{"id":15595,"date":"2026-07-29T14:07:47","date_gmt":"2026-07-29T12:07:47","guid":{"rendered":"https:\/\/meiser-tv.de\/politik\/germanwings-absturz-angehoerige-verklagen-deutschland-auf-schmerzensgeld\/"},"modified":"2026-07-29T14:07:47","modified_gmt":"2026-07-29T12:07:47","slug":"germanwings-absturz-angehoerige-verklagen-deutschland-auf-schmerzensgeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/meiser-tv.de\/en\/politik\/germanwings-absturz-angehoerige-verklagen-deutschland-auf-schmerzensgeld\/","title":{"rendered":"Germanwings-Absturz: Angeh\u00f6rige verklagen Deutschland auf Schmerzensgeld"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Hinterbliebene\u00a0des Flugzeugabsturzes einer Germanwings-Maschine\u00a0in den franz\u00f6sischen Alpen im M\u00e4rz 2015 klagen erneut auf Schmerzensgeld, diesmal vor dem\u00a0Landgericht Braunschweig. Ende August soll dabei entschieden werden, ob die\u00a0Schadensersatzanspr\u00fcche von insgesamt 30 Kl\u00e4gern erfolgreich eingereicht wurden.\u00a0Sie verlangen dabei laut Gerichtsangaben vom deutschen Staat laut Agenturmeldung &#8222;Entsch\u00e4digungen von\u00a0bis zu 110.000 Euro&#8220;.<\/p>\n<p>Ein Germanwings-Flugzeug des Modells Airbus A320 st\u00fcrzte am 24. M\u00e4rz 2015 auf dem Weg \u00fcber die franz\u00f6sischen Alpen von Barcelona nach D\u00fcsseldorf in den franz\u00f6sischen Alpen ab. 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Der damals 27-j\u00e4hrige Copilot steuerte die Maschine laut den eingeleiteten Ermittlungen, Gutachten und Medienberichten mutma\u00dflich aus Suizidabsicht in den Abgrund.<\/p>\n<p>Die aktuelle Kl\u00e4gergruppe ist nach Angaben des Gerichts weiterhin davon \u00fcberzeugt, dass &#8222;die Flugtauglichkeit des Copiloten nicht ausreichend \u00fcberwacht worden sei.&#8220; Der Absturz\u00a0sei dadurch erst erm\u00f6glicht worden,\u00a0lautet die eingereichte Argumentation der Kl\u00e4ger.<\/p>\n<p>Die Bundesrepublik Deutschland hafte deshalb f\u00fcr Sch\u00e4den. Das Zivilverfahren wird in Braunschweig verhandelt, weil dort das Luftfahrt-Bundesamt seinen Sitz hat.<\/p>\n<p>Die Lufthansa, als Mutterunternehmen von Germanwings, zahlte im Verlauf der zur\u00fcckliegenden Jahre f\u00fcr die einzelnen Opfer bereits Schadensersatz, teilweise \u00fcber 100.000 Euro. Mehrere Angeh\u00f6rige der Opfer fordern aktuell jedoch mehr Geld. Sie begr\u00fcnden das unter anderem damit, dass die Lufthansa den Co-Piloten nicht hinreichend untersucht und dadurch seine psychische Erkrankung nicht erkannt habe.<\/p>\n<p>Die Argumentation lautet in dem jetzigen Verfahren, dass man bei der medizinischen \u00dcberwachung des Co-Piloten &#8222;gravierende Fehler&#8220; begangen habe\u00a0und dadurch seine Fluguntauglichkeit nicht erkannt worden sein. Dies stelle somit eine &#8222;Amtspflichtverletzung&#8220; dar. F\u00fcr eine solche haftet dann gegebenenfalls der Staat (Amtshaftung nach \u00a7 839 BGB i. V. m. Art. 34 GG), nicht die Fluggesellschaft.<\/p>\n<p>So hie\u00df es <a href=\"https:\/\/ordentliche-gerichtsbarkeit.hessen.de\/presse\/germanwings-absturz-lufthansa-haftet-den-hinterbliebenen-nicht-auf-schmerzensgeld?utm_source\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">im Urteil<\/a> eines Schmerzensgeldverfahrens im Juni 2022 seitens der Richterin am Landgerichts Frankfurt am Main:<\/p>\n<p><em>&#8222;Und wenn es zu Vers\u00e4umnissen bei einer medizinischen Untersuchung eines Piloten kommt, dann kann deswegen nur der Staat haften oder seine K\u00f6rperschaften, nicht aber ein Luftfahrtunternehmen wie hier die Lufthansa. Die Lufthansa hatte auch keine M\u00f6glichkeit, die T\u00e4tigkeiten der medizinischen Sachverst\u00e4ndigen zu \u00fcberpr\u00fcfen oder in ihre T\u00e4tigkeiten einzugreifen und aus diesem Grund kann der Lufthansa auch kein Organisationsverschulden f\u00fcr dieses tragische Ereignis vorgehalten werden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Das Unternehmen Lufthansa k\u00f6nne\u00a0folglich nicht der erste direkte Klagegegner sein. Die Angeh\u00f6rigen der Absturzopfer m\u00fcssten\u00a0vielmehr eine Schadensersatzklage gegen den Bund einreichen.\u00a0<\/p>\n<p>Am 28. August verhandelt die 7. Zivilkammer des Landgerichts Braunschweig nun \u00fcber neu eingeforderte Anspr\u00fcche von insgesamt 30 Kl\u00e4gern. Sie verlangen vom deutschen Staat laut Agenturmeldungen Entsch\u00e4digungen zwischen 500 und 110.000 Euro.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Chancen auf Erfolg r\u00e4umt das Gericht den Klagen offenbar nicht ein.\u00a0In der ver\u00f6ffentlichten\u00a0<a href=\"https:\/\/landgericht-braunschweig.niedersachsen.de\/startseite\/aktuelles_akkreditierungsverfahren_2_strafkammer_2_kls_15_22\/presseinformationen\/zivilverfahren-wegen-anspruchen-im-zusammenhang-mit-einem-flugzeugabsturz-im-marz-2015-252748.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mitteilung<\/a> hei\u00dft es dazu, die Kammer habe den Verfahrensbeteiligten &#8222;bereits vor dem Termin einen schriftlichen Hinweis erteilt, wonach die Klage &#8218;unschl\u00fcssig&#8216; sein k\u00f6nne.&#8220;<\/p>\n<p>So hei\u00dft es weiter, dass juristische\u00a0Anspr\u00fcche gegen die Bundesrepublik Deutschland im Wege der Amtshaftung grunds\u00e4tzlich ausscheiden w\u00fcrden, &#8222;wenn die Kl\u00e4gerinnen und Kl\u00e4ger wegen desselben Schadens auf andere Weise Ersatz verlangen k\u00f6nnen.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Nach der vorl\u00e4ufigen Einsch\u00e4tzung der zust\u00e4ndigen Kammer k\u00f6nnte dies insbesondere im Hinblick auf m\u00f6gliche Anspr\u00fcche gegen die Fluggesellschaft Lufthansa der Fall sein.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema <\/strong>\u2013\u00a0<a href=\"https:\/\/freeassange.tech\/nordamerika\/279690-modernisierung-oder-machtspiel-ki-und\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Modernisierung oder Machtspiel? KI und die Zukunft der US-Flugsicherheit<\/a><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v786vyq\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinterbliebene\u00a0des Flugzeugabsturzes einer Germanwings-Maschine\u00a0in den franz\u00f6sischen Alpen im M\u00e4rz 2015 klagen erneut auf Schmerzensgeld, diesmal vor dem\u00a0Landgericht Braunschweig. Ende August soll dabei entschieden werden, ob die\u00a0Schadensersatzanspr\u00fcche von insgesamt 30 Kl\u00e4gern erfolgreich eingereicht wurden.\u00a0Sie verlangen dabei laut Gerichtsangaben vom deutschen Staat laut Agenturmeldung &#8222;Entsch\u00e4digungen von\u00a0bis zu 110.000 Euro&#8220;. 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