embed\/1v6TWpEb6dhpwUPRuaPQ7D\" style=\"border-radius: 8px\" allow=\"fullscreen\" sandbox=\"allow-same-origin allow-scripts allow-popups allow-forms\"><\/iframe><br \/>\n<!--kg-card-end: html--><\/p>\n<div class=\"kg-card kg-audio-card\"> mit dem norwegischen Politologen Glenn Diesen hat Sakwa gewarnt, \u201eRussophobie f\u00fchrt uns in den Krieg\u201c.<\/p>\n<p>Zugleich erkl\u00e4rte er, dass es sich weniger um eine klassische Phobie handelt. Bei dieser w\u00fcrden die Betroffenen dem aus dem Weg gehen, was ihnen Angst macht. Anders sei es bei dem, was aus Sakwas Sicht eher Russlandhass ist und tiefer sitzt. Das sei verbunden mit dem beispiellosen Versuch, Russland zu negieren, was weit \u00fcber die \u00fcbliche Kritik hinausgehe. Nicht einmal im Kalten Krieg habe es das gegeben, was heute gegen\u00fcber Russland \u00fcblich scheine:<\/p>\n<blockquote><p>\u201efaktisch keine Diplomatie, keinen Dialog, das Verbot russischer Sportmannschaften, die kulturelle Negierung, die Kritik an jedem im Westen, der tats\u00e4chlich sagt, man muss nicht unbedingt den Standpunkt Moskaus \u00fcbernehmen, aber man muss anerkennen, dass das Handeln Russlands einer Logik folgt, die \u00fcber eine irrationale Pathologie hinausgeht.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Der aktuelle weitverbreitete und \u00fcberw\u00e4ltigende Russlandhass zeige sich in \u201edem Versuch, eine ganze Zivilisation, ein ganzes Land zu negieren\u201c. Sakwa verweist auch darauf, dass nach 1990 die Chancen, Russland einzubeziehen, vom Westen ausgeschlagen wurden:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn Washington wurde ganz klar die Entscheidung getroffen, dass Russland zu gro\u00df, zu chaotisch, zu un\u00fcbersichtlich, zu gef\u00e4hrlich, zu atomar bewaffnet und so weiter ist, um in den politischen Westen aufgenommen zu werden.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Er berichtet von seiner Teilnahme an den j\u00fcngsten <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/en.primakovreadings.ru\/?ref=apolut.net\"><u>\u201ePrimakow-Lesungen\u201c<\/u><\/a> im Juni in Moskau. Dabei habe er beobachtet, dass trotz alledem die \u201epro-europ\u00e4ische Stimme in den Machtkorridoren des Kremls nach wie vor recht stark\u201c zu vernehmen sei. Aber der Beitritt zum politischen Westen und gar der NATO sei Moskau immer verwehrt worden. Politologe Diesen verweist in dem Gespr\u00e4ch mit Sakwa auf die Legende vom uners\u00e4ttlichen imperialen Russland. Die sei von seinen Gegnern mit dem gef\u00e4lschten Testament von Zar Peter dem Gro\u00dfen begr\u00fcndet worden. Sakwa widerspricht den darauf aufbauenden Behauptungen, Russland sei imperialistisch, von Grund auf autokratisch, despotisch, und barbarisch.<\/p>\n<p><strong>Hermetisch abgeschotteter Westen<\/strong><\/p>\n<p>Beide Politologen stellen fest, dass diese Sicht auf das Land die tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnisse und Entwicklungen grob vereinfache und nur wenig mit der Realit\u00e4t zu tun habe. Sie f\u00fchre weg von berechtigter Kritik hin zu einem \u201ehohen Ma\u00df an Feindseligkeit\u201c, bei dem \u201enicht einmal mehr eine Debatte und ein Dialog mit einem europ\u00e4ischen Partner\u201c gef\u00fchrt werden k\u00f6nne. Das sei einer der Gr\u00fcnde, warum wir uns derzeit in diesem Krieg befinden, so Sakwa. Dabei spiele die \u201eostgalizische Perspektive\u201c, die in Polen und der Westukraine vorherrsche, eine entscheidende Rolle. Diese habe in der Gegenwart durch die Institutionen der Europ\u00e4ischen Union (EU) und der NATO eine \u201eriesige Plattform\u201c erhalten, die sie noch verst\u00e4rkten. Statt nach dem Untergang der Sowjetunion zur Vers\u00f6hnung beizutragen habe der politische Westen die osteurop\u00e4ische Feindseligkeit gegen\u00fcber Russland zu seiner eigenen DNA werden lassen.<\/p>\n<p>Die beiden Politologen gehen in ihrem interessanten Gespr\u00e4ch auf zahlreiche Aspekte des neuen West-Ost-Konfliktes ein und unterziehen die Position des politischen Westens einer deutlichen Kritik. Sie nehmen auch dessen Arroganz gegen\u00fcber anderen politischen Systemen und Ordnungen ins Visier. Und sie kritisieren, dass die berechtigten Sicherheitsinteressen Russlands nach 1990 nicht ernst genommen und die Chancen f\u00fcr eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur in Europa nicht genutzt wurden. Stattdessen seien die \u00c4ngste beispielsweise der Balten vor Russland verinnerlicht worden. Diese einzud\u00e4mmen, gelte nun als einziger Weg zu mehr Sicherheit. Dabei h\u00e4tten selbst US-Politiker wie der ehemalige US-Au\u00dfenminister James Baker in den 1990er Jahren vor einer solchen Entwicklung gewarnt.<\/p>\n<p>Der politische Westen habe sich \u201ehermetisch\u201c abgeschottet, stellt Sakwa fest. Die Folge sei, dass er \u201enicht mehr mit dem Anderen und den Anliegen des Anderen in Dialog treten kann\u201c. Dabei w\u00fcrden auch historische Zusammenh\u00e4nge ignoriert und jeder Versuch, die andere Seite zu verstehen, als \u201eBeschwichtigung\u201c oder gar \u201eVerrat\u201c diffamiert. Er habe es anfangs nicht glauben k\u00f6nnen, so der britische Politologe, \u201edass irgendjemand ernsthaft behaupten k\u00f6nnte, Verst\u00e4ndnis sei etwas Schlechtes, dass wir es nicht zeigen sollten\u201c. Er kritisiert die inzwischen \u00fcbliche \u201ev\u00f6llig personalisierte Sicht auf die Welt: \u201ePutins Russland. Putin tut dies. Putin tut das.\u201c Dagegen verweist er auf die komplexe Realit\u00e4t:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eInnerhalb Russlands gibt es ein riesiges Establishment, sehr lange diplomatische Traditionen, ein ganzes Netzwerk aus Gruppen, Fraktionen und Institutionen, die alle zur gr\u00f6\u00dferen politischen Debatte dar\u00fcber beitragen, wie eine Politik aussehen sollte.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Das von den USA dominierte atlantische Machtsystem habe den politischen Westen zu \u201eetwas Morbidem, Pathologischem\u201c werden lassen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eH\u00f6ren Sie sich doch einmal die NATO an, h\u00f6ren Sie sich die dortigen F\u00fchrungskr\u00e4fte an. Das Ganze ist intellektuell steril, geopolitisch gef\u00e4hrlich und schadet letztendlich uns selbst ebenso sehr wie allen anderen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Sakwa warnt im Gespr\u00e4ch mit Diesen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir stehen heute in Europa vor einer umfassenden Verschiebung des russisch-ukrainischen Krieges hin zu einem russisch-europ\u00e4ischen Krieg, der uns alle zerst\u00f6ren wird. Und dazu m\u00fcssen wir erneut sagen: Nein, diesen Weg wollen wir nicht einschlagen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Krieg in der Ukraine sei \u201eein verheerender Krieg zwischen zwei gro\u00dfen slawischen V\u00f6lkern\u201c. Er werde durch die vereinfachte und veraltete Sichtweise angeheizt, wonach der \u201egute, edle Ukrainer gegen einen barbarischen, mongoloiden Russen\u201c k\u00e4mpfe. Diesen macht darauf aufmerksam, dass dabei \u201eunser gesamtes historisches Ged\u00e4chtnis\u201c entsorgt wurde: die Erinnerung an die Ideen und Versuche einer gemeinsamen Sicherheit, auch die Warnungen vor den Folgen der NATO-Osterweiterung. Es gebe keine politische Diskussion zu diesen Themen mehr. Jeder, der Einw\u00e4nde gegen die politischen Erz\u00e4hlungen \u00fcber das \u201eb\u00f6se Russland\u201c erhoben habe, gelte \u201eimmer noch als Verr\u00e4ter, weil er eben nicht die richtigen antirussischen Parolen skandiert hat\u201c.<\/p>\n<p><strong>Schockierender Eliten-Verfall<\/strong><\/p>\n<p>Aus Sicht des norwegischen Politologen hat sich eine \u201epolitische Unreife\u201c breitgemacht. Er fragt: \u201eWo sind die Diplomaten? Wo sind die Politiker?\u201c und stellt fest: \u201eIch schaue mir die Leute an, die uns vertreten, und es sind wirklich die Schlimmsten, da ist einfach nichts.\u201c Auch Sakwa bezeichnet den \u201eVerfall der europ\u00e4ischen Eliten\u201c als \u201eabsolut schockierend\u201c. Der Westen habe mit seinem universalistischen Anspruch den echten Universalismus untergraben, wie er in der UNO-Charta verankert sei. Diese basiere auf \u201esouver\u00e4nem Internationalismus und den 193 souver\u00e4nen Staaten\u201c. Die Eliten im hermetisch abgeschotteten Westen h\u00e4tten durch ihre lange Abh\u00e4ngigkeit von Washington die F\u00e4higkeit verloren, selber zu denken, so Sakwas klare Diagnose.<\/p>\n<p>Er sieht zudem als weitere Ursache der gegenw\u00e4rtigen Kriegsgefahr, dass die Generationen, die von den letzten gro\u00dfen Kriegen gepr\u00e4gt waren, aussterben. Inzwischen h\u00e4tten anscheinend sogar Atomwaffen ihre abschreckende Wirkung verloren. Hinzu kommt f\u00fcr ihn ein Vergessen, \u201eals ob die Geschichte erst gestern begonnen h\u00e4tte\u201c. Sie werde nicht mehr in ihrer Entwicklung und in ihrem Kontext gesehen. Sakwa fordert dennoch Dialog und Diplomatie gegen\u00fcber Russland ein, da er auf russischer Seite eine Haltung bei den Eliten ausmacht, die dazu bereit sei.<\/p>\n<p>Vielleicht geh\u00f6rt das, was der britische Politologe da in Russland beobachtet zu den Gr\u00fcnden, warum die russische F\u00fchrung trotz aller Drohungen nicht europ\u00e4ische Staaten angreifen wird, auch wenn diese immer weiter in den Krieg in der Ukraine einsteigen. Das sieht zumindest der ehemalige US-Offizier und fr\u00fchere UN-Waffeninspekteur Scott Ritter so, wie er in einem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mcp-pYYs_T8&amp;ref=apolut.net\"><u>Gespr\u00e4ch<\/u><\/a> mit dem ehemaligen CIA-Analytiker Ray McGovern und Joe Lauria vom Onlinemagazin <em>Consortium News<\/em> sagte. Es sei f\u00fcr Moskau nicht von strategischem Interesse, Ziele in Europa anzugreifen in Reaktion auf die ausgedehnte Unterst\u00fctzung Kiews durch europ\u00e4ische Staaten.<\/p>\n<p>Er habe das vor Wochen noch anders gesehen, gestand Ritter ein. Aber sein Aufenthalt beim letzten <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/forum-spb.ru\/about\/?lang=ger&amp;ref=apolut.net\"><u>Wirtschaftsforum in St. Petersburg<\/u><\/a> (SPIEF) und die Besuche danach in russischen Regionen, einschlie\u00dflich des Donbas, h\u00e4tten ihn \u00fcberzeugt, dass es f\u00fcr die russische F\u00fchrung Wichtigeres gebe als den Krieg auszuweiten, n\u00e4mlich das eigene Land und seine Wirtschaft zu entwickeln. Aus seiner Sicht ist zudem klar:<\/p>\n<blockquote><p>\u201ePutin f\u00fchrt das Land zum Sieg in einem Krieg, der nicht nur von der Ukraine bestimmt wird, sondern vom gesamten Westen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr den russischen Pr\u00e4sidenten sei klar, dass die russische Armee in der Ukraine gewinnt und das habe er deutlich zum Ausdruck gebracht. Ritter macht sich auch keine Sorgen um die Rolle Deutschlands, das seine Aufr\u00fcstung damit begr\u00fcndet, dass Russland sp\u00e4testens 2030 die NATO angreifen werde.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDeutschland ist nicht mehr das Deutschland von fr\u00fcher. An der Spitze sitzt eine ganze Reihe von Kriegstreibern, die gro\u00dfe T\u00f6ne spucken, aber dahinter steckt nichts.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Zwar unterzeichne das R\u00fcstungsunternehmen Rheinmetall Vertr\u00e4ge \u00fcber die Produktion von US-Raketen. Aber die w\u00fcrden gar nicht gebaut, \u201eweil die Wirtschaft zusammenbrechen wird\u201c. Jeder einzelne deutsche Politiker, der hinter diesem Aufr\u00fcstungskurs stehe, werde in einem Jahr nicht mehr an der Macht sein, sagt der Ex-US-Offizier voraus. Die deutsche Regierung breche zusammen, da Bundeskanzler Friedrich Merz keine Unterst\u00fctzung habe. Und wenn die AfD Teil einer Koalition werde, werde sie \u201ediesen Marsch in den Krieg\u201c nicht zulassen, ist er sich sicher.<\/p>\n<p><strong>Russische Zur\u00fcckhaltung<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht er die Lage in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern wie Frankreich, die in der \u201eKoalition der Willigen\u201c neue kriegsprovozierende Beschl\u00fcsse <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/apolut.net\/irregeleitete-bereiten-krieg-vor-von-tilo-graser\/\"><u>verk\u00fcndeten<\/u><\/a>. Selbst die NATO sei \u201eeine ausgediente Maschine, die gerade in diesem Moment auseinanderf\u00e4llt\u201c, so Ritter mit Blick auf Trumps Gr\u00f6nland-Ambitionen und den Konflikt mit Spanien. Er meint:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie NATO hat nichts. Europa hat nichts. Da ist gar nichts. Es gibt keinerlei Bedrohung aus Europa, au\u00dfer dieser Drohnenbedrohung. Und so lautet die Frage: Wird Wladimir Putin wirtschaftlichen Selbstmord begehen, indem er die Drohnenbedrohung zu mehr aufbauscht, als sie ist \u2013 n\u00e4mlich nicht mehr als ein M\u00fcckenstich?\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Es werde vergessen, dass Russland auf dem Schlachtfeld gewinne und die Ukrainer an keinem Ort mehr das Blatt wenden k\u00f6nnten. In der russischen Bev\u00f6lkerung werde zunehmend gefordert, den Krieg siegreich zu Ende zu bringen, und auch kein Mitgef\u00fchl mehr mit den ukrainischen \u201eCousins\u201c gezeigt. Dazu h\u00e4tten die ukrainischen Drohnenangriffe auf zivile Einrichtungen und Zivilisten in Russland beigetragen. Das russische Milit\u00e4r werde seine Zielauswahl \u00e4ndern und alles, was mit dem ukrainischen Milit\u00e4r in Verbindung steht, angreifen, auch als zivile Unternehmen getarnte Drohnenfabriken.<\/p>\n<p>Solange es keinen direkten Angriff mit westlicher Hilfe auf den russischen Pr\u00e4sidenten oder die strategische Infrastruktur Russlands gebe, werde Russland Europa nicht angreifen, so der Ex-US-Offizier. Der ehemalige CIA-Analytiker McGovern sieht das \u00e4hnlich, warnt aber zugleich davor, \u201edass diese Europ\u00e4er durchdrehen und \u00fcber das hinausgehen, was sie bereits tun\u201c. Das werde auch aufmerksam in Moskau beobachtet. Ritter betont, dass ein russischer Angriff beispielsweise auf eine deutsche Stadt die strategische Position Russlands nicht verbessere. Deshalb werde er nicht erfolgen, auch weil ein solcher Angriff dazu f\u00fchren k\u00f6nne, \u201edass sich die Deutschen m\u00f6glicherweise hinter einer Regierung versammeln, die bald nicht mehr im Amt sein wird\u201c. Das Risiko werde der russische Pr\u00e4sident nicht eingehen.<\/p>\n<p>Ex-US-Offizier Ritter sieht die NATO-Staaten nicht in der Lage, auf einen m\u00f6glichen russischen Angriff mit ballistischen Raketen und Hyperschallwaffen zu reagieren. Es gebe in Europa keine Kapazit\u00e4ten, um gem\u00e4\u00df Artikel 5 des NATO-Vertrages milit\u00e4rischen Beistand zu leisten. Das gelte selbst f\u00fcr die USA. \u00c4hnlich sieht es der fr\u00fchere Bundeswehr-Generalinspekteur und ehemalige Vorsitzende des NATO-Milit\u00e4rausschusses Harald Kujat. In einem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/weltwoche.ch\/daily\/taeglich-waechst-die-gefahr-eines-grossen-europaeischen-kriegs-nato-general-a-d-harald-kujat-ueber-eskalation-und-frieden-in-der-ukraine\/?ref=apolut.net\"><u>Gespr\u00e4ch<\/u><\/a> mit Roger K\u00f6ppel, Chefredakteur der Schweizer Zeitung <em>Die Weltwoche<\/em>, sieht Kujat zwar anders als Ritter die wachsende Gefahr eines russischen Angriffs auf europ\u00e4ische Waffenproduktion f\u00fcr die Ukraine. Aber zugleich stellt er fest: \u201eWir haben keine Waffensysteme, mit denen wir ad\u00e4quat reagieren k\u00f6nnten.\u201c Der Westen eskaliere aus einer Position der Schw\u00e4che heraus, \u201eobwohl wir gar nicht in der Lage sind, eine m\u00f6gliche Reaktion der anderen Seite abzuwehren, hier in irgendeiner Weise auch standzuhalten\u201c.<\/p>\n<p>Kujat kritisiert deutlich die provokante Eskalationspolitik der westlichen Staaten gegen\u00fcber Russland. Gleichzeitig w\u00fcrden sie jegliche diplomatischen Versuche, den Krieg zu beenden, auch um die Ukraine vorm Untergang zu bewahren, unterlassen. Die Versuche der deutschen Bundesregierung, innerhalb der NATO den vorgeschriebenen Konsens f\u00fcr einen Beitritt der Ukraine herzustellen, w\u00fcrden Verhandlungen verhindern. F\u00fcr Russland sei es \u201eein absoluter Hinderungsgrund \u00fcberhaupt zu verhandeln, wenn das Risiko besteht, dass die Ukraine in die NATO eintritt\u201c.<\/p>\n<p><strong>Gef\u00e4hrliche Fehleinsch\u00e4tzungen<\/strong><\/p>\n<p>Auch in einem ausf\u00fchrlichen <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/zgif.ch\/2026\/07\/16\/durch-fehleinschaetzungen-und-eskalation-waechst-die-gefahr-eines-krieges-mit-russland\/?ref=apolut.net\"><u>Text<\/u><\/a> Kujats in der aktuellen Ausgabe der Schweizer Zeitschrift <em>Zeitgeschehen im Fokus<\/em> warnt der Ex-General davor, dass Fehleinsch\u00e4tzungen und Eskalation die Gefahr eines Krieges mit Russland anwachsen lassen. Die Ukraine versuche von Beginn des Krieges an, die NATO-Staaten in diesen mit hinein zu ziehen, auch durch falsche Vorw\u00fcrfe an Russland wegen angeblicher Attacken auf NATO-Territorium. Er habe au\u00dferdem in Deutschland den \u201eEindruck einer immer st\u00e4rker werdenden mentalen Einstimmung der \u00d6ffentlichkeit auf einen bevorstehenden Krieg mit Russland\u201c. Dieser werde als angeblich unausweichlich dargestellt.<\/p>\n<p>Die derzeitige Entwicklung bedeute, dass ein gro\u00dfer europ\u00e4ischer Krieg nicht mehr ausgeschlossen werden kann, warnt Kujat. Das Risiko sei permanent gestiegen, das aus dem Krieg in der Ukraine ein Krieg um die Ukraine entsteht. Dazu habe auch das alternativlose finanzielle und materielle Engagement der Nato-Staaten sowie vor allem die Unterst\u00fctzung der ukrainischen Streitkr\u00e4fte in der Operationsplanung, Aufkl\u00e4rung und Zielbek\u00e4mpfung beigetragen, stellt er fest. Er fordert, die Eskalationsdynamik zu unterbrechen.<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit <em>Weltwoche<\/em>-Chefredakteur K\u00f6ppel zeigt er sich dennoch optimistisch, \u201edass wir in der Lage sind, rational, also vernunftgesteuert, auch eine L\u00f6sung in einer solch schwierigen Lage zu finden\u201c. Er verstehe nicht, warum sich die deutschen und europ\u00e4ischen Politiker weigern, mit Russland zu reden. Dabei sei es im ureigensten Interesse, \u201ezu verstehen, was die andere Seite beabsichtigt, wozu sie in der Lage ist, und wie wir in der Lage sind, darauf zu reagieren\u201c. Stattdessen werde Putin als \u201eKriegsverbrecher\u201c und \u201eImperialist\u201c d\u00e4monisiert \u2013 \u201eund zugleich vertrauen wir auf seine Rationalit\u00e4t, auf seine Zur\u00fcckhaltung, und begeben uns sozusagen in seine H\u00e4nde\u201c. Das sei \u201eschizophren\u201c und nicht zu verstehen, so der Ex-General.<\/p>\n<p>Aber er habe trotz der gef\u00e4hrlichen Situation \u201eimmer noch die Hoffnung, dass irgendwann einmal der Wendepunkt kommt bei uns, in der Hinsicht, dass jemand sagt: Leute, so geht es einfach nicht weiter. Die Politik darf nicht in Verweigerung bestehen, sondern Politik muss konstruktiv sein.\u201c Unterdessen <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/deutschland-russland-moskau-kommunikationskanaele-diplomatie-verhandlungen-ukraine-10215686?ref=apolut.net\"><u>berichtete<\/u><\/a> die <em>Berliner Zeitung<\/em> am Montag \u00fcber m\u00f6gliche \u201eHinweise auf informelle Kontakte und \u00dcberlegungen, wie Deutschland und Europa auf einen m\u00f6glichen k\u00fcnftigen Verhandlungsprozess vorbereitet sein k\u00f6nnten\u201c.<\/p>\n<p>Dabei wird auf einen <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/archive.is\/tbopK?ref=apolut.net\"><u>Bericht<\/u><\/a> der britischen Zeitung <em>The Times<\/em> verwiesen. In diesem hei\u00dft es, dass \u201eeine Gruppe deutscher Lobbyisten und pensionierter Politiker stillschweigend einen anhaltenden R\u00fcckkanal f\u00fcr die russische Regierung etabliert\u201c habe. Eine kleine Delegation mit Ronald Pofalla (CDU), ehemaliger Stabschef der Kanzlerin Angela Merkel, und Matthias Platzeck, Ex-SPD-Vorsitzender, habe sich geheim in Baku mit mehreren von Putins Mitarbeitern getroffen. Dieses Treffen sorgt in angeblich seri\u00f6sen deutschen Mainstream-Medien wie der Wochenzeitung <em>Die Zeit<\/em> f\u00fcr antirussische Schnappatmung und <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/archive.is\/lQSOM?ref=apolut.net\"><u>Hetze<\/u><\/a> gegen die deutschen Beteiligten als \u201everschwiegene Kolonne Moskaus\u201c.<\/p>\n<p>Es scheint noch lange keine Heilung der gef\u00e4hrlichen russophoben Schizophrenie in Sicht, nicht nur in der deutschen Politik. Zu tief sitzt der Hass auf Russland, der verschiedene Wurzeln hat, die tief in der Geschichte sitzen. Es bleibt die Gefahr des gro\u00dfen Krieges, wenn die Vernunft allein auf russischer Seite zu finden ist. Ex-General Kujat warnt nicht nur vor der westlichen provokativen Politik, sondern ebenso vor der Gefahr milit\u00e4rischer Fehleinsch\u00e4tzungen auf beiden Seiten, die einen alles vernichtenden Atomkrieg ausl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In Berlin scheint das in den politischen und milit\u00e4rischen Schaltstellen niemanden zu besorgen. Wie viele Menschen sich Sorgen machen, wird sich unter anderem am 1. August in Berlin zeigen. F\u00fcr diesen Tag ruft das B\u00fcndnis \u201eWir sind viele\u201c gemeinsam mit anderen Organisationen zur <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/frieden-freiheit-demo.de\/2026-aufruf-zum-frieden\/?ref=apolut.net\"><u>Friedensdemonstration<\/u><\/a> am Brandenburger Tor auf. Ansonsten ist von der Friedensbewegung wenig zu vernehmen. Die Initiative \u201eNie wieder Krieg\u201c <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/nie-wieder-krieg.org\/demo-03-10-26\/?ref=apolut.net\"><u>wartet<\/u><\/a> noch bis zum 3. Oktober, bevor sie in Stuttgart und Berlin wieder demonstriert.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Dank an den Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin<br \/>Bildquelle: Asatur Yesayants \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Im Westen macht sich politische Unreife gef\u00e4hrlich breit \u2013 in Russland bestimmt Besonnenheit die Reaktion<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":4846,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_gspb_post_css":"","_uag_custom_page_level_css":"","fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-14581","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-medienkritik"],"blocksy_meta":[],"uagb_featured_image_src":{"full":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1920&resize=1920,1080&ssl=1",1920,1080,true],"thumbnail":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=150&resize=150,150&ssl=1",150,150,true],"medium":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=300&resize=300,300&ssl=1",300,300,true],"medium_large":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=768&resize=768,0&ssl=1",768,0,true],"large":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1024&resize=1024,1024&ssl=1",1024,1024,true],"1536x1536":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=1536&resize=1536,1536&ssl=1",1536,1536,true],"2048x2048":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=2048&resize=2048,2048&ssl=1",2048,2048,true],"trp-custom-language-flag":["https:\/\/i3.wp.com\/meiser-tv.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/RSS-Hintergrund.jpg?w=18&resize=18,12&ssl=1",18,12,true]},"uagb_author_info":{"display_name":"admin","author_link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/author\/admin\/"},"uagb_comment_info":0,"uagb_excerpt":"Im Westen macht sich politische Unreife gef\u00e4hrlich breit \u2013 in Russland bestimmt Besonnenheit die Reaktion","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14581","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14581"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14581\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4846"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14581"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14581"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14581"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}