{"id":14685,"date":"2026-07-22T21:03:10","date_gmt":"2026-07-22T19:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/eu-mittelmeermission-kapert-tanker-mit-russischem-treibstoff\/"},"modified":"2026-07-22T21:03:10","modified_gmt":"2026-07-22T19:03:10","slug":"eu-mittelmeermission-kapert-tanker-mit-russischem-treibstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/eu-mittelmeermission-kapert-tanker-mit-russischem-treibstoff\/","title":{"rendered":"EU-Mittelmeermission kapert Tanker mit russischem Treibstoff"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Die Tatsache wurde erst heute bekannt, stattgefunden hat der \u00dcberfall bereits am Montag, im Mittelmeer, nicht allzu weit von der tunesischen K\u00fcste entfernt. Der \u00d6ltanker MV South Star (IMO 9263186) wurde von Kr\u00e4ften der EU-Mission IRINI abgefangen. Das teilte EU-Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas in einer Nachricht auf X mit.<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-all\">\n<div class=\"AllEmbed\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">We\u2019re turning up the pressure on Russia\u2019s shadow fleet. <\/p>\n<p>The oil tanker MV SOUTH STAR, suspected of sailing under false flag in breach of international maritime law, has been boarded on 20 July by Operation <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/EUNAVFOR_MED?ref_src=twsrc%5Etfw\">@EUNAVFOR_MED<\/a> IRINI forces for flag verification. <\/p>\n<p>Every illicit voyage\u2026 <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/t.co\/Q4esYx4VRl\">pic.twitter.com\/Q4esYx4VRl<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Kaja Kallas (@kajakallas) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/x.com\/kajakallas\/status\/2079894169527439855?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 22, 2026<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p> <script async src=\"https:\/\/platform.x.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n                    <\/div>\n<\/p><\/div>\n<p><em>&#8222;Wir erh\u00f6hen den Druck auf Russlands Schattenflotte.<\/em><\/p>\n<p><em>Der \u00d6ltanker MV South Star, verd\u00e4chtig, unter Bruch des internationalen Seerechts unter falscher Flagge zu fahren, wurde am 20. Juli von Kr\u00e4ften der Operation <a href=\"https:\/\/x.com\/EUNAVFOR_MED\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">@EUNAVFOR_MED<\/a> Irini zur \u00dcberpr\u00fcfung der Flagge geentert.<\/em><\/p>\n<p><em>[&#8230;] Parallel dazu haben Mitgliedsl\u00e4nder diese Woche die Operation <a href=\"https:\/\/x.com\/EUNAVFOR\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">@EUNAVFOR<\/a> ATALANTA autorisiert, mit dem Entern verd\u00e4chtiger russischer Schattenflottenschiffe zur Flaggen\u00fcberpr\u00fcfung zu beginnen, so, wie das Operation IRINI tut. Diese Entscheidung zieht das Netz zusammen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang sind einige Hintergrundinformationen wichtig. Die erste: eine Vermutung, dass ein Schiff unter falscher Flagge f\u00e4hrt, ist neben Menschenhandel und Seer\u00e4uberei der einzige Grund, der seerechtlich \u00fcberhaupt erm\u00f6glicht, ein Schiff, das in internationalen Gew\u00e4ssern f\u00e4hrt, zu entern. Es geht hier also darum, einen Anschein von Legalit\u00e4t zu schaffen. Zu diesem Zweck wurde in den letzten Monaten seitens der EU massiv Druck auf eine ganze Reihe von Flaggenstaaten ausge\u00fcbt. Einige dieser Staaten haben das auch \u00f6ffentlich gemacht. Tats\u00e4chlich wurde sogar das Unternehmen, das das Flaggenregister von Gabun verwaltet, auf die Sanktionslisten gesetzt. Dabei sind diese Registrierungen so wenig betr\u00fcgerisch wie die Registrierungen der westlichen Handelsflotte. Mindestens 77 Prozent der weltweiten Flotte fahren unter sogenannten Billigflaggen. Liberia, Panama und die Marschallinseln sind dabei die verbreitetsten. Logischerweise wurden sie auch als erste bearbeitet, die zur &#8222;Schattenflotte&#8220; erkl\u00e4rten Schiffe aus dem Register zu streichen. Auf diese Weise wurden die Voraussetzungen geschaffen, nun zu behaupten, die Flagge sei zweifelhaft.<\/p>\n<p>Die zweite: die Pl\u00e4ne, IRINI einzusetzen, hatte Kaja Kallas Anfang Juni bekannt gegeben. IRINI ist eine <a href=\"https:\/\/www.operationirini.eu\/about-us\/#chain_of_command\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Marinemission<\/a>, die 2011 geschaffen wurde, um das Waffenembargo gegen Libyen durchzusetzen. Sp\u00e4ter wurde ihr Auftrag umgeschrieben in eine \u00dcberwachung der libyschen K\u00fcste auch zur Bek\u00e4mpfung illegaler Migration. Die Bundesmarine ist an der Mission vor allem mit Aufkl\u00e4rungsflugzeugen beteiligt. Aktuell steht IRINI unter dem Kommando des italienischen Konteradmirals Andrea Bielli.<\/p>\n<p>In ihrer neuesten Nachricht hat Kallas den Kaperauftrag nun auch noch auf die andere EU-Marinemission vor dem Horn von Afrika, <a href=\"https:\/\/eunavfor.eu\/index.php\/chain-of-command\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ATALANTA<\/a>, erweitert. Deren Auftrag war urspr\u00fcnglich die Bek\u00e4mpfung somalischer Piraten. ATALANTA\u00a0untersteht dem spanischen Vizeadmiral Ignacio Villanueva Serrano. Die Bundesmarine ist daran seit April 2022 nicht mehr beteiligt.<\/p>\n<p>Das bedeutet, diese Schiffe europ\u00e4ischer Marinen sollen k\u00fcnftig Schiffe, die russisches \u00d6l transportieren, auch im Roten Meer angreifen. Auf dieser Strecke sind vor allem Tanker zu finden, die nach Indien oder China fahren. Diese Erweiterung k\u00f6nnte eine Reaktion auf die Tatsache sein, dass in der Ostsee wie auch im \u00c4rmelkanal diese Schiffe zunehmend von russischen Kriegsschiffen begleitet werden. Kalkuliert wird dabei vermutlich damit, dass die russische Marine nicht im Stande sein werde, auch noch das Mittelmeer und das Rote Meer entsprechend abzudecken. Allerdings w\u00e4re es durchaus vorstellbar, dass, sollte diese Strategie tats\u00e4chlich umgesetzt werden, eventuell indische oder chinesische Schiffe diese Aufgabe \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die MV South Star wurde 2004 in Japan gebaut und hat zuletzt vor allem die T\u00fcrkei, Tunesien und Libyen angefahren. Tunesien importiert vor allem Erd\u00f6lprodukte (was auch die Fracht der South Star sein d\u00fcrfte, die nicht als Roh\u00f6ltanker, sondern als \u00d6lproduktetanker in den Schiffstrackern auftaucht) \u2013 hier ist Russland der gr\u00f6\u00dfte Lieferant. 2025 importierte Tunesien Treibstoffe im Wert von 1,22 Milliarden US-Dollar aus Russland, vor allem Diesel. Gerade bei den aktuell hohen \u00d6lpreisen w\u00e4re ein Ersatz f\u00fcr Tunesien kaum zu finden; die ohnehin fragile Stromerzeugung w\u00fcrde ebenso darunter leiden wie die Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Da der Eigentums\u00fcbergang \u00fcblicherweise in dem Augenblick erfolgt, an dem die Ware auf das Schiff gelangt, ist der Treibstoff, den die EU-Mission davon abh\u00e4lt, das Fahrtziel zu erreichen, mitnichten russischer Diesel; es handelt sich l\u00e4ngst um tunesischen. Eine Beschlagnahmung h\u00e4tte unmittelbare Folgen auf den tunesischen Staatshaushalt: einzig die\u00a0Tunesische Gesellschaft f\u00fcr Raffinageindustrie, STIR, hat das Recht, Treibstoffe zu importieren. Diese ist zu 100 Prozent im Besitz des tunesischen Staates.<\/p>\n<p>Nach dem russischen Portal <a href=\"https:\/\/oilcapital.ru\/news\/2026-07-22\/sily-es-dosmotreli-tanker-mv-south-star-5643114\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">oilcapital.com<\/a> wird die South Star von einer t\u00fcrkischen Firma gemanagt; das bedeutet in der Regel, dass auch der Kapit\u00e4n und gr\u00f6\u00dfere Teile der Mannschaft aus der T\u00fcrkei stammen. Angesichts dessen, dass im Kommando von IRINI auch Griechen sind, wom\u00f6glich kein Zufall \u2013 eine ganze Reihe der &#8222;Schattenflotten&#8220;-Schiffe haben griechische Eigner, da k\u00f6nnte es mit dem Kapern nicht ganz so einfach werden.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2014\u00a0<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/279927-seweromorsk-loest-hektik-bei-der-nato-aus\/\">Seweromorsk l\u00f6st Hektik bei der NATO aus <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7935z2\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tatsache wurde erst heute bekannt, stattgefunden hat der \u00dcberfall bereits am Montag, im Mittelmeer, nicht allzu weit von der tunesischen K\u00fcste entfernt. 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