{"id":15467,"date":"2026-07-28T18:02:03","date_gmt":"2026-07-28T16:02:03","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/wirtschaft\/konjunkturhoffnung-steht-deutschland-endlich-vor-einem-aufschwung-38025400-html\/"},"modified":"2026-07-28T18:02:03","modified_gmt":"2026-07-28T16:02:03","slug":"konjunkturhoffnung-steht-deutschland-endlich-vor-einem-aufschwung-38025400-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/wirtschaft\/konjunkturhoffnung-steht-deutschland-endlich-vor-einem-aufschwung-38025400-html\/","title":{"rendered":"Konjunkturprognose: Zarte Konjunkturhoffnung: Steht Deutschland vor einem Aufschwung?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<p>Nach Jahren der Flaute berappelt sich die deutsche Wirtschaft allm\u00e4hlich. Viele Konjunkturdaten weisen nach oben und auch die Stimmung dreht sich. Kommt der langersehnte Aufschwung?<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rtf-content-wrapper\">\n<h2 class=\"anchor\">Was sagen die harten Konjunkturdaten?<\/h2>\n<p>Die Daten zeigten zuletzt fast alle nach oben. Im Mai \u2013 dem aktuellsten Berichtsmonat \u2013 zogen Industrieauftr\u00e4ge, Produktion, Exporte, Baugenehmigungen und Einzelhandelsumsatz an. \u201eDer Datenfluss aus Deutschland hat zuletzt auf der positiven Seite \u00fcberrascht\u201c, fasst der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, zusammen. In der angeschlagenen Industrie sind die Auftragsb\u00fccher mittlerweile so gut gef\u00fcllt wie noch nie seit Beginn der Statistik 2015.<\/p>\n<p>Auch die Reichweite des Auftragsbestands liegt mit 8,9 Monaten auf Rekordniveau. Der Wert gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne Neugesch\u00e4ft theoretisch produzieren m\u00fcssten, um vorhandene Bestellungen abzuarbeiten. \u201eIm Schatten des Krieges im Nahen Osten zeichnet sich endlich eine Trendwende in der deutschen Industrie ab\u201c, sagt ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski.<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">Wie ist die Stimmung?<\/h2>\n<p>In den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sie sich im Juli bereits den dritten Monat in Folge aufgehellt, wie das Ifo-Institut bei seiner Umfrage unter 9000 Managern aller Branchen herausfand. Allerdings: Das Barometer liegt mit 86,6 Z\u00e4hlern immer noch deutlich unter dem unmittelbar vor Ausbruch des Irankriegs im Februar erreichten Wert von 88,5 Punkten.<\/p>\n<p>\u201eDie deutsche Wirtschaft ist bereit, Schwung aufzunehmen\u201c, sagt Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. \u201eF\u00fcr die Gesamtwirtschaft zeichnet sich ein leichter Aufw\u00e4rtstrend ab.\u201c Das sehen auch Anleger und Analysten so: Das Barometer f\u00fcr deren Konjunkturerwartungen stieg im Juli ebenfalls den dritten Monat in Folge.<\/p>\n<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">Was sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr die bessere Stimmung?<\/h2>\n<p>Zum einen die schon genannten besseren Konjunkturdaten. Zum anderen auch politische Entscheidungen. \u201eDas Reformpaket scheint Wirkung zu zeigen \u2013 insbesondere die exportorientierten Sektoren sowie die Binnennachfrage verzeichnen stabile Zuw\u00e4chse\u201c, sagt ZEW-Pr\u00e4sident Achim Wambach zu dem Anfang Juli von der Bundesregierung verk\u00fcndeten 34-Punkte-Reformpaket. Es umfasst etwa eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, den Abbau von Berichts- und Dokumentationspflichten sowie die Digitalisierung der Verwaltung.<\/p>\n<p>Hinzu kommt: Die staatlichen Milliarden f\u00fcr Infrastruktur und Verteidigung kommen zunehmend in der Wirtschaft an. Dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie zufolge meldete der \u00f6ffentliche Hochbau im Mai ein Auftragsplus von gut 27 Prozent, der sonstige Tiefbau sogar von 40,4 Prozent. \u201eIn ersterem werden unter anderem Bauma\u00dfnahmen f\u00fcr Hochschulen, aber auch Bundeswehrbauten und in letzterem unter anderem der Br\u00fcckenbau subsumiert\u201c, so der Verband.<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">W\u00e4chst die Wirtschaft?<\/h2>\n<p>Sie ist im Fr\u00fchjahr zumindest nicht geschrumpft, wenn \u00d6konomen richtig liegen: Trotz der enormen Belastungen und Verunsicherung von Verbrauchern wie Unternehmen durch den Irankrieg rechnen die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten \u00d6konomen mit einer Stagnation im zweiten Quartal. Einige halten sogar ein leichtes Wachstum f\u00fcr m\u00f6glich, wenn das Statistische Bundesamt an diesem Donnerstag seine erste Sch\u00e4tzung ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>K\u00e4me es so, w\u00e4re das der dritte Quartalszuwachs in Folge nach plus 0,3 Prozent Anfang 2026 und 0,2 Prozent Ende 2025. F\u00fcr das Gesamtjahr sieht es dennoch mau aus: Die meisten Experten rechnen nur mit einem Wachstum von etwa einem halben Prozent. Erst f\u00fcr 2027 sind die Prognosen optimistischer: Dann soll ein Plus von deutlich mehr als einem Prozent drin sein.<\/p>\n<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">Ist der Aufschwung in trockenen T\u00fcchern?<\/h2>\n<p>Noch nicht, sagen viele Volkswirte. \u201eDie Konjunktur wird auch im zweiten Halbjahr unter den hohen Energiepreisen leiden\u201c, betont Commerzbank-Chefvolkswirt J\u00f6rg Kr\u00e4mer. Vergangene Woche flammten die K\u00e4mpfe im Nahen Osten wieder auf, was die \u00d6lpreise zeitweise \u00fcber die Marke von 100 Dollar je Fass getrieben hat. Das belastet nicht zuletzt die Verbraucher. Benzin und Diesel verteuerten sich massiv, was den Konsumenten viel Kaufkraft entzieht.<\/p>\n<p>So rechnen \u00d6konomen damit, dass die Inflationsrate im Juli auf 2,7 Prozent nach oben schnellt, nachdem sie im Juni noch auf 2,3 Prozent gesunken war. Dazu trug auch der Tankrabatt der Regierung bei, der mittlerweile aber ausgelaufen ist.<\/p>\n<h2 class=\"anchor\">Was bedarf es f\u00fcr einen dauerhaften Aufschwung?<\/h2>\n<p>Unternehmen, Verb\u00e4nde und nicht zuletzt auch die Bundesbank sehen Reformbedarf zur St\u00e4rkung der internationalen Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands. Grund f\u00fcr die j\u00fcngste Exportschw\u00e4che seien nicht nur Preise oder konjunktureller Gegenwind, sondern auch strukturelle Faktoren, schreibt die deutsche Notenbank in ihrem aktuellen Monatsbericht.<\/p>\n<p>Es komme darauf an, die Standortbedingungen zu verbessern und die Exportwirtschaft produktiver, innovativer und anpassungsf\u00e4higer zu machen. Das Rezept der Bundesbank: \u201eVerl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen f\u00fcr private Investitionen, bessere Voraussetzungen f\u00fcr Forschung, Entwicklung sowie f\u00fcr junge, innovative Unternehmen, eine beschleunigte Digitalisierung und insbesondere geringere B\u00fcrokratiekosten.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div>Nach Jahren der Flaute berappelt sich die deutsche Wirtschaft allm\u00e4hlich. Viele Konjunkturdaten weisen nach oben und auch die Stimmung dreht sich. 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