{"id":14760,"date":"2026-07-23T12:02:19","date_gmt":"2026-07-23T10:02:19","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/medienkritik\/danger-dan-kunst-oder-hetze-von-janine-beicht\/"},"modified":"2026-07-23T12:02:19","modified_gmt":"2026-07-23T10:02:19","slug":"danger-dan-kunst-oder-hetze-von-janine-beicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/medienkritik\/danger-dan-kunst-oder-hetze-von-janine-beicht\/","title":{"rendered":"Danger Dan: Kunst oder Hetze? | Von Janine Beicht"},"content":{"rendered":"<div><!--kg-card-begin: html--><br \/>\n<iframe title=\"Danger Dan: Kunst oder Hetze? | Von Janine Beicht\" width=\"560\" height=\"418\" src=\"https:\/\/tube4.apolut.net\/videos\/embed\/c5fdJ4Lo6GFWQNGMJSZ6e6\" allow=\"fullscreen\" sandbox=\"allow-same-origin allow-scripts allow-popups allow-forms\" style=\"border-radius: 8px\"><\/iframe><br \/>\n<!--kg-card-end: html--><\/p>\n<div class=\"kg-card kg-audio-card\"><audio src=\"https:\/\/apolut.net\/content\/media\/2026\/07\/tagesdosis-20260723-apolut.mp3\" preload=\"metadata\" controls><\/audio><\/div>\n<p><strong>Wie der \u00d6RR den Gewaltaufruf zum Terror von Danger Dan als Haltung verkl\u00e4rt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Rausschmiss aus dem TV-Jubil\u00e4um l\u00f6ste beim Kulturbetrieb Entr\u00fcstung aus. Anstatt die klare Absage an Gewaltphantasien zu begr\u00fc\u00dfen, inszenierte sich der Musiker als Zensuropfer. Das zeigt die tiefsitzende Verharmlosung linken Extremismus.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Kommentar von\u00a0<strong>Janine Beicht<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Die Maske der vermeintlich Haltungsstarken ist mit einem vernehmlichen Krachen zu Boden gefallen, zur\u00fcck bleibt das entlarvende Bild einer moralisch verrohten Gesinnungselite. Wenn der b\u00fcrgerlich verw\u00f6hnte Musikant Daniel Pongratz alias Danger Dan (1) zur Melodie eing\u00e4ngiger Pianoakkorde offen zur Bildung konspirativer Kampftruppen aufruft, Daten von Andersdenkenden sammelt, zu Hausbesuchen hetzt und verurteilte Schwerverbrecher der linksextremen Hammerbande mit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen bedenkt, klatscht das Kulturbetriebs-Establishment verzaubert Beifall. Es offenbart sich eine tiefsitzende Verlogenheit innerhalb der \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und der ihnen zugewandten Wohlf\u00fchlmedien, die den offenen Extremismus solange als notwendigen Zivilcourage-Beitrag p\u00e4ppeln, bis die rechtlichen Leitplanken vollkommen zu zerbrechen drohen.<\/p>\n<p><strong>Der scheinheilige Zorn des Salonrevolution\u00e4rs im \u00f6ffentlich-rechtlichen Schmollwinkel<\/strong><\/p>\n<p>In der Julinacht des Jahres 2026 ersch\u00fctterte ein wohlkalkulierter Eklat die \u00f6ffentlich-rechtliche Sendeanstalt ZDF. Der Rapper Danger Dan, Stammgast im Geb\u00fchrenfernsehen und Liebling des progressiven B\u00fcrgertums, sollte in der 100. Jubil\u00e4umssendung der Satiresendung \u201eDie Anstalt<strong>\u201c<\/strong> seinen neuesten Titel pr\u00e4sentieren. Doch kurz vor der geplanten Aufzeichnung sah sich die F\u00fchrungsetage des Senders gezwungen, die Notbremse zu ziehen und den Auftritt abzusagen (2). Statt Einsicht zeigte der K\u00fcnstler sofort das gewohnte Verhalten der linken Emp\u00f6rungsindustrie. Er inszenierte sich umgehend als Opfer staatlicher Repression, um aus dem Ausschluss maximale PR-Rendite zu schlagen. Auf Instagram ver\u00f6ffentlichte er (3):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eImmer \u00c4rger mit dem ZDF, dieses Mal haben sie uns ernsthaft rausgeschmissen. Eigentlich waren wir eingeladen, um in der ZDF-TV-Sendung \u201eDie Anstalt\u201c ein antifaschistisches Lied zu spielen. Dass nicht alle das Lied, das wir spielen wollten, m\u00f6gen w\u00fcrden, war uns klar, dass wir auch hier \u00fcber einzelne Zeilen diskutieren k\u00f6nnen und es Debatten ausl\u00f6sen kann, das ist doch toll, das ist gew\u00fcnscht, das geh\u00f6rt in einer Demokratie dazu. Dass wir jetzt aber schon an dem Punkt angekommen sind, an dem eine ZDF-Intendanz autorit\u00e4r in Sendungen eingreift, antifaschistisches Liedgut verbietet und eine Begr\u00fcndung verweigert, das ersch\u00fcttert uns und das nennt man nicht Demokratie, das ist ein autorit\u00e4rer Akt.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Eine offizielle schriftliche Begr\u00fcndung f\u00fcr die Ausladung habe man vom ZDF bislang nicht erhalten. Das Lied habe dem Sender seit Wochen vorgelegen, so Danger Dan. Er spricht von einem Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit und sieht politische Gr\u00fcnde hinter der Entscheidung des Senders.<\/p>\n<p>Diese larmoyante Opfererz\u00e4hlung offenbart das Selbstverst\u00e4ndnis einer verw\u00f6hnten Gesinnungselite, die Geb\u00fchrengelder f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlichen Tribut h\u00e4lt und jede Weigerung, als Plattform f\u00fcr Gewaltaufrufe zu dienen, als finsteren Zensurakt deklariert. Der Sender versuchte panisch, den Schaden zu begrenzen, und begr\u00fcndete seinen Schritt mit der strikten Einhaltung der eigenen Programmrichtlinien, da der Inhalt des Liedes unmissverst\u00e4ndlich zu Gewalt und Selbstjustiz anstiftet. Bei der Vorbereitung der Sendung habe man sich redaktionell intensiv mit der Thematik besch\u00e4ftigt, und auch die Gesch\u00e4ftsleitung des Senders sei eingebunden gewesen, um am Ende festzustellen, dass sich der offenkundige Widerspruch auch durch ein anschlie\u00dfendes Gespr\u00e4ch nicht aufl\u00f6sen lasse. (4)<\/p>\n<p><strong>Eine detaillierte Rekonstruktion: Das Lied als kriminelles Handbuch zur politischen Selbstjustiz<\/strong><\/p>\n<p>Der Song mit dem Titel \u201e<em>Keine Angst\u201c <\/em>(5) stellt keineswegs einen harmlosen musikalischen und antifaschistischen Beitrag dar, sondern fungiert \u00fcber weite Strecken als detaillierter Leitfaden f\u00fcr den Aufbau einer geheim organisierten, gewaltbereiten Antifa-Zelle. Der Text fordert die H\u00f6rer in kategorischer Weise auf, den Pfad der Legalit\u00e4t zu verlassen, Konflikte mit den Sicherheitsbeh\u00f6rden gezielt zu suchen und den Rechtsstaat durch ein System des Terrors und der Zersetzung zu ersetzen. Daniel Pongratz inszeniert eine apokalyptische Bedrohungslage, um daraus das vermeintliche Recht abzuleiten, politische Gegner systematisch zu verfolgen und physisch zu vernichten. So hei\u00dft es in der ersten Strophe (5):\u00a0<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDie andre M\u00f6glichkeit bedeutete schon heute<br \/>Stress mit der Polizei und den ganz besonders Deutschen<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>Daf\u00fcr &#8217;ne kleine Chance, das Blatt nochmal zu wenden<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>Oder vielleicht das Schlimmste noch verhindern zu k\u00f6nnen<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>Du wei\u00dft nicht, was du tun kannst, du wei\u00dft nicht, wie das geht<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>H\u00f6r mir zu, ich hab&#8216; vielleicht eine passende Idee.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Die praktische Anleitung folgt auf dem Fu\u00dfe und beschreibt akribisch, wie konspirative Zellen ohne Namen oder Registereintrag gegr\u00fcndet werden m\u00fcssen. Um der Strafverfolgung zu entgehen, empfiehlt der Musiker strikte Geheimhaltungstaktiken, die Vermeidung digitaler Spuren sowie die Nutzung illegaler Methoden zur Beschaffung finanzieller Mittel. Er ruft dazu auf, Dosen, Aufkleber und Marker \u00fcber Spendenpartys zu finanzieren, um \u00f6ffentliche R\u00e4ume zu markieren und das Revier zu sichern, w\u00e4hrend gleichzeitig peinlich genau darauf geachtet werden soll, keine Fingerabdr\u00fccke oder Videobeweise zu hinterlassen. Die Methodik beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf das Anbringen von Graffitis, sondern geht nahtlos in systematisches Stalking, Doxxing und die psychische Vernichtung der Opfer \u00fcber. Pongratz ermuntert seine Zuh\u00f6rerschaft, gef\u00e4lschte Profile in sozialen Netzwerken wie TikTok oder Telegram anzulegen, Papierm\u00fcll zu durchsuchen, Zielpersonen bis zu ihren privaten Wohnh\u00e4usern zu verfolgen und sogar Singleb\u00f6rsen zu unterwandern, um pers\u00f6nliche Daten abzugreifen. Diese Informationen sollen anschlie\u00dfend in einem sogenannten Antifa-Archiv geb\u00fcndelt und f\u00fcr gezielte Denunziationskampagnen im Arbeits- und Nachbarschaftsumfeld missbraucht werden, um die Betroffenen gesellschaftlich und wirtschaftlich zu ruinieren.<\/p>\n<p><strong>Die finale Eskalation: Vom beh\u00f6rdlichen Misstrauen zur Verherrlichung des Terrors<\/strong><\/p>\n<p>Das Fundament dieses radikalen Aufrufs bildet ein tiefsitzendes Misstrauen gegen\u00fcber den demokratischen Institutionen unseres Landes. Der Rapper unterstellt den Sicherheitsbeh\u00f6rden pauschal, rechte Strukturen nicht etwa zu bek\u00e4mpfen, sondern gezielt zu f\u00f6rdern und mit ihnen unter einer Decke zu stecken. Aus dieser haltlosen Behauptung konstruiert er eine Notwehrsituation, die das staatliche Gewaltmonopol au\u00dfer Kraft setzen soll und die B\u00fcrger zur Bewaffnung sowie zum Kampftraining im Stra\u00dfenraum auffordert (5).<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eMan m\u00f6chte mein&#8217;n, dass die Sicherheitsbeh\u00f6rden<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>Rechte Struktur&#8217;n nicht bek\u00e4mpfen, sondern f\u00f6rdern<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>So mancher Polizist steht f\u00fcr die AfD zur Wahl<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>Uniter hat die Munition vom KSK<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>Das bedeutet, parallel zum Recherchier&#8217;n<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>M\u00fcsst ihr eure Sicherheit selbst organisier\u2019n<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>Koordiniert euch, fangt an zu trainier\u2019n<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>Wenn ihr zusamm&#8217;n k\u00e4mpft, dann kann es funktionier\u2019n<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>Ist eh klar, was zu tun ist, ich sag&#8216; nix mehr dazu<\/em><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><em>Liebe Gru\u0308\u00dfe an Lina, Gucci, Maja und Nanuk.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Das schockierende Finale des Songs \u00fcberschreitet jede erdenkliche Grenze k\u00fcnstlerischer Freiheit und m\u00fcndet in einer direkten Solidarisierung mit verurteilten Gewaltt\u00e4tern. Indem Danger Dan Gr\u00fc\u00dfe an die Akteure des sogenannten Hammerbanden-Komplexes richtet, adelt er brutale Angriffe, bei denen Opfern mit H\u00e4mmern und Schlagst\u00f6cken Sch\u00e4delknochen zertr\u00fcmmert wurden. Die Erw\u00e4hnung der Namen ist ein unmissverst\u00e4ndliches Signal an die gewaltbereite Szene, dass die Anwendung schwerster k\u00f6rperlicher Gewalt als legitim betrachtet wird.<\/p>\n<p><strong>Der Bu\u0308rgerkrieg als Lifestyle: Die unertr\u00e4gliche Doppelmoral des Professorensohns<\/strong><\/p>\n<p>Bei genauerer Betrachtung entlarvt sich das martialische Gehabe des Daniel Pongratz als ein zutiefst verlogenes Produkt der modernen Kulturindustrie, das speziell f\u00fcr ein bildungsb\u00fcrgerliches Publikum entwickelt wurde, das sich schick mit den Insignien des Widerstands schm\u00fccken m\u00f6chte. Der Sohn eines Professors suhlt sich in der Pose des kompromisslosen Stra\u00dfenk\u00e4mpfers, w\u00e4hlt f\u00fcr das eigene Privatleben jedoch die behagliche Sicherheit des Rechtsstaates. W\u00e4hrend er fremde Kinder den Gefahren politischer Stra\u00dfenschlachten aussetzt, nutzt er seinen Wohlstand, um den eigenen Nachwuchs vor den H\u00e4rten der Realit\u00e4t zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Der Musiker schildert im Podcast<em> \u201eHotel Matze\u201c<\/em> (6), dass er seinem Kind mithilfe eines Anwalts und erheblicher finanzieller Mittel einen Platz an einer bestimmten Schule verschafft habe. Nach seiner eigenen Darstellung entschied er sich damit bewusst gegen eine Schule, an der Gewalt zum Alltag geh\u00f6re \u2013 ein Vorgehen, das er selbst ausdr\u00fccklich als <em>\u201egro\u00dfes Privileg\u201c<\/em> bezeichnet. Seine Schilderung macht deutlich, dass er sich der sozialen und finanziellen Sonderstellung bewusst ist und diese gezielt nutzt, um das eigene Kind vor einem gewaltgepr\u00e4gten Umfeld zu bewahren:\u00a0<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eAlso, die Entscheidung war vor allem gegen eine Schule, von der ich wusste, dass dort der Schulalltag als sehr gewaltt\u00e4tig gilt. Mir wurde nahegelegt: \u201ePass mal auf, das ist dort der Alltag.\u201c Das wollte ich nicht. Da wusste ich auch: Schade, dass das so ist. Ich finde das wirklich total schlimm, dass so etwas \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist Ich finde das wirklich nicht fair. Tats\u00e4chlich ist es mir sogar eher unangenehm, dass ich das machen kann. Aber es geht: Man kann in Berlin Geld in die Hand nehmen, zu einem Anwalt gehen, und der sagt: \u201eIch kann dir den Schulplatz verschaffen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>W\u00e4hrend er f\u00fcr das eigene Kind eine m\u00f6glichst sichere und gewaltfreie Lernumgebung sucht und daf\u00fcr notfalls hohe Kosten in Kauf nimmt, vertritt er gegen\u00fcber politischen Gegnern eine deutlich andere Haltung: Dort propagiert er den Druck der Stra\u00dfe und bezieht sich positiv auf die Gewalt der sogenannten \u201eHammerbande\u201c. Diese eklatante Koh\u00e4renzl\u00fccke offenbart die Verkommenheit dieser Haltung, die Gewaltfreiheit f\u00fcr die eigene Familie einklagt, aber dem politischen Opponenten den Sch\u00e4delbruch durch radikale Schl\u00e4gertrupps w\u00fcnscht. Der sogenannte Indymedia-Pop bedient die Sehns\u00fcchte wohlhabender Gro\u00dfstadt-Intellektueller, die am Wochenende bei teurem Rotwein vom Umsturz tr\u00e4umen, w\u00e4hrend sie die Konsequenzen ihres Handelns auf die Schw\u00e4cheren der Gesellschaft abw\u00e4lzen. Es handelt sich um ein rein kommerzielles Produkt, das auf den Plattformen des Kapitalismus konsumiert wird, ohne dass die Akteure jemals die pers\u00f6nliche Verantwortung f\u00fcr die entfesselte Brutalit\u00e4t \u00fcbernehmen m\u00fcssten.<\/p>\n<p><strong>Das Totalversagen der Medien: Verharmlosung, Komplizenschaft und der Ruf nach Zensurfreiheit fu\u0308r \u201edie Guten\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Anstatt diesen beispiellosen Aufruf zur Gewalt geschlossen zu verurteilen, reagierten gro\u00dfe Teile des medialen und kulturellen Establishments mit sch\u00fctzender Abwehr und verharmlosender Umdeutung. Journalisten und Branchenkollegen versuchten krampfhaft, das Machwerk als wertvollen Debattenbeitrag zu rechtfertigen, und schoben das Narrativ vor, dass gegen den vermeintlichen Faschismus jedes Mittel heilig sei. Selbst in den F\u00fchrungsgremien des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks fanden sich Verteidiger, die den Intendanten Mutlosigkeit vorwarfen und den Song als von der Kunstfreiheit gedecktes Meisterwerk verteidigten. ARD-Kabarettist Florian Schroeder in ZDF-\u201easpekte\u201c (7):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eAls K\u00fcnstlerkollege sage ich, das ist ein provokativer Song. Das geh\u00f6rt dazu, das geh\u00f6rt zur Kunst. Man muss das nicht alles Wort f\u00fcr Wort unterschreiben. Aber das ist ein Debattenbeitrag. Aber man kann sie nur f\u00fchren, wenn es den Song gibt. Und wenn er so radikal ist, wie er ist. Das genau ist die Aufgabe von Kunst.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Argumentation l\u00e4sst jegliches Ma\u00df an juristischer und ethischer Konsistenz vermissen, da dieselben Akteure bei rechten \u00c4u\u00dferungen sofort nach dem Staatsanwalt rufen. Es wird mit zweierlei Ma\u00df gemessen, sobald die Gewalt von der angeblich richtigen Seite kommt. Wenn Kabarettisten oder Konservative \u00fcberspitzte Rhetorik verwenden, wird dies umgehend als Bedrohung f\u00fcr die Demokratie gebrandmarkt, w\u00e4hrend ein expliziter Aufruf zum Doxxing und zur Stra\u00dfenkampff\u00fchrung als sch\u00fctzenswerte Kunst umgedeutet wird.<\/p>\n<p>Die Schizophrenie der \u00f6ffentlichen Debatte zeigte sich auch im Verhalten des Senders selbst, der versuchte, den Eklat durch eine Sondersendung des Kulturmagazins zu gl\u00e4tten, in der der Gewaltaufruf f\u00e4lschlicherweise zum k\u00fcnstlerischen Schlag gegen Rechts verkl\u00e4rt wurde. Statt Kante gegen realen Extremismus zu zeigen, bot man den Protagonisten eine nachtr\u00e4gliche Rechtfertigungsb\u00fchne. In einem offenen Schreiben auf <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"http:\/\/netzpolitik.org\/?ref=apolut.net\">netzpolitik.org<\/a> (8) wendeten sich zudem acht Mitglieder des ZDF-Fernsehrats gegen die Entscheidung der Gesch\u00e4ftsleitung, den geplanten gemeinsamen Musikauftritt unmittelbar vor der Aufzeichnung abzusagen. Nach ihrer Auffassung habe der Sender damit die Chance ungenutzt gelassen, eine \u00f6ffentliche Auseinandersetzung \u00fcber den wachsenden Rechtsextremismus in Deutschland sowie \u00fcber m\u00f6gliche Strategien zu dessen Bek\u00e4mpfung anzusto\u00dfen. Zu den Unterzeichnern z\u00e4hlen unter anderem die ehemalige Bundesfamilienministerin Lisa Paus sowie Erik Tuchtfeld. Dass ausgerechnet Vertreter eines Aufsichtsgremiums den rechtstaatlichen F\u00f6rderauftrag zur Umsturz-Anleitung umdeuten, setzt der Heuchelei die Krone auf. Um den Aufruf zu klandestiner Spitzelei, Selbstjustiz und Pr\u00fcgelbrigaden in ein staatstragendes Bildungsangebot umzudeuten, greifen die Unterzeichner zu einer atemberaubenden begrifflichen Akrobatik (8):<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eEs ist die \u2013 im ZDF-Staatsvertrag und in den Programmrichtlinien definierte \u2013 Aufgabe des ZDF, durch seine Angebote zu einem vielf\u00e4ltigen und kontroversen \u00f6ffentlichen Diskurs beizutragen und dabei insbesondere die Menschenw\u00fcrde sowie den demokratischen und sozialen Rechtsstaat zu f\u00f6rdern. Der erstarkende Rechtsextremismus ist eine besondere Gefahr f\u00fcr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Deutschland. Danger Dan entwirft in \u201eKeine Angst\u201c eine Anleitung f\u00fcr den Einsatz gegen die Bedrohung durch die extreme Rechte.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch der veranstaltete Ersatzauftritt in Berlin (9) verdeutlichte das Netzwerk aus politischer R\u00fcckendeckung und medialer Verflechtung, das solche Radikalisierungsprozesse systematisch beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p><strong>Das Netzwerk des Establishments: Ku\u0308nstlerische Komplizen und der Kampf gegen den Rechtsstaat<\/strong><\/p>\n<p>Danger Dan bewegt sich keineswegs in einem isolierten Vakuum, sondern ist bestens in der deutschen Musik- und Kulturbranche vernetzt, was ihm eine erstaunliche Immunit\u00e4t verleiht. Seine Kooperationen reichen von etablierten Indie-Pop-Bands wie Provinz (10) bis hin zu Urgesteinen des deutschen Rock wie den Toten Hosen (11), deren Label JKP die Antilopen-Gang betreut. Auch Zusammenarbeiten mit Jan B\u00f6hmermann (12), Sebastian Krumbiegel von den Prinzen (13) oder Max Herre (14) unterstreichen, wie tief der Musiker im System des Haltungsjournalismus und der Staatskultur verwurzelt ist. Diese Querverbindungen sorgen daf\u00fcr, dass radikale Inhalte nicht auf Widerstand sto\u00dfen, sondern als edler Widerstand im Salon gefeiert werden.<\/p>\n<p>Die Relativierung von Gewalt erreicht dort ihren H\u00f6hepunkt, wo das staatliche Gewaltmonopol zugunsten des Faustrechts preisgegeben wird. Wenn b\u00fcrgerliche Medien und linke Politiker wegschauen, sobald Extremisten mit Gewaltphantasien oder echtem Werkzeug auf Andersdenkende einpr\u00fcgeln, verf\u00e4llt die Verfassungsordnung von innen heraus. Die Behauptung, dass man den Faschismus mit den Methoden des Terrors bek\u00e4mpfen m\u00fcsse, kopiert in Wahrheit genau die Logik derjenigen Systeme, die man angeblich abzuschaffen vorgibt. Der Weg in den Autoritarismus wird gepflastert von Gesinnungsaposteln, die sich selbst \u00fcber das Gesetz stellen.<\/p>\n<p><strong>Keine B\u00fchne f\u00fcr Terrorromantik<\/strong><\/p>\n<p>Wer glaubt, dass der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk jeden strafrechtlich gerade noch geduldeten Exzess auf Sendung schicken muss, hat den Schuss nicht geh\u00f6rt, erst recht nicht, wenn es um ungenierte Aufrufe zu linksextremem Terror und die Verherrlichung blutiger Hammerbanden-\u00dcberf\u00e4lle geht. Die einzig vertretbare Antwort auf all jene, die unsere Freiheit schleichend abwickeln wollen, ist kein gem\u00fctlicher Kuschelkurs mit salonf\u00e4higen Extremisten, sondern ein kompromissloser, wehrhafter Rechtsstaat, der sein Gewaltmonopol eisern verteidigt, die Grenzen sch\u00fctzt und B\u00fcrgerwehr-Fantasien von links wie rechts ohne Ansehen der Person zerschl\u00e4gt.<\/p>\n<h3 id=\"quellen-und-anmerkungen\">Quellen und Anmerkungen<\/h3>\n<\/p>\n<p>(1) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.chartsurfer.de\/artist\/danger-dan\/biography-euecp.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.chartsurfer.de\/artist\/danger-dan\/biography-euecp.html<\/a><\/p>\n<p>(2) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/kultur\/faq-zdf-streit-auftritt-danger-dan-igor-levit-100.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.tagesschau.de\/kultur\/faq-zdf-streit-auftritt-danger-dan-igor-levit-100.html<\/a>\u00a0<\/p>\n<p>(3) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/Da2sDnrtQta\/?utm_source=ig_embed\">https:\/\/www.instagram.com\/p\/Da2sDnrtQta\/?utm_source=ig_embed<\/a><\/p>\n<p>(4) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/in-eigener-sache\/danger-dan-die-anstalt-ausladung-reaktion-100.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.zdfheute.de\/in-eigener-sache\/danger-dan-die-anstalt-ausladung-reaktion-100.html<\/a><\/p>\n<p>(5) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/genius.com\/Danger-dan-keine-angst-lyrics?ref=apolut.net\">https:\/\/genius.com\/Danger-dan-keine-angst-lyrics<\/a><\/p>\n<p>(6) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=70Ot3FLB4RA&amp;ref=apolut.net\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=70Ot3FLB4RA<\/a><\/p>\n<p>(7) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article6a5e40993d7c8c257075ebd0\/auftritt-bei-die-anstalt-jeder-chefredakteur-der-bei-trost-ist-kann-so-was-nicht-ueber-den-sender-laufen-lassen.html?ref=apolut.net\">https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article6a5e40993d7c8c257075ebd0\/auftritt-bei-die-anstalt-jeder-chefredakteur-der-bei-trost-ist-kann-so-was-nicht-ueber-den-sender-laufen-lassen.html<\/a><\/p>\n<p>(8) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2026\/wir-halten-die-absage-fuer-einen-fehler\/?ref=apolut.net\">https:\/\/netzpolitik.org\/2026\/wir-halten-die-absage-fuer-einen-fehler\/<\/a><\/p>\n<p>(9) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/berlin.t-online.de\/region\/berlin\/id_101354048\/berlin-danger-dan-spielt-nach-zdf-absage-keine-angst-im-columbia-theater.html?ref=apolut.net\">https:\/\/berlin.t-online.de\/region\/berlin\/id_101354048\/berlin-danger-dan-spielt-nach-zdf-absage-keine-angst-im-columbia-theater.html<\/a><\/p>\n<p>(10) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/fm4.orf.at\/stories\/3028082?ref=apolut.net\">https:\/\/fm4.orf.at\/stories\/3028082<\/a><\/p>\n<p>(11) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.rollingstone.de\/danger-dan-antilopengang-tote-hosen-support-3169459\/?ref=apolut.net\">https:\/\/www.rollingstone.de\/danger-dan-antilopengang-tote-hosen-support-3169459\/<\/a><\/p>\n<p>(12) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8FXQOVnp8lk&amp;ref=apolut.net\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8FXQOVnp8lk<\/a><\/p>\n<p>(13) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/diffus.de\/p\/danger-dan-die-prinzentragoedie-mit-sebastian-krumbiegel\/?ref=apolut.net\">https:\/\/diffus.de\/p\/danger-dan-die-prinzentragoedie-mit-sebastian-krumbiegel\/<\/a><\/p>\n<p>(14) <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/diffus.de\/p\/mir-kann-nichts-passieren-danger-dan-und-max-herre-in-einer-hymne-an-die-freundschaft\/?ref=apolut.net\">https:\/\/diffus.de\/p\/mir-kann-nichts-passieren-danger-dan-und-max-herre-in-einer-hymne-an-die-freundschaft\/<\/a><\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Dank an die Autorin f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: HAMBURG, DEUTSCHLAND &#8211; 20. AUGUST 2023: &#8222;Danger Dan&#8220; spielt beim MS Dockville Festival auf der Hamburger Hauptb\u00fchne.<br \/>Bildquelle: <u>klauscook<\/u> \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Der Rauschmiss aus dem TV-Jubil\u00e4um l\u00f6ste beim Kulturbetrieb Entr\u00fcstung aus. Anstatt die klare Absage an Gewaltphantasien zu begr\u00fc\u00dfen, inszenierte sich der Musiker als Zensuropfer. 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