{"id":14672,"date":"2026-07-22T20:02:09","date_gmt":"2026-07-22T18:02:09","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/openai-was-steckt-wirklich-hinter-dem-ki-hackerangriff-37997818-html-2\/"},"modified":"2026-07-22T20:02:09","modified_gmt":"2026-07-22T18:02:09","slug":"openai-was-steckt-wirklich-hinter-dem-ki-hackerangriff-37997818-html-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/openai-was-steckt-wirklich-hinter-dem-ki-hackerangriff-37997818-html-2\/","title":{"rendered":"OpenAI: KI-Horrorstory oder PR \u2013 Was steckt wirklich hinter dem Hackerangriff?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Ein KI-Modell von OpenAI ist ausgebrochen und hat sich in die Systeme einer anderen Firma gehackt. Doch Experte Mirko Ross warnt: Hinter dem Vorfall k\u00f6nnte ein PR-Coup stecken<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p><em>In der vergangenen Woche berichtete das Unternehmen Hugging Face, dass es von einem Cyberangriff mithilfe K\u00fcnstlicher Intelligenz betroffen sei.<\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/openai.com\/index\/hugging-face-model-evaluation-security-incident\/\" class=\"external-link\"><em> Nun hat OpenAI mitgeteilt, dass es sich dabei um das neue Modell GPT-5.6 Sol handle.<\/em><\/a><em> Das Modell sei aus der Testumgebung ausgebrochen und \u00fcber bislang unbekannte Schwachstellen bei Hugging Face eingedrungen. Dabei habe es sich Zugang zu \u201egeheimen Informationen\u201c beschafft.<\/em><\/p>\n<p><strong>Herr Ross, ein KI-Modell bricht aus der Testumgebung aus, hackt sich in ein anderes Unternehmen und stiehlt sensible Daten. Das klingt ein bisschen wie eine Science-Fiction-Dystopie.<\/strong><br \/>MIRKO ROSS: Die Meldung spielt jedenfalls mit bekannten Narrativen. Es geht um ein Experiment in einer Sandbox, also einer gesch\u00fctzten Testumgebung. OpenAI behauptet, das Modell habe sie letztlich \u00fcberlistet: Weil die Sicherheitseinstellungen der Sandbox bei der L\u00f6sung des Experiments hinderlich waren, soll das Modell beschlossen haben, diese Einstellungen zu umgehen \u2013 und zwar so, dass OpenAI es nicht bemerkt. Solche Narrative haben wir schon \u00f6fter geh\u00f6rt.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Entgleitet uns gerade die Kontrolle \u00fcber KI-Modelle?<\/strong><br \/>Man muss diese Meldung etwas einordnen. Nat\u00fcrlich wissen wir bisher nur, was die Unternehmen OpenAI und Hugging Face kommuniziert haben. Aber sowohl OpenAI als auch sein gr\u00f6\u00dfter Konkurrent Anthropic stehen vor einem B\u00f6rsengang. Beide wollen zeigen, dass ihre Modelle extrem leistungsf\u00e4hig sind \u2013 und auch f\u00fcr offensive Cybersicherheit genutzt werden k\u00f6nnen. Was auch interessant ist: Diese Meldung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die ganze Welt auf die chinesische Firma Moonshot AI blickt. Sie hat gerade mit Kimi K3 ein sehr leistungsf\u00e4higes Modell vorgestellt hat \u2013 f\u00fcr einen Bruchteil des Preises.<\/p>\n<p><strong>Das hei\u00dft, hinter dem angeblichen Hackerangriff steckt eigentlich eine PR-Nummer?<\/strong><br \/>Man muss das zumindest in Erw\u00e4gung ziehen. Wir haben uns den Angriffspfad, den OpenAI und Hugging Face beschreiben, sehr genau angeschaut. Und der ist schon sehr komplex. All diese Schritte kosten enorm viel Rechenzeit. Es wurden wirklich viele Token verbrannt, damit das Modell diesen Weg so gehen kann. Und wenn ein Modell in einem bestimmten Bereich so viel Rechenleistung verbraucht, m\u00fcsste das gerade bei einem Experiment eigentlich auffallen.\u00a0<\/p>\n<p><strong>Auf der anderen Seite sind OpenAI nicht die einzigen, die mit den Hacking-F\u00e4higkeiten ihrer Modelle hausieren gehen. Sie haben selbst gesagt, man h\u00f6rt immer wieder Geschichten \u00fcber KI-Hacking. Wie gef\u00e4hrlich ist die Technik tats\u00e4chlich?<\/strong><br \/>Generell kann man sagen: Die Modelle k\u00f6nnen das. Sie k\u00f6nnen komplexe Aufgaben l\u00f6sen und Cyberangriffe ausf\u00fchren. Aber daf\u00fcr verbrennen sie sehr viel Input. Die Kosten f\u00fcr einen KI-Cyberangriff belaufen sich deshalb gerne mal auf 30.000 bis 40.000 Euro \u2013 zu viel f\u00fcr die klassischen Cyberkriminellen. F\u00fcr die lohnt sich das gar nicht. Wo es eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt, ist bei staatlichen Akteuren. Das halte ich momentan f\u00fcr bedrohlicher als die kleinen Cyberkriminellen.<\/p>\n<p><strong>Beobachten Sie solche Angriffe bereits?<\/strong><br \/>Wir sehen vor allem im milit\u00e4rischen Bereich, dass bei Angriffen Code mit KI generiert wird. Die Modelle f\u00fchren sie noch nicht voll automatisiert aus \u2013 da schrecken viele noch vor zur\u00fcck. Bei Cyberoperationen ist immer die Gefahr, dass man \u00fcber das Ziel hinausschie\u00dft und es unerw\u00fcnschte Folgen hat. Deswegen werden Menschen dazwischen eingebaut. Was aber definitiv stattfindet: KI wird massiv genutzt, um Schwachstellen zu finden, Schadcode zu bauen und diesen auszuf\u00fchren.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Sind wir uns hierzulande der Gefahr bewusst? Bei allen Fragen zur Digitalisierung steht Deutschland ja meist nicht so gut da.<\/strong><br \/>Die Sicherheitsbeh\u00f6rden, mit denen ich spreche, sind sich dessen bewusst. Bei den Unternehmen ist die Sache differenzierter. Bei den Dax-Konzernen gibt es eine gro\u00dfe Aufmerksamkeit, auch bei gr\u00f6\u00dferen Mittelst\u00e4ndlern. Aber da sinkt nat\u00fcrlich die F\u00e4higkeit, sich darum zu k\u00fcmmern oder Experten einzustellen.<\/p>\n<p><strong>Warum?<\/strong><br \/>Viele Mittelstandsunternehmen stehen nun einmal unter Druck, gerade in der Industrie. Die ganzen Stellenstreichungen treffen nat\u00fcrlich auch die IT. Und diejenigen, die \u00fcbrig bleiben, haben dann immer mehr zu tun. Wenn weniger Personal da ist, werden solche Themen gerne verschleppt. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen viele Unternehmen gerade Millionenbetr\u00e4ge einsparen. Aber bei einem massiven Cybervorfall sind schnell auch mal Millionenbetr\u00e4ge weg.\u00a0<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Wie kann man sich denn \u00fcberhaupt gegen KI-Angreifer sch\u00fctzen \u2013 vor allem, wenn sie so leistungsf\u00e4hig sind?<\/strong><br \/>Auch KI-Systeme m\u00fcssen erst mal Schwachstellen finden. Deswegen ist die erste Empfehlung immer: Macht eure klassische IT-Sicherheit! Schottet eure Systeme ab, macht Backups und schlie\u00dft Schwachstellen. Die zweite ist: Ihr m\u00fcsst selbst aktiv KI einsetzten. Man kann etwa selbst KI-Agenten auf die eigenen Systeme loslassen, die dann Schwachstellen finden \u2013 und zwar hoffentlich schneller als die der Gegenseite.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Ein KI-Modell von OpenAI ist ausgebrochen und hat sich in die Systeme einer anderen Firma gehackt. 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