{"id":14995,"date":"2026-07-24T17:08:07","date_gmt":"2026-07-24T15:08:07","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/die-wirklichkeit-zu-ende-denken-von-thomas-fiedler\/"},"modified":"2026-07-24T17:08:07","modified_gmt":"2026-07-24T15:08:07","slug":"die-wirklichkeit-zu-ende-denken-von-thomas-fiedler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/die-wirklichkeit-zu-ende-denken-von-thomas-fiedler\/","title":{"rendered":"Die Wirklichkeit zu Ende denken | Von Thomas Fiedler"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Thomas Fiedler<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><strong>I. Das materialistische Dilemma<\/strong><\/p>\n<p>In einer materialistischen Weltanschauung ist das Bewusstsein das Resultat hochkomplexer Vorg\u00e4nge im Gehirn, also selbst ebenfalls ein zeitweiliges Ph\u00e4nomen. Da hier sowohl Bewusstsein, als auch das Leben selbst als Funktionen von Materie definiert werden, ihnen also keine eigenst\u00e4ndige Existenz zugeschrieben wird, sind sie nichts weiter als Ph\u00e4nomene in an sich toter Materie. Der Materialismus ist nicht in der Lage, eine Definition von Leben hervorzubringen, die \u00fcber die Beschreibung von Symptomen hinausgeht. Da Bedeutung etwas ist, was nur in Bezug auf Bewusstsein existieren kann, kann es im Materialismus gar keine wirkliche Bedeutung von irgendetwas geben, da Bewusstsein nur als Mechanismus von Materie beschrieben wird.<\/p>\n<p>Denkt man also den Materialismus zu Ende, ergibt sich daraus die Bedeutungslosigkeit von allem. Es ist bedeutungslos, ob man gl\u00fccklich ist, wie lange man lebt, ob wir in einer gerechten Gesellschaft leben, ob Frieden herrscht oder Krieg, ob der Planet verw\u00fcstet wird, ob der Planet \u00fcberhaupt existiert oder ob es das Universum gibt oder nicht. Alles menschliche Streben ist bedeutungslos, im Gro\u00dfen, wie im Kleinen.<\/p>\n<p>Dieses Fehlen einer absoluten Ebene im Materialismus ist der Grund, warum unsere materialistisch orientierte Gesellschaft so derma\u00dfen entgleist ist. Es gibt keinen Orientierungspunkt, der f\u00fcr alle Menschen gleicherma\u00dfen g\u00fcltig ist. Jeder kann sich seine Bewertungsma\u00dfst\u00e4be so zurechtlegen, wie ihm beliebt und Gesetze reflektieren kein allgemein g\u00fcltiges oder gar absolutes Rechtsverst\u00e4ndnis, sondern dienen lediglich der Zementierung von Machtstrukturen. Die Seuche dieses moralischen Relativismus ist die Ursache f\u00fcr den aktuell zu beobachtenden Verfall der Gesellschaft, in der alles akzeptabel zu sein scheint. Dieser moralische Relativismus bringt Ideologien hervor, wie die Eugenik und den Transhumanismus. Er verunm\u00f6glicht eine friedliche Koexistenz zwischen den Menschen, da er kein allgemein g\u00fcltiges moralisches Basisverst\u00e4ndnis f\u00fcr einen zwischenmenschlichen Austausch zul\u00e4sst.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine gesunde Gesellschaft beziehungsweise ein gesundes individuelles Leben wird aber unter anderem ein universell g\u00fcltiger, also absoluter, moralischer Kompass ben\u00f6tigt. Die meisten Menschen haben ein intuitives Verst\u00e4ndnis f\u00fcr zumindest ein paar wesentliche Punkte einer solchen absoluten Moral, zum Beispiel das Verst\u00e4ndnis, dass es nicht akzeptabel ist, anderen Menschen Leid zuzuf\u00fcgen. Leider passt dieses intuitive Verst\u00e4ndnis nicht zum ideologischen Geb\u00e4ude des Materialismus, da dieses kein philosophisches Fundament bietet, das mit dieser Intuition kongruent ist.<\/p>\n<p>Diese Intuition und der Fakt, dass wir ein abstraktes Verst\u00e4ndnis des Absoluten entwickeln k\u00f6nnen, deutet auf die absolute Natur des Bewusstseins hin. Dazu gleich mehr.<\/p>\n<p><strong>II. Unterscheidungsverm\u00f6gen<\/strong><\/p>\n<p>Jeder Mensch schreibt den zeitweiligen Ph\u00e4nomenen dieser Welt bestimmte Bedeutungen zu, in Entsprechung zur von ihm vertretenen Weltanschauung und zu den pers\u00f6nlichen Neigungen. Diese relativen Bedeutungen sind jedoch genauso zeitweilig, wie die Ph\u00e4nomene selbst.<\/p>\n<p>Dies wird durch ein Axiom, das universell g\u00fcltig ist, unabh\u00e4ngig von jeglicher Weltanschauung, beschrieben. Dieses Axiom lautet wie folgt: \u201eAlles, was zeitweilig ist, besitzt keine absolute Bedeutung.\u201d Mit absoluter Bedeutung ist die Art von Bedeutung gemeint, die unabh\u00e4ngig vom menschlichen Betrachtungswinkel ist, also gleich f\u00fcr jeden von uns. Der Wahrheitsgehalt dieses Axioms sollte sich aus einem \u201ekosmischen\u201c Blickwinkel von selbst ergeben, denn alles verg\u00e4ngliche f\u00e4llt \u00fcber kurz oder lang dem Vergessen anheim.<\/p>\n<p>Die Frage, die sich also ergibt, ist: \u201eGibt es etwas, das eine absolute Bedeutung besitzt?\u201c. Um diese Frage zu beantworten, muss erst einmal er\u00f6rtert werden, was mit absolut in diesem Kontext \u00fcberhaupt gemeint ist. In der Logik gibt es das Prinzip der Kontraposition. Wendet man es auf das oben genannte Axiom an, dann kann es so umformuliert werden: \u201eBesitzt etwas eine absolute Bedeutung, dann ist es nicht zeitweilig.\u201c Die Logik in dieser Aussage ist \u00e4quivalent zur urspr\u00fcnglichen Formulierung und aus ihr kann gefolgert werden, dass etwas mit absoluter Bedeutung dem Bereich der Ewigkeit zugeh\u00f6rig sein muss.<\/p>\n<p>Aber was ist dieser Bereich der Ewigkeit, diese absolute Ebene, die unabh\u00e4ngig von individuellen Betrachtungswinkeln ist?<\/p>\n<p>Da alle materiellen Ph\u00e4nomene zeitweilig sind, ist dieser Bereich immateriell. Das hei\u00dft, dass Dinge mit absoluter Bedeutung nur auf einer nicht-materiellen Ebene existieren k\u00f6nnen. Im Materialismus kann ein solcher Bereich folglich nicht existieren, da es in dieser Weltanschauung nichts au\u00dfer materiellen Ph\u00e4nomenen gibt.<\/p>\n<p>Da das Wort Bedeutung etwas beschreibt, was nur in Bezug auf Bewusstsein existiert, muss f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von absoluter und damit zeitloser Bedeutung, sei es intuitiv oder intellektuell, das Bewusstsein ebenfalls absolut, zeitlos und immateriell sein.<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, dass wir als Menschen in vielen Bereichen unseres Lebens intuitiv die Absolutheit unseres Bewusstseins als Identit\u00e4t voraussetzen. Dies dr\u00fcckt sich zum Beispiel im Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Schuld und Verantwortung f\u00fcr eigene Handlungen aus, das \u00fcber s\u00e4mtliche Kulturen und Zeitalter hinweg zu beobachten ist. Damit ein Individuum f\u00fcr seine Handlung Verantwortung tragen kann, muss es eine eigenst\u00e4ndige Existenz besitzen. W\u00e4re das Individuum mit seinem Bewusstsein nur eine hochkomplexe Funktion eigentlich lebloser Materie, wie im Materialismus behauptet wird, dann h\u00e4tte das Konzept der Verantwortung aufgrund des Fehlens von Eigenst\u00e4ndigkeit des Bewusstseins keine Existenzberechtigung. Eine Kopplung der Verantwortung an den materiellen Tr\u00e4ger des Bewusstseins, den K\u00f6rper, scheidet aus, denn welche Molek\u00fcle wollte man wie f\u00fcr eine Tat verantwortlich machen? Und wenn alle Molek\u00fcle im K\u00f6rper durch den Stoffwechsel ausgetauscht sind, g\u00e4be es dann \u00fcberhaupt noch Verantwortung?<\/p>\n<p>Dies zeigt, dass unser Rechtsverst\u00e4ndnis nur mit einem Konzept des Bewusstseins funktioniert, das sich jenseits des Materialismus befindet. Es bedarf des intuitiven und intellektuellen Verst\u00e4ndnis einer absoluten Ebene, die ihrer Natur nach zeitlos und deshalb universell g\u00fcltig und unver\u00e4nderlich ist.<\/p>\n<p>Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Frage des freien Willens. Nur wenn das Bewusstsein eigenst\u00e4ndig ist, also unabh\u00e4ngig von den deterministisch funktionierenden biologischen Mechanismen des K\u00f6rpers, sind wir \u00fcberhaupt f\u00e4hig zu freiem Willen und damit zu einer Verantwortung f\u00fcr unsere Handlungen. Ohne einen freien Willen kann nichts eine wirkliche Bedeutung haben und ein universell g\u00fcltiges Rechtsverst\u00e4ndnis ist damit ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Ein freier Wille, der naturgem\u00e4\u00df nicht den deterministischen Naturgesetzen der Welt der relativen Ph\u00e4nomene unterliegt, kann selbst nicht Teil dieser Dom\u00e4ne sein. Er muss der absoluten und damit zeitlosen Ebene entstammen, was ein weiterer Indikator f\u00fcr die absolute und zeitlose Natur des Bewusstseins ist, denn der freie Wille ist eine Funktion desselben.<\/p>\n<p><strong>III. Absolute Wirklichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Alle zeitweiligen Ph\u00e4nomene sind relativ, das hei\u00dft sie sind abh\u00e4ngig von etwas anderem. Dies liegt in ihrer Natur als Folge von Ursachen. Jedes dieser Ph\u00e4nomene hat einen zeitlichen Beginn und eine ihm zugrunde liegende Ursache. W\u00fcrde man die Ketten von Ursache und Wirkung bis zu ihrem Ursprung zur\u00fcckverfolgen k\u00f6nnen, k\u00e4me man zwangsl\u00e4ufig zu einer Ursache, die selbst keine Ursache hat und damit nicht zur Welt der relativen Ph\u00e4nomene geh\u00f6rt. Diese Ebene, von der alle relativen Ph\u00e4nomene ausgehen und abh\u00e4ngen, ist die absolute Wirklichkeit. Sie ist nicht zeitweilig, da sie nicht den Gesetzen von Sch\u00f6pfung und Vernichtung, Ursache und Wirkung, unterliegt.<\/p>\n<p>Diese Zur\u00fcckverfolgung der Ursache-Wirkung-Kette ist nat\u00fcrlich praktisch undurchf\u00fchrbar, weshalb \u00fcber diesen Weg kein Zugang zur absoluten Ebene besteht. Da das Bewusstsein selbst zur absoluten Ebene geh\u00f6rt, hat es eine nat\u00fcrliche und dauerhafte Verbindung mit der gesamten absoluten Wirklichkeit. Es stellen sich also zwei Fragen.<\/p>\n<ol>\n<li>Warum unterliegen wir der Illusion, dass es keine absolute Wirklichkeit gibt, sowohl in Bezug auf die Welt, als auch in Bezug auf uns selbst?<\/li>\n<li>Wie kommt man zur Erkenntnis der absoluten Wirklichkeit und der Verbindung zu ihr?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Bewusstsein selbst ist von absoluter Natur und besitzt einen freien Willen. Durch seine Verbindung mit der Welt der zeitweiligen Ph\u00e4nomene ist dieser freie Wille durch die diesbez\u00fcglichen Wahrnehmungen und die daraus entstehenden Neigungen verdeckt. Die Aufmerksamkeit des Bewusstseins ist durch die Welt der relativen Ph\u00e4nomene in Beschlag genommen und durch die entstandenen Zuneigungen und Abneigungen entsteht eine falsche Identit\u00e4t, die, wie in einer Art R\u00fcckkopplungsschleife, eine weitere Vertiefung der Identifikation mit der relativen Ebene hervorbringt.<\/p>\n<p>Diese Verbindung des absoluten Bewusstseins mit der relativen Ebene hatte einen Anfang, denn alles auf der relativen Ebene ist zeitweilig, hatte also einen Anfang. Zu diesem Zeitpunkt war das Bewusstsein noch nicht von den Eindr\u00fccken der relativen Ebene verdeckt, so dass klar wird, dass diese Verbindung in einem Akt des freien Willens des Bewusstseins seinen Ursprung fand.<\/p>\n<p>Da dieser freie Wille durch die Verbindung mit der relativen Ebene verdeckt ist, brauchen wir direkte Hilfe von der absoluten Ebene. Durch die Verdeckung ist das Bewusstsein nicht in der Lage, seine eigene absolute und zeitlose Natur direkt wahrzunehmen, ganz zu schweigen davon, diese absolute Natur in allen anderen Lebewesen sehen zu k\u00f6nnen. Ein Handeln auf der absoluten Ebene ist in diesem Zustand unm\u00f6glich und eine reine Betrachtung und Klassifizierung der zeitweiligen Ph\u00e4nomene, was landl\u00e4ufig Naturwissenschaft genannt wird, kann nicht zur absoluten Ebene f\u00fchren, denn dies \u00fcbersteigt schlicht unser Fassungsverm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Im Materialismus und den heute \u00fcblichen materialistisch orientierten Naturwissenschaften wird Objektivit\u00e4t als Ma\u00df der Dinge angesehen. Betrachtet man Objektivit\u00e4t als Bewertungsprinzip jedoch n\u00e4her, wird offensichtlich, dass das Wesen der Objektivit\u00e4t sich naturgem\u00e4\u00df auf die Betrachtung zeitweiliger Ph\u00e4nomene beschr\u00e4nken muss, denn Objektivit\u00e4t setzt gemeinsame Erfahrungsinhalte voraus. Ein sogenannter objektiver bzw. empirischer Beweis hat nur Bestand, wenn er auf der Ebene der relativen Ph\u00e4nomene immer wieder nachvollzogen werden kann. Das Kriterium der Objektivit\u00e4t schlie\u00dft also den Zugang zur absoluten Ebene aus.<\/p>\n<p>Dies f\u00fchrt zum Schluss, dass der Zugang zur absoluten Ebene subjektiv sein muss, sich also objektiver Beweisbarkeit entzieht. Da das Bewusstsein selbst und damit der freie Wille zur absoluten und damit zeitlosen Eben geh\u00f6rt, muss auch die Individualit\u00e4t des Bewusstseins, die eine notwendige Voraussetzung f\u00fcr freien Willen darstellt, absolut und zeitlos sein. Aufgrund der Zeitlosigkeit, sprich der Unver\u00e4nderlichkeit der absoluten Ebene, muss diese Ebene alle Eigenschaften ihrer Bestandteile in vollkommenem und grenzenlosen Ausma\u00df enthalten. Dies bedeutet, dass die absolute Wirklichkeit selbst individuell und mit einem freien Willen ausgestattet ist, was den Ursprung der Natur der individuellen Lebewesen als Funken absoluten Bewusstseins darstellt. Die Individualit\u00e4t und der freie Wille der absoluten Wirklichkeit ist allumfassend und grenzenlos. Diese individuelle absolute Wirklichkeit wird landl\u00e4ufig Gott genannt und dieser Begriff soll im weiteren Verlauf des Artikels diesbez\u00fcgliche verwendet werden.<\/p>\n<p>Wie schon er\u00f6rtert, ist es f\u00fcr ein verdecktes Bewusstsein nicht m\u00f6glich, durch Aktivit\u00e4t auf der relativen Ebene zur Erkenntnis der absoluten Wirklichkeit zu gelangen, sondern nur durch Hilfe, die selbst von der absoluten Ebene kommt. Da die absolute Wirklichkeit, Gott, das allumfassende Individuum ist und wir durch unsere eigene absolute Natur ewig mit ihm verbunden sind, bewusst oder unbewusst, ist Gott die Quelle dieser von uns ben\u00f6tigten Hilfe. Individuelles Bewusstsein, das wirkliche Selbst eines jeden Lebewesens, ist auf der absoluten Ebene tats\u00e4chlich zu Hause und soll im weiteren Verlauf des Artikels \u201eSeele\u201c genannt werden. Wir sind also Seele und haben einen materiellen K\u00f6rper, nicht umgekehrt, und durch die Nutzung der Freiheit unseres Willens haben wir uns entschieden, von einer Position zwischen absoluter und relativer Ebene in diese materielle Welt einzutreten.<\/p>\n<p>Da sich die absolute Ebene der objektiven Beweisbarkeit entzieht und somit subjektiv ist, ist eine Verbindung mit Gott und auch die Hilfe zur Verwirklichung dieser Verbindung sowie die damit einhergehende Entkopplung des individuellen Bewusstseins von der Ebene der relativen Ph\u00e4nomene ein subjektiver Vorgang.<\/p>\n<p>Der erste Schritt dieses Vorgangs, die erste Manifestation der Hilfe von der absoluten Ebene, ist das Erscheinen einer subtilen Tendenz zur Suche nach dieser absoluten Wirklichkeit, ein grunds\u00e4tzliches Vertrauen im Herzen in dessen Existenz. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter f\u00fchrt diese Neigung den Suchenden in die Gemeinschaft anderer, die sich auf dem gleichen Weg befinden und damit auch in die Gemeinschaft von Personen, die auf diesem Weg weit fortgeschritten sind. Diese fortgeschrittenen Pers\u00f6nlichkeiten sind die erste substanzielle Manifestation der Hilfe von der absoluten Ebene im \u00c4u\u00dferen und man bekommt dadurch die Chance, unter der Anleitung solcher Pers\u00f6nlichkeiten eigenen Fortschritt auf dem Weg der Erkenntnis zu machen.<\/p>\n<p>Der erste wesentliche Schritt der Ann\u00e4herung an die absolute Wirklichkeit ist das Erl\u00f6schen der illusorischen Identifikation mit der relativen Ebene und damit aller Handlungen und Neigungen, die dieser Ann\u00e4herung im Wege stehen. Auf dieser Ebene verliert der Suchende sein Interesse an allen Themen und Dingen, die dieser relativen Ebene zugeh\u00f6rig sind.<\/p>\n<p>Um die weiteren Schritte auf diesem Weg beschreiben zu k\u00f6nnen, muss zun\u00e4chst die Natur der Beziehung des eigenen individuellen Bewusstseins, der Seele, mit Gott, der absoluten Wirklichkeit, er\u00f6rtert werden. Auf der absoluten Ebene gibt es weder Zeit noch anderweitige Begrenzungen. Deshalb gibt es auch keine Notwendigkeiten, wie wir sie aus dieser Welt des Relativen kennen. Niemand muss einen zeitweiligen K\u00f6rper durch Arbeit, Schlaf und andere Aktivit\u00e4ten am Leben erhalten. Und obwohl diese absolute Ebene zeitlos ist, ist sie dennoch voller Dynamik, denn Bewusstsein selbst ist von dynamischer Natur. Diese zeitlose und damit todlose Dynamik, in der es keinerlei Muss gibt, ist absolut frei und hat nur einen treibenden Faktor, ewige Liebe zwischen Seele und Gott.<\/p>\n<p>Der Weg der Ann\u00e4herung des individuellen Bewusstseins an die absolute Wirklichkeit besteht also aus dem Erwachen dieser ewigen Liebesbeziehung. Alle Schritte auf diesem Weg, die schon beschriebenen und die, die jetzt noch folgen, sind verschiedene Entwicklungsstufen dieser Liebe und entsprechender Praktiken. Die ewige Liebesbeziehung zwischen Seele und Gott ist nichts abstraktes, sondern manifestiert sich in entsprechender Aktivit\u00e4t, in Dienst des Liebenden am Geliebten. Da die Seele auf der absoluten Ebene entsprechend ihrer absoluten Natur existiert, ist diese Form der Existenz von konstanter und ganz nat\u00fcrlicher Gl\u00fcckseligkeit gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Unter der Anleitung einer fortgeschrittenen Seele praktiziert man solchen Dienst und versteht dadurch schrittweise dessen eigentliche gl\u00fcckselige Natur, wodurch man zum bereits genannten ersten wesentlichen Schritt in diesem Vorgang, dem Erl\u00f6schen der illusorischen Identifikation mit der relativen Ebene, gelangt.<\/p>\n<p>Nachdem man diese Stufe erreicht hat, manifestiert sich die zeitlose Natur des liebevollen Austauschs in der Stetigkeit der Hingabe. In dieser Stetigkeit w\u00e4chst die Direktheit des Kontakts mit Gott, der absoluten unendlichen Wirklichkeit, erst in Form von spirituellem Geschmack, ersten Gef\u00fchlswallungen, dann immer intensiveren Gef\u00fchlen und schlie\u00dflich bis zum vollen Erstrahlen der eigenen ewigen und vollst\u00e4ndig erwiderten Gottesliebe.<\/p>\n<p><strong>IV. Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Wir leben in einer durch und durch materialistischen Gesellschaft, in der es vielerorts geradezu verp\u00f6nt ist, von Gott oder dem Sinn unserer Existenz zu sprechen. Alles ist gerade darauf ausgerichtet, von diesen wesentlichen Themen abzulenken. Anstatt diese Fragen von h\u00f6chster Wichtigkeit anzugehen, spielen wir wie kleine Kinder im Schlamm und bauen Kleckerburgen, die von der n\u00e4chstbesten Welle an Ver\u00e4nderungen in dieser Welt hinweggesp\u00fclt werden. Jeder Versuch des Menschen, seine Umgebung nach seinen W\u00fcnschen zu gestalten, ist letztlich illusorisch und zum Scheitern verurteilt. Wir ignorieren unsere Sterblichkeit, die tempor\u00e4re Natur unseres Aufenthalts in dieser Welt und den Wert der Gelegenheit, sich mit Tieferem auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Anstelle dessen sollte man seine Energie daf\u00fcr aufbringen, sich selbst so zu ver\u00e4ndern, dass man einen direkten Zugang zur absoluten Wirklichkeit bekommt, also kein Versuch der Anpassung der Wirklichkeit an uns, sondern genau umgekehrt. Eine menschliche Zivilisation, dessen Hauptziel dieses Streben zum Absoluten ist, w\u00e4re die einzige Gesellschaft, die wirklich zum Wohl ihrer Mitglieder fungiert, da sie sie diese nicht im Relativen und Illusorischen verstrickt, sondern zum Absoluten hinf\u00fchrt. Andernfalls brauchen wir uns nicht zu wundern, dass es Hunger, Kriege, Umweltzerst\u00f6rung und dergleichen gibt, denn diese sind immer das Resultat materialistischer Ignoranz und der Neigung zur Ausbeutung von allem und allen f\u00fcr die eigenen kleinen egoistischen Ziele.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Wir danken dem Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: KI-generiertes Bild: Illustration von Bewusstwerdung<br \/>Bildquelle: Shutterstock AI Generator \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Meinungsbeitrag von Thomas Fiedler. I. Das materialistische Dilemma In einer materialistischen Weltanschauung ist das Bewusstsein das Resultat hochkomplexer Vorg\u00e4nge im Gehirn, also selbst ebenfalls ein zeitweiliges Ph\u00e4nomen. 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