{"id":14984,"date":"2026-07-24T16:08:17","date_gmt":"2026-07-24T14:08:17","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/uncategorized\/der-verschleiss-des-konflikts-ukraine-europa-und-die-daemmerung-einer-grossen-taeuschung\/"},"modified":"2026-07-24T16:08:17","modified_gmt":"2026-07-24T14:08:17","slug":"der-verschleiss-des-konflikts-ukraine-europa-und-die-daemmerung-einer-grossen-taeuschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/uncategorized\/der-verschleiss-des-konflikts-ukraine-europa-und-die-daemmerung-einer-grossen-taeuschung\/","title":{"rendered":"Der Verschlei\u00df des Konflikts: Ukraine, Europa und die D\u00e4mmerung einer gro\u00dfen T\u00e4uschung"},"content":{"rendered":"<div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lorenzo Maria Pacini<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Man hatte ihnen Ruhm versprochen, doch stattdessen fanden sie sich in der H\u00f6lle wieder.\u00a0<\/strong><strong>Es kam nicht so, wie man es versprochen hatte<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man hatte versprochen, es werde bald vorbei sein. Man hatte einen epochalen Sieg versprochen, bei dem der \u201eKreml-Diktator\u201c besiegt werden w\u00fcrde. Man hatte gesagt, sie w\u00fcrden der NATO und der Europ\u00e4ischen Union beitreten. Man hatte gesagt, es werde ein gro\u00dfer Erfolg werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber das war es nicht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nichts davon ist eingetreten. Nichts von dem, was die Regierung Wolodymyr Selenskyjs versprochen hatte, ist geschehen. Es kam nicht so, wie die M\u00e4chtigen in Washington, London, Rom, Paris, Berlin und Br\u00fcssel es vorhergesagt hatten. Es lief \u00fcberhaupt nicht gut. Und heute, viereinhalb Jahre nach Beginn des Konflikts, sind die eigentlichen Verlierer nicht die Politiker, sondern das ukrainische Volk.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Dinge entwickelten sich auf eine wahrhaft einzigartige Weise: nicht durch einen pl\u00f6tzlichen Zusammenbruch, sondern durch eine langsame, aber sichtbare Erosion \u2014 sowohl auf ukrainischer als auch auf europ\u00e4ischer Seite.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Narrativ der Jahre 2022\u20132023, getragen vom Geist b\u00fcrgerlichen Heldenmuts und kollektiven Widerstands, hielt so lange stand, wie der Krieg einen vorhersehbaren Horizont zu haben schien. Dieser Horizont hat sich allm\u00e4hlich zur\u00fcckgezogen. St\u00e4dte, die von Bombardierungen auf die Energieinfrastruktur getroffen wurden, sehen sich nach wie vor einer Stromrationierung ausgesetzt, die Saison f\u00fcr Saison wiederkehrt; die heimische Wirtschaft, bereits durch den Verlust des Industriegebiets im Donbas und im S\u00fcdosten geschw\u00e4cht, st\u00fctzt sich weitgehend auf externe Transferzahlungen; und die Mobilisierung entzieht einem ohnehin fragilen Produktionssektor weiterhin Arbeitskr\u00e4fte \u2014 ganz zu schweigen vom gewaltsamen Widerstand gegen Rekrutierer, die B\u00fcrger im wehrpflichtigen Alter buchst\u00e4blich verfolgen und sie zur Flucht, zum gewaltsamen Aufbegehren oder zur Unterwerfung zwingen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt ein weniger quantifizierbarer, aber nicht minder realer Faktor: die psychische Ersch\u00f6pfung einer Bev\u00f6lkerung, die seit Jahren inmitten von Luftschutzsirenen, dem Verlust von Angeh\u00f6rigen an der Front und der Ungewi\u00dfheit dar\u00fcber lebt, wann und wie diese Phase enden wird. Die daraus resultierende Unzufriedenheit r\u00fchrt nicht von einem wankenden Bekenntnis zur nationalen Sache her, sondern von der wachsenden Kluft zwischen den geforderten Opfern und den greifbaren Ergebnissen auf dem Boden. Es ist eine Dynamik, die jeder Gesellschaft vertraut ist, die einem lang andauernden Konflikt ausgesetzt ist: Der anf\u00e4ngliche Enthusiasmus weicht im Laufe der Zeit einem m\u00fcden Pragmatismus und dann einer immer expliziter werdenden Forderung nach Verhandlungsl\u00f6sungen \u2014 auch wenn diese unvollkommen sind.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Kosten, die Europa nicht l\u00e4nger verbergen kann<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf europ\u00e4ischer Seite nimmt das Problem eine andere, aber ebenso dr\u00e4ngende Form an. Regierungen, die Kiew konsequent mit milit\u00e4rischer, finanzieller und humanit\u00e4rer Hilfe unterst\u00fctzt haben, ohne dabei Kosten zu scheuen, haben eine Verschlechterung der Lage in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und ein tragisches Ergebnis f\u00fcr die Ukraine erlebt \u2014 denn nichts davon hat dazu beigetragen, die Situation zu ver\u00e4ndern. Das einzige, was sich ge\u00e4ndert hat, sind die Bedingungen der gemachten Versprechen. Und nun?<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine, urspr\u00fcnglich als kosteng\u00fcnstiges moralisches Bekenntnis dargestellt, hat sich als langfristige Investition erwiesen, deren strategischer Nutzen nach wie vor umstritten ist, w\u00e4hrend die wirtschaftlichen Kosten unmittelbar und in den Gehaltsabrechnungen der Menschen sp\u00fcrbar sind. Es geht dabei nicht nur um Haushaltszahlen. Das Verh\u00e4ltnis zwischen den geforderten Opfern und den erzielten Ergebnissen wird in Frage gestellt: Nach Jahren von Sanktionen gegen Ru\u00dfland, die Moskau nicht daran gehindert haben, seine Kriegswirtschaft neu zu organisieren, und nach milit\u00e4rischer Unterst\u00fctzung, die zu keiner entscheidenden Wende auf dem Schlachtfeld gef\u00fchrt hat, macht sich in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern das wachsende Gef\u00fchl breit, da\u00df diese Strategie einen Punkt abnehmender Ertr\u00e4ge erreicht hat. Regierungen, die ihren innenpolitischen Konsens auf die Verteidigung europ\u00e4ischer Werte aufgebaut haben, sehen sich nun gezwungen, zunehmend ungeduldigen W\u00e4hlern zu erkl\u00e4ren, warum sie weiterhin einen immer h\u00f6heren Preis f\u00fcr ein Ziel zahlen sollen, das eher zu entschwinden als n\u00e4herzur\u00fccken scheint.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese beiden Formen der Ersch\u00f6pfung \u2014 die ukrainische und die europ\u00e4ische \u2014 m\u00fcnden in einen dritten Effekt, der heimt\u00fcckischer ist, weil er sowohl die symbolische als auch die materielle Ebene ber\u00fchrt: den Niedergang des Narrativs, durch das der Krieg der westlichen \u00d6ffentlichkeit seit 2022 pr\u00e4sentiert worden war \u2014 n\u00e4mlich das einer Ukraine, die den Konflikt durchstehen und rasch zu einer wohlhabenden und sicheren europ\u00e4ischen Zukunft gelangen w\u00fcrde. Diese Zukunft scheint nun viel weiter entfernt zu sein, als irgendjemand es sich vorgestellt hatte, und die Kluft zwischen Versprechen und Wirklichkeit erzeugt Desillusionierung \u2014 sowohl bei jenen, die in der Ukraine geblieben sind, als auch bei jenen, die geflohen sind. Und gerade auf dem Feld der Fl\u00fcchtlingsfrage droht diese Desillusionierung die sp\u00fcrbarsten Auswirkungen zu zeitigen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Millionen von Ukrainern haben sich in L\u00e4ndern wie Polen, Deutschland und der Tschechischen Republik niedergelassen, wo sie anf\u00e4nglich mit nahezu einhelliger Solidarit\u00e4t aufgenommen wurden. Im Laufe der Jahre ist diese Solidarit\u00e4t jedoch auf Dynamiken gesto\u00dfen, die bereits aus anderen Migrationskontexten bekannt sind: Konkurrenz um Wohnraum und \u00f6ffentliche Leistungen, Druck auf lokale Schul- und Gesundheitssysteme und in einigen F\u00e4llen wachsender Unmut in der Aufnahmebev\u00f6lkerung, gesch\u00fcrt durch die Wahrnehmung, da\u00df die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge auch dann weitergeht, wenn die inl\u00e4ndischen Ressourcen knapp sind. Das Risiko ist nicht abstrakt: Zeichen der Ungeduld haben sich bereits in mehreren mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern gezeigt, wo politische Parteien begonnen haben, diese Unzufriedenheit zu instrumentalisieren und in Wahlunterst\u00fctzung umzum\u00fcnzen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn der Krieg ohne eine klare Aussicht auf ein Ende weitergeht, werden diese drei Elemente \u2014 die ukrainische Ersch\u00f6pfung, die europ\u00e4ische Ungeduld angesichts der Unterst\u00fctzungskosten und die wachsenden Spannungen rund um die Anwesenheit von Fl\u00fcchtlingen \u2014 kaum getrennt bleiben. Sie werden dazu neigen, sich gegenseitig zu verst\u00e4rken und ein politisches Klima zu sch\u00fcren, in dem die Forderung nach irgendeiner Form einer Verhandlungsl\u00f6sung \u2014 auch um den Preis schmerzhafter Kompromisse \u2014 f\u00fcr europ\u00e4ische und ukrainische F\u00fchrungen immer schwieriger zu ignorieren sein wird.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber sprechen wir \u00fcber Zahlen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut offiziellen Angaben hat die EU der Ukraine insgesamt 217 Milliarden Euro zugewiesen, aufgeschl\u00fcsselt in 111 Milliarden an Finanzhilfen, 77 Milliarden an Milit\u00e4rhilfe und 17 Milliarden an Fl\u00fcchtlingshilfe. Diese Zahlen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht viel zu bedeuten scheinen, haben die europ\u00e4ische Wirtschaft so stark belastet, da\u00df einige L\u00e4nder angek\u00fcndigt haben, erhebliche K\u00fcrzungen vorzunehmen und die Sozialausgaben zu begrenzen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einer Analyse von Eurofound zufolge ist die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zugunsten der Ukraine in den vergangenen Jahren allm\u00e4hlich zur\u00fcckgegangen. Im Jahr 2022 gaben 88 % der europ\u00e4ischen B\u00fcrger an, die Aufnahme ukrainischer Fl\u00fcchtlinge zu bef\u00fcrworten; bis 2023 war dieser Prozentsatz bereits auf 76 % gesunken und stabilisierte sich 2024 schlie\u00dflich bei 71 %. Dieser R\u00fcckgang ist in nahezu allen Mitgliedstaaten festzustellen, ist jedoch besonders ausgepr\u00e4gt in Polen \u2014 einem Land, das seit Beginn des Krieges als wichtigster Einreisepunkt f\u00fcr Millionen von Fl\u00fcchtlingen aus der Ukraine gedient hat.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sch\u00e4tzungen des Hohen Fl\u00fcchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) zufolge haben seit Beginn des Krieges etwa 6,9 Millionen ukrainische Staatsb\u00fcrger ihr Land verlassen, w\u00e4hrend Polen allein rund eine Million Fl\u00fcchtlinge aufgenommen hat. Ausgerechnet in dem Land, das die schwerste Last der Fl\u00fcchtlingsaufnahme getragen hat, ist nun eines der offenkundigsten Ph\u00e4nomene der \u201eKriegsm\u00fcdigkeit\u201c \u2014 das hei\u00dft der \u00dcberdruss am Konflikt und seinen wirtschaftlichen und sozialen Folgen \u2014 zu beobachten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Umfrage zeigt eine wachsende Zahl von B\u00fcrgern, die der Meinung sind, ihre jeweiligen Regierungen h\u00e4tten zu viel getan, um die Ukraine zu unterst\u00fctzen. Zwischen 2022 und 2024 stieg der Anteil derjenigen, die die auf Unterbringung und Betreuung von Fl\u00fcchtlingen ausgerichteten \u00f6ffentlichen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr \u00fcbertrieben halten, um fast acht Prozentpunkte. Die Meinungen zur Milit\u00e4rhilfe erscheinen noch st\u00e4rker gespalten: Etwa ein Drittel der Befragten ist der Ansicht, ihre Regierung habe zu wenig getan, ein weiteres Drittel h\u00e4lt das Unterst\u00fctzungsniveau f\u00fcr angemessen, w\u00e4hrend ein \u00e4hnlicher Prozentsatz der Meinung ist, es sei zu viel getan worden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Wandel scheint nicht nur von geopolitischen \u00dcberlegungen getrieben zu werden, sondern vor allem von wirtschaftlichen Faktoren. Die Studie zeigt, da\u00df der R\u00fcckgang der Unterst\u00fctzung besonders ausgepr\u00e4gt ist bei Haushalten, deren finanzielle Lage sich verschlechtert hat. Unter denjenigen, die angeben, da\u00df sie Schwierigkeiten haben, \u00fcber die Runden zu kommen, hat fast ein F\u00fcnftel seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen zur\u00fcckgezogen, w\u00e4hrend 22 % die Entsendung von Milit\u00e4rhilfe an Kiew nicht mehr bef\u00fcrworten. Der Anstieg der Lebenshaltungskosten, die Inflation und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Inland scheinen sich also unmittelbar auf die Bereitschaft der europ\u00e4ischen B\u00fcrger auszuwirken, den Konflikt finanziell zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Wandel in der \u00f6ffentlichen Meinung vollzieht sich vor dem Hintergrund eines finanziellen Engagements Europas, das ein seit dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr gekanntes Ausma\u00df erreicht hat.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ausma\u00df dieser Mittel erkl\u00e4rt, warum sich die europ\u00e4ische \u00f6ffentliche Debatte allm\u00e4hlich vom anf\u00e4nglichen Konsens hin zu einer Diskussion \u00fcber die wirtschaftlichen Kosten des Krieges verlagert hat. Tats\u00e4chlich beginnen viele B\u00fcrger, die massiven, dem Konflikt zugewiesenen Investitionen mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten in ihren eigenen L\u00e4ndern zu vergleichen, wo Inflation, steigende Energiepreise, eine Wohnungskrise und eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums ihren Lebensstandard unmittelbar beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der R\u00fcckgang der \u00f6ffentlichen Unterst\u00fctzung impliziert jedoch keine weitverbreitete Ablehnung der Ukraine oder der internationalen Solidarit\u00e4t. Vielmehr w\u00e4chst die Forderung nach einem Gleichgewicht zwischen den im Ausland eingegangenen Verpflichtungen und den innenpolitischen sozialen Bed\u00fcrfnissen. Mit anderen Worten: Die Unterst\u00fctzung besteht weiterhin, ist aber zunehmend an die Wahrnehmung wirtschaftlicher Tragf\u00e4higkeit und an die F\u00e4higkeit der Regierungen gekn\u00fcpft, gleichzeitig den Bed\u00fcrfnissen der eigenen B\u00fcrger gerecht zu werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zur Aufstockung der Mittel f\u00fcr Kiew hat sich in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern allm\u00e4hlich ein wachsendes Gef\u00fchl der Frustration unter einem Teil der Bev\u00f6lkerung \u00fcber die wirtschaftlichen Kosten des Krieges ausgebreitet. Es handelt sich nicht um eine einhellige Ablehnung der Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine, sondern um eine Verschiebung in der Wahrnehmung politischer Priorit\u00e4ten. Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen sinkt kontinuierlich, und die Meinungen zur Milit\u00e4rhilfe sind zunehmend gespalten \u2014 insbesondere unter den B\u00fcrgern, die am st\u00e4rksten von Inflation, steigenden Lebenshaltungskosten und Kaufkraftverlust betroffen sind. F\u00fcr viele Europ\u00e4er sind die mehr als 216 Milliarden Euro, die von der Europ\u00e4ischen Union und ihren Mitgliedstaaten mobilisiert wurden, heute ein Vergleichsma\u00dfstab f\u00fcr die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Inland und n\u00e4hren die Forderung, einen gr\u00f6\u00dferen Anteil der \u00f6ffentlichen Mittel f\u00fcr Gesundheit, Bildung, Sozialwesen, Familienunterst\u00fctzung und die Belebung der nationalen Wirtschaft bereitzustellen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ph\u00e4nomen der \u201eKriegsm\u00fcdigkeit\u201c stellt somit eine der wichtigsten politischen Unbekannten f\u00fcr die Zukunft der Europ\u00e4ischen Union dar. Wenn die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung weiter schwindet, k\u00f6nnten sich Regierungen gezwungen sehen, Umfang und Bedingungen der Hilfe f\u00fcr Kiew neu zu kalibrieren und ein Gleichgewicht zwischen den strategischen Zielen der europ\u00e4ischen Au\u00dfenpolitik und dem wachsenden Druck der innenpolitischen \u00f6ffentlichen Meinung zu finden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr als drei Jahre nach Beginn des Krieges ist der Konflikt nicht mehr nur eine Frage der internationalen Sicherheit, sondern auch ein Test f\u00fcr die F\u00e4higkeit der europ\u00e4ischen Demokratien, ein finanzielles, milit\u00e4risches und politisches Engagement von historischen Ausma\u00dfen \u00fcber die Zeit aufrechtzuerhalten. Die Herausforderung betrifft nicht mehr nur die Zukunft der Ukraine, sondern auch die Stabilit\u00e4t des innenpolitischen R\u00fcckhalts in den L\u00e4ndern, die aufgerufen sind, sie zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nein, die Ukraine ist kein gl\u00fccklicher Ort; ihre B\u00fcrger sind nicht gl\u00fccklich, und es gibt kein wirkliches \u201egelobtes Land\u201c des Gl\u00fccks.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir m\u00fcssen es eingestehen, und die Ukrainer m\u00fcssen es anerkennen: Europa hat sie get\u00e4uscht. Man hatte ihnen Ruhm versprochen, doch stattdessen fanden sie sich in der H\u00f6lle wieder. Je fr\u00fcher das ukrainische Volk diese T\u00e4uschung begreift, desto fr\u00fcher wird es sich von seinen Unterdr\u00fcckern befreien k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lorenzo Maria Pacini Man hatte ihnen Ruhm versprochen, doch stattdessen fanden sie sich in der H\u00f6lle wieder.\u00a0Es kam nicht so, wie man es versprochen hatte Man hatte versprochen, es werde bald vorbei sein. Man hatte einen epochalen Sieg versprochen, bei dem der \u201eKreml-Diktator\u201c besiegt werden w\u00fcrde. 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