{"id":14695,"date":"2026-07-22T22:03:11","date_gmt":"2026-07-22T20:03:11","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/kampf-zwischen-generaelen-und-soros-anhaengern-in-der-ukraine-brodelt-es\/"},"modified":"2026-07-22T22:03:11","modified_gmt":"2026-07-22T20:03:11","slug":"kampf-zwischen-generaelen-und-soros-anhaengern-in-der-ukraine-brodelt-es","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/kampf-zwischen-generaelen-und-soros-anhaengern-in-der-ukraine-brodelt-es\/","title":{"rendered":"Kampf zwischen Gener\u00e4len und &#8222;Soros-Anh\u00e4ngern&#8220; \u2013 In der Ukraine brodelt es"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Wassili Stojakin<\/em><\/p>\n<p>Die politische Lage in der Ukraine kann nur Erstaunen hervorrufen \u2013 erst am 16. Juni erkl\u00e4rte der amtierende Pr\u00e4sident des Landes, Wladimir Selenskij, dass die ukrainischen Streitkr\u00e4fte an der Front die Initiative ergreifen w\u00fcrden. Verteidigungsminister Michail Fjodorow hatte bereits im Mai \u00c4hnliches behauptet. Kurz gesagt: Aus Sicht Kiews steuert die Ukraine mit voller Kraft auf den Sieg zu \u2013 das ist nichts Neues, daher w\u00e4re an sich nichts Sonderbares zu erwarten, doch das Land wurde von erneuten politischen Turbulenzen ersch\u00fcttert.<\/p>\n<p>Am 15. Juli gab Verteidigungsminister Michail Fjodorow \u00fcberraschend seinen R\u00fccktritt bekannt. Nat\u00fcrlich war bekannt, dass er seit Langem im Konflikt mit dem Oberbefehlshaber Alexander Syrski stand. Es wurden bereits Vermutungen ge\u00e4u\u00dfert, dass auch der unerwartete R\u00fccktritt der gesamten ukrainischen Regierung zu einem nicht unerheblichen Teil von Selenskij inszeniert wurde, um den Verteidigungsminister aus dem Amt zu entfernen, ohne besondere \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit zu erregen (schlie\u00dflich herrscht Krieg \u2013 es ist nicht die Zeit, f\u00fcr Ministerwechsel zu sorgen).<\/p>\n<p>Es gelang jedoch nicht, die Aufmerksamkeit davon abzulenken. Bereits am 16. Juli begann eine neue Ausgabe des &#8222;Papp-Maidan&#8220;: Massenproteste, diesmal gegen den R\u00fccktritt des Verteidigungsministers. Die Proteste wirken umso seltsamer, als Fjodorow formal nicht entlassen wurde, sondern von sich aus zur\u00fcckgetreten ist. Zu allem \u00dcberfluss berichteten ukrainische Medien am 20. Juli \u00fcber die Absicht Selenskijs, den Oberbefehlshaber Alexander Syrski zu entlassen, was (in diesem Moment) jedoch nicht geschah.<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick scheint es sich hier lediglich um ein politisches Durcheinander zu handeln. Tats\u00e4chlich ist dieses Durcheinander jedoch auf mehrere Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren, die die politische Lage in der Ukraine beeinflussen.<\/p>\n<p>Erstens ist die Lage an der Front f\u00fcr die ukrainischen Streitkr\u00e4fte trotz ihrer gro\u00dfspurigen Beteuerungen nicht gerade rosig. Die Ukraine hat den Verlust von Konstantinowka zwar noch nicht anerkannt, aber f\u00fcr sie ist das nichts Ungew\u00f6hnliches. Und auch an den \u00fcbrigen Fronten r\u00fccken die russischen Truppen selbstbewusst vor.<\/p>\n<p>Die sogenannten Erfolge der ukrainischen Streitkr\u00e4fte liegen haupts\u00e4chlich im Bereich der &#8222;asymmetrischen&#8220; Kriegsf\u00fchrung: W\u00e4hrend die Ukraine Gebiete verliert, reagiert sie mit Angriffen auf zivile Lagerh\u00e4user, wie die des Unternehmens Wildberries (im Gegensatz zur ukrainischen &#8222;Nowaja Potschta&#8220; werden dort keine milit\u00e4rischen G\u00fcter gelagert). Im Rahmen der vom Westen gew\u00e4hlten Strategie, die Lage in Russland zu &#8222;destabilisieren&#8220;, sind solche Objekte jedoch gerade von gro\u00dfer Bedeutung. Die Diskrepanz zwischen den PR-Erfolgen und dem Fehlen solcher Erfolge auf dem Schlachtfeld f\u00e4llt jedoch sogar ukrainischen Beobachtern auf.<\/p>\n<p>Selbst Abgeordnete der Rada erlauben sich \u00c4u\u00dferungen \u00fcber die ukrainischen Streitkr\u00e4fte im Stil von: &#8222;Ich wei\u00df wirklich nicht, wo sie denn nun siegen&#8220; (allerdings kommen diese \u00c4u\u00dferungen von Oppositionspolitikern). An dieser Stelle sei angemerkt, dass in diesem Bereich die Verantwortung sowohl f\u00fcr die Siege als auch f\u00fcr die Niederlagen bei Syrski liegt.<\/p>\n<p>Zweitens l\u00e4uft es f\u00fcr die Ukraine im Hinterland der Front sehr schlecht. Einerseits nehmen die Spannungen rund um die Mobilmachung zu \u2013 es ist sogar so weit gekommen, dass der ukrainische Ombudsmann Dmitri Lubinez erkl\u00e4ren musste, dass sich im Land eine Revolte gegen die territorialen Wehrdienstkommissariate zusammenbraut. Dabei ist der Ombudsmann in der heutigen Ukraine eine eher dekorative Figur \u2013 er ist haupts\u00e4chlich damit besch\u00e4ftigt, &#8222;Verbrechen der russischen Besatzer&#8220; aufzudecken. Und wenn sich eine solche Figur erlaubt, etwas gegen die Wehrkommissare zu sagen \u2013 dann steht es tats\u00e4chlich schlecht um die Ukraine.<\/p>\n<p>Andererseits nimmt die Demoralisierung der ukrainischen Streitkr\u00e4fte zu. Der Fall des Brigadekommandanten Stanislaw Luchanow, auf dessen Befehl hin zwei Zivilisten get\u00f6tet wurden, zwang sogar Selenskij, der normalerweise auf der Seite des Milit\u00e4rs steht, zu reagieren.<\/p>\n<p>Drittens f\u00fchrte die Eskalation durch Raketenangriffe seitens der ukrainischen Streitkr\u00e4fte auf zivile Objekte in Russland zu Gegenma\u00dfnahmen der russischen Seite \u2013 es kam zu sp\u00fcrbaren Treffern auf ukrainische Milit\u00e4rziele und die Hafeninfrastruktur im S\u00fcden des Landes. Die Explosion von Lagerh\u00e4usern im Kiewer Vorort Wischnjowoje zwang Selenskij erneut zu einer Reaktion, obwohl man meinen k\u00f6nnte, dass es sich hier um ein typisches &#8222;Verbrechen&#8220; des &#8222;Aggressors&#8220; handelte, der &#8222;friedliche H\u00e4user getroffen&#8220; habe. Doch nein, pl\u00f6tzlich waren irgendwelche &#8222;b\u00f6sen Leute&#8220; schuld, die mitten in der Stadt ein Munitionslager eingerichtet hatten.<\/p>\n<p>Die Verantwortung daf\u00fcr wurde im Wesentlichen Fjodorow aufgeb\u00fcrdet, und daran haben sich seine Gegner festgebissen. Zun\u00e4chst einmal muss man bedenken, dass er auf den Posten des Ministers berufen wurde, um die Arbeit der territorialen Wehrdienstkommissariate zu automatisieren. Die Hoffnungen darauf waren nicht unbegr\u00fcndet \u2013 als Leiter des Ministeriums f\u00fcr Digitales hatte sich Fjodorow hervorragend bew\u00e4hrt. Insbesondere wurde unter seiner Leitung innerhalb kurzer Zeit und in hoher Qualit\u00e4t das System &#8222;Dija&#8220; (Aktion) geschaffen \u2013 das ukrainische Pendant zum russischen Portal f\u00fcr \u00f6ffentliche Dienstleistungen.<\/p>\n<p>Fjodorows Anh\u00e4nger versichern, dass er mit Sabotage seitens der territorialen Wehrdienstkommissariate konfrontiert worden sei, die von Syrski unterst\u00fctzt wurden. Seine Gegner behaupten hingegen, dass Fjodorow selbst begonnen habe, die Digitalisierung zu verz\u00f6gern, um zus\u00e4tzliche Befugnisse zu erlangen. Au\u00dferdem habe er die Frage der R\u00fcstungsbeschaffung dem Zufall \u00fcberlassen, nachdem er keinen Zugang zur Teilnahme an Korruptionsgesch\u00e4ften erhalten habe. Wer hier recht hat und wer Schuld tr\u00e4gt, m\u00f6gen die Leser selbst entscheiden.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns ist die Tatsache wichtig, dass der Konflikt zwischen Fjodorow und Syrski tats\u00e4chlich systemischer Natur ist und dass beide gleicherma\u00dfen schuldig sind.<\/p>\n<p>Nun begannen die f\u00fcr die Ukraine typischen \u00f6ffentlichen politischen Spielchen. In Hitlers Deutschland w\u00e4re eine Demonstration gegen den R\u00fccktritt von, sagen wir mal, Feldmarschall Erich von Manstein unvorstellbar gewesen. In der Ukraine unter Selenskij ist das ganz normal. Am 21. Juli fanden sogar vor der ukrainischen Botschaft in Warschau Proteste gegen den R\u00fccktritt von Fjodorow statt.<\/p>\n<p>Syrski ist ein G\u00fcnstling des ukrainischen Generalstabs. Dort gibt es nat\u00fcrlich viele verschiedene Gruppen, die verzweifelt gegeneinander intrigieren, doch die resultierende Kraft ihrer Intrigen wirkt zugunsten des Oberbefehlshabers, weil er einer der ihren ist.<\/p>\n<p>Bezeichnenderweise wird einer der in den Medien am meisten gehypten ukrainischen Milit\u00e4rs \u2013 Robert Magyar Brovdi \u2013 als Kandidat f\u00fcr das Amt des Oberbefehlshabers nicht erw\u00e4hnt. Und das alles nur, weil er f\u00fcr die Offizierskaste &#8222;keiner der ihrigen&#8220; ist. Selenskij m\u00f6chte sich nicht wirklich mit der Generalschaft \u00fcberwerfen \u2013 er st\u00fctzt sich auf die Armee.<\/p>\n<p>Im Gegenzug steht hinter Fjodorow die ukrainische &#8222;Soros-Partei&#8220; (Strukturen der &#8222;Zivilgesellschaft&#8220;, die \u00fcber den Oligarchen Wiktor Pintschuk und den Medienmagnaten Tomas Fiala gesteuert werden).<\/p>\n<p>Fjodorows R\u00fccktritt schw\u00e4cht die Position der &#8222;Soros-Anh\u00e4nger&#8220; erheblich, sodass der Organisator der Protestaktionen h\u00f6chstwahrscheinlich Fiala war. M\u00f6glicherweise gemeinsam mit der Opposition, vertreten beispielsweise durch Petro Poroschenko.<\/p>\n<p>Ideologisch gibt es zwischen den &#8222;Soros-Anh\u00e4ngern&#8220; und den &#8222;Gener\u00e4len&#8220; praktisch keine Meinungsverschiedenheiten. Dennoch handelt es sich um unterschiedliche Machtgruppen, die um Einfluss auf Selenskij, um Finanzstr\u00f6me und letztlich um die Macht an sich k\u00e4mpfen. Jede Position in der Regierung ist f\u00fcr sie von Bedeutung.<\/p>\n<p>Selenskijs Verh\u00e4ltnis zu den &#8222;Soros-Anh\u00e4ngern&#8220; ist angespannt. Zu Fjodorow hingegen ist es sehr gut. Doch Fjodorows Konflikt mit dem Generalstab und die Unterst\u00fctzung, die er von den &#8222;Soros-Anh\u00e4ngern&#8220; erhielt, zwangen Selenskij, sich in den Konflikt einzumischen, den er jedoch nie l\u00f6sen konnte. M\u00f6glicherweise hat sich Selenskij letztlich einfach herausgehalten.<\/p>\n<p>Deshalb hat sich die Situation auf eine noch h\u00f6here Ebene verlagert und ist ins Stocken geraten \u2013 die beteiligten Parteien haben sich an Washington gewandt und warten auf eine Schlichtung. Ukrainische Quellen schlie\u00dfen sogar eine R\u00fcckkehr Fjodorows ins Ministeramt nicht aus \u2013 bereits mit gewissen Garantien aus Washington. Es gibt sogar Prognosen, dass Fjodorow f\u00fcr das Amt des ukrainischen Pr\u00e4sidenten kandidieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Es ist nat\u00fcrlich \u00e4u\u00dferst spannend, dieses Gerangel zu beobachten, aber man sollte bedenken, dass die Desorganisation der ukrainischen Streitkr\u00e4fte infolge dieser Auseinandersetzungen weder zu einem Zusammenbruch der Front noch zu einem sp\u00fcrbaren R\u00fcckgang der Terroranschl\u00e4ge auf Russland f\u00fchren wird. Genauso wenig wie selbst ein erfolgreiches Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 zum sofortigen Untergang Nazi-Deutschlands gef\u00fchrt h\u00e4tte. Der Feind ist nach wie vor stark.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/7\/21\/1436613.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist zuerst am 21. Juli 2026 auf der Website der Zeitung &#8222;Wsgljad&#8220; erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Wassili Stojakin<\/strong> ist ein Analyst bei der Zeitung &#8222;Wsgljad&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/286295-ukraine-proteste-sind-ausdruck-sinkender\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ukraine: Proteste zeigen sinkende Zustimmung f\u00fcr Selenskij und zunehmende Kriegsm\u00fcdigkeit<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7anbaq\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Wassili Stojakin Die politische Lage in der Ukraine kann nur Erstaunen hervorrufen \u2013 erst am 16. 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