{"id":15396,"date":"2026-07-28T10:03:13","date_gmt":"2026-07-28T08:03:13","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/klimaluege-und-klimadiktatur-teil-2-wie-angst-politik-macht-von-uwe-froschauer\/"},"modified":"2026-07-28T10:03:13","modified_gmt":"2026-07-28T08:03:13","slug":"klimaluege-und-klimadiktatur-teil-2-wie-angst-politik-macht-von-uwe-froschauer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/klimaluege-und-klimadiktatur-teil-2-wie-angst-politik-macht-von-uwe-froschauer\/","title":{"rendered":"Klimal\u00fcge und Klimadiktatur (Teil 2): Wie Angst Politik macht | Von Uwe Froschauer"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>Ein Meinungsbeitrag von <strong>Uwe Froschauer<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p>Angst ist ein nat\u00fcrlicher Schutzmechanismus. Sie warnt den Menschen vor Gefahren, sch\u00e4rft kurzfristig seine Aufmerksamkeit und kann ihm im entscheidenden Moment das Leben retten. Angst kann aber auch das Gegenteil bewirken. Wird sie dauerhaft gesch\u00fcrt, verengt sie den Blick, schw\u00e4cht die Urteilskraft und macht Menschen empf\u00e4nglicher f\u00fcr einfache Botschaften und vermeintlich alternativlose L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Ein Mensch in Angst fragt nicht mehr zuerst: Stimmt das \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Er fragt: Was muss ich tun, damit mir nichts geschieht?<\/p>\n<p>Darin liegt die politisch genutzte Macht der Angst. Wer eine Bedrohung \u00fcberzeugend beschreibt, kann sich anschlie\u00dfend als Retter pr\u00e4sentieren. Er definiert das Problem, verk\u00fcndet die L\u00f6sung und erkl\u00e4rt jeden zum verantwortungslosen Gef\u00e4hrder, der diese L\u00f6sung nicht mittragen will.<\/p>\n<p>Das Gesch\u00e4ft mit der Angst ist so alt wie die Menschheit. Versicherungen verkaufen Schutz vor m\u00f6glichen Sch\u00e4den. Schutzgelderpresser bieten Sicherheit vor einer Gefahr an, die sie h\u00e4ufig selbst erzeugen. Politiker versprechen, die Bev\u00f6lkerung vor Bedrohungen zu bewahren, die sie zuvor in den Mittelpunkt der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung ger\u00fcckt oder selbst inszeniert haben.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind nicht alle Warnungen unbegr\u00fcndet. Gefahren existieren. Verantwortliche Politik muss sie benennen. Zwischen sachlicher Risikokommunikation und gezielter Panikkommunikation besteht jedoch ein gewaltiger Unterschied.<\/p>\n<p>Risikokommunikation informiert \u00fcber eine m\u00f6gliche Gefahr. Sie benennt Wahrscheinlichkeiten, Unsicherheiten und unterschiedliche Handlungsoptionen. Sie versetzt Menschen in die Lage, sich ein eigenes Urteil zu bilden.<\/p>\n<p>Panikkommunikation arbeitet anders. Sie zeigt den schlimmstm\u00f6glichen Fall, pr\u00e4sentiert ihn als drohende Normalit\u00e4t und erzeugt Zeitdruck. Sie sagt nicht: Wir sollten die Lage pr\u00fcfen. Sie sagt: Es ist f\u00fcnf vor zw\u00f6lf. Wir m\u00fcssen sofort handeln. F\u00fcr Diskussionen bleibt keine Zeit.<\/p>\n<p>Die Klimadebatte liefert daf\u00fcr ein aufschlussreiches Beispiel. \u00dcber Jahre wurde das \u00e4u\u00dferst emissionsreiche Szenario RCP8.5 \u2013 sp\u00e4ter SSP5-8.5 genannt \u2013 in Medien und politischen Debatten h\u00e4ufig so behandelt, als beschreibe es den wahrscheinlichen Weg der Menschheit. Tats\u00e4chlich handelte es sich um ein Extrem- beziehungsweise Hochrisikoszenario. Es ging von der Annahme aus, dass der weltweite Verbrauch fossiler Energietr\u00e4ger \u2013 insbesondere von Kohle \u2013 \u00fcber Jahrzehnte massiv weiter zunimmt, die CO\u2082-Emissionen nahezu ungebremst steigen und technologische Fortschritte sowie wirksame klimapolitische Ma\u00dfnahmen weitgehend ausbleiben.<\/p>\n<p>Unter diesen Voraussetzungen errechneten Klimamodelle einen besonders starken Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts. Als m\u00f6gliche Folgen wurden unter anderem h\u00e4ufigere und intensivere Hitzewellen, l\u00e4ngere D\u00fcrren, st\u00e4rkere Starkregenereignisse, ein beschleunigter Meeresspiegelanstieg sowie erhebliche Auswirkungen auf \u00d6kosysteme, Landwirtschaft und Teile der Weltwirtschaft diskutiert. Es handelte sich dabei jedoch nicht um eine Vorhersage, sondern um die Modellrechnung f\u00fcr einen sehr weitreichenden hypothetischen Emissionspfad.<\/p>\n<p>Mittlerweile r\u00e4umt selbst der Weltklimarat ein, dass ein derart extremer Emissionspfad deutlich weniger wahrscheinlich geworden ist. Das Szenario wurde zwar nicht einfach \u201egestrichen\u201c, wie gelegentlich behauptet wird. Es gilt heute jedoch nicht mehr als die wahrscheinlichste Entwicklung, sondern als ein Extremfall unter mehreren m\u00f6glichen Zukunftsszenarien.<\/p>\n<p>Das ist keine Nebens\u00e4chlichkeit. Denn wenn ein Extremszenario \u00fcber Jahre in der \u00f6ffentlichen Debatte nahezu wie die wahrscheinlichste Zukunft dargestellt wird, entsteht beim Publikum leicht der Eindruck, diese Entwicklung sei nahezu unvermeidlich. Aus einer wissenschaftlichen M\u00f6glichkeit wird so in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung schnell eine scheinbare Gewissheit.<\/p>\n<p>Hier verl\u00e4uft die Grenze zwischen Risiko- und Panikkommunikation. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Szenarien m\u00fcsste erkl\u00e4ren, auf welchen Annahmen sie beruhen, wie wahrscheinlich diese Annahmen sind und welche anderen Entwicklungen ebenfalls m\u00f6glich w\u00e4ren. Wer dagegen fast ausschlie\u00dflich den schlimmsten Fall zeigt und dessen Voraussetzungen verschweigt, informiert nicht neutral. Er benutzt wissenschaftliche Modelle als Kulisse f\u00fcr politische Dringlichkeit. Es entsteht bewusst verursachte Angst.<\/p>\n<p>Man kann eine Warnung so lange zuspitzen, bis sie ihre Wirkung verliert. Wer st\u00e4ndig den Weltuntergang ank\u00fcndigt, darf sich nicht wundern, wenn immer mehr Menschen irgendwann \u2013 wie auch ich \u2013 nicht mehr zuh\u00f6ren. Vertrauen geht nicht nur durch falsche Aussagen verloren. Es geht auch verloren, wenn M\u00f6glichkeiten als Gewissheiten, Extremszenarien als Normalf\u00e4lle und Modellrechnungen als unabwendbare Zukunft verkauft werden.<\/p>\n<p>Damit beginnt Politik durch Angst.<\/p>\n<p><strong>Von der Emotion zur Lenkung<\/strong><\/p>\n<p>Menschen werden nicht ausschlie\u00dflich durch Argumente beeinflusst. Gef\u00fchle wirken meist schneller und st\u00e4rker als Zahlen, Statistiken oder wissenschaftliche Erkl\u00e4rungen. Ein Bild von einem brennenden Wald, einem \u00fcberfluteten Dorf oder einem ausgetrockneten Flussbett erreicht den Menschen unmittelbar. Es braucht keine lange Erl\u00e4uterung. Die emotionale Botschaft lautet: Die Katastrophe ist da.<\/p>\n<p>Das bedeutet nicht, dass solche Bilder unwahr sein m\u00fcssen. Entscheidend ist der Zusammenhang, in den sie gestellt werden. Zeigt das Bild ein langfristiges klimatisches Muster oder ein einzelnes Wetterereignis? Handelt es sich um eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Entwicklung oder um ein Ereignis, das in dieser Region bereits fr\u00fcher aufgetreten ist? Welche Rolle spielen Bebauung, Bodenversiegelung, schlechte Forstwirtschaft, mangelnder Hochwasserschutz oder Brandstiftung?<\/p>\n<p>Diese Fragen verschwinden meist hinter der Kraft der Bilder.<\/p>\n<p>Ein brennender Wald wird zum Symbol der \u201eKlimakatastrophe\u201c. Eine \u00fcberflutete Stra\u00dfe gilt als Beweis f\u00fcr den \u201eKlimanotstand\u201c. Ein hei\u00dfer Sommertag wird zum Vorboten einer unbewohnbaren Erde. Das einzelne Ereignis bekommt eine umfassende, ihm oftmals aber nicht zukommende Bedeutung.<\/p>\n<p>Nicht gefakte Bilder zeigen einen Ausschnitt der Realit\u00e4t. Wer den Ausschnitt ausw\u00e4hlt und mit einer Botschaft versieht, bestimmt wesentlich mit, was der Betrachter f\u00fchlt und denkt, beziehungsweise f\u00fchlen und denken soll.<\/p>\n<p>Diese Technik wurde nicht nur f\u00fcr die Klimadebatte erfunden. W\u00e4hrend Corona pr\u00e4gten S\u00e4rge, Intensivstationen, Schutzanz\u00fcge und Krankenwagen das \u00f6ffentliche Bewusstsein. Im Ukrainekrieg sind es zerst\u00f6rte H\u00e4user, verletzte Kinder und fliehende Familien. In der Migrationsdebatte werden je nach politischer Zielrichtung entweder ausl\u00e4ndische hilfsbed\u00fcrftige Frauen und Kinder oder gewaltt\u00e4tige M\u00e4nner gezeigt.<\/p>\n<p>Jede Seite w\u00e4hlt die Bilder aus, die ihre Botschaft st\u00fctzen.<\/p>\n<p>Zur Unterst\u00fctzung der Behauptung eines menschengemachten Klimawandels werden brennende W\u00e4lder, schmelzende Gletscher, ausgemergelte Eisb\u00e4ren und rissige B\u00f6den gezeigt. Sie bilden das visuelle Begleitprogramm einer Politik, die immer weiter in das Leben der Menschen eingreifen m\u00f6chte. Die Botschaft ist einfach: Wenn ihr nicht tut, was wir verlangen, wird die Erde unbewohnbar \u2013 was l\u00e4ngst widerlegt ist. Der Hang der eliteinstruierten Politiker zu einer autokratischen Gesellschaftsform ist unverkennbar.<\/p>\n<p><strong>Angst braucht Schuldige<\/strong><\/p>\n<p>Angst allein reicht zur politischen Mobilisierung h\u00e4ufig nicht aus. Sie ben\u00f6tigt einen Verursacher.<\/p>\n<p>In der Klimadebatte ist dieser Verursacher leicht gefunden: der Mensch. Allerdings nicht der Mensch als abstraktes Wesen, sondern vor allem der gew\u00f6hnliche B\u00fcrger mit seinem Auto, seiner Heizung, seinem Fleischkonsum und seiner Urlaubsreise.<\/p>\n<p>Er soll sich schuldig f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Er f\u00e4hrt zur Arbeit und belastet angeblich das Klima. Er heizt seine Wohnung und belastet angeblich das Klima. Er besucht seine Familie mit dem Auto und belastet angeblich das Klima. Er fliegt einmal im Jahr in den Urlaub und belastet angeblich das Klima. Schritt f\u00fcr Schritt entsteht so der Eindruck, nahezu jede allt\u00e4gliche Handlung des Menschen hinterlasse einen klimasch\u00e4dlichen Fu\u00dfabdruck. Aus dem B\u00fcrger wird ein Klimas\u00fcnder.<\/p>\n<p>Selbst das Kohlendioxid, das der Mensch mit jedem Atemzug ausatmet, wird gelegentlich in einer Weise thematisiert, als sei CO\u2082 grunds\u00e4tzlich ein Schadstoff. Dabei ger\u00e4t leicht in Vergessenheit, dass Kohlendioxid zugleich ein nat\u00fcrlicher Bestandteil der Atmosph\u00e4re und eine unverzichtbare Grundlage der Photosynthese ist, ohne die Pflanzen \u2013 und damit letztlich auch Menschen und Tiere \u2013 nicht existieren k\u00f6nnten. Mehr CO\u2082 \u2013 mehr Pflanzenwuchs, weniger CO\u2082 \u2013 weniger Pflanzenwuchs und damit mehr Hunger auf der Erde.<\/p>\n<p>Menschen sich schuldig f\u00fchlen zu lassen ist psychologisch geschickt. Wer Schuld empfindet, ist eher bereit, Bu\u00dfe zu tun. Die moderne Bu\u00dfe besteht in CO\u2082-Abgaben, h\u00f6heren Energiepreisen, teuren Sanierungen, Einschr\u00e4nkungen der Mobilit\u00e4t und dem Verzicht auf einen gewohnten Lebensstandard.<\/p>\n<p>Die politische Botschaft lautet: Du hast das Problem mitverursacht, also musst du f\u00fcr seine L\u00f6sung bezahlen.<\/p>\n<p>Dabei ist die Frage zu stellen, wer tats\u00e4chlich in welchem Umfang Emissionen verursacht und wer die finanziellen Folgen der Klimapolitik tr\u00e4gt. Ein wohlhabender Mensch kann sich ein Elektroauto, eine W\u00e4rmepumpe, eine energetische Sanierung und h\u00f6here Flugpreise leisten. Eine Familie mit geringem Einkommen kann das nicht.<\/p>\n<p>Die Kosten der Klimapolitik treffen nicht alle gleicherma\u00dfen. Wer wenig verdient, sp\u00fcrt steigende Energiepreise und zus\u00e4tzliche Abgaben unmittelbar im Alltag. Diejenigen, die am wenigsten finanziellen Spielraum haben, werden von steigenden Energiepreisen, h\u00f6heren Abgaben und kostspieligen Sanierungspflichten besonders stark belastet. Ihr Einkommen w\u00e4chst meist nicht im gleichen Ma\u00dfe wie ihre Ausgaben. Ihnen bleibt am Monatsende schlicht weniger zum Leben. F\u00fcr wohlhabendere Haushalte stellen dieselben Mehrkosten h\u00e4ufig eine deutlich geringere Belastung dar. Finanzst\u00e4rkere Haushalte k\u00f6nnen Preissteigerungen leichter verkraften und zugleich von F\u00f6rderprogrammen, Investitionen oder neuen Gesch\u00e4ftsfeldern profitieren.<\/p>\n<p>Gleichzeitig entstehen durch die Energiewende und den klimapolitischen Umbau neue M\u00e4rkte. Hersteller von Solaranlagen, Windkrafttechnik, Batteriespeichern, W\u00e4rmepumpen oder Anbieter von CO\u2082-Dienstleistungen profitieren ebenso wie Investoren, die an entsprechenden Unternehmen beteiligt sind. Das ist in einer Marktwirtschaft grunds\u00e4tzlich nichts Ungew\u00f6hnliches. Es wirft jedoch die Frage auf, wie gerecht die finanziellen Lasten und die wirtschaftlichen Vorteile der Klimapolitik verteilt sind. Und es wirft die Frage auf, wem die Behauptung vom menschengemachten Klimawandel nutzt. Cui bono?<\/p>\n<p><strong>Doppelte Ma\u00dfst\u00e4be<\/strong><\/p>\n<p>Die Glaubw\u00fcrdigkeit einer politischen Bewegung h\u00e4ngt nicht nur von ihren Forderungen ab, sondern auch davon, ob ihre Wortf\u00fchrer nach denselben Ma\u00dfst\u00e4ben leben, die sie von anderen verlangen.<\/p>\n<p>In der Klimadebatte wird deshalb zu Recht der Vorwurf der Doppelmoral erhoben. W\u00e4hrend Millionen B\u00fcrger aufgefordert werden, weniger Auto zu fahren, seltener zu fliegen, ihre Heizungen auszutauschen oder ihren Konsum einzuschr\u00e4nken, reisen zahlreiche politische und wirtschaftliche Entscheidungstr\u00e4ger weiterhin selbstverst\u00e4ndlich mit Privatjets zu internationalen Konferenzen. So geriet etwa EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen in die Kritik, weil sie 2021 f\u00fcr die rund 50 Kilometer lange Strecke von Wien nach Bratislava einen Privatjet nutzte. Die EU-Kommission verwies dabei auf Termin- und Sicherheitsgr\u00fcnde. L\u00e4cherlich! Der Fall zeigt ein grundlegendes Problem: Wer von der Bev\u00f6lkerung weitreichende Einschr\u00e4nkungen im Namen des Klimaschutzes verlangt, wird an seinem eigenen Verhalten gemessen. Glaubw\u00fcrdigkeit entsteht nicht allein durch politische Programme, sondern vor allem dadurch, dass diejenigen, die Verzicht einfordern, ihn auch selbst vorleben. <em>Wasser predigen und Wein trinken<\/em> untergr\u00e4bt das Vertrauen in jede politische Botschaft.<\/p>\n<p>Das Weltwirtschaftsforum in Davos liefert daf\u00fcr regelm\u00e4\u00dfig Stoff f\u00fcr Kritik. Obwohl dort der Klimawandel zu den zentralen Themen geh\u00f6rt, werden Jahr f\u00fcr Jahr au\u00dfergew\u00f6hnlich viele Privatjet-Fl\u00fcge zu den umliegenden Flugh\u00e4fen registriert. Umweltorganisationen wie Greenpeace und ich sehen darin einen offensichtlichen Widerspruch zwischen Anspruch und eigenem Verhalten.<\/p>\n<p>King Charles unternahm k\u00fcrzlich zwei Helikopterfl\u00fcge in 24 Stunden, um das neue Africa Centre in London zu er\u00f6ffnen, wo er \u00fcber die Auswirkungen des Klimawandels diskutierte. Wenn Schauspieler und \u201eUmweltaktivist\u201c Leonardo DiCaprio einen Tagesausflug mit seiner Yacht unternimmt, st\u00f6\u00dft er mehr CO<sub>2<\/sub> aus als Sie mit Ihrem Auto in Ihrem ganzen Leben.<\/p>\n<p>Es geht dabei nicht um Neid auf Wohlhabende. Es geht um Glaubw\u00fcrdigkeit. Wer von Millionen Menschen einschneidende Ver\u00e4nderungen ihres Lebensstils verlangt, muss sich daran messen lassen, ob er selbst bereit ist, vergleichbare Ma\u00dfst\u00e4be an sein eigenes Verhalten anzulegen.<\/p>\n<p>Moralische Autorit\u00e4t entsteht nicht durch Appelle, sondern durch Vorbild.<\/p>\n<p><strong>Die Wiederholung schafft Wirklichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Eine der wirksamsten Methoden emotionaler Beeinflussung ist die st\u00e4ndige Wiederholung. Was t\u00e4glich geh\u00f6rt, gelesen und gesehen wird, beginnt vertraut zu wirken. Und was vertraut wirkt, wird leichter f\u00fcr wahr gehalten.<\/p>\n<p>\u201eDie Klimakrise versch\u00e4rft sich.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Zeit l\u00e4uft uns davon.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDie Wissenschaft ist sich einig.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen jetzt handeln.\u201c<\/p>\n<p>\u201eEs gibt keine Alternative.\u201c<\/p>\n<p>Solche S\u00e4tze werden so h\u00e4ufig wiederholt, dass sie irgendwann nicht mehr als Behauptungen wahrgenommen werden, sondern als selbstverst\u00e4ndliche Tatsachen. Die eigentliche Beweisf\u00fchrung tritt in den Hintergrund. Die Wiederholung wird zum Ersatz f\u00fcr das Argument. Die Wissenschaft beispielsweise ist sich keineswegs \u201eeinig\u201c.<\/p>\n<p>Auch einzelne Begriffe erf\u00fcllen diese Funktion. \u201eKlimakrise\u201c, \u201eKlimanotstand\u201c und \u201eKlimakatastrophe\u201c sind keine neutralen Beschreibungen. Sie enthalten bereits eine Bewertung. Wer diese Begriffe \u00fcbernimmt, hat einen Teil der Schlussfolgerung akzeptiert, bevor die Diskussion \u00fcberhaupt begonnen hat.<\/p>\n<p>Dazu kommt die permanente Verk\u00fcndung neuer Rekorde. Der hei\u00dfeste Tag. Der trockenste Sommer. Der w\u00e4rmste Monat. Die h\u00f6chste Temperatur seit Beginn bestimmter Messungen. Rekorde erzeugen Aufmerksamkeit. Sie vermitteln den Eindruck einer unaufhaltsamen Zuspitzung.<\/p>\n<p>Hinzu kommt ein weiterer Effekt. Kaum tritt irgendwo eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Hitzeperiode auf, entsteht in den nationalen Medien h\u00e4ufig der Eindruck, das eigene Land sei von der Entwicklung besonders betroffen. Deutschland berichtet \u00fcber Rekordtemperaturen, Frankreich \u00fcber historische Hitzewellen, Spanien \u00fcber nie dagewesene D\u00fcrre, die skandinavischen L\u00e4nder \u00fcber au\u00dfergew\u00f6hnliche Hitze bis weit in den Norden. F\u00fcr den jeweiligen Leser entsteht dadurch der Eindruck, insbesondere sein eigenes Land stehe im Zentrum der Klimakrise. Aus einer globalen Debatte wird eine unmittelbar pers\u00f6nliche Bedrohung gemacht \u2013 psychologisch sehr geschickt!<\/p>\n<p>Problematisch und realit\u00e4tsfern wird es, wenn au\u00dfergew\u00f6hnliche Wetterereignisse nahezu ausschlie\u00dflich unter dem Blickwinkel der Zuspitzung dargestellt werden, w\u00e4hrend Einordnung, historische Vergleiche, regionale Besonderheiten und wissenschaftliche Unsicherheiten in den Hintergrund treten. Dadurch entsteht beim Publikum das Gef\u00fchl einer permanenten Eskalation.<\/p>\n<p>Jede Rekordmeldung muss eingeordnet werden, wenn die Klimadebatte seri\u00f6s gef\u00fchrt werden soll. Seit wann wird gemessen? Wo wird gemessen? Wurden Messstationen verlegt? Hat sich ihre Umgebung durch Bebauung ver\u00e4ndert? Handelt es sich um lokale, regionale oder globale Werte? Welche Vergleichszeitr\u00e4ume wurden gew\u00e4hlt?<\/p>\n<p>Wer nur den Rekord verk\u00fcndet, aber seine Entstehung und Bedeutung nicht erkl\u00e4rt, informiert nicht vollst\u00e4ndig. Er lenkt die Masse der Bev\u00f6lkerung in die von ihm gew\u00fcnschte Richtung.<\/p>\n<p><strong>Erst die Katastrophe, dann die Rettung<\/strong><\/p>\n<p>Politische Angstkommunikation folgt h\u00e4ufig einem einfachen Aufbau:<\/p>\n<p>Zuerst wird eine existenzielle Gefahr beschrieben. Dann wird erkl\u00e4rt, dass nur noch ein kleines Zeitfenster zum Handeln bleibt. Anschlie\u00dfend werden weitreichende Ma\u00dfnahmen als unvermeidbar pr\u00e4sentiert. Wer widerspricht, gef\u00e4hrdet angeblich die Allgemeinheit.<\/p>\n<p>Dieses Muster war w\u00e4hrend Corona deutlich sichtbar. Es begegnet uns in der Sicherheits- und Kriegspolitik. Und es pr\u00e4gt ebenso die Klimapolitik.<\/p>\n<p>Die Erde steht angeblich kurz vor dem Kollaps. Kipppunkte k\u00f6nnten \u00fcberschritten werden. Ganze Regionen w\u00fcrden unbewohnbar. Millionen Menschen m\u00fcssten fliehen. Ernten w\u00fcrden ausfallen. St\u00e4dte k\u00f6nnten \u00fcberflutet werden.<\/p>\n<p>Nachdem dieses Bild gezeichnet wurde, erscheinen nahezu alle Ma\u00dfnahmen gerechtfertigt: h\u00f6here Abgaben, Verbote bestimmter Technologien, Einschr\u00e4nkungen des Verkehrs, kostspielige Geb\u00e4udesanierungen, Eingriffe in Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung sowie die schrittweise Lenkung des pers\u00f6nlichen Konsums. Wer die Katastrophe verhindern will, muss angeblich nur den politischen Vorgaben folgen.<\/p>\n<p>Diejenigen, die die Krise verk\u00fcnden, treten zugleich als deren Retter auf. Sie pr\u00e4sentieren Programme, Gesetze, Steuern und Verbote als Patentl\u00f6sung. Scheitern die Ma\u00dfnahmen oder steigen die Kosten, wird nicht die Grundannahme hinterfragt. Dann hei\u00dft es, man habe lediglich noch nicht entschlossen genug gehandelt.<\/p>\n<p>Aus dem Retter wird ein Dauerretter, da eine endg\u00fcltig gel\u00f6ste Krise politisch weit weniger n\u00fctzlich w\u00e4re als eine Krise, die st\u00e4ndig neue Ma\u00dfnahmen verlangt.<\/p>\n<p><strong>Teile und herrsche<\/strong><\/p>\n<p>Angst verbindet nicht nur. Sie spaltet auch.<\/p>\n<p><em>Divide et impera <\/em>\u2013 teile und herrsche \u2013 ist ein uraltes Prinzip der Machtaus\u00fcbung. Es wird h\u00e4ufig mit dem R\u00f6mischen Reich verbunden und war auch ein wesentliches Mittel kolonialer Herrschaft. Wer die Bev\u00f6lkerung in konkurrierende Lager aufteilt, verhindert nicht nur, dass sie ihre gemeinsamen Interessen erkennt. W\u00e4hrend die Menschen gegeneinander k\u00e4mpfen, richten sie ihren Blick kaum noch auf diejenigen, die politische Entscheidungen treffen.<\/p>\n<p>Darin liegt der eigentliche politische Nutzen einer solchen Strategie: Eine gespaltene Gesellschaft l\u00e4sst sich leichter lenken als eine geeinte. Wenn \u00f6ffentliche Debatten fast ausschlie\u00dflich um den Konflikt zwischen verschiedenen Bev\u00f6lkerungsgruppen kreisen, geraten andere politische Entscheidungen leichter aus dem Fokus. Ma\u00dfnahmen, die in einer geeinten, aufmerksamen und kritisch diskutierenden Gesellschaft auf erheblich mehr Widerstand sto\u00dfen w\u00fcrden, k\u00f6nnen unter solchen Bedingungen einfacher umgesetzt werden. Je st\u00e4rker die Aufmerksamkeit der B\u00fcrger auf den Streit untereinander gelenkt wird, desto weniger richtet sie sich auf die Frage, welche Entscheidungen im Hintergrund getroffen werden und wem sie letztlich n\u00fctzen.<\/p>\n<p>In der Corona-Zeit standen Geimpfte gegen Ungeimpfte. Im Ukrainekrieg stehen Friedensfreunde gegen Verteidiger der Freiheit, wobei jede Forderung nach Verhandlungen schnell als Unterst\u00fctzung des Gegners ausgelegt werden kann. In der Migrationsdebatte werden Hilfsbereitschaft und Sicherheitsbed\u00fcrfnis gegeneinander ausgespielt.<\/p>\n<p>In der Klimadebatte verl\u00e4uft die Trennlinie zwischen den vermeintlich Verantwortungsbewussten und den angeblich R\u00fccksichtslosen. Auf der einen Seite stehen die \u201eKlimaretter\u201c: Fahrradfahrer, Veganer, Aktivisten, K\u00e4ufer von Elektroautos und Unterst\u00fctzer immer neuer Klimagesetze. Auf der anderen Seite stehen die \u201eKlimas\u00fcnder\u201c: Autofahrer, Flugreisende, Fleischesser, Eigenheimbesitzer mit \u00d6l- oder Gasheizung und Menschen, die Zweifel an bestimmten klimapolitischen Ma\u00dfnahmen \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Eine sachliche Auseinandersetzung wird dadurch erschwert. Es geht nicht mehr darum, welche Ma\u00dfnahme sinnvoll, wirksam, sozial vertr\u00e4glich und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ist. Es geht um Gut und B\u00f6se. Wer das richtige Bekenntnis ablegt, geh\u00f6rt zu den Guten. Wer Fragen stellt, ger\u00e4t unter Verdacht.<\/p>\n<p>Eine solche moralische Spaltung ist politisch au\u00dferordentlich wirkungsvoll und absolut gewollt. Die B\u00fcrger streiten dar\u00fcber, wer den gr\u00f6\u00dferen \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck hinterl\u00e4sst, w\u00e4hrend kaum noch gefragt wird, wer von CO\u2082-Handel, Subventionen, Investitionsprogrammen und neuen Regulierungen profitiert. Die Menschen kontrollieren gegenseitig ihr Verhalten, w\u00e4hrend politische und wirtschaftliche Macht weitgehend unbehelligt bleibt.<\/p>\n<p><strong>Die Schweigespirale<\/strong><\/p>\n<p>Je st\u00e4rker eine Meinung moralisch aufgeladen wird, desto schwerer wird es, \u00f6ffentlich von ihr abzuweichen. Hier wirkt die von Elisabeth Noelle-Neumann beschriebene Schweigespirale.<\/p>\n<p>Menschen beobachten st\u00e4ndig, welche Auffassungen gesellschaftlich akzeptiert sind. Wer glaubt, mit seiner Meinung in der Minderheit zu sein, schweigt h\u00e4ufig aus Angst vor Isolation, beruflichen Nachteilen oder sozialer Ausgrenzung.<\/p>\n<p>Die Klimadebatte ist daf\u00fcr ein anschauliches Beispiel. Wissenschaftler, Journalisten, Lehrer oder Unternehmer m\u00fcssen nicht einmal ausdr\u00fccklich zum Schweigen gebracht werden. Es reicht h\u00e4ufig, wenn sie beobachten, was mit anderen geschieht, die \u00f6ffentlich vom vorherrschenden Narrativ abweichen.<\/p>\n<p>Sie werden \u00f6ffentlich angegriffen, als \u201eKlimaleugner\u201c bezeichnet, aus Diskussionen ausgeschlossen oder in die N\u00e4he unwissenschaftlicher oder extremistischer Positionen ger\u00fcckt. Ob diese Kritik im Einzelfall berechtigt ist oder nicht, tritt dabei h\u00e4ufig in den Hintergrund. Entscheidend ist die Signalwirkung.<\/p>\n<p>Der alte Grundsatz \u201eBestrafe einen, erziehe hundert\u201c beschreibt diesen Mechanismus treffend. Oft gen\u00fcgt schon ein \u00f6ffentlich sichtbar sanktionierter Fall, damit viele andere ihre Zweifel oder Einw\u00e4nde gar nicht mehr \u00e4u\u00dfern. Nicht aus \u00dcberzeugung, sondern aus Sorge vor beruflichen, gesellschaftlichen oder pers\u00f6nlichen Konsequenzen. Die Folge ist Selbstzensur. Daraus speist sich die von Elisabeth Noelle-Neumann beschriebene Schweigespirale.<\/p>\n<p>Der Fall des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers Roger Pielke Jr. zeigt, wie kontroverse Positionen in der Klimadebatte zu erheblichem \u00f6ffentlichem Druck f\u00fchren k\u00f6nnen. Pielke stellte den Klimawandel nicht grunds\u00e4tzlich infrage. Er argumentierte jedoch anhand ver\u00f6ffentlichter Schadensdaten, dass sich f\u00fcr wetterbedingte Katastrophensch\u00e4den keine eindeutige Zunahme allein durch den Klimawandel nachweisen lasse. F\u00fcr diese von der damals vorherrschenden \u00f6ffentlichen Darstellung abweichende Position geriet er erheblich unter politischen und medialen Druck und zog sich zeitweise aus der Klimadebatte zur\u00fcck. Unabh\u00e4ngig davon, wie man seine wissenschaftlichen Schlussfolgerungen bewertet, entfalten solche F\u00e4lle eine Signalwirkung: Andere Wissenschaftler \u00fcberlegen sich zweimal, ob sie \u00f6ffentlich von einer Mehrheitsmeinung abweichen.<\/p>\n<p>Hier setzt die Schweigespirale ein. Nicht erst Zensur ver\u00e4ndert das \u00f6ffentliche Meinungsklima, sondern bereits die Erwartung m\u00f6glicher beruflicher oder gesellschaftlicher Konsequenzen. Wer beobachtet, was mit prominenten Kritikern geschieht, beginnt h\u00e4ufig, sich selbst zu zensieren. Wer seine Ruhe haben m\u00f6chte, h\u00e4lt besser den Mund. Wer die angebliche Wahrheit anzweifelt, braucht ein schnelles Pferd.<\/p>\n<p>Durch das Wirken der Schweigespirale entsteht der Eindruck eines nahezu vollst\u00e4ndigen Konsenses. Doch dieser Eindruck t\u00e4uscht. Schweigen bedeutet nicht Zustimmung. Es kann ebenso gut Ausdruck von Vorsicht, Resignation oder Angst sein.<\/p>\n<p>Eine offene Gesellschaft darf Kritik nicht nur theoretisch erlauben. Sie muss sie praktisch aushalten und auch selbst \u00fcben.<\/p>\n<p><strong>Medien zwischen Information und Erregung<\/strong><\/p>\n<p>Medien sind nicht alleinige Verursacher politischer Angst. Sie sind aber deren wichtigste Verst\u00e4rker.<\/p>\n<p>Viele Medien finanzieren sich \u00fcber Reichweite. Je mehr Aufmerksamkeit ein Beitrag erzielt, desto wirtschaftlich attraktiver ist er. Angst erzeugt Aufmerksamkeit. Katastrophenmeldungen werden h\u00e4ufiger angeklickt als Meldungen, nach denen eine Entwicklung weniger dramatisch ist als angenommen. Bad news sells.<\/p>\n<p>\u201eForscher sehen komplexe Zusammenh\u00e4nge und erhebliche Unsicherheiten\u201c ist keine besonders aufregende \u00dcberschrift.<\/p>\n<p>\u201eKlimaforscher warnen vor unbewohnbarer Erde\u201c dagegen schon.<\/p>\n<p>So entsteht ein Hang zur Zuspitzung. Aus M\u00f6glichkeiten werden Erwartungen. Aus hypothetischen Szenarien werden scheinbar sichere Zukunftsbilder. Aus Risiken werden Gewissheiten. Einschr\u00e4nkende Formulierungen aus wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen verschwinden, w\u00e4hrend die spektakul\u00e4rste Aussage in der \u00dcberschrift landet.<\/p>\n<p>Der Leser bekommt dann nicht unbedingt eine falsche Information. Er bekommt aber m\u00f6glicherweise ein verzerrtes Bild ihrer Bedeutung.<\/p>\n<p>Hinzu kommt eine besondere Form der Auswahl. Tritt irgendwo eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Hitzewelle auf, wird sie h\u00e4ufig in einen Zusammenhang mit dem Klimawandel gestellt. Kommt es andernorts zu ungew\u00f6hnlicher K\u00e4lte oder starken Schneef\u00e4llen, wird dagegen oft darauf verwiesen, dass einzelne Wetterereignisse keine Aussagen \u00fcber das Klima erlauben. Beides ist wissenschaftlich zun\u00e4chst richtig: Weder eine Hitzewelle noch eine K\u00e4lteperiode beweisen f\u00fcr sich genommen eine langfristige Klimaentwicklung. Auff\u00e4llig ist jedoch, dass vergleichbare Wetterextreme in der \u00f6ffentlichen Berichterstattung h\u00e4ufig unterschiedlich eingeordnet werden. Starkregen wird als Beleg f\u00fcr die Klimakrise pr\u00e4sentiert. Bleibt ein angek\u00fcndigtes Extremereignis aus oder fallen Entwicklungen weniger dramatisch aus als erwartet, ist dies dagegen meist kaum eine Meldung wert.<\/p>\n<p>Dadurch entsteht beim Publikum der Eindruck, die Katastrophe sei allgegenw\u00e4rtig. Nicht unbedingt, weil jedes einzelne Bild falsch w\u00e4re, sondern weil fast ausschlie\u00dflich Bilder ausgew\u00e4hlt werden, die in dieselbe Richtung weisen.<\/p>\n<p>Manipulation besteht nicht nur darin, Unwahres zu verbreiten. Sie kann ebenso darin bestehen, Wahres so auszuw\u00e4hlen und anzuordnen, dass ein einseitiger Eindruck entsteht.<\/p>\n<p><strong>Angst ist ein schlechter Ratgeber<\/strong><\/p>\n<p>Wer Angst hat, denkt kurzfristiger. Er sucht Schutz, Zustimmung und einfache L\u00f6sungen. Er ist eher bereit, Freiheit abzugeben, wenn ihm daf\u00fcr Sicherheit versprochen wird.<\/p>\n<p>Eine demokratische Gesellschaft muss besonders wachsam sein, sobald politische Ma\u00dfnahmen mit dem drohenden Untergang begr\u00fcndet werden. Je gr\u00f6\u00dfer die angek\u00fcndigte Gefahr und je knapper das angebliche Zeitfenster, desto wichtiger w\u00e4ren eigentlich Ruhe, Pr\u00fcfung und offene Diskussion. Das Gegenteil ist jedoch meist der Fall. Zweifel gelten als Zeitverschwendung. Einw\u00e4nde als verantwortungslos. Kosten-Nutzen-Abw\u00e4gungen als unmoralisch. Wer nach der tats\u00e4chlichen Wirksamkeit einer Ma\u00dfnahme fragt, muss sich rechtfertigen, als habe er sich gegen den Schutz der Erde ausgesprochen.<\/p>\n<p>Doch Angst ersetzt keine Analyse. Ein brennender Wald beweist nicht automatisch eine bestimmte Ursache. Eine Hochwasserkatastrophe beantwortet nicht die Frage nach dem Anteil von Flussbegradigung, Versiegelung und mangelndem Schutz. Ein hei\u00dfer Sommer belegt f\u00fcr sich genommen keine bestimmte Klimatheorie. Und eine politische Ma\u00dfnahme wird nicht dadurch sinnvoll, dass ihre Bef\u00fcrworter vor schrecklichen Folgen warnen, falls sie unterbleibt.<br \/>Wer verantwortungsvoll handelt, pr\u00fcft zuerst:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie gro\u00df ist die Gefahr tats\u00e4chlich?<\/li>\n<li>Wie sicher ist die wissenschaftliche Aussage?<\/li>\n<li>Welche Faktoren wirken zusammen?<\/li>\n<li>Welche Ma\u00dfnahme kann welchen Effekt erzielen?<\/li>\n<li>Welche sozialen, wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Nebenwirkungen entstehen?<\/li>\n<li>Und wer profitiert von der gew\u00e4hlten L\u00f6sung?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Fragen sind keine Verweigerung von Verantwortung. Sie sind Verantwortung.<\/p>\n<p><strong>Fazit: Nicht die Angst soll entscheiden<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Artikel fordert nicht dazu auf, jedes Umweltrisiko zu leugnen oder jede Warnung zu ignorieren. Es fordert dazu auf, sich nicht durch Angst regieren zu lassen. Sehen Sie sich die Bilder an \u2013 aber fragen Sie, woher sie stammen und was sie tats\u00e4chlich zeigen. Lesen Sie die Schlagzeilen \u2013 aber pr\u00fcfen Sie, ob der Inhalt ihre Dramatik rechtfertigt.<\/p>\n<p>H\u00f6ren Sie den Politikern zu \u2013 aber fragen Sie, welche Interessen, Kosten und Machtverschiebungen mit ihren L\u00f6sungen verbunden sind. Vertrauen Sie seri\u00f6sen Wissenschaftlern \u2013 aber verwechseln Sie Wissenschaft nicht mit Unfehlbarkeit, und verfolgen Sie die Spur des Geldes. Vor allem aber: Lassen Sie sich nicht einreden, Nachdenken sei gef\u00e4hrlich. Glauben Sie niemandem, der behauptet, etwas w\u00e4re alternativlos \u2013 es gibt immer Alternativen!<\/p>\n<p>Gef\u00e4hrlich wird es vielmehr, wenn eine Gesellschaft aus Angst jede Forderung akzeptiert, jede Einschr\u00e4nkung hinnimmt und jede kritische Stimme ausgrenzt.<\/p>\n<p>Nicht die Angst darf am Ende entscheiden, wie Sie leben. Das sollte immer noch Ihr Verstand und Ihre innere Stimme tun.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<h3 id=\"anmerkungen-und-quellen\">Anmerkungen und Quellen<\/h3>\n<p>Mein Buch \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B0H761YF9H\/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=&amp;ref=apolut.net\"><u>Eine Reise zum Selbst<\/u><\/a>\u201c wurde am 2. Juli 2026 ver\u00f6ffentlicht. Die Texte dieses Buches laden dazu ein, gewohnte Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen, ohne neue Dogmen zu schaffen. Sie verbinden Erkenntnisse aus Philosophie, Spiritualit\u00e4t, Psychologie und Lebenserfahrung zu einer verst\u00e4ndlichen und lebensnahen Reflexion \u00fcber das Menschsein. Themen wie Selbstreflexion, die Kraft des gegenw\u00e4rtigen Augenblicks, Geben und Empfangen, Dankbarkeit, Liebe, Toleranz, pers\u00f6nliches Wachstum und der Umgang mit den Herausforderungen des Lebens bilden die Wegmarken dieser Reise.<\/p>\n<p>Ende M\u00e4rz und Anfang April 2025 wurden meine beiden B\u00fccher<br \/>\u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Die-Friedensunt%C3%BCchtigen-Kriegstreiber-Deutschland-Europa\/dp\/B0F3XG6Q8Z\/ref=sr_1_1?__mk_de_&amp;ref=apolut.net\"><u>Die Friedensunt\u00fcchtigen<\/u><\/a>\u201c und \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Taumel-Niedergangs-Demokratischer-wirtschaftlicher-Deutschlands\/dp\/B0F32JS87R\/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;crid=3JJ04002EWR69&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.Oj5YLI-ra13Jo1-hO3-QxpjVbqW4Zp-PgBoc_HkFZ0vRUAWpRhr9t_FAukNDd-Kjcz24yajuJ0MGZH2qtGzmxpn7IHu4XH4zz7p1a1MmegCroLWfM0lg0S7-NKT7bzhndp4CWW4gSeOmVn4mEJkRb4EDuTDPcwlTL9C2uagF3SY.y1TkrGl-reGDcZECS28yDUvz5-L9ZR9OorjTu71NTfk&amp;dib_tag=se&amp;keywords=Im+Taumel+des+Niedergangs&amp;qid=1744634000&amp;s=books&amp;sprefix=im+taumel+des+niedergangs,stripbooks,110&amp;sr=1-1&amp;ref=apolut.net\"><u>Im Taumel des Niedergangs<\/u><\/a>\u201c ver\u00f6ffentlicht. Ende September 2024 erschien das Buch \u201e<a target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Gef%C3%A4hrliche-Nullen-Kriegstreiber-Elitenvertreter-Deutschlands\/dp\/B0DJ374G6K\/ref=sr_1_2?__mk_de_&amp;ref=apolut.net\"><u>Gef\u00e4hrliche Nullen \u2013 Kriegstreiber und Elitenvertreter<\/u><\/a>\u201c.<\/p>\n<p><strong>+++\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Dank an den Autor f\u00fcr das Recht zur Ver\u00f6ffentlichung dieses Beitrags.<\/p>\n<p><strong>+++<\/strong><\/p>\n<p>Bild: Illustration f\u00fcr Luftverschmutzung: Rauch aus Schornstein formt den Schriftzug &#8222;CO2&#8220;<\/p>\n<p>Bildquelle: New Africa \/ shutterstock<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Meinungsbeitrag von Uwe Froschauer. Angst ist ein nat\u00fcrlicher Schutzmechanismus. Sie warnt den Menschen vor Gefahren, sch\u00e4rft kurzfristig seine Aufmerksamkeit und kann ihm im entscheidenden Moment das Leben retten. Angst kann aber auch das Gegenteil bewirken. 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