{"id":15187,"date":"2026-07-26T15:03:05","date_gmt":"2026-07-26T13:03:05","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/die-ukrainer-haben-ihre-eigene-intuition-ignoriert\/"},"modified":"2026-07-26T15:03:05","modified_gmt":"2026-07-26T13:03:05","slug":"die-ukrainer-haben-ihre-eigene-intuition-ignoriert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/die-ukrainer-haben-ihre-eigene-intuition-ignoriert\/","title":{"rendered":"Die Ukrainer haben ihre eigene Intuition ignoriert"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Von Irina Alksnis<\/em><\/p>\n<p>Was derzeit mit der Ukraine geschieht, ist das Ergebnis einer erfolgreichen Operation zur Umprogrammierung der ukrainischen Gesellschaft \u2013 einer gnadenlosen und absolut amoralischen kognitiven Operation, deren Apotheose die offizielle Etablierung der Ukraine als Nazi-Staat war.<\/p>\n<p>Nun, da selbst f\u00fcr Blinde offensichtlich ist, zu welcher Katastrophe der Krieg gegen Russland f\u00fcr die Ukraine geworden ist, kommt diese Situation f\u00fcr den Westen und das B\u00fcro Selenskijs \u00e4u\u00dferst gelegen, da sie ihnen freie Hand im Umgang mit den Ukrainern als Kanonenfutter l\u00e4sst, dessen einziger Zweck darin besteht, Russen zu t\u00f6ten und selbst von Russen get\u00f6tet zu werden.<\/p>\n<p>Doch hier stellt sich eine berechtigte Frage: Die Ukrainer wurden zum Objekt einer raffinierten politisch-ideologisch-psychologischen Manipulation \u2013 bedeutet dies nicht, dass sie im Grunde Opfer ihrer eigenen Eliten und der westlichen Drahtzieher sind? Und verdienen sie in ihrer Opferrolle kein Mitgef\u00fchl und Hilfe von unserer, der russischen Seite?<\/p>\n<p>Die Antwort darauf lautete: Nein. Erwachsene, handlungsf\u00e4hige Menschen tragen Verantwortung f\u00fcr ihre Entscheidungen und ihr eigenes Handeln; und Angesichts dessen, was sie getan \u2013 oder im entscheidenden Moment nicht getan \u2013 haben, z\u00e4hlen Rechtfertigungen der Art &#8222;Man hat mich get\u00e4uscht, ich habe nicht daran gedacht, dass sich eben alles so entwickeln w\u00fcrde&#8220; nicht. Dies gilt umso mehr, als es andere Beispiele f\u00fcr einen grundlegend alternativen Ereignisverlauf gibt.<\/p>\n<p>Nach dem Zusammenbruch der UdSSR standen absolut alle ehemaligen Sowjetrepubliken vor der Herausforderung, eine neue politische, ideologische und sogar historiografische Positionierung zu entwickeln. Alle trafen ihre Wahl \u2013 und alle ernten nun deren Fr\u00fcchte. Russland entschied sich beispielsweise f\u00fcr einen Weg, der darauf abzielte, das historische Gef\u00fcge des Landes wieder zusammenzuf\u00fcgen, eine gesellschaftliche Vers\u00f6hnung herbeizuf\u00fchren sowie alle Formen gesellschaftlicher Spaltung zu \u00fcberwinden und zu entsch\u00e4rfen. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass dies eine Entscheidung des Volkes war, an die sich die Staatsmacht \u2013 selbst in den 1990er Jahren \u2013 anpassen musste.<\/p>\n<p>Zudem sah sich unser Land einer \u00e4u\u00dferst aggressiven Kampagne destruktiver Gehirnw\u00e4sche ausgesetzt \u2013 einer Kampagne, die viele Jahre andauerte. Man denke nur daran, welche russophobe Abscheulichkeit in allen m\u00f6glichen Varianten aus den beliebten Medien str\u00f6mte. Doch am Ende zeigte sich, dass es diesem ganzen Unsinn nicht gelungen ist, den Zusammenhalt unseres Volkes zu untergraben. Der Gro\u00dfe Vaterl\u00e4ndische Krieg und der darin errungene Sieg wurden f\u00fcr unser Volk zur wichtigsten St\u00fctze und zum zentralen moralischen Bezugspunkt in der heutigen Welt. Gerade deshalb stie\u00dfen insbesondere die Versuche, die Nazi-Kollaborateure zu rehabilitieren, auf hartn\u00e4ckigen Widerstand in der \u00d6ffentlichkeit und scheiterten letztlich.<\/p>\n<p>In der Ukraine verliefen die Dinge jedoch anders. Es entbehrt nicht der Ironie, dass gerade die guten Absichten und die Haltung nach dem Motto &#8222;Das geht mich nichts an&#8220; vielen, wenn nicht sogar der meisten Menschen der Ukraine zum Verh\u00e4ngnis wurden. Ja, genau: die guten Absichten vieler vern\u00fcnftiger Ukrainer. Vor der postsowjetischen Ukraine standen zwei f\u00fcr den Staatsaufbau zentrale Herausforderungen: erstens die nationale Positionierung angesichts der au\u00dferordentlichen N\u00e4he zu Russland und den Russen; und zweitens die gesellschaftliche Vereinigung eines Landes mit einem stark auseinanderdriftenden Westen und Osten.<\/p>\n<p>Die erste Herausforderung ging man mit dem allseits bekannten Ansatz &#8222;Die Ukraine ist nicht Russland&#8220; an, \u00fcber dessen inh\u00e4rente Fehlerhaftigkeit bereits sehr viel geschrieben und gesagt wurde. In fr\u00fcheren Zeiten erkl\u00e4rten manchmal gerade jene vern\u00fcnftigen und sogar &#8222;prorussischen&#8220; Ukrainer mit Nachdruck, dass dieser Ansatz in Wirklichkeit keineswegs eine Ausrichtung gegen Russland bedeute, sondern lediglich die Einzigartigkeit der Ukraine unterstreiche. Nun, das Leben zeigte deutlich, dass sie sich irrten. Dar\u00fcber hinaus lieferte all die Jahre eine weitere slawische Republik ein Beispiel, die einen Weg zur nationalen Selbstpositionierung gefunden hatte, ohne sich Russland entgegenzustellen: Wei\u00dfrussland st\u00fctzte sich auf das sowjetische Erbe.<\/p>\n<p>Was die zweite Herausforderung betrifft \u2013 die Vereinigung von West- und Ostukraine \u2013, so ist dies ein anschauliches Beispiel daf\u00fcr, wie eine theoretisch gute Idee sich in der Praxis als reines \u00dcbel erweist. Bemerkenswert ist, dass sich die Ukrainer sogar auf die Erfahrungen Russlands beriefen, das in \u00e4hnlicher Weise vorgegangen war, insbesondere auf die \u00dcberwindung der Spaltung zwischen den Roten und den Wei\u00dfen sowie den Folgen des B\u00fcrgerkriegs, der in seiner Erbitterung und Blutigkeit erschreckend war. Und viele Ukrainer, die man als prorussisch bezeichnen k\u00f6nnte, glaubten aufrichtig, dass sie f\u00fcr die Einheit und das Wohlergehen des Landes Flexibilit\u00e4t und Toleranz zeigen m\u00fcssten \u2013 n\u00e4mlich den 9. Mai und die Bandera-Ideologie zu einem Ganzen zu vereinen.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens ist dies tats\u00e4chlich eine t\u00fcckische Falle: Worin besteht der Unterschied zwischen der russischen und der ukrainischen gesellschaftlichen Vers\u00f6hnung \u2013 sie sind sich doch so \u00e4hnlich? Von wegen! In Russland geht es weniger um Vers\u00f6hnung als vielmehr um Akzeptanz. Der innenpolitische Konflikt des 20. Jahrhunderts ist f\u00fcr die Mehrheit der Russen Geschichte: Die Wei\u00dfen verloren in den 1920er-Jahren, das &#8222;rote Projekt&#8220; im Jahr 1991. Die im Internet andauernden heftigen historischen Auseinandersetzungen zu Themen wie &#8222;Wessen Terror war schrecklicher?&#8220; betreffen nur eine winzige Zahl von Menschen. F\u00fcr den Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung ist dies einfach Vergangenheit, die Menschen akzeptieren und aus der Menschen Lehren ziehen m\u00fcssen. Der Gro\u00dfe Vaterl\u00e4ndische Krieg betrifft hingegen in erster Linie Russland als solches und erst in zweiter Linie das konkrete politische Regime, unter dem der gro\u00dfe Sieg errungen wurde.<\/p>\n<p>In der Ukraine wurde jedoch eine Ann\u00e4herung \u2013 oder vielmehr eine vorget\u00e4uschte Ann\u00e4herung \u2013 zwischen dem Osten und dem Westen des Landes inszeniert, w\u00e4hrend in Wirklichkeit eine aggressive Expansion des blutr\u00fcnstigen Bandera-Projekts stattfand, das nicht nur weiterhin existierte, sondern auf eine Revanche abzielte. Und die Ukrainer, deren absolute Mehrheit vor 20 bis 30 Jahren eine instinktive Abneigung gegen dieses Projekt empfand, lie\u00dfen dies zu. Sie unterdr\u00fcckten in sich die Stimme des nationalen Ged\u00e4chtnisses. Sie beruhigten sich mit (pseudo-)rationalen Argumenten, dass nichts Schlimmes geschehe. Sie ignorierten die Signale ihrer eigenen Intuition. Sie zogen ihr pers\u00f6nliches Wohlergehen im Hier und Jetzt den d\u00fcsteren Warnungen vor, dass dies kein gutes Ende nehmen werde. Sie gaben diesem Ungeheuer ihre Kinder, erlaubten ihm, sie aufzuziehen \u2013 und nun gehen junge Kiewerinnen mit Nazi-Parolen auf die Stra\u00dfe, um gegen die Entlassung des Verteidigungsministers zu protestieren.<\/p>\n<p>Kollektive Verantwortung ist ein unvermeidlicher und untrennbarer Bestandteil des historischen Prozesses. Auf die eine oder andere Weise zahlen alle V\u00f6lker f\u00fcr die getroffene Entscheidung den Preis \u2013 selbst wenn sie sich dem \u00dcbel einfach nicht entschieden genug widersetzt und zugelassen haben, dass es sie \u00fcberw\u00e4ltigt hat. Gerade jetzt trifft es die Ukrainer.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 24. Juli 2026 zuerst auf der Homepage der Zeitung \u201eWsgljad\u201c erschienen.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Irina Alksnis<\/em><\/strong><em> ist Kolumnistin bei der Nachrichtenagentur \u201eRIA Nowosti\u201c.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong><em> &#8211; <\/em><a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/282659-ukraine-gehen-helden-aus-also\/\">Der Ukraine fehlt es an Helden, also gr\u00e4bt sie tote Nazis aus<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v787xlo\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Irina Alksnis Was derzeit mit der Ukraine geschieht, ist das Ergebnis einer erfolgreichen Operation zur Umprogrammierung der ukrainischen Gesellschaft \u2013 einer gnadenlosen und absolut amoralischen kognitiven Operation, deren Apotheose die offizielle Etablierung der Ukraine als Nazi-Staat war. 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