{"id":14887,"date":"2026-07-24T09:05:21","date_gmt":"2026-07-24T07:05:21","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/trump-zoelle-treffen-schweiz-haerter-als-eu\/"},"modified":"2026-07-24T09:05:21","modified_gmt":"2026-07-24T07:05:21","slug":"trump-zoelle-treffen-schweiz-haerter-als-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/trump-zoelle-treffen-schweiz-haerter-als-eu\/","title":{"rendered":"Trump-Z\u00f6lle treffen Schweiz h\u00e4rter als EU"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Seit dem fr\u00fchen Freitagmorgen des 24. Juli 2026 gelten in den Vereinigten Staaten neue Einfuhrz\u00f6lle auf Waren aus sechzig Handelspartnerl\u00e4ndern. Die amerikanische Regierung begr\u00fcndet die Ma\u00dfnahme mit angeblich unzureichenden Schritten gegen den Import von G\u00fctern, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden. F\u00fcr die Schweiz betr\u00e4gt der effektive Satz in den meisten F\u00e4llen bis zu 12,5 Prozent und liegt damit h\u00f6her als jener f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union.<\/p>\n<p>Das\u00a0Office of the United States Trade Representative (USTR) unter Jamieson Greer hatte die finale Entscheidung am Vortag bekanntgegeben. Die neuen Abgaben ersetzen die tempor\u00e4ren globalen Z\u00f6lle von zehn Prozent, die unter Section 122 des Trade Act von 1974 erhoben worden waren und genau zu diesem Zeitpunkt ausliefen.<\/p>\n<p>Die Struktur der neuen Z\u00f6lle ist bewusst differenziert angelegt. F\u00fcr die Schweiz, Japan und S\u00fcdkorea wird der bestehende MFN-Zoll mit einem zus\u00e4tzlichen Section-301-Zoll so kombiniert, dass insgesamt ein Flat-Satz von 12,5 Prozent entsteht.<\/p>\n<p>Liegt der bisherige MFN-Satz bereits bei oder \u00fcber diesem Wert, f\u00e4llt kein weiterer Zoll an. F\u00fcr die Europ\u00e4ische Union und Taiwan gilt analog ein Flat-Satz von zehn Prozent. Andere L\u00e4nder zahlen einen flachen zus\u00e4tzlichen Zoll von zehn oder 12,5 Prozent, je nachdem, wie die USA\u00a0deren Ma\u00dfnahmen gegen Zwangsarbeit bewerten.<\/p>\n<p>Waren, die vor dem Stichtag verladen wurden und bis zum 28. Juli abgefertigt werden, sind ausgenommen. Zudem gibt es umfangreiche Ausnahmen f\u00fcr bestimmte Rohstoffe, Pharmaprodukte, Energieerzeugnisse und G\u00fcter, die bereits unter Section-232-Z\u00f6llen stehen.<\/p>\n<p>Die rechtliche Vorgeschichte ist eng mit dem Supreme-Court-Urteil vom Februar 2026 verkn\u00fcpft. Damals hatte das Oberste Gericht Trumps fr\u00fchere Notstandsz\u00f6lle f\u00fcr rechtswidrig erkl\u00e4rt. Die Regierung reagierte mit befristeten Zehn-Prozent-Z\u00f6llen nach Section 122, die maximal 150 Tage gelten durften.<\/p>\n<p>Bereits im M\u00e4rz er\u00f6ffnete das USTR Section-301-Untersuchungen gegen sechzig Volkswirtschaften. Der zentrale Vorwurf lautete, diese L\u00e4nder w\u00fcrden den Import von G\u00fctern aus Zwangsarbeit weder wirksam verbieten noch konsequent durchsetzen. Im Juni pr\u00e4sentierte Washington den Vorschlag unterschiedlicher Zolls\u00e4tze, der nach Anh\u00f6rungen und \u00f6ffentlichen Kommentaren am 23. Juli finalisiert wurde.<\/p>\n<p>Die Administration betont, die USA verf\u00fcgten seit Jahrzehnten \u00fcber ein strenges Importverbot und erwarteten dasselbe von ihren Partnern. In Fachkreisen wird die Vorgehensweise hingegen h\u00e4ufig als Versuch gewertet, nach dem Supreme-Court-Urteil auf anderem Weg weiterhin umfassende Z\u00f6lle durchzusetzen.<\/p>\n<p>Das Eidgen\u00f6ssische Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung nahm die Ank\u00fcndigung zur Kenntnis. Der Zusatzzoll von bis zu 12,5 Prozent trete ab dem 24. Juli in Kraft. Gleichzeitig halte Washington damit die Gemeinsame Absichtserkl\u00e4rung vom 14. November 2025 weiterhin ein.<\/p>\n<p>Der Bundesrat weise die Vorw\u00fcrfe der Zwangsarbeit-Untersuchung entschieden zur\u00fcck. Die Schweiz verf\u00fcgt \u00fcber einen umfassenden Rechtsrahmen, in dem Zwangsarbeit verfassungsrechtlich, zivilrechtlich und strafrechtlich verboten ist.<\/p>\n<p>Unternehmen unterliegen Sorgfaltspflichten, und Bern setzt auf internationale Zusammenarbeit statt auf ein reines Importverbot nach amerikanischem Vorbild. Seit Monaten argumentiert die Schweiz, dass ihre Praxis die US-Industrie nicht sch\u00e4dige.<\/p>\n<p>Wirtschaftsverb\u00e4nde wie economiesuisse und Swissmem hatten die Vorw\u00fcrfe bereits im Juni scharf zur\u00fcckgewiesen. Swissmem betonte, dass die allermeisten Technologieprodukte in der Schweiz selbst entwickelt und gefertigt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Differenz zum EU-Satz von zehn Prozent bleibt f\u00fcr die exportorientierte Industrie dennoch ein sp\u00fcrbarer Wettbewerbsnachteil. Die Vereinigten Staaten geh\u00f6ren zu den wichtigsten Absatzm\u00e4rkten der Schweiz, insbesondere f\u00fcr Pharma, Pr\u00e4zisionsmaschinen, Uhren und Chemie.<\/p>\n<p>Die fr\u00fcheren 39-Prozent-Z\u00f6lle von 2025 hatten die Exporte erheblich belastet. Der Deal vom November 2025 senkte die Obergrenze auf 15 Prozent. Die neuen 12,5 Prozent liegen darunter, ersetzen aber die bisherigen zehn Prozent und schaffen erneut Planungsunsicherheit.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist eine zweite Section-301-Untersuchung zu strukturellen \u00dcberkapazit\u00e4ten in der Industrie im Gange, die auch die Schweiz betrifft und zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen zur Folge haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Mit den neuen Z\u00f6llen setzt die Trump-Administration ihre protektionistische Linie fort und nutzt Section 301 als flexibles Instrument. F\u00fcr die Schweiz bedeutet der 12,5-Prozent-Satz keine dramatische Eskalation gegen\u00fcber dem Status quo der letzten Monate, aber auch keine Entspannung. Die Differenz zur Europ\u00e4ischen Union bleibt ein struktureller Nachteil. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob bilaterale Gespr\u00e4che weitere Erleichterungen bringen oder ob die Unsicherheit anh\u00e4lt.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2012 <a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/international\/285761-trump-usa-erheben-wegezoll-an\/\">Trump: USA erheben Wegezoll an Stra\u00dfe von Hormus<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7ayj02\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem fr\u00fchen Freitagmorgen des 24. Juli 2026 gelten in den Vereinigten Staaten neue Einfuhrz\u00f6lle auf Waren aus sechzig Handelspartnerl\u00e4ndern. 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