{"id":15395,"date":"2026-07-28T10:03:08","date_gmt":"2026-07-28T08:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/abdul-b-war-lka-hochrisikofall-dobrindt-fordert-mehr-elektronische-fussfesseln\/"},"modified":"2026-07-28T10:03:08","modified_gmt":"2026-07-28T08:03:08","slug":"abdul-b-war-lka-hochrisikofall-dobrindt-fordert-mehr-elektronische-fussfesseln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/abdul-b-war-lka-hochrisikofall-dobrindt-fordert-mehr-elektronische-fussfesseln\/","title":{"rendered":"Abdul B. war LKA-Hochrisikofall \u2013 Dobrindt fordert mehr elektronische Fu\u00dffesseln"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Der in Berlin geborene Abdul Ballout gilt nach Angaben der Berliner Justiz als mutma\u00dflicher Amokfahrer, der als mutma\u00dflicher IS-Sympathisant Besucher des Christopher Street Day (CSD) in Berlin gezielt mit einem Kleinlieferwagen attackiert haben soll. Der Deutsch-Libanese, der am Sonntag von SEK-Kr\u00e4ften in Berlin-Spandau erschossen wurde, war zuvor demnach vom Berliner Landeskriminalamt (LKA) engmaschig \u00fcberwacht worden, unter anderem mit einer auf seine Haust\u00fcr gerichteten Kamera. Laut Medien galt &#8222;sein Risikopotenzial als &#8218;hoch'&#8220;, wie Recherchen der <em data-start=\"918\" data-end=\"940\">S\u00fcddeutschen Zeitung (SZ)<\/em>, des <em data-start=\"946\" data-end=\"951\">NDR<\/em> und des <em data-start=\"960\" data-end=\"965\">WDR<\/em> ergaben. Nach\u00a0<a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/410-islamistische-gefaehrder-und-beratungsstelle-meldet-viele-anfragen-RAFJFWKBNVGGDNC6CMV3R37YGQ.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Informationen<\/a> des <em data-start=\"998\" data-end=\"1031\">RedaktionsNetzwerks Deutschland<\/em> (<em data-start=\"1033\" data-end=\"1038\">RND<\/em>) leben in Deutschland &#8222;derzeit 410 islamistische Gef\u00e4hrder&#8220;.<\/p>\n<p>Die Amokfahrt des 21-j\u00e4hrigen Abdul Ballout, der am vergangenen Samstagabend mit einem Transporter durch den Tiergarten in eine Menschenmenge fuhr, wobei eine Polin get\u00f6tet und 29 Menschen teils lebensgef\u00e4hrlich verletzt wurden, entwickelt sich in der Hauptstadt zum Politikum.<\/p>\n<p>Zu Wochenbeginn wurde laut Medienrecherchen bekannt, dass der mutma\u00dfliche Attent\u00e4ter &#8222;noch eine Stunde vor dem Anschlag auf den CSD von den Sicherheitsbeh\u00f6rden \u00fcberwacht wurde&#8220;, wie die\u00a0<em data-start=\"1565\" data-end=\"1586\">S\u00fcddeutsche Zeitung<\/em>\u00a0berichtet (Bezahlschranke).<\/p>\n<p>So soll eine installierte Kamera des LKA Berlin gegen\u00fcber dem Hauseingang von Ballouts Wohnung im Bezirk Sch\u00f6neberg aufgezeichnet haben, wie er laut <em data-start=\"1772\" data-end=\"1776\">SZ<\/em>-Informationen &#8222;am Samstagabend um 20:58 Uhr das Haus verlie\u00df&#8220;. Rund eine Stunde sp\u00e4ter gingen erste Meldungen \u00fcber die verheerenden Ereignisse beim CSD ein. Ballout wurde demnach an diesem Abend nicht weiter von Zivilkr\u00e4ften verfolgt.<\/p>\n<p data-start=\"2013\" data-end=\"2117\">Weiter hei\u00dft es zusammenfassend zu dem nun kritisierten Agieren der verantwortlichen Berliner Beh\u00f6rden:<\/p>\n<p><em>&#8222;Die Sicherheitsbeh\u00f6rden hatten Abdul B. demnach zwar bis kurz vor der Tat auf dem Schirm, sein Verhalten nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft Mitte Mai soll jedoch nicht darauf hingedeutet haben, dass er unmittelbar einen Anschlag plante.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Der 21-J\u00e4hrige war dabei nicht nur als Gef\u00e4hrder, sondern laut Medienrecherchen auch als &#8222;Hochrisikoperson&#8220; eingestuft worden. Dennoch befand sich Ballout auf freiem Fu\u00df. Er war zuvor mehrfach vorbestraft worden und hatte im Jahr 2025 versucht, sich in Syrien der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) anzuschlie\u00dfen. Nach seiner Festnahme an der Grenze und mehrmonatiger Untersuchungshaft im Libanon wurde er schlie\u00dflich nach Berlin \u00fcberf\u00fchrt.\u00a0<\/p>\n<p>Das Jugendsch\u00f6ffengericht am Amtsgericht Tiergarten verurteilte Ballout am 12. Mai 2026 zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Das Gericht ordnete jedoch eine sogenannte Vorbew\u00e4hrung an. Die Entscheidung dar\u00fcber, ob die Jugendstrafe sp\u00e4ter zur Bew\u00e4hrung ausgesetzt wird, wurde f\u00fcr bis zu sechs Monate zur\u00fcckgestellt. Ballout wurde daraufhin vor wenigen Wochen vorl\u00e4ufig aus der Untersuchungshaft entlassen. Dazu hei\u00dft es im Artikel der <em data-start=\"3274\" data-end=\"3278\">SZ<\/em>:<\/p>\n<p data-start=\"3281\" data-end=\"3636\"><em>&#8222;Das Gericht hat die von November [2025] bis Mai, also bereits sechs Monate andauernde, Untersuchungshaft von B. allerdings beendet, weil B. im Rahmen einer sogenannten &#8218;Vorbew\u00e4hrung&#8216; \u2013 unter anderem unter der Auflage, an einem Deradikalisierungsprogramm teilzunehmen \u2013 die Chance bekommen sollte, dass die Freiheitsstrafe zur Bew\u00e4hrung ausgesetzt w\u00fcrde.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Bundesinnenminister Alexander Dobrindt <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/dobrindt-anschlag-csd-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">erkl\u00e4rte<\/a> am Montagabend nach Bekanntwerden der Details zu Ballout gegen\u00fcber den <em data-start=\"3757\" data-end=\"3774\">ARD-Tagesthemen<\/em>, dass es nun &#8222;neue Regeln&#8220; brauche, damit sogenannte Gef\u00e4hrder &#8222;nicht nach Jugendstrafrecht behandelt werden und schon gleich gar nicht auf Bew\u00e4hrung in Freiheit kommen&#8220;. Eine &#8222;Pr\u00e4ventivhaft f\u00fcr Gef\u00e4hrder&#8220; sei aus Sicht des CSU-Ministers nun &#8222;zwingend notwendig&#8220;.<\/p>\n<p data-start=\"4040\" data-end=\"4310\">Da der Hauptverd\u00e4chtige bei dem Polizeieinsatz get\u00f6tet wurde, wird gegen ihn kein Strafverfahren mehr gef\u00fchrt. Die Ermittlungen dienen nun &#8222;insbesondere der vollst\u00e4ndigen <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/meinung\/m\/wirklich-kuscheljustiz-im-fall-abdul-ballout-freilassung-amtsgericht-tiergarten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Aufkl\u00e4rung<\/a> der Tat&#8220;. Dabei werde insbesondere <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/nachrichten\/n\/mutmasslich-islamistischer-anschlag-in-berlin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">gepr\u00fcft<\/a>, ob Ballout Mitt\u00e4ter oder Unterst\u00fctzer hatte.<\/p>\n<p>Zur Causa Ballout erkl\u00e4rte Dobrindt weiter, &#8222;es w\u00e4re sinnvoll gewesen, ihn in Haft zu nehmen&#8220;. Die \u00dcberwachungsma\u00dfnahmen, die stattgefunden h\u00e4tten, &#8222;haben nicht ausgereicht&#8220;. Der Bundesinnenminister pl\u00e4dierte zudem f\u00fcr eine &#8222;Einschr\u00e4nkung der Bewegungsfreiheit&#8220; und nannte unter anderem &#8222;Fu\u00dffesseln als M\u00f6glichkeit&#8220;. Abschlie\u00dfend erkl\u00e4rte Dobrindt: &#8222;Eine Pr\u00e4ventivhaft f\u00fcr Gef\u00e4hrder ist aus meiner Sicht zwingend notwendig.&#8220;<\/p>\n<p data-start=\"4738\" data-end=\"5230\">Noch in der ersten Maih\u00e4lfte, also vor Ballouts Entlassung aus der Untersuchungshaft, soll es laut <em data-start=\"4837\" data-end=\"4841\">SZ<\/em>-Informationen &#8222;eine kurzfristig einberufene Sitzung des Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums (GTAZ) in Berlin unter anderem zum Fall B. gegeben haben&#8220;. Die zust\u00e4ndigen Beamten der Sicherheitsbeh\u00f6rden, also der Polizei und der Nachrichtendienste, seien dabei zu dem Schluss gekommen, &#8222;es best\u00fcnde ein erhebliches Risiko, dass Abdul B. erneut ausreisen oder einen Anschlag begehen k\u00f6nnte&#8220;.<\/p>\n<p>Ein Sprecher des Bundeskriminalamts (BKA) erkl\u00e4rte gegen\u00fcber dem SPD-nahen <em data-start=\"5307\" data-end=\"5339\">RedaktionsNetzwerk Deutschland<\/em>, dass die dem Bundesinnenministerium unterstellte Beh\u00f6rde &#8222;derzeit 410 Menschen in Deutschland als islamistische Gef\u00e4hrder f\u00fchrt&#8220;. Zudem w\u00fcrden aktuell &#8222;65 rechts- und 17 linksextremistische Gef\u00e4hrder&#8220; gelistet. Als Gef\u00e4hrder gelten dabei Menschen, &#8222;denen schwerwiegende Gewalttaten wie Anschl\u00e4ge zugetraut werden&#8220;.<\/p>\n<p data-start=\"5665\" data-end=\"5925\">Die Beratungsstelle Radikalisierung zur Islamismuspr\u00e4vention beim Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (BAMF) in N\u00fcrnberg registrierte laut dem <em data-start=\"5812\" data-end=\"5817\">RND<\/em>-Artikel &#8222;in der ersten H\u00e4lfte dieses Jahres 165 Beratungsanfragen&#8220;. Ein Sprecher der Beh\u00f6rde erkl\u00e4rte dazu:<\/p>\n<p><em>&#8222;Der Beratungsbedarf von Personen, die sich mit Fragen zu islamistischen Radikalisierungsformen an das bundesweite Angebot der Beratungsstelle wenden, bewegt sich damit weiterhin auf einem hohen Niveau \u2013 vergleichbar mit den Werten des Jahres 2023.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Damals habe die Zahl der Beratungsanfragen im Gesamtjahr bei 374 gelegen.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema\u00a0\u2012 <\/strong><a href=\"https:\/\/freeassange.tech\/inland\/286979-verbrechensopfer-erhalten-in-deutschland-haeufig-keine-entschaedigung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Opfer von Verbrechen erhalten in Deutschland h\u00e4ufig keine Entsch\u00e4digung <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7b5bcu\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der in Berlin geborene Abdul Ballout gilt nach Angaben der Berliner Justiz als mutma\u00dflicher Amokfahrer, der als mutma\u00dflicher IS-Sympathisant Besucher des Christopher Street Day (CSD) in Berlin gezielt mit einem Kleinlieferwagen attackiert haben soll. 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