{"id":15330,"date":"2026-07-27T18:02:03","date_gmt":"2026-07-27T16:02:03","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/porsche-streicht-weitere-5000-stellen-und-spart-radikal-38020480-html\/"},"modified":"2026-07-27T18:02:03","modified_gmt":"2026-07-27T16:02:03","slug":"porsche-streicht-weitere-5000-stellen-und-spart-radikal-38020480-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/porsche-streicht-weitere-5000-stellen-und-spart-radikal-38020480-html\/","title":{"rendered":"VW-Tochter: \u201eSportwagenschmiede 35\u201c: Porsche baut um \u2013 und streicht tausende Jobs"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Mit Milliardeninvestitionen und einem harten Sparkurs will sich der Sportwagenbauer Porsche neu aufstellen. F\u00fcr die Besch\u00e4ftigten hat der Umbau einen hohen Preis<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Fast jede f\u00fcnfte Stelle f\u00e4llt weg, geringeres Lohnplus und weniger Weihnachtsgeld \u2013 so will der kriselnde Autobauer Porsche die Personalkosten senken und den Gewinn nach einem Einbruch 2025 wieder steigern. Wie das Unternehmen und der Betriebsrat des Autobauers am Montag nach einer Betriebsversammlung in Stuttgart mitteilten, werden bis 2035 weitere 5000 Stellen wegfallen. Sie kommen zu den im ersten \u201eZukunftspakt\u201c 2025 beschlossenen 3900 Mitarbeitenden bei Porsche und 500 Jobs bei Tochterunternehmen hinzu.<\/p>\n<p>\u201eDas Zukunftspaket ist gut f\u00fcr Porsche\u201c, sagte Vorstandschef Michael Leiters. Das Unternehmen k\u00f6nne sich jetzt mit der Strategie \u201eSportwagenschmiede 35\u201c, die er umfassend im Oktober pr\u00e4sentieren will, neu ausrichten und in seine Wettbewerbsf\u00e4higkeit investieren. Der MDax-Konzern sagte zugleich eine Standortsicherung f\u00fcr das Stammwerk Stuttgart Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum Weissach sowie 2,1 Mrd. Euro Investitionen bis 2035 zu. Im derzeit schwierigen Umfeld sei das Paket hart erk\u00e4mpft, erkl\u00e4rte Betriebsratschef Ibrahim Aslan. \u201eWir schauen nun wieder nach vorne \u2013 f\u00fcr die Stammbelegschaft und die Marke Porsche.\u201c<\/p>\n<h2>Bonus f\u00fcr IG-Metall-Mitglieder<\/h2>\n<p>Die 5000 Mitarbeitenden sollen \u00fcber Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsvertr\u00e4ge sozialvertr\u00e4glich ausscheiden, wie das Unternehmen und der Porsche-Betriebsrat am Montag nach einer Betriebsversammlung im Stammwerk Stuttgart mitteilten. Von aktuellen und k\u00fcnftigen Tariferh\u00f6hungen sollen 3,5 Prozent einbehalten werden, das Weihnachtsgeld von bis zu 100 Prozent auf 60 Prozent eines Monatsentgelts sinken. Mitglieder der Gewerkschaft IG Metall erhalten einen Bonus von j\u00e4hrlich 200 Euro sowie 411 Euro Zuschlag zu einer einmaligen Transformationspr\u00e4mie von 1500 Euro. Auch Manager \u00fcben finanziellen Verzicht 2027 und 2028. Die IG Metall Stuttgart nannte die Vereinbarung ein wichtiges Signal f\u00fcr die Porsche-Belegschaft und den Industriestandort Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p>Porsche steckt in der Krise, weil das Gesch\u00e4ft in China einbricht, die erh\u00f6hten US-Z\u00f6lle belasten und sich die enormen Investitionen in Elektroautos nicht auszahlen. Bis zum Rekordhoch vor drei Jahren von rund 320.000 Verk\u00e4ufen hatte die Volkswagen-Tochter einen Boom erlebt. Die Belegschaft war seit 2015 um 75 Prozent auf zuletzt gut 42.000 Jobs gestiegen. Doch seither sank der Absatz immer schneller \u2013 f\u00fcr dieses Jahr prognostizierte Porsche im April 250.000 Fahrzeuge. Beim Gewinn, der 2025 operativ auf 413 Mio. Euro von 5,6 Mrd. Euro im Vorjahr eingebrochen war, wollen die Schwaben die Wende schaffen. Im ersten Halbjahr verdiente der MDax-Konzern 1,35 Mrd. Euro, eine Marge von 7,8 Prozent.<\/p>\n<p>Jahrelang war Porsche mit einer Marge rund 15 Prozent der profitabelste deutsche Autobauer und neben Audi die Cashcow des VW-Konzerns. Zweistellige Margen seien in zwei, drei Jahren wieder m\u00f6glich, sagte Autoanalyst Daniel Schwarz von der Privatbank Metzler. Daf\u00fcr jedoch seien die Kostensenkungen und der Personalabbau notwendig. Das Ausma\u00df, das es so zuletzt Ende der 80er- bis Anfang der 90er-Jahre bei Porsche gab, entspreche dem Absatzr\u00fcckgang. \u201eDas ist unvermeidlich, weil nicht von einer R\u00fcckkehr zum starken Wachstum in China auszugehen ist.\u201c<\/p>\n<h2>Achillesferse China<\/h2>\n<p>Die deutsche Autoindustrie steht so stark unter Druck wie nie zuvor. Hauptgrund ist das Ende des jahrzehntelangen starken Wachstums in China, wo VW, Audi, BMW und Mercedes-Benz lange Zeit den Markt dominierten. Die sprudelnden Gewinne von dort \u00fcberdeckten mangelnde Wettbewerbsf\u00e4higkeit, die teils von hohen Arbeitskosten in Deutschland, teils auch von Fehlentscheidungen von Managern herr\u00fchrt.\u00a0<\/p>\n<p>Mit dem \u00dcbergang zum Elektroauto sind die chinesischen Hersteller seit einigen Jahren im Aufwind. Da der gr\u00f6\u00dfte Automarkt weltweit schw\u00e4chelt, exportieren sie immer mehr Autos und versch\u00e4rfen so den Druck auf die europ\u00e4ischen Hersteller auf deren Heimatkontinent, denn der US-Markt ist den Chinesen versperrt. Mit den h\u00f6heren Einfuhrz\u00f6llen der USA verdient Porsche dort nicht mehr so gut wie fr\u00fcher, da der Autobauer mangels ausreichender St\u00fcckzahlen nicht in Nordamerika produziert.<\/p>\n<\/p>\n<p>Dass Porsche so stark ins Straucheln kam, lag auch an zu ehrgeizigen Pl\u00e4nen zum Umstieg auf Elektroautos unter dem fr\u00fcheren Vorstandschef Oliver Blume. Die Sportwagen-Kundschaft macht einen raschen Abschied vom Verbrenner nicht mit. Der sei Januar amtierende Chef Leiters \u00fcberarbeitet jetzt die Modellplanung, die wieder st\u00e4rker auf Verbrenner ausgerichtet sein soll. Einige Pfl\u00f6cke schlug er schon ein: Der Vorstand wurde mit dem Weggang des Software-Experten Sajjad Khan um einen Posten verkleinert. Die einst mit Gigafabrikpl\u00e4nen geschaffene Batteriezelltochter Cellforce wird geschlossen. Das gleiche Schicksal ereilte das Gesch\u00e4ft mit E-Bikes und die Software-Tochter Cetitec.<\/p>\n<p>Alle deutschen Autobauer versch\u00e4rfen derzeit ihre Sparpl\u00e4ne. In Porsches Mutterkonzern Volkswagen geht das Ringen um den Abbau bis zu 50.000 weitere Stellen und wom\u00f6glich auch Fabrikschlie\u00dfungen weiter. Bei Porsches Konzernschwester Audi steht der Standort Neckarsulm infrage. F\u00fcr Mittwoch sind Proteste dort vor dem Werkstor geplant.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Mit Milliardeninvestitionen und einem harten Sparkurs will sich der Sportwagenbauer Porsche neu aufstellen. 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